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Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Vermögen aufbauen in den Dreißigern

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Du bist schon einige Zeit im Job und hast sicherlich schon ein paar Rücklagen gebildet. Aber lässt du dein Geld auch für sich arbeiten? Oder machst du in Gelddingen einfach dicht und deponierst dein Geld auf deinem Girokonto? Da wärst du zumindest in großer Gesellschaft. Denn die Deutschen hatten laut Bundesbank-Bericht Ende vergangenen Jahres mehr als 2,3 Billionen Euro Guthaben auf Giro-, Tagesgeldkonten und Co liegen. Liegt dein Geld dort auch? Reich, soviel ist sicher, wirst du dann nicht!

Mache dir folgendes bewusst:

Wenn du 10.000 Euro 40 Jahre lang zu (bereits optimistischen) 0,5 % Zinsen auf einem Sparbuch anlegst, hast du am Ende 12.207 Euro Kapital.

Investiere dein Geld stattdessen über 40 Jahre in einen Aktienfonds, der (konservativ angesetzt!) fünf Prozent Rendite pro Jahr für dich erwirtschaftet, dann stehen am Ende gut 70.000 Euro zu Buche.

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12.207 Euro oder 70.000 Euro? Du hast die Wahl! Am besten, du beginnst gleich jetzt, dir ein Vermögen aufzubauen

Darüber solltest du dir Gedanken machen

Du kannst nur dann ein passendes Kleid kaufen oder aus dem Schrank ziehen, wenn du weißt, für welchen Anlass du dich kleiden willst. Ähnlich verhält es sich bei der Geldanlage. Bevor du beginnst, solltest du dir ein paar Gedanken machen – über deine Möglichkeiten, deine Ziele und auch deine Risikotoleranz. Die Checkliste hilft bei der Orientierung:

  • Was kannst du dir wirklich leisten?
    Wie groß das Finanzpolster ist, das du bereits angespart hast, hängt davon ab, wie lange du schon arbeitest, welchen Job du hast und wie deine Lebens-Situation insgesamt aussieht. Natürlich gibt man in jungen Jahren viel Geld aus: Du möchtest deine Wohnung schön einrichten oder dir vielleicht sogar die eigenen vier Wände kaufen; Du möchtest in Urlaub fahren, ein Auto muss her, und gut leben willst du natürlich auch. Achte aber auf jeden Fall darauf, dass du nicht über deine Verhältnisse lebst. Die neue Wohnzimmereinrichtung, der super-große Flachbild-Fernseher oder das neueste Smartphone – alles schön und gut. Aber bitte nicht auf Kredit. Wenn du einmal mit deinem Konto im Minus bist, ist es sehr schwer, da wieder herauszukommen. Und spaßig ist es auch nicht, wenn du dich nach einem Kauf über Monate einschränken musst, um den Kredit samt Zinsen zurückzuzahlen. herMoney Tipp: Damit du dir notwendige oder einfach nur schöne Dinge kaufen kannst, solltest du ein Finanzpolster aufgebaut haben. Dann ist etwas da, auf das du zugreifen kannst – das gibt dir ein gutes Gefühl! Und dass du auf keinen Fall auf Kredit am Aktienmarkt spekulieren solltest, versteht sich (hoffentlich) von selbst.
  • Welchen Betrag willst/kannst du anlegen – einmalig oder regelmäßig?
    Kein Geld übrig oder setzt du andere Präferenzen und gibst dein Geld lieber im Straßencafé aus? Mache einen Kassensturz, um einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben zu gewinnen. herMoney Tipp: Kleinvieh macht viel Mist – Du kannst bereits mit Beträgen ab ab 25 Euro im Monat starten.
  • Wie lange brauchst du auf dieses Geld vermutlich nicht zuzugreifen?
    Die Zeit spielt bei der Geldanlage eine große Rolle. Je länger du dein Geld für sich arbeiten lässt, desto mehr kurzfristige Risiken kannst du eingehen und damit die langfristigen Renditeaussichten verbessern. Denn über lange Zeiträume können Schwankungen ausgesessen werden. Dazu kommt: Auf lange Sicht wirken Zins- und Zinseszins besonders gut. Du bist noch auf der Suche nach dem richtigen Depot für deine Geldanlage? Diese Depots haben im großen herMoney Vergleich gut abgeschnitten!
    herMoney Tipp: Überliste dich nicht selbst, indem du allzu optimistisch kalkulierst. Wer eine langfristige Geldanlage plant und sein Geld dann doch sehr schnell braucht, riskiert Verluste.

  • Für was möchtest du das Geld eigentlich zur Seite legen?
    Die Anlageziele verändern sich im Laufe des Lebens. Die Wohnungseinrichtung ist vielleicht abbezahlt, das Auto steht bereits vor der Tür. Vielleicht möchtest du jetzt Geld für das Studium deines Kindes zurücklegen oder ein Polster für das Alter aufbauen? herMoney Tipp: Unterscheide zwischen kurzfristigen und langfristigen Sparzielen – und teile dein Kapital bzw. deinen Sparbetrag entsprechend auf! Es ist empfehlenswert, die Strategie in regelmäßigen Abständen zu prüfen und anzupassen.
  • Wie viel Risiko kannst du akzeptieren?
    Die beste Geldanlage macht wenig Sinn, wenn du deswegen schlaflose Nächte verbringst. Kannst du dir Wertschwankungen deines Vermögens leisten? Und kannst du zwischenzeitliche Verluste auch aushalten?herMoney Tipp: Anlagestrategien gibt es für jede Risikoneigung – deine Anlagestrategie sollte zu deiner Risikoneigung passen. Überschätze dich nicht. Es macht wenig Sinn, zu hohe Risiken einzugehen und bei Kurskorrekturen in Panik mit Verlust zu verkaufen.
  • Wie gut kennst du dich mit Finanzanlagen aus und wie intensiv möchtest du dich um deine Finanzanlagen kümmern?
    Geldanlage ist kein Hexenwerk, aber ganz ohne Engagement kommst du nicht aus. Informiere dich über deine Möglichkeiten und nimm dir die Zeit, deine Investments in regelmäßigen Abständen zu adjustieren! herMoney Tipp: Du hast keine Zeit oder gar keine Lust, dich mit der Geldanlage zu beschäftigen? Deswegen gar nichts zu machen, wäre die schlechteste Lösung. Besser: Du suchst dir einen Berater, der sich um dein Geld kümmert. Oder aber du nutzt das digitale Angebot einiger Banken, die dir online je nach Anlagedauer und Risikoneigung konkrete Vorschläge machen.

Welche Möglichkeiten habe ich?

Per Sparbuch ein Vermögen aufbauen? Vergiss es – das hat die Beispielrechnung gezeigt. Sparen allein bringt also keine Rendite. Der Grund: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins auf Null gesenkt, sodass die Banken für deine Spargroschen kaum Zinsen bieten können. Wenn du dein Geld aber unverzinst auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto oder auch auf einem Sparkonto schlummern lässt, musst du im Gegenteil sogar damit rechnen, dass es im Laufe der Zeit weniger wird. Oder anders ausgedrückt: Dass der Wert deines Geldes, die so genannte Kaufkraft, sinkt. Grund dafür ist die Inflation, also die Teuerung von Gütern und Dienstleistungen. Ziehen die Preise an, bekommst du weniger Ware für dein Geld.

Um Vermögen aufzubauen, musst du dein Geld investieren. Gute Unternehmen bieten gute Renditechancen. Du kannst dich an Unternehmen beteiligen per Aktie, oder aber du gewährst ihnen einen Kredit per Anleihe. Bei Aktien profitierst du von möglichen Kurssteigerungen an der Börse sowie von der Ausschüttung des Gewinns, der so genannten Dividende. Bei Anleihen erhältst du regelmäßig Zinsen, den sogenannten Kupon.

Anfängerinnen empfiehlt es sich, nicht gleich auf Einzelwerte zu setzen. Besser geeignet sind Fonds, die von Profis gemanagt werden. Der Vorteil: Dein Geld wird in viele Aktien oder Anleihen investiert, sodass die Risiken sinken. Fonds gibt es nicht nur für Aktien. Auch kannst du in Anleihenfonds (Rentenfonds) oder Mischfonds investieren.

Eine kostengünstige Alternative bilden ETFs. Das sind Fonds, die die Wertentwicklung einer Region, eines Marktes oder einer Branche abbilden – sie kommen also ohne einen Manager aus, der eine Auswahl trifft.

Wie solltest du die Finanzplanung anfangen?

Falls du nicht schon ein kleines Finanzpolster aufgebaut hast, solltest du damit spätestens jetzt beginnen. Du brauchst dich dabei nicht „auf immer und ewig“ zu verpflichten, denn du stehst in den 20ern; da ist bei den meisten noch vieles im Fluss! Das ist aber keine Ausrede, nicht schon mit der Finanzplanung zu beginnen, und zumindest einen kleinen Investmentfonds-Sparplan abzuschließen. Das geht bereits mit so geringen Summen wie 25 Euro pro Monat. Wenn du mehr als 25 Euro pro Monat erübrigen kannst, umso besser! Dann schließe einfach mehrere Investmentfonds-Sparpläne für unterschiedliche Fonds ab! Das kostet nicht mehr, als wenn du deine monatliche Sparsumme auf einen einzigen Fonds setzt und verhilft dir zu einer gewissen Streuung deiner Anlagen!

Und flexibel bleibst du außerdem: Wenn du aufgrund von Familiennachwuchs beruflich eine Weile kürzer treten willst, kannst du jederzeit und ohne Nachteile deinen Sparplan verringern oder stoppen. Wobei sich durchaus die Frage stellen lässt: Warum eigentlich? Wenn du einen Partner hast und wegen der Kinder beruflich kürzer trittst, solltest du dich mit deinem Partner auf jeden Fall darüber unterhalten, wie ihr eure Finanzanlagen am besten bewerkstelligt. Es spricht einiges dafür, dass dir dein Partner hilft, deinen eigenen Investmentfonds-Sparplan weiterzuführen.

Bei Investmentfonds kannst du auch jederzeit und ohne Einhaltung von Fristen über dein angespartes Vermögen verfügen. Das gibt dir z.B. die Möglichkeit, beim Erwerb der eigenen vier Wände den Eigenkapital-Anteil zu stemmen. Eins solltest du dabei im Hinterkopf behalten: Wenn du in Fonds investierst, die mitunter stark schwanken können (z.B. Aktienfonds), dann ist nicht jeder Zeitpunkt ein guter Zeitpunkt für den Verkauf der Anteile. Wenn die Aktienbörsen stark fallen, werden Aktienfonds davon zwangsweise in Mitleidenschaft gezogen. Es ist unvorteilhaft, wenn du gerade dann verkaufen musst – aber möglich ist es.

Unbedingt beachten

Nicht alle Eier in einen Korb legen!

Du weißt nicht, welches Anlage-Produkt, welcher Fonds, welche Aktie sich künftig als besonders gut erweisen wird, und welche sich nur mittelprächtig oder gar schlecht entwickeln werden? Willkommen im Club! Mit Gewissheit weiß das leider niemand im Vorhinein! Aus diesem Grund ist es schlau, bei Finanzanlagen immer „auf mehreren Beinen zu stehen“, also breit zu streuen. Dadurch reduzierst du die Risiken.

Lass dir keinen Bären aufbinden!

Streuung verursacht Kosten? Das mag dir manch ein Berater sagen. Doch die Angst, dass die Kosten bei einer vernünftigen Streuung der Finanzanlagen in die Höhe schnellen könnten, ist in den meisten Fällen unbegründet. Ob du zwei, fünf oder zehn Wertpapiere in deinem Depot hast, macht bei den heutigen Gebührenstaffeln keinen großen Kosten-Unterschied. Oft ist es eher so, dass der Berater oder die Beraterin deutlich mehr Arbeit hat, wenn du mehrere verschiedene Wertpapiere kaufst, denn jedes einzelne besprochene Produkt muss erklärt und dokumentiert werden. Sei also achtsam, ob es wirklich ein Kostennachteil für dich ist, oder nur etwas mehr Arbeit für die Beratungs-Seite.

Lass deinen gesunden Menschenverstand walten!

Viele Frauen interessieren sich nur wenig für den Kapitalmarkt und Finanzanlagen. Daher sind viele der Meinung, dass hier völlig andere Mechanismen wirken als im sonstigen Leben oder gar geheime Bünde im Verborgenen arbeiten.

Glaube in Finanzdingen nicht an Geheimwissenschaften oder Hokuspokus, sondern wende deinen gesunden Menschenverstand an. Wenn dir jemand eine Anlagemöglichkeit anbietet, die angeblich eine sehr hohe Rendite und kein Risiko bergen soll, sei skeptisch! Warum sollte jemand, der problemlos einen Bankkredit zu 3 oder 4 Prozent bekäme, dir 8 Prozent Zinsen anbieten? Hat da jemand Geld zu verschenken und wählt dafür ausgerechnet dich aus? Wohl kaum! Wo eine hohe Rendite winkt, gibt es auch Risiken – das sagt der gesunde Menschenverstand, und so ist es auch im richtigen Finanz-Leben.

Meide unregulierte Produkte!

Weder die Börsenaufsicht noch die Aufsichtsbehörde für Finanzprodukte und Finanzinstitutionen (BaFin) sind eingerichtet worden, um dich als Verbraucherin zu ärgern oder unnötig einzuschränken. Es ist vielmehr eine Errungenschaft, dass es in Europa erfahrene und weitsichtige Finanzmarkt-Aufsichten gibt.

Investiere daher nur in regulierte Produkte! Dazu zählen z.B. Investmentfonds, Versicherungen, Sparbriefe, verzinste Bankkonten, börsengehandelte Aktien, börsengehandelte festverzinsliche Papiere, etc. Die Auswahl unter den regulierten Produkten ist so breit, dass für jede etwas dabei ist. Uns ist kein guter Grund bekannt, der dafür spricht, auf unregulierte Produkte auszuweichen.

Auf jeden Fall machen

Jeder erwachsene Mensch sollte seine persönlichen Finanzanlagen haben – unabhängig davon, ob du einen Partner hast oder nicht. Falls du in einer Partnerschaft lebst, gibt es bestimmt viele gemeinsame Ziele – auch gemeinsame Finanz-Ziele. Diese solltest du gemeinsam mit deinem Partner diskutieren, angehen und verfolgen. Wenn du derzeit keinen Partner hast, erledigst du deine Finanzanlagen ohnehin selbst – eventuell mit Hilfe einer Expertin oder eines Experten.

Aber auch wenn du in einer Partnerschaft lebst, hast du individuelle Ziele: Vielleicht hast du und dein Partner unterschiedliche Vorstellungen über das Risiko, das Finanzanlagen haben dürfen, oder du willst unbedingt eine bestimmte Finanzanlage ausprobieren. Für das Auf und Ab dieser Anlage solltest du dann auch selbst verantwortlich sein. Es ist Zeichen einer erwachsenen Partnerschaft, wenn neben den gemeinsamen Finanzen jeder auch sein eigenes Konto hat. Und seien wir ehrlich: Irgendwie ist es auch blöd, wenn du deinem Partner ein Geburtstagsgeschenk machst, und er sieht genau den Abbuchungs-Betrag von Amazon von eurem gemeinsamen Konto.

Bloß nicht!

Es gibt Frauen, die überlassen alle Finanz-Entscheidungen ihrem Partner. Auch wenn Sie sich zu 100% auf Ihren Partner verlassen können, ist es schade, wenn Sie das Heft komplett aus der Hand geben. Es kann immer etwas passieren, und wenn du in so einem Fall gar nicht im Bilde über eure Familien-Finanzen und völlig uninformiert bist, führt das zu Nachteilen für dich bzw. für dich und deine Familie. Wenn du aktuell einen Partner hast, besprich eure gemeinsamen Finanzen mit ihm und trefft Finanz-Entscheidungen gemeinsam! Zu zweit hat man meistens auch mehr gute Ideen als alleine.

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