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Wie viele ETFs brauche ich wirklich? Ein Leitfaden für deine Anlagestrategie

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Simin Heuser

28. Juni 2024

Wie viele ETFs braucht man wirklich für eine erfolgreiche Geldanlage? Unser Leitfaden hilft dir, die optimale Anzahl an ETFs für dein Portfolio zu finden.

Inhalt

Exchange Traded Funds (kurz ETFs) sind beliebt, weil sie eine einfache und kosteneffiziente Möglichkeit bieten, in eine breite Palette von Aktien zu investieren. Sobald du anfängst, dich mit dem Thema zu beschäftigen, ploppen wahrscheinlich gleich hunderte ETFs auf, die aus verschiedenen Gründen angepriesen werden. Aber wie viele ETFs braucht man eigentlich? Reicht theoretisch auch ein einziger ETF für eine langfristige Geldanlage aus?

In diesem Artikel wollen wir dir helfen, diese Fragen zu beantworten. Wir betrachten verschiedene Faktoren, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen. Dazu gehören dein Kenntnisstand, die Höhe deiner Anlagesumme und wie viel Zeit und Engagement du in die Verwaltung deines Depots investieren möchtest.

Wie viele ETFs sollte ich in mein Portfolio aufnehmen?

Ein weltweit anlegender Aktien-ETF, wie zum Beispiel der MSCI World, umfasst über 1.500 Aktien aus 23 Ländern und verschiedenen Branchen. Dies bietet dir eine hohe Diversifikation, die das Risiko reduziert, das mit der Anlage in einzelne Aktien oder spezifische Märkte verbunden ist. Diversifikation bedeutet, dass du dein Geld auf viele verschiedene Unternehmen und Sektoren verteilst, sodass negative Entwicklungen in einem Bereich durch positive Entwicklungen in anderen Bereichen ausgeglichen werden können.

Bei der Überlegung, wie viele ETFs es sein sollten, kommen verschiedene Faktoren zusammen:

1.      Du bist Anfängerin? Dann reicht in der Regel ein ETF zum Einstieg.

Wenn du gerade erst mit dem Investieren beginnst, kann ein weltweit anlegender Aktien-ETF eine hervorragende Wahl sein. Diese ETFs bieten eine breite Streuung und somit eine solide Basis für deine Geldanlage. Ein besonders beliebtes Beispiel ist der MSCI World ETF. Dieser ETF umfasst über 1.500 Aktien aus 23 Ländern, die hauptsächlich Industrienationen abdecken, und berücksichtigt verschiedene Währungen. Durch diese breite Diversifikation reduzierst du das Risiko, das mit der Anlage in einzelne Aktien oder spezifische Märkte verbunden ist.

Weitere Optionen

Neben dem MSCI World gibt es auch andere ETFs, die eine ähnliche oder noch breitere Diversifikation bieten. Der MSCI All Country World Index (ACWI) zum Beispiel umfasst neben den Industrienationen auch Schwellenländer, was dir Zugang zu einem noch breiteren Marktsegment ermöglicht. Der FTSE All-World Index ist eine weitere Alternative, die eine globale Abdeckung bietet. Darüber hinaus gibt es aktiv gemanagte Fonds, die ebenfalls eine breite Streuung bieten können, jedoch oft höhere Kosten als ETFs mit sich bringen.

Sparpläne

Ein weiterer großer Vorteil von ETFs, insbesondere für AnfängerInnen, ist die Möglichkeit, sie im Rahmen eines Sparplans zu erwerben. Mit einem Sparplan kannst du regelmäßig, zum Beispiel monatlich, einen festen Betrag in deinen ETF investieren. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Kosteneffizienz: Du kannst bereits mit kleinen Beträgen anfangen zu investieren, was besonders nützlich ist, wenn du noch nicht viel Kapital zur Verfügung hast.
  • Zinseszinseffekt: Durch die regelmäßigen Einzahlungen und die Reinvestition der Erträge profitierst du vom Zinseszinseffekt. Über die Zeit kann dies zu einem erheblichen Wachstum deines Investments führen.
  • Risikostreuung: Indem du regelmäßig investierst, kaufst du sowohl in Hoch- als auch in Tiefphasen des Marktes. Dies kann helfen, die Volatilität zu glätten und das Risiko zu reduzieren.

Ein weltweit anlegender Aktien-ETF in Verbindung mit einem Sparplan bietet dir also eine einfache und effektive Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und von den Chancen des globalen Aktienmarktes zu profitieren.

Zum Weiterlesen: Übersicht: So finden Anfängerinnen die besten ETFs für 2024

2.      Du hast bereits eine größere Summe angespart? Mehr Diversifikation ist sinnvoll.

Wenn du bereits eine beträchtliche Summe angespart hast, kann es sinnvoll sein, dein Portfolio weiter zu diversifizieren, um das Risiko zu streuen und gleichzeitig die Chancen auf höhere Renditen zu erhöhen.

Zum Weiterlesen: ETF-Portfolio aufbauen: 6 Strategien für jeden Geschmack

Mittlere Anlagesummen (ab 50.000 EUR) – Basisdepot mit weltweiten ETFs und Schwellenländer-ETFs

Bei mittleren Anlagesummen, die etwa bei 50.000 EUR beginnen, ist es ratsam, mehrere ETFs zu nutzen, um eine breitere Diversifikation zu erreichen. Ein Basisdepot könnte einen weltweit anlegenden ETF, wie den MSCI World, und einen ETF umfassen, der Schwellenländer abdeckt – zum Beispiel den MSCI Emerging Markets. Diese Kombination sorgt für eine breite Streuung über verschiedene Märkte und Regionen. Wer mag, kann mit einem Europa-ETF noch ein wenig mehr europäische Aktien ins Portfolio holen. Aber Achtung: Der Home Bias ist ein klassischer Anfängerfehler. Nicht zu viel Gewicht auf die eigene Heimat legen!

Große Anlagesummen (ab 200.000 EUR) – Erweiterung des Depots mit Spezialitäten

Bei großen Anlagesummen, ab etwa 200.000 EUR, solltest du dein Portfolio weiter diversifizieren und spezialisieren, um von spezifischen Marktchancen zu profitieren. Neben einem breit gestreuten Basisdepot kann es sinnvoll sein, spezialisierte ETFs hinzuzufügen, die auf bestimmte Branchen oder Themen fokussiert sind.

Aber Achtung: Themen-ETFs sind oft kurzlebig. Ihre Performance sinkt häufig, sobald der anfängliche Hype vorbei ist und der Höhepunkt überschritten wurde. Dies liegt daran, dass Fondsgesellschaften und ETF-Anbieter neue Fonds auf Grundlage aktueller Trends lancieren. Bis sich diese jedoch durch entsprechende Kursgewinne am Markt behaupten, ist der Gipfel meist schon überschritten. Investoren steigen oft erst ein, wenn die anfängliche Begeisterung bereits abgeflaut ist. In vielen Fällen wird der ETF wieder geschlossen, sobald Investoren ihr Kapital abziehen. Eine Untersuchung der Ratingagentur Morningstar aus dem Jahr 2022 zeigt, dass über 80 Prozent der Fonds innerhalb von 15 Jahren geschlossen wurden.

Beispiele für Themenfonds und -ETFs findest du bei uns in einer eigenen Artikel-Kategorie: Mit Themenfonds Schwerpunkte im Depot setzen

Alternative: Vermögensverwaltung durch Robo-Advisors

Eine weitere Option für größere Anlagesummen ist die Nutzung von Vermögensverwaltungsdiensten wie Robo-Advisor. Diese digitalen Vermögensverwalter bieten eine kostengünstige und bequeme Möglichkeit, dein Portfolio professionell verwalten zu lassen. Sie nutzen Algorithmen, um deine Anlageziele und Risikobereitschaft zu berücksichtigen und entsprechend zu investieren.

Vorteile

  • Kosteneffizienz: Robo-Advisor sind oft günstiger als traditionelle Vermögensverwalter.
  • Automatisierung: Du musst dich nicht selbst um die tägliche Verwaltung deines Portfolios kümmern.
  • Professionelles Management: Dein Geld wird von Experten betreut, die aktuelle Markttrends und Anlagestrategien berücksichtigen.

3.      Wie viel Zeit und Engagement möchtest du investieren?

Dein Zeitaufwand und dein Engagement spielen eine entscheidende Rolle bei der Auswahl und Verwaltung deiner ETFs. Je nachdem, wie viel Zeit du in deine Geldanlage investieren möchtest, gibt es unterschiedliche Strategien, die für dich sinnvoll sein könnten.

Wenig Zeit: Breit gestreutes Basisdepot

Wenn du nur wenig Zeit hast, dich mit deinem Depot zu beschäftigen, ist ein breit gestreutes Basisdepot eine gute Wahl. Dieses Depot sollte aus ETFs bestehen, die eine breite Diversifikation bieten, wie zum Beispiel ein weltweit anlegender Aktien-ETF (MSCI World) und ein ETF für Schwellenländer (MSCI Emerging Markets). Diese Kombination sorgt für eine umfassende Risikostreuung und erfordert nur wenig Pflege.

Mehr Zeit und Interesse: Akzente-Depot mit spezialisierten ETFs

Wenn du bereit bist, mehr Zeit und Interesse in deine Geldanlage zu investieren, kannst du dein Basisdepot durch ein Akzente-Depot ergänzen. Dieses Depot enthält spezialisierte ETFs, die auf bestimmte Branchen oder Themen fokussiert sind, wie Technologie, Nachhaltigkeit oder Rohstoffe. Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung deines Portfolios kannst du von speziellen Marktchancen profitieren und potenziell höhere Renditen erzielen. Auch hier gilt aber: Achtung vor Themen-ETFs, die häufig nur einen kurzen Hype haben und dann schnell wieder geschlossen werden.

Fazit: Die optimale Anzahl an ETFs für deine Anlagestrategie

Letztlich gibt es keine Einheitslösung, die für alle passt. Die richtige Anzahl und Auswahl von ETFs hängt von deinen individuellen Zielen, deinem Anlagehorizont und deinem Interesse bzw. deiner Zeit ab. Ein weltweit anlegender Aktien-ETF, wie der MSCI World, ist ein hervorragender Einstieg für Anfängerinnen und bietet eine breite Diversifikation, die das Risiko reduziert. Mit einem Sparplan kannst du zusätzlich vom Zinseszinseffekt profitieren und langfristig Vermögen aufbauen.

Für größere Anlagesummen empfiehlt es sich, mehrere ETFs zu halten, um eine noch breitere Streuung und bessere Risikominimierung zu erreichen. Ab einer Summe von 50.000 EUR sind 2-3 ETFs sinnvoll, während bei Summen ab 200.000 EUR auch spezialisierte ETFs hinzukommen können. Alternativ kann eine Vermögensverwaltung durch Robo-Advisor eine bequeme und kosteneffiziente Lösung sein.

Auch dein Zeitaufwand spielt eine wichtige Rolle. Ein breit gestreutes Basisdepot eignet sich für diejenigen, die wenig Zeit für die Verwaltung ihres Depots aufbringen können. Wer hingegen bereit ist, mehr Zeit zu investieren, kann sein Depot mit spezialisierten ETFs ergänzen.

IconherMoney Tipp

Du möchtest in ETF investieren – doch bist unsicher, wie du die für dich richtige Depotmischung findest? Wir haben dir verschiedene ETF-Musterportfolios vorgestellt.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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Simin Heuser

Simin Heuser hat Volkswirtschaftslehre studiert und war bereits für verschiedene Fondsgesellschaften und Fintechs tätig. Sie schreibt unter anderem als freie Autorin über Finanz- und Versicherungsthemen.

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