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Dividenden-ETFs bieten regelmäßige Einnahmen. Das klingt verlockend. Doch wie gut sind sie, wie funktioniert das und welche lohnen sich?

Inhalt

Was ist ein Dividenden-ETF?

Sind Dividenden-ETFs sinnvoll?

Welcher Dividenden-ETF passt zu mir?
> Dividenden-Aristokraten für dauerhafte hohe Erträge
> nachhaltige Dividenden-ETFs
> risikoarme ETFs
> aussichtsreiche Firmen

Die 24 größten Dividenden-ETFs im Vergleich

Dividenden-ETFs: Das Wichtigste in Kürze

Dividenden-ETFs setzen auf Unternehmen, die ihre Aktionäre an ihren Gewinnen teilhaben lassen und hohe Dividenden zahlen.

Dividenden-ETF gelten als sicherer als herkömmliche ETFs. Sie eignen sich als Beimischung, wenn du einen besonders langen Anlagehorizont hast. Auf lange Sicht könnte ihre Rendite herkömmliche ETFs überholen.

Ein guter Dividenden-ETF enthält viele Aktien verschiedener Branchen. Es sollten nicht nur dividendenstrake, sondern auch aussichtsreiche Unternehmen dabei sein.

Best bewertete Dividenden-ETFs (5 Sterne von Morningstar, Stand 08.02.22):

  • WisdomTree Glbl Eqlty Div Gr ETF USD Acc (3-Jahres-Rendite: 18,7 %)
  • Fidelity Europe Qual Inc ETF EUR Acc (3-Jahres-Rendite: 11,4 %)

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Was ist ein Dividenden-ETF?

Dividenden-ETFs investieren in Aktien von Unternehmen, die attraktive Dividenden in Aussicht stellen. Hier entsteht die Rendite also auch stärker durch Gewinnbeteiligungen an den Unternehmen und nicht nur durch Kurssteigerungen. Profis nennen das Konzept auch Dividendenstrategie. ETFs mit Dividendenstrategie sind aber nicht alle nach einem einheitlichen Muster gestrickt und eignen sich auch nicht für jede Anlegerin.

Zum einen unterscheiden sich Dividenden-ETFs in Bezug auf die Märkte, in die investiert wird. So kann ein ETF weltweit anlegen oder nur regional. Zum anderen sind die Dividendenkonzepte verschieden. Während die einen ETFs nur auf Aktien mit besonders hoher Dividende setzen, berücksichtigen andere zusätzliche Kriterien, wie die Substanz einer Firma, kontinuierlich steigende Auszahlungen, Nachhaltigkeit und so weiter.

Damit du findest, was zu dir passt, haben wir die wichtigsten Dividenden-ETFs unter die Lupe genommen. Zuvor aber noch das Wichtigste zum Thema und was bei der Auswahl zu beachten ist.

Wann bekomme ich die Dividende?

Wann ETFs Dividenden zahlen, ist nicht einheitlich geregelt. Dividenden-ETFs schütten in der Regel vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich Erträge an die Anleger aus. Eine monatliche Zahlung der ETF-Dividende ist meist nicht vorgesehen. Hier wäre ein Auszahlplan eine Idee.

Genau wie bei einem gewöhnlichen ETF musst du dich nach dem Kauf um nichts kümmern. Auszahlungsfrequenz und Zahltage der ETF-Dividende hat der ETF-Anbieter bei Emission festgelegt und überweist die Ausschüttungen automatisch auf dein Konto.

Die meisten Dividenden-ETFs zahlen die Dividenden aus, sind also ausschüttende ETFs. Zum Teil existieren identische Papiere in einer thesaurierenden Variante, bei der die Erträge automatisch wieder angelegt werden. Das macht Sinn, wenn du die Auszahlung nicht benötigst. Denn so kann sich das Vermögen noch schneller vermehren.

Am Rande: Wenn du die Wertentwicklung von ETFs vergleichst, spielt es keine Rolle, ob ein ETF ausschüttend oder thesaurierend ist. Die Dividendenzahlungen werden in jedem Fall in der Performanceberechnung berücksichtigt.

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Sind Dividenden-ETFs sinnvoll?

Regelmäßig Erträge kassieren klingt verlockend. Mit Dividenden-ETFs, die im Vergleich zu einer Einzelaktie das Risiko breit streuen, ist das ganz einfach machbar. Hast du zum Beispiel einen größeren Betrag zum Anlegen und willst daraus regelmäßige Einnahmen erzielen, könnten Dividenden-ETFs für dich interessant sein. Genauso kannst du in einen Dividenden-ETF monatlich einzahlen und ETFs mit Dividendenstrategie für den Vermögensaufbau nutzen.

Sinnvoll sind Dividenden-ETFs jedoch nur, wenn du langfristig investieren und auf solide, ertragsstarke Unternehmen setzen willst – also eher eine defensive Strategie verfolgst.

Der Gegensatz sind Wachstumswerte wie Amazon & Co, die keine oder geringe Dividenden zahlen und ihr Geld lieber in das Wachstum der Firma investieren.

Wichtig zu wissen: An den Börsen laufen mal Wachstumswerte – wie in den vergangenen Jahren – deutlich besser und mal Substanzwerte, sprich Value-Aktien. In den Boomphasen sind Aktien von Firmen mit hohen Wachstumsraten gefragt, Substanzwerte wie dividendenstarke Aktien haben das Nachsehen. So haben ETFs auf den MSCI World oder den FTSE All-World im längerfristigen Vergleich besser abgeschnitten als vergleichbare Dividenden-ETFs.

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Welcher Dividenden-ETF passt zu mir?

Wer noch keine großen Depotbestände hat, sollte das Risiko möglichst breit streuen und einen weltweit anlegenden ETF wählen.

Besitzt du bereits deutsche oder europäische Aktien, eignet sich zum Beispiel der SPDR S&P US Dividend Aristocrats-ETF (WKN: A1JKS0) auf US-Aktien gut zur Depotbeimischung. Die Angebote auf einzelne Länder oder Emerging Markets sind hingegen nur für risikobereite Naturen geeignet.

Wie finde ich einen Dividenden-ETF, der dauerhaft hohe Erträge liefert?

Im Kern ist die Dividendenstrategie eine Variante der Value-Strategie, die auf die Substanz von Unternehmen setzt. Die Idee dahinter: Firmen, die dauerhaft attraktive Dividenden ausschütten, müssen finanziell solide sein. Finanzschwache Unternehmen können zwar ihre Aktionäre kurzfristig mit einer Ausschüttung belohnen, doch ohne solide Einnahmen funktioniert das nicht dauerhaft.

Attraktiv sind also vor allem Unternehmen, die regelmäßig Erträge ausschütten. Am besten ist, wenn sie jedes Jahr ein bisschen mehr überweisen. Diese Aktien haben einen besonderen Namen: Dividenden-Aristokraten.

Was ist ein Dividenden-Aristokrat?

Investmentprofis bezeichnen Firmen als Dividenden-Aristokraten, die über Jahrzehnte hinweg kontinuierlich Dividenden an ihre Anleger überweisen und sie zumindest konstant halten oder steigern. Der Begriff kommt aus den USA, denn im Land der großen Aktienkultur gibt es die meisten.

Kein Wunder also, dass in ETFs auf Dividenden-Aristokraten besonders viel Geld angelegt ist. Größter und populärster Dividenden-ETF ist der SPDR (gesprochen: Spider) S&P US Dividend Aristocrats ETF (WKN: A1JKS0). Dahinter stecken mehr als 100 Unternehmen, deren Dividenden in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen sind.

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Gibt es nachhaltige Dividenden-ETFs?

Ja, allerdings ist das Angebot sehr begrenzt und erscheint nicht überzeugend. Den Zusatz ESG für Environment, Social und Governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) trägt unter den großen Dividenden-ETFs zum Beispiel der UBS S&P Dividend Aristocrats ESG ETF (WKN A11471) im Namen. Bei der Auswahl werden zwar Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt, doch das Ergebnis überzeugt nicht.

Andere Dividenden-ETFs (siehe Tabelle) schneiden in Bezug auf die Nachhaltigkeit genauso gut oder noch besser ab – und das bei geringerem Risiko sowie besserem Ergebnis.

Wie finde ich einen risikoarmen Dividenden-ETF?

Dividenden-ETFs gelten generell als weniger schwankungsanfällig als herkömmliche ETFs. Doch das trifft nicht auf alle und auch nicht immer zu. Der Vergleich der beiden iShares ETFs auf den DivDAX (WKN: 263527) und DAX (WKN: 593393) belegt, dass der Dividenden-ETF volatiler ist und ein überdurchschnittliches Risiko aufweist.

Risikobehafteter sind ETFs generell, wenn sie aus wenigen Aktien bestehen – der DivDAX enthält nur 15 Aktien – oder eine Branche sehr stark gewichtet ist. So waren zum Beispiel während der Finanzkrise 2008/09 Bankaktien im Euro Stoxx Select Dividend 30 sehr stark gewichtet. Das sorgte für einen herben Rückschlag, von dem sich der Index bis heute nicht erholt hat.

Wenn du das Risiko senken willst, wähle also einen ETF

  • der viele Aktien und
  • Aktien verschiedener Branchen enthält.

Die Zusammensetzung eines Index wird in festen Zeitabständen überprüft, meist ein- oder zweimal jährlich. Das hat den Nachteil, dass Aktien in einem Dividenden-ETF nicht sofort ausgetauscht werden, wenn ein Unternehmen schlechte Zahlen meldet und daher die Dividende kürzt oder ganz streicht. Dies trifft vor allem Dividenden-ETFs hart, die nur wenige Aktien enthalten und stets auf die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite setzen.

Dieses Risiko lässt sich aber reduzieren: Wähle einen Dividenden-ETF, der nicht allein auf eine hohe Ausschüttung achtet, sondern auf Qualität setzt. Dazu mehr im nächsten Absatz.

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Welcher ist der beste Dividenden-ETF?

Welcher ETF am Ende die beste Performance liefert, lässt sich nicht vorhersagen.

Zwei Typen von Dividenden-ETFs erscheinen jedoch langfristig besonders aussichtsreich:

  • Einerseits Dividenden-Aristokraten-ETFs, da sie die Kontinuität der Dividendenzahlungen berücksichtigen.
  • Andererseits Dividenden-ETFs, bei denen neben der Ausschüttung noch weitere Faktoren wie die Ertragskraft der Unternehmen eine zentrale Rolle spielen. Das ist bei den Fidelity Quality Income-ETFs (WKN A2DL7E und A2DL7C) der Fall. Sie tragen den Zusatz „Dividende“ zwar nicht im Namen, doch die Dividendenausschüttung wird in der Auswahl berücksichtigt.

Bei den Dividenden-Aristokraten lohnt ein Blick auf die langfristige Entwicklung. Viele Jahre – insbesondere im Jahr 2020 und teilweise auch 2021 – hinkten die Dividenden-Aristokraten dem breiten Aktienmarkt deutlich hinterher. In dieser Zeit dominierten vor allem Wachstumswerte das Geschehen an den Börsen.

Das macht der Performancevergleich der beiden Indizes S&P 500 versus S&P 500 Dividend Aristocrats deutlich. Auf Sicht von zehn Jahren legte der marktbreite S&P-500-Index jährlich um 12,83 Prozent zu (Stand 24.01.2022), während der S&P 500 Dividend-Aristocrats-Index mit einem Plus von 11,64 Prozent per annum hinterherhinkte.

Divdeden-ETF im Vergleich

Quelle: S&P, Stand: 21.01.2022

Ganz anders sieht das Ergebnis der vergangenen 12 Monate aus: Der S&P 500 kletterte im Schnitt um 14,14 Prozent nach oben, der Dividenden-Aristocrats-Index hat mit 15,88 Prozent die Nase vorn.

Dividenden-ETF im Vergleich

Quelle: S&P, Stand: 21.01.2022

Der Grund: In unsicheren Marktphasen wie Anfang 2022 bevorzugen Investoren defensivere Aktien, sprich Unternehmen mit hoher Substanz und solider Ertragskraft.

Kommt es also an der Börse zu einem längerfristigen Trendwechsel – weg von Wachstumswerten, hin zu Substanzwerten – profitieren auch die Dividenden-Aristokraten.

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Alle Dividenden-ETFs im Vergleich

Dividenden-ETFs

Generated by wpDataTables

Legende: Bewertung: 1 = schlecht, 5 = top (Bewertung von Morningstar), Replikation = Nachbildung des Index
Stand: 08.02.2022; Quelle: Morningstar

herMoney-Tipp

Dividenden-ETFs zählen zu den Faktor-ETFs, sprich sie folgen bestimmten Faktoren. Zu den bekanntesten Faktor-Strategien bei ETFs zählen zum Beispiel auch Small-Caps und Value. Faktor-ETFs bereichern dein Depot also um einen ganz bestimmten Typ Aktien – in diesem Fall um dividendenstarke Titel. Sie eignen sich gut als Depotbeimischung. Anfängerinnen sollten nicht allein auf eine Strategie setzen, sondern am besten mit einer breit streuender Basisanlage starten, zum Beispiel mit diesen ETFs.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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