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Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Versicherungen und Co. in den 30ern

Wer in seinen Zwanzigern schon den Grundstein für die finanzielle Absicherung gelegt hat, kann sich in den Dreißigern über ein hübsches Sümmchen zum Anlegen freuen. Doch auch wenn die Finanzplanung erst jetzt ein Thema für dich geworden ist, ist es noch für nichts zu spät. Zunächst solltest du dich mit der Absicherung deiner Existenz beschäftigen. Das beginnt beim Vergleich verschiedener Versicherungstarife – und der Frage, welche Versicherungen du überhaupt brauchst.

Vielleicht hast du in deinen Zwanzigern auch ein paar Verträge abgeschlossen, von deren Sinnhaftigkeit du jetzt nicht mehr überzeugt bist? Unser erster Schritt zur finanziellen Unabhängigkeit hilft, Licht in den Dschungel der Existenzabsicherung zu bringen.

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Krankenversicherung- ein Leistungsvergleich lohnt!

Eine eigene Krankenversicherung hast du längst. Als Angestellte mit einem Einkommen unter 64.350 Euro (brutto) im Jahr (Stand 2021) bist du „pflichtversichert“, also Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Aber innerhalb der GKV kannst du zwischen mehr als 100 Krankenkassen wählen. Zwar ist der „allgemeine Beitragssatz“ bei allen Kassen mit 14,6 Prozent deines Bruttolohnes gleich hoch. Aber die Kassen erheben sogenannte Zusatzbeiträge, die in der Höhe variieren. Mit einem Wechsel kannst du eventuell viel Geld sparen.

Zudem unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen im Leistungsangebot. Überprüfe, ob die von dir gewählte Kasse noch zu deinen Bedürfnissen passt. Vielleicht hast du alternative Heilmethoden für dich entdeckt und wünschst dir die Übernahme der Kosten für Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie? Auch haben die Kassen unterschiedliche Präventionsleistungen wie Rückenkurse oder Raucherentwöhnung im Leistungskatalog.

Du hast die Wahl?

Als Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen kannst du jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln – wenn du mehr als 64.350 Euro im Jahr verdienst, verbeamtet oder selbständig bist.

Hat sich deine Arbeitssituation inzwischen verändert – vielleicht hast du ein Referendariat abgeschlossen und bist als Lehrerin verbeamtet worden? Vielleicht hast du dein eigenes Unternehmen gegründet oder aber im Unternehmen die ersten Stufen der Karriereleiter geschafft, so dass dein Gehalt über die geforderten 64.350 Euro gestiegen ist? Dann macht es unter Umständen Sinn, sich jetzt genauer mit der privaten Krankenversicherung zu beschäftigen.

Elterngeld wer bekommt wie vielWas spricht für eine private Krankenversicherung?

  • Besseres Leistungsangebot: Verbindliche Leistungs-Limits wie in der gesetzlichen Kasse gibt es nicht. In (teuren) Top-Tarifen profitierst du daher oft von deutlich besseren Leistungen, als die Kassen sie bieten.
  • Freie Tarifwahl: Allianz & Co. bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Tarife zu unterschiedlichen Preisen. Erlaubt ist, was gefällt – und was du bezahlen willst oder kannst.
  • Individuelle Kostenrechnung: In der gesetzlichen Krankenversicherung hängen die Beiträge vom Einkommen ab. Wer gut verdient, zahlt mehr, wer wenig verdient, weniger. In der privaten Krankenversicherung zählt dagegen dein Alter, dein Beruf und dein Gesundheitszustand. Wenn du jung und fit bist und keine Vorerkrankungen hast, wird es eventuell günstiger.
  • Beitragsrückerstattung und Selbstbehalt: Wenn du keine Leistungen in Anspruch nimmst, bekommst du je nach Vertrag Beiträge erstattet – in der GKV bieten das nur wenige Kassen an. Sparen kannst du (sofern du wenig ärztliche Leistungen benötigst) eventuell auch durch einen Selbstbehalt. Damit verpflichtest du dich, Kosten in vereinbarter Höhe aus der eigenen Tasche zu bezahlen, bevor der Versicherungsschutz greift. Im Gegenzug zahlst du einen niedrigen Monatsbeitrag an deine Versicherung.
  • Bevorzugte Behandlung: Als Privatpatient bist du bei den Ärzten gerne gesehen, weil die privaten Versicherungen mehr Leistungen übernehmen und die Behandlungen zu höheren Sätzen vergüten. In der Regel bekommst du deshalb schneller einen Behandlungstermin. Das gilt auch für manche Untersuchungen oder Operationen, die nicht lebensrettend sind. Auf einen Termin für ein MRT (Magnet Resonanz Tomographie) des Kniegelenks etwa oder auf einen Termin für eine Hüft-OP musst du als Kassenpatient unter Umständen einige Wochen warten.

Was spricht gegen eine private Versicherung?

  • Individuelle Kostenrechnung: Was für die eine ein Vorteil ist, ist für die andere ein Nachteil. Wenn du etwa kaputte Gelenke vom Leistungssport hast oder in einer Krise mal eine Psychotherapie gemacht hast, kann es für dich teuer werden, weil die Versicherungen dann mit einem höheren Risiko kalkulieren.
  • Ausschluss von Leistungen: Die privaten Krankenkassen müssen dich nicht als Kunde akzeptieren. Wer Vorerkrankungen (siehe oben) hat, muss mitunter auch mit einem Leistungsausschluss rechnen. Das könnte am Ende teuer für dich werden.
  • Hoher Aufwand: Als Kassenpatient hast du mit Verwaltung nichts am Hut – der Arzt rechnet direkt mit deiner Krankenkasse ab. Als Privatpatient musst du in Vorleistung treten und die Rechnungen dann bei deiner Versicherung einreichen, um die Kosten erstattet zu bekommen.
  • Keine Familienversicherung: In der gesetzlichen Versicherung sind die Familienangehörigen eines Mitglieds kostenlos mitversichert, wenn du kein eigenes Einkommen hast. Anders in der privaten Krankenversicherung: Hier zahlt jedes Mitglied seinen eigenen Beitrag – ob es Einkommen hat oder nicht. Das kann für Familien sehr teuer werden, denn nicht nur für nicht arbeitende Ehepartner, sondern auch für jedes Kind wird ein Beitrag fällig.
  • Schwieriger Wechsel: Wenn du einmal privat versichert bist, kommst du nur schwer zurück in die GKV – es sei denn, über ein Angestelltenverhältnis mit weniger als 64.350 Euro Gehalt. Dann bist du automatisch (wieder) „pflichtversichert“. Auch ein Wechsel zu einem anderen privaten Anbieter ist vielfach teuer. Die Entscheidung für eine Private ist daher oft eine Entscheidung fürs Leben – und sollte reiflich überlegt sein.

herMoney-Tipp für über 30-Jährige:

Wenn du Nachwuchs oder die Gründung einer Familie planst, überlege dir reiflich, ob du auf die Vorteile einer Familienversicherung verzichten möchtest. Das gilt vor allem dann, wenn dein Ehemann oder du zugunsten der Kinder vorübergehend beruflich zurückstecken möchtet. Im Zweifel muss dann ein Verdiener die Beiträge für jedes Mitglied der Familie bezahlen. Je mehr Kinder ihr haben möchtet, desto teurer wird es werden. Bespreche deine Pläne in jedem Fall mit deinem Partner.

Mit einer Auslandskrankenversicherung Versorgungslücken schließen

Du fährst Ski in den Alpen, liebst Abenteuer und reist gerne in ferne Länder? Dann solltest du entweder reich oder gut versichert sein. Denn wer im Ausland auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, darf nicht ohne weiteres auf die Unterstützung seiner Krankenversicherung hoffen.

Besonders hart trifft es gesetzlich Versicherte. Musst du im europäischen Ausland zum Arzt, wirst du dort meist nur gegen Vorkasse behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse dann nur jenen Teil der Rechnung, der den deutschen Sätzen entspricht – eventuell sogar abzüglich entstandener Verwaltungskosten. Auf dem (oft stattlichen Rest) bleibst du dann sitzen.

Gar nicht beteiligen sich die Kassen an Behandlungskosten, die außerhalb Europas beziehungsweise in Ländern entstanden sind, mit denen Deutschland kein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen hat – dazu gehören auch beliebte Reiseziele wie die USA oder Thailand. Hier zahlst du alle Rechnungen für Arzt, Klinik und Medikamente aus eigener Tasche.

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Teuer wird es auch, wenn du per Sondertransport zurück nach Deutschland gebracht werden musst. Da kommen schnell fünfstellige Summen zusammen – von denen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Cent übernehmen.

Selbst als Privatpatient solltest du nicht blind darauf vertrauen, dass dein Versicherer die Behandlungskosten im Ausland sowie den Heimtransport übernimmt. Prüfe deshalb genau, ob dein gewählter Tarif Leistungen im Ausland beinhaltet.

Mit dem Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung bist du auf der sicheren Seite. Die Police gibt es bereits für wenige Euro im Jahr, eine Familienpolice ist für weniger als 20 Euro im Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 92 Produkte getestet: Die besten findest du hier.

herMoney-Tipp für über 30-Jährige:

Für alle, die das Fernweh packt, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung Pflicht. Achte beim Abschluss darauf, dass die gewählte Police auch für dein Reiseland gilt und dass die Kosten für einen möglichen Rücktransport bereits übernommen werden, wenn es „sinnvoll und vertretbar“ ist – und nicht erst dann, wenn „medizinische Notwendigkeit“ besteht.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Teuer – aber wichtig

Deine Arbeitskraft ist dein wertvollstes Gut – wir hoffen, du hast dich längst gegen die Risiken der Berufsunfähigkeit abgesichert. Denn ein Unfall oder eine Krankheit kann dir deine Lebens- und Finanzplanung schnell verhageln. Jede(r) vierte Deutsche muss seinen Beruf vor dem Rentenalter an den Nagel hängen, weil die Gesundheit schlappmacht – allen voran der Rücken und die Psyche. Neben der menschlichen Tragödie droht dir ohne Vorsorge auch der finanzielle Abstieg. Denn die Sozialsysteme sichern in solchen Fällen kaum mehr als das Überleben: Mit der vollen Erwerbsminderungsrente etwa kommst du Pi mal Daumen gerade einmal auf die Hälfte deines Nettogehaltes – mit der Aussicht auf Lebenslänglich.

Wer mehr will, muss privat vorsorgen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke und zahlt zusätzlich zu den staatlichen Leistungen eine monatliche Rente. Hast du bereits eine Versicherung abgeschlossen, prüfe, ob die versicherte Summe noch ausreicht. Eventuell ist dein Lebensstandard gestiegen und du hast mehr Geld zur Verfügung, so dass du aufstocken kannst.
Falls du noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hast, wird es nun höchste Zeit.

Denn der Versicherungsschutz wird mit jedem Lebensjahr teurer – und auch das Risiko, dass du wegen möglicher Vorerkrankungen abgelehnt wirst, steigt. Denn die Versicherer verlangen einen Gesundheitscheck. Wer nicht fit genug ist, wird entweder gnadenlos aussortiert – oder muss erheblich höhere Beiträge zahlen. Grund für diese rigide Auslese sind die horrenden Summen, die die Gesellschaften im Ernstfall aufbringen müssen: Eine Kundin, die mit 40 ihren Job aufgeben muss und 25 Jahre lang 2000 Euro pro Monat bekommt, kostet die Versicherung stolze 600 000 € – ohne Zinsen und Zusatzleistungen.

herMoney-Tipp für über 30-Jährige:

Je früher du eine BU abschließt, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge. Lass dich aber nie zu einem Abschluss drängen. Nicht jedes Produkt ist sein Geld wert! Lass dich beraten und vergleiche Preise und Leistungen akribisch. Und achte auf eine Nachversicherungsgarantie. Damit kannst du bei Bedarf ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung aufstocken. Weitere Infos zum Thema BU sowie eine Checkliste findest du hier!

Private Haftpflichtversicherung: Nie mehr ohne

Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gehört zum Pflichtprogramm, sie ist die wohl wichtigste Police überhaupt. Ob Frau oder Mann, alt oder jung, Single oder verheiratet: Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung haben. Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit genügt, um einen Millionenschaden zu verursachen, für den du dann haftest. Der kann schon entstehen, wenn du gestresst von der Arbeit kommst und die Autotür ohne Blick in den Rückspiegel öffnest und ein Radfahrer so unglücklich auf den Kopf stürzt, dass er zum Pflegefall wird. Die Kosten der Behandlung, die Schmerzensgeldforderungen und unter Umständen lebenslange Rentenzahlungen an das Unfallopfer können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Wenn du Kinder hast, kommst du gleich gar nicht ohne diesen Versicherungsschutz aus. Kinder unter sieben Jahren gelten per Gesetz zwar als deliktunfähig und sind nicht automatisch mitversichert. Doch viele Anbieter haben ihre Tarife ergänzt. Achte deshalb darauf, dass deine Versicherung auch den Schutz deliktunfähiger Kinder übernimmt.

Ohne Versicherungsschutz zahlen Eltern und Kinder unter Umständen lebenslang für die Folgen des Unfalls. Dabei ist die Police nicht teuer, Singles zahlen gerade einmal ein paar Euro im Monat. Selbst ein Rundumschutz für Familien ist schon für knapp 60 Euro im Jahr zu haben. Bitte unbedingt abschließen!

herMoney-Tipp für über 30-Jährige:

Achte auf eine möglichst hohe Deckungssumme. Die Verbraucherschützer vom „Bund der Versicherten“ raten, mindestens fünf Millionen Euro zu versichern; wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, wählt eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro. Falls du heiratest, vermeide die Doppelversicherung und steige auf einen Familienvertrag um. Dein Nachwuchs ist mitversichert, solange er in Ausbildung ist – höchstens aber bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Risikolebensversicherung: Entscheidung aus Liebe – und Vernunft


Mit einer Risikolebensversicherung sicherst du andere finanziell ab für den Fall, dass du stirbst. Als Single ohne Kinder benötigst du eine solche Police in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn du Nachwuchs hast – oder gemeinsam mit deinem Partner finanzielle Verpflichtungen eingegangen bist. Dann macht es Sinn, die Familie für den Fall der Fälle abzusichern.

Risikolebensversicherungen sind recht simple Produkte: Der Versicherer kalkuliert anhand der statistischen Lebenserwartung (und der Infos aus einem Gesundheitscheck) mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kundin das Ende des Vertrages erlebt – und setzt dementsprechend die Beiträge fest. Junge Versicherte zahlen deshalb meist niedrigere Sätze als betagte, gesunde weniger als kranke und Nichtraucherinnen kommen günstiger davon als Raucherinnen.

Finanzberatung gesucht? Eine Finanzberaterin in deiner Nähe findest du hier

Recht simpel ist es auch, einen guten Anbieter zu finden. Meist klappt das in drei Schritten:

  • Schritt eins: Versicherungssumme festlegen. Experten raten, mindestens das Drei- bis Fünffache des eigenen Jahresbruttoverdienstes abzusichern. Wer Schulden hat, etwa, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, muss die Summe höher ansetzen. Lass dich im Zweifel beraten!
  • Schritt Zwei: Laufzeit definieren. Wie lange eine Risikolebensversicherung laufen sollte, ist von Fall zu Fall verschieden. Wer Kinder hat, sollte wenigstens bis zu deren 20. Geburtstag versichert sein, wer verschuldet ist, sollte die Versicherung so lange laufen lassen, bis die Verbindlichkeiten (voraussichtlich) abbezahlt sind.
  • Schritt Drei: Preise vergleichen. Bei den Risikolebensversicherungen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Die Leistung (Geld wegen Tod) ist ja immer gleich. Umso erstaunlicher ist es, dass teure Verträge viermal so viel kosten können wie günstige. Vergleichen lohnt hier also ganz besonders!

herMoney-Fazit:

Kinderlose Singles können meist auf sie verzichten, junge Familien und Alleinerziehende dagegen nicht. Auch für kinderlose Paare lohnt sich ein Abschluss – vor allem, wenn es gemeinsame Schulden gibt.

Testament: Ja, du brauchst eines!

Heiraten, Kinder bekommen, Karriere machen, Immobilie kaufen: Du kannst dein Leben planen und gestalten. Aber gegen einen Schicksalsschlag bist du nicht gefeit. Deshalb solltest du dich auch in jungen Jahren schon mit deinem „letzten Willen“ auseinandersetzen. Ansonsten bestimmt der Staat, wer im Fall der Fälle von deinem Nachlass profitiert. Und die staatlichen Regelungen dürften nicht immer zu den von dir gewünschten Ergebnissen führen.

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden grundsätzlich die nächsten Verwandten bedacht. Bist du nicht verheiratet und hast keine Kinder, geht Ihr Hab und Gut nach Ihrem Tod automatisch an Ihre Eltern. Freunde – und auch dein Lebenspartner – gehen dann leer aus. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du mit deinem Partner zusammen bist und ob ihr eventuell sogar einen gemeinsamen Haushalt führt. Denn es gilt: Ohne Trauschein kein Erbe – solange du nichts anderes per Testament oder Erbvertrag bestimmst.

Damit dein Erspartes, der Familienschmuck und alles, was dir lieb und teuer war, in die richtigen Hände fällt, musst du also handeln – und ein Testament aufsetzen. Je älter du bist und je komplexer die Familienstrukturen sind, desto wichtiger ist dieser Schritt. Angst, dauerhaft an (veraltete) Regelungen gebunden zu sein, muss dabei niemand haben. Ein Einzeltestament lässt sich jederzeit widerrufen – oder durch ein neueres außer Kraft setzen.

herMoney Tipp:

Dein letzter Wille gilt nur, wenn er entweder von einem Notar beurkundet wurde (Vorsicht, teuer!) oder wenn du das ganze Dokument per Hand geschrieben und unterschrieben hast. Das mag – je nach Handschrift – nicht besonders offiziell aussehen, muss aber sein. Getippte und gedruckte Testamente sind unwirksam. Sorge zudem dafür, dass das Dokument auch wirklich gefunden wird: Dafür kannst du es beim nächsten Amtsgericht hinterlegen oder es für 15 Euro im Zentrale Testamentsregister registrieren.

Patientenverfügung: Nur gut im Kombipack

Kannst du dir vorstellen, über Leben und Tod eines geliebten Mitmenschen entscheiden zu müssen? Gewissenskonflikte sind dann wohl programmiert. Wenn du deinen Partner oder deine Kinder nicht in eine solche Situation bringen möchtest, solltest du vorsorgen. Die Amerikanerin Terri Schiavo hatte das nicht gemacht. 15 Jahre lang lag sie im Wachkoma, bevor Ihr Ehemann vor Gericht das Recht erkämpfte, die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. 13 Tage später war Terri Schiavo tot. Der Fall führte auch in Deutschland zu einer hitzigen Diskussion über die Rechte eines Menschen am Ende des Lebens.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen

Wenn du über 18 bist, kannst du vorsorgen und deinen Angehörigen schmerzhafte Entscheidungen (und juristische Auseinandersetzungen) ersparen, indem du eine schriftliche Patientenverfügung erstellst. Darin kannst du regeln, welche medizinischen Maßnahmen du dir – etwa nach einem schweren Unfall, bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder in anderen Extremsituationen – wünschst. Und welche eben nicht.

Damit die Ärzte sich im Ernstfall an die Vorgaben halten, solltest du zudem einer Person deines Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht überreichen. Damit lassen sich die Anordnungen auch dann durchsetzen, wenn du dich selbst nicht mehr äußern kannst. Wichtig ist es zudem, die eigenen Anordnungen etwa alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – schließlich kann sich die eigene Einstellung zum Leben ebenso ändern wie das Vertrauensverhältnis zu dem einen oder anderen Mitmenschen.

herMoney-Tipp:

Eine Vorsorgevollmacht muss grundsätzlich schriftlich erteilt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Nur so kann sich dieser im Ernstfall legitimieren. Ganz Akkurate lassen die Urkunde vom Notar beurkunden. Sinnvoll ist es zudem, Vorsorgedokumente und die Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass Behörden und Ärzte im Ernstfall darauf zugreifen können. Dieses Verfahren kostet einmalig 13 bis 15 Euro.

Autorinnen:

  • Dr. Catrin Gesellensetter, freie Wirtschaftsjournalistin, ehemalige Ressortleiterin des Bereichs „Finanzen/Immobilien“ bei Focus Online
  • Birgit Wetjen, Diplom-Volkswirtin, freie Wirtschafts- und Finanzjournalistin, Buchautorin

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