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Wasserstoff gilt als eine der Energien der Zukunft. Für AnlegerInnen ist das ein spannendes, aber auch spekulatives Thema.

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L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (IE00BMYDM794): Das Wichtigste in Kürze

Status quo: Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF kam erst im Februar 2021 auf den Markt und hat seither um rund 30 Prozent an Wert verloren. Das Thema ist sehr spekulativ.

Chance: Laut Hydrogen Council könnte Wasserstoff die globalen Emissionen bis 2050 um sechs Gigatonnen oder 17 Prozent der 2020 weltweit verzeichneten Emissionen verringern.

Risiko: Viele Wasserstoff-Unternehmen verdienen noch kein Geld. Experten sehen aber Potenzial. Weil wir nicht wissen, wer sich durchsetzt, sind Wasserstoff-Investments riskant und nur als Beimischung geeignet.

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Wasserstoff, genauer grüner Wasserstoff, gilt als saubere Energiequelle und ist ein Hoffnungsträger, wenn es um die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft geht. Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) war der erste Wasserstoff-ETF, mit dem AnlegerInnen investieren konnten. Wir stellen ihn dir vor und prüfen, ob er sich lohnen könnte. Mittlerweile gibt es sogar einen zweiten Wasserstoff-ETF auf dem Markt. Ist er eine Alternative?

Zusammensetzung des L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) im Überblick

Mit dem L&G Hydrogen Economy UCITS ETF setzt du auf die Wertentwicklung der gesamten globalen Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Im Index sind Unternehmen, die Wasserstoff erzeugen, die Brennstoffzellen herstellen, Komponenten für Brennstoffzellen liefern und dazu Industriegas-Unternehmen.

Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF bildet den Solactive Hydrogen Economy Index ab, und zwar physisch repliziert. Der Index wird also genau nachgebildet.

Wenig überraschend haben Industrieunternehmen mit 34,1 Prozent das größte Gewicht gefolgt von Energie mit 33,7 Prozent und Rohstoffen mit 27,6 Prozent. Einige der Unternehmen im Index hast du sicher schon einmal gehört, andere eher nicht.

Die wichtigsten Unternehmen des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs

  • Weichai Power
  • Hyzon Motor
  • Uniper
  • Xcel Energy
  • Linde
  • Chemours
  • Toyota
  • Air Liquide

Aber auch die deutschen Unternehmen Daimler und Siemens gehören zum Portfolio des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs (a2qmal). Die Zusammensetzung des Index hat sich im vergangenen Jahr stark verändert, weil immer neue Unternehmen an die Börse gekommen sind. Da viele der großen Player aus den USA kommen, machen dortige Unternehmen 27,7 Prozent des Index aus. Es folgen Großbritannien mit 14,5  Prozent und Deutschland mit 11,8 Prozent.

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Kurz-Porträt des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs usd acc

  • WKN: A2QMAL
  • ISIN: IE00BMYDM794
  • Fondswährung: USD
  • Handelswährung: EUR
  • Laufende Kosten: 0,49 Prozent pro Jahr
  • Ertragsverwendung: thesaurierend (Erträge werden automatisch wieder angelegt)
  • Art der Indexabbildung: volle Replizierung (der Index wird genau nachgebildet)
  • Nachhaltigkeit: 2 Morningstar-Globen von 5 (5 ist top)
  • Performance 6 Monate: – 26,25 %
  • Fondsvolumen: 529,48 Mio. Euro
  • Momentaner Kurs: 6,06 Euro

Quellen: Börse Frankfurt, Fonds Professionell, Morningstar (01.03.2022)

Zum Factsheet des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs (a2qmal) kommst du hier.

Kurs-Check: Warum ist der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) abgestürzt?

Nach der Rally folgte der Absturz. Viele Aktien verbuchten heftige Verlust, rutschten um 20, 30 oder gar 50 Prozent ab. Auch der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) verlor stark an Wert, da er die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abbildet. Nun warten AnlegerInnen auf die Erholung.

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Prognose & Bewertung: Könnte der L&G Hydrogen Economy (IE00BMYDM794) boomen?

Wasserstoff als Energie der Zukunft?

Wasserstoff könnte die globalen Emissionen bis 2050 um sechs Gigatonnen oder 17 Prozent der 2020 weltweit verzeichneten Emissionen verringern, prognostiziert das Hydrogen Council, eine globale Initiative 60 führender Energie-, Transport- und Industrieunternehmen. Die Experten schätzen die Gesamtinvestitionen in die Wasserstoff-Wertschöpfungskette bis 2030 auf mehr als 300 Milliarden US-Dollar.

Die Energy Transition Commission glaubt, dass die Investitionen bis 2050 rund 15 Billionen Dollar erreichen könnten. Großes Potenzial hat diese alternative Energie vor allem in Bereichen, in denen die Elektrifizierung nicht machbar ist, also in der Schwerindustrie, im Schiffsverkehr oder bei LKWs.

Status quo

AnlegerInnen haben das Thema längst für sich entdeckt. Auf ein Kursfeuerwerk folgte Anfang 2021 allerdings der Absturz, von dem sich viele Aktien nicht erholt haben. Viele Unternehmen verdienen noch immer kein Geld. Trotzdem ist Wasserstoff ein Zukunftsthema, denn Nachhaltigkeit ist politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich gewollt.

Viele Analysten stören die Unwägbarkeiten

Entlang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette gibt es aktuell jede Menge sehr interessante, sehr junge, sehr innovative Unternehmen, die aber noch kein Geld verdienen. Und deren Kurse schwanken mitunter kräftig.

Zwar gebe es erhebliche Hilfe für alternative Energien von politischer Seite und der Umfang der geförderten Projekte nehme rasch zu, heißt es etwa bei J. P. Morgan. Für den Durchbruch der Wasserstoff-Technologien brauche es aber Kooperationen mit großen Konzernen. Der Anteil der jungen Wilden am Gesamtprojekt und damit der Umsatz könnten im Rahmen der Kooperationen zurückgehen.

Wasserstoff ist nichts für schwache Nerven!

Wasserstoff ist auf jeden Fall ein spannendes Thema, aber auch ein riskanteres Investment. Wie stark der Wasserstoff-Boom, den viele Experten erwarten, ausfallen wird, wissen wir nicht genau.

Weil Investments in einzelne Unternehmen immer ein größeres Risiko bergen, gilt es auch bei solchen Themeninvestments, das Risiko etwa mit ETFs breit zu streuen.

Auch wenn die Prognosen gut aussehen, sollte ein Themen-ETF wie der L&G Hydrogen Economy ETF immer nur eine Beimischung sein. Das heißt, sein Anteil an deinem Depot sollte – je nach Strategie – nicht mehr als fünf Prozent ausmachen.

Sparpläne auf solche sehr speziellen ETFs sind auch nicht unbedingt eine gute Idee. Denn mit den regelmäßigen Sparraten wächst der Anteil des Fonds immer weiter an. Als Rendite-Booster könnte sich aber eine kleine Position durchaus lohnen.

Alternative zum L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (IE00BMYDM794)

Auch der VanEck Vectors Hydrogen Economy UCITS ETF (ISIN: IE00BMDH1538) ist ein reiner Wasserstoff-ETF und setzt auf Unternehmen, die „einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau der Wasserstoffwirtschaft leisten“. Der ETF legt weltweit in Aktien von Unternehmen an, die mindestens 50 Prozent ihrer Einnahmen mit Wasserstoffprojekten erzielen oder das Potenzial dazu haben. Außerdem investiert er in wichtige Akteure des Wasserstoff-Ökosystems, beispielsweise Hersteller von Gasen oder Brennstoffzellen, Wasserstoffspeichern und Elektrolyseuren.

Die größten Positionen des VanEck Vectors Hydrogen Economy UCITS ETFs

  • Mitsubishi Chemical Holdings
  • Air Liquide
  • Linde
  • Air Products & Chemicals
  • Ballard Power
  • Plug Power
  • Nel Asa
  • Nikola

Der Index, der dem ETF zugrunde liegt, wird vierteljährlich überprüft. Neue Wasserstoffaktien werden dann gegebenenfalls aufgenommen.

Bei der Branchenverteilung kommt synthetisches Gas mit 29,8 Prozent auf den größten Anteil, gefolgt von erneuerbarer Stromerzeugung (20,6 Prozent) und Chemikalien (12,1 Prozent).

Kurz-Porträt des VanEck Vectors Hydrogen Economy UCITS ETF

  • WKN: A2QMWR
  • ISIN: IE00BMDH1538
  • Fondswährung: USD
  • Handelswährung: EUR
  • Laufende Kosten: 0,55 Prozent pro Jahr
  • Ertragsverwendung: thesaurierend (Erträge werden automatisch wieder angelegt)
  • Art der Indexabbildung: volle Replizierung (der Index wird genau nachgebildet)
  • Nachhaltigkeit: 2 Morningstar-Globen von 5 (5 ist top)
  • Performance 1 Jahr: – 28,18 %
  • Fondsvolumen: 70,27 Euro
  • Momentaner Kurs: 13,37 Euro

Quellen: Börse Frankfurt, Fonds Professionell, Morningstar (01.03.2022)

Zum Factsheet des VanEck Vectors Hydrogen Economy ETFs kommst du hier.

herMoney-Tipp

Alternativen zum Wasserstoff-Fonds sind etwas breiter aufgestellte Themen-ETFs auf saubere Energie. Ein Thema, das bei AnlegerInnen übrigens sehr gefragt ist. Zu den meistgehandelten ETFs an der Börse Frankfurt gehört deshalb auch regelmäßig der iShares Global Clean Energy ETF (ISIN: IE00B1XNHC34). Hier stellen wir dir den Clean Energy ETF vor.

Zum Weiterlesen: Du interessiert dich für Nachhaltigkeit? Wir haben für dich gute nachhaltige ETFs und aktive Fonds recherchiert!

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.