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Crash oder Chance? Das bedeutet die aktuelle Wirtschaftslage für dein Depot

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Katrin Gröh

10. Juli 2025

Konflikte, Kriege – und ein Börsencrash? Was die wirtschaftliche Situation fürs Depot bedeutet, haben wir im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Heise herausgefunden.

Inhalt

Das bedeutet die aktuelle Wirtschaftslage fürs Depot: Das Wichtigste in Kürze

IconDie Märkte erweisen sich trotz der geopolitischen Spannungen als widerstandsfähig. Es gibt zwar keinen „Boom“, aber auch keine Rezession.

IconFür 2025 und 2026 erwartet Prof. Dr. Heise ein moderates, aber stabiles Wachstum.

IconEs kann sinnvoll sein, weniger auf die USA und mehr auf Europa zu setzen. US-Anteile sind aber dennoch wichtig.

Geldanlage ist nichts, was du auf die lange Bank schieben solltest. Altersarmut ist ein großes Thema (besonders für Frauen) und die gesetzliche Rente wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nur den wenigsten Menschen zum Leben reichen. Aus diesem Grund musst du dich selbst kümmern – und schlau investieren.

In unserem CLUB-Webinar am 2. Juli haben wir mit Prof. Dr. Michael Heise, Ökonom bei HQ Trust und früherer Chefvolkswirt der Allianz, über die aktuelle Marktsituation gesprochen. Wie entwickeln sich die Märkte und worauf müssen wir im Depot achten? Das sind die wichtigsten Erkenntnisse.

USA im Portfolio: halten, aufstocken oder reduzieren?

Die USA sind überpräsent – meist auch in den Depots. Doch ist das aktuell wirklich eine gute Entscheidung? In den vergangenen Jahren haben viele AnlegerInnen stark in US-Aktien und US-ETFs investiert, was die Dominanz der USA an den globalen Kapitalmärkten ziemlich verstärkt hat. Das Problem: Dadurch entsteht ein gewisses Klumpenrisiko. Michael Heise empfiehlt AnlegerInnen mit sehr hohen US-Quote daher, die USA in ihren Portfolios vorsichtig zu reduzieren (beispielsweise um fünf Prozent).
Eine langfristige Abkehr von US-Aktien hält er allerdings für falsch. Er betont, dass die USA „eine absolut dominante Rolle spielen“ wird – auch in Zukunft. Trotz China als möglichen Konkurrenten, ist das Land bei Innovationen im Technologiesektor stark. US-Unternehmen bleiben aufgrund ihrer guten Bewertung und der hohen Gewinne führend.
Aktuell ist der US-Markt wieder im Aufschwung. Das Interesse ist also ungebrochen.

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Europas Investmentchancen: Welche Bereiche sind interessant?

Während die USA im Depot etwas abflachen sollte, sieht der Profi für Europa gute Chancen, um wirtschaftlich aufzuholen – auch wenn „durchgreifende Reformen im Bereich der Politik“ ausbleiben. Er betont, dass die Erwartungen an Europa derzeit niedrig seien, was „ganz gut übertroffen werden“ könnte. Besonders interessant sind seiner Meinung nach sogenannte Value-Unternehmen.
Ein Beispiel ist die Rüstungsindustrie. Aber auch Energie- und Umwelttechnik versprechen Wachstum, da „viele Innovationen aus Europa kommen und weltweit eine große Nachfrage“ besteht. Im KI-Bereich hängen wir aktuell noch etwas hinterher, doch auch das könnte sich ändern. Zwar weniger in den Produkten von AI, aber in der Anwendung, erwartet Heise. Dabei seien Investitionen in Berater und IT’ler gefragt, die diese Technologien implementieren.
Insgesamt sieht der Ökonom Europa auf einem guten Weg, bei dem Deutschland helfen wird, „ein bisschen in den Gang zu kommen.“ Das dürfte automatisch die Aktienmärkte positiver stimmen.

Rüstung im Portfolio: Lohnt sich der Einstieg?

Die richtigen Branchen bringen dir aber nicht viel, wenn du sie nicht ebenso richtig einsetzt. Der Börsenprofi schwört bei seinem Depot auf folgende Aufteilung:

Gerade haben wir das Thema Rüstung schon anklingen lassen. Wir wissen – Rüstung wird im Portfolio ethisch oft hinterfragt. Im Webinar haben wir uns wertfrei damit beschäftigt. Denn rein faktenbasiert zeigt der Rüstungssektor laut Prof Dr. Heise einen stabilen und langfristig positiven Trend – keinen wieder verschwindenden Hype wie damals beim Wasserstoff.
„Die Marktentwicklung ist natürlich sehr dynamisch gewesen (…). Da haben gigantische Preissteigerungen stattgefunden“, sagt Heise. Er beruft sich dabei auf den starken Preiszuwachs bei Rheinmetall-Aktien, die innerhalb von wenigen Monaten auf 1.829,75 Euro (Stand: Boerse.de, 8. Juli 2025) stiegen. Anfang des Jahres 2025 lag der Preis noch bei 604 Euro. Damit hat die Aktie um fast 203 Prozent zugelegt.
„Die Budgets wurden und werden derart ausgeweitet“, erklärt Heise. „Nicht nur bei der deutschen Regierung, sondern in vielen europäischen Ländern.“ Dadurch entsteht eine starke Nachfrage. Seiner Meinung nach könnten neben den großen Playern auch Zulieferer und Technologieunternehmen profitieren.
Doch was sollten AnlegerInnen tun? Am besten selektiv auswählen, besonders mit Blick auf kleinere und innovative Firmen.

Gold und Krypto: Alternativen im Portfolio?

Gold ist und bleibt ein sehr krisensicheres Investment. So sieht es auch der Profi. Mit einer Goldquote von fünf bis zehn Prozent im Portfolio können sich AnlegerInnen absichern. „Gold bietet im eigenen Depot zumindest ein bisschen Abdämpfung, wenn Krisen losbrechen“, sagt Heise.
Kryptowährungen hingegen sind sehr volatil und spekulativ – auch wenn der Bitcoin mittlerweile etabliert ist und von vielen als „digitales Gold“ bezeichnet wird. Verlassen kann man sich darauf nicht. Wer in Kryptos investiert, sollte, so der Ökonom, ein „Risikoliebhaber“ sein.

Mögliche Depotausrichtung im aktuellen Marktumfeld

Im aktuellen Marktumfeld tun sich AnlegerInnen einen Gefallen, wenn sie „risikomindernd vorgehen“, empfiehlt der Experte. Statt eines klassischen 60/40-Portfolio (bestehend aus 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen) ist seiner Meinung nach ein defensiverer Ansatz ratsam.
Um das Schwankungsrisiko zu reduzieren, können AnlegerInnen die Aktienquote etwas senken – zum Beispiel auf 55 Prozent und die Anleihenquote beibehalten. Außerdem ist „Liquidität (…) in der jetzigen Zeit (nicht so schlecht), wo wir doch mit erheblichen Schwankungen rechnen müssen“, betont Heise. Das heißt: Zehn bis 15 Prozent der Geldmittel zurückhalten und liquide bleiben. So lässt sich bei Rücksetzern flexibel nachkaufen.
Wie oben bereits erwähnt, kann es auch sinnvoll sein, nicht zu sehr auf US-Aktien zu setzen. So wird das Depot stabiler und flexibler in einem volatilen Marktumfeld.

IconherMoney Tipp

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Disclaimer: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann herMoney keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Der Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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Katrin Gröh

Katrin Sonja Gröh hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit verschiedenen Themen rund um den Verbraucherjournalismus. Als freie Autorin schreibt sie über Finanzen, Wirtschaft und Versicherungen.

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