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Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Existenzrisiken absichern in den Vierzigern

Mit Vierzig sind die jungen, sorgenfreien Jahre, in denen nur der Moment zählt, langsam aber sicher endgültig vorbei. Du hast nun Familie, Verantwortung im Beruf und vielleicht die ein oder andere Verbindlichkeit, die du wahrnehmen musst. Natürlich hast du die wesentlichen Risiken längst im Blick und bist (hoffentlich!) bereits gut abgesichert. Aber vielleicht ist dein Leben in anderen Bahnen verlaufen als zunächst geplant. Dann macht es Sinn, das Gesamtkonzept zu überdenken und noch einmal einen Blick auf laufende Verträge und Versicherungen zu werden.

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Krankenversicherung - ein Leistungsvergleich lohnt!

Ob privat oder gesetzlich: Du bist krankenversichert. Wenn du Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bist, brauchst du dich jetzt kaum mehr Gedanken über eine private Alternative zu machen – selbst wenn du inzwischen mehr als 64.350 Euro (brutto) im Jahr (Stand 2021) verdienst, so dass ein Wechsel formal möglich wäre. Der Grund ist simpel: Es rechnet sich nicht. Denn je später du umsteigst, desto höher die Kosten, weil die Versicherer in kürzerer Zeit Rücklagen für das Alter ansparen müssen. Wer spät in die private Krankenversicherung (PKV) wechselt, wird sich auf einen starken Beitragsanstieg im Alter einstellen müssen.

Ein Wechsel innerhalb der GKV könnte sich dagegen für dich lohnen. Mehr als 100 gesetzliche Krankenkassen konkurrieren um Mitglieder. Zwar ist der „allgemeine Beitragssatz“ bei allen Kassen mit 14,6 Prozent deines Bruttolohnes gleich hoch. Aber die Kassen erheben sogenannte Zusatzbeiträge, die in der Höhe variieren. Mit einem Wechsel kannst du eventuell viel Geld sparen.

Zudem unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen im Leistungsangebot. Überprüfe, ob die von dir gewählte Kasse noch zu deinen Bedürfnissen passt. Vielleicht hast du alternative Heilmethoden für dich entdeckt und wünschst dir die Übernahme der Kosten für Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie? Auch haben die Kassen unterschiedliche Präventionsleistungen wie Rückenkurse oder Raucherentwöhnung im Leistungskatalog.

Ende der Familienversicherung?

In der gesetzlichen Krankenkasse profitieren Familien von der Familienversicherung. Wenn nur ein Ehepartner arbeitet, ist der andere Ehepartner ebenso wie die Kinder beitragsfrei mitversichert. Vielleicht hast du bisher von den Vorteilen profitiert. Durch den Wiedereinstieg in den Beruf, aber auch durch eine Scheidung vom Ehepartner können sich Änderungen ergeben. Wenn du eine Familienpause eingelegt hast und wieder beruflich durchstarten möchtest, musst du dich ab einem Einkommen von monatlich 435 Euro (Minijob 450 Euro) selbst versichern. Die Sätze gelten auch für deine Kinder, wenn sie noch zur Schule gehen oder studieren bzw. in Ausbildung sind. Kinder können maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über die Eltern beitragsfrei mitversichert sein.

Die beitragsfreie Familienversicherung endet für dich automatisch auch, wenn du und dein Ehepartner sich trennen. Zwar bleibst du als freiwilliges Mitglied weiterhin versichert, doch mit dem Tag der Scheidung fallen dann eigene Beiträge an.

Zahnzusatzversicherungen – genau rechnen!

Das Gesetz schreibt vor, dass die Kassen nur Behandlungen bezahlen dürfen, die ausreichend, notwendig und wirtschaftlich sind und „das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschreiten.“ Übermäßigen Luxus solltest du also nicht erwarten – und schon gar nicht, wenn es um deine Zähne geht! Hier zahlen die Kassen nur das Minimum. Wer auf Keramikfüllungen oder –kronen oder gar Implantate setzt, muss sich auf hohe bis sehr hohe Zuzahlungen einstellen. Damit du nicht aus allen Wolken fällst, wenn dein Zahnarzt dir eine Rechnung in Höhe eines Kleinwagens präsentiert, solltest du dich vorbereiten. Ob sich einen private Zahnzusatzversicherung für dich rechnet, kannst du selbst am besten beurteilen – Du kennst den Zustand deines Gebisses. Stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungen an – etwa, weil einige alte Kronen ersetzt werden müssen? Dann könnte sich eine private Zahnzusatzversicherung für dich lohnen.

herMoney Tipp:

Überschlage, wie viele Zähne eventuell in ein paar Jahren behandelt oder ersetzt werden müssen – und rechne die Kosten einer Zusatzversicherung dagegen. Falls du dich gegen eine Versicherung entscheidest: Lege auf jeden Fall Geld für künftige Zahnbehandlungen zurück! Eine Checkliste, die wir gemeinsam mit Verbraucherschützern erstellt haben, findest du hier!

Auslandsreisekrankenversicherung

Vielleicht hast du etwas mehr finanziellen Spielraum und Lust, die Welt zu entdecken? Dann solltest du gut versichert sein. Denn wer im Ausland auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, darf nicht ohne weiteres auf die Unterstützung seiner Krankenversicherung hoffen.

Besonders hart trifft es gesetzlich Versicherte: Musst du im europäischen Ausland zum Arzt, wirst du dort meist nur gegen Vorkasse behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse dann nur jenen Teil der Rechnung, der den deutschen Sätzen entspricht – eventuell sogar abzüglich entstandener  Verwaltungskosten. Auf dem (oft stattlichen Rest) bleibst du dann sitzen.

Gar nicht beteiligen sich die Kassen an Behandlungskosten, die außerhalb Europas beziehungsweise in Ländern entstanden sind, mit denen Deutschland kein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen hat – dazu gehören auch beliebte Reiseziele wie die USA oder Thailand. Hier zahlst du alle Rechnungen für Arzt, Klinik und Medikamente aus eigener Tasche.

Teuer wird es auch, wenn du per Sondertransport zurück nach Deutschland gebracht werden musst. Da kommen schnell fünfstellige Summen zusammen – von denen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Cent übernehmen.

Selbst als Privatpatient solltest du nicht blind darauf vertrauen, dass dein Versicherer die Behandlungskosten im Ausland sowie den Heimtransport übernimmt. Prüfe deshalb genau, ob dein gewählter Tarif Leistungen im Ausland beinhaltet.

Mit dem Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung bist du auf der sicheren Seite. Die Police gibt es bereits für wenige Euro im Jahr, eine Familienpolice ist für weniger als 20 Euro im Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 92 Produkte getestet: Die besten findest du hier.

herMoney Tipp:

Für alle, die das Fernweh packt, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung Pflicht. Achte beim Abschluss darauf, dass die gewählte Police auch für dein Reiseland gilt und das die Kosten für einen möglichen Rücktransport bereits übernommen werden, wenn es „sinnvoll und vertretbar“ ist – und nicht erst dann, wenn „medizinische Notwendigkeit“ besteht. Falls du dich von deinem Ehepartner getrennt hast, musst du daran denken, eine eigene Police abzuschließen – die Familienpolice greift dann nicht mehr!

Berufsunfähigkeitsversicherung: Ab 40 wird es teuer!

Deine Arbeitskraft ist dein wertvollstes Gut – wir hoffen, du hast dich längst gegen die Risiken der Berufsunfähigkeit abgesichert. Denn ein Unfall oder eine Krankheit kann dir deine Lebens- und Finanzplanung schnell verhageln. Jeder vierte Deutsche muss seinen Beruf vor dem Rentenalter an den Nagel hängen, weil die Gesundheit schlappmacht – allen voran der Rücken und die Psyche. Neben der menschlichen Tragödie droht dir ohne Vorsorge auch der finanzielle Abstieg. Denn die Sozialsysteme sichern in solchen Fällen kaum mehr als das Überleben: Mit der vollen Erwerbsminderungsrente etwa kommst du Pi mal Daumen gerade einmal auf die Hälfte deines Nettogehaltes – mit der Aussicht auf Lebenslänglich.

Wer mehr will, muss privat vorsorgen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) schließt diese Lücke und zahlt zusätzlich zu den staatlichen Leistungen eine monatliche Rente. Hast du bereits eine Versicherung abgeschlossen, prüfe, ob die versicherte Summe noch ausreicht. Eventuell ist dein Lebensstandard gestiegen und du hast mehr Geld zur Verfügung, so dass du aufstocken kannst.

Falls du noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hast, wird es teuer. Denn die Kosten des Versicherungsschutzes steigen mit jedem Lebensjahr – und auch das Risiko, dass du wegen möglicher Vorerkrankungen abgelehnt wirst oder der Versicherer bestimmte Risiken ausschließen will, steigt. Grund für diese rigide Auslese sind die horrenden Summen, die die Gesellschaften im Ernstfall aufbringen müssen: Eine Kundin, die mit 50 ihren Job aufgeben muss und 17 Jahre lang 2.000 Euro pro Monat bekommt, kostet die Versicherung mehr als 400.000 Euro – ohne Zinsen und Zusatzleistungen.

herMoney Tipp:

Je älter du bist, desto teurer wird es. Lasse dich gut beraten und vergleiche nicht nur Preise und Leistungen akribisch, sondern prüfe auch, ob sich eine BU für dich noch lohnt. Weitere Informationen zum Thema BU findest du hier!

Private Haftpflichtversicherung: Nie mehr ohne

Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gehört zum Pflichtprogramm, sie ist die wohl wichtigste Police überhaupt. Ob Frau oder Mann, alt oder jung, Single oder verheiratet: Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung haben. Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit genügt, um einen Millionenschaden zu verursachen, für den du dann haftest. Der kann schon entstehen, wenn du gestresst von der Arbeit kommst und die Autotür ohne Blick in den Rückspiegel öffnest und ein Radfahrer so unglücklich auf den Kopf stürzt, dass er zum Pflegefall wird. Die Kosten der Behandlung, die Schmerzensgeldforderungen und unter Umständen lebenslange Rentenzahlungen an das Unfallopfer können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Wenn du Kinder hast kommst du gleich gar nicht ohne diesen Versicherungsschutz aus. Kinder unter sieben Jahren gelten per Gesetz zwar als deliktunfähig und sind nicht automatisch mitversichert. Doch viele Anbieter haben ihre Tarife ergänzt. Achte deshalb darauf, dass deine Versicherung auch den Schutz deliktunfähiger Kinder übernimmt.

Ohne Versicherungsschutz zahlen Eltern und Kinder unter Umständen lebenslang für die Folgen des Unfalls. Dabei ist die Police nicht teuer, Singles zahlen gerade einmal ein paar Euro im Monat. Selbst ein Rundumschutz für Familien ist schon für knapp 60 Euro im Jahr zu haben. Bitte unbedingt abschließen!

herMoney Tipp:

Achte auf eine möglichst hohe Deckungssumme. Die Verbraucherschützer vom „Bund der Versicherten“ raten, mindestens fünf Millionen Euro zu versichern; wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, wählt eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro. Falls du heiratest, vermeide die Doppelversicherung und steige auf einen Familienvertrag um. Aber denke bei Trennung daran, einen eigenen Versicherungsschutz aufzubauen. Dein Nachwuchs ist mitversichert, solange er in Ausbildung ist – höchstens aber bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Risikolebensversicherung: Entscheidung aus Liebe – und Vernunft

Mit einer Risikolebensversicherung sicherst du andere finanziell ab für den Fall, dass du stirbst. Als Single ohne Kinder benötigst du eine solche Police in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn du Nachwuchs hast – oder gemeinsam mit deinem Partner finanzielle Verpflichtungen eingegangen bist – zum Beispiel für den Kauf von Wohneigentum. Dann macht es Sinn, die Familie für den Fall der Fälle abzusichern.

Risikolebensversicherungen sind recht simple Produkte: Der Versicherer kalkuliert anhand der statistischen Lebenserwartung (und der Infos aus einem Gesundheitscheck) mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kundin das Ende des Vertrages erlebt – und setzt dementsprechend die Beiträge fest. Junge Versicherte zahlen deshalb meist niedrigere Sätze als betagte, gesunde weniger als kranke und Nichtraucherinnen kommen günstiger davon als Raucherinnen.

Recht simpel ist es auch, einen guten Anbieter zu finden. Meist klappt das in drei Schritten:

  • Schritt eins: Versicherungssumme festlegen. Experten raten, mindestens das Drei- bis Fünffache des eigenen Jahresbruttoverdienstes abzusichern. Wer Schulden hat, etwa, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, muss die Summe höher ansetzen. Lasse dich im Zweifel beraten!
  • Schritt Zwei: Laufzeit definieren. Wie lange eine Risikolebensversicherung laufen sollte, ist von Fall zu Fall verschieden. Wer Kinder hat, sollte wenigstens bis zu deren 20. Geburtstag versichert sein, wer verschuldet ist, sollte die Versicherung so lange laufen lassen, bis die Verbindlichkeiten (voraussichtlich) abbezahlt sind.
  • Schritt Drei: Preise vergleichen. Bei den Risikolebensversicherungen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Die Leistung (Geld wegen Tod) ist ja immer gleich. Umso erstaunlicher ist es, dass teure Verträge viermal so viel kosten können wie günstige. Vergleichen lohnt hier also ganz besonders!

herMoney Fazit:

Kinderlose Singles können meist auf sie verzichten, Familien und Alleinerziehende dagegen nicht. Auch für kinderlose Paare lohnt sich ein Abschluss – vor allem, wenn es gemeinsame Schulden gibt.

Testament: Ja, du brauchst eines!

Heiraten, Kinder bekommen, Karriere machen, Immobilie kaufen: Du kannst dein Leben planen und gestalten. Aber gegen einen Schicksalsschlag bist du nicht gefeit. Deshalb solltest du dich rechtzeitig mit deinem „letzten Willen“ auseinandersetzen. Ansonsten bestimmt der Staat, wer im Fall der Fälle von deinem Nachlass profitiert. Und die staatlichen Regelungen dürften nicht immer zu den von dir gewünschten Ergebnissen führen.

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden grundsätzlich die nächsten Verwandten bedacht. Bist du nicht verheiratet und hast keine Kinder, geht dein Hab und Gut nach deinem Tod automatisch an deine Eltern. Freunde – und auch dein Lebenspartner – gehen dann leer aus. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du mit deinem Partner zusammen bist und ob ihr eventuell sogar einen gemeinsamen Haushalt führt. Denn es gilt: Ohne Trauschein kein Erbe – solange du nichts anderes per Testament oder Erbvertrag bestimmst.

Damit dein Erspartes, der Familienschmuck und alles, was dir lieb und teuer ist, in die richtigen Hände fällt, musst du also handeln – und ein Testament aufsetzen. Angst, dauerhaft an (veraltete) Regelungen gebunden zu sein, muss dabei niemand haben. Ein Einzeltestament lässt sich jederzeit widerrufen – oder durch ein neueres außer Kraft setzen.

herMoney Tipp:

Dein letzter Wille gilt nur, wenn er entweder von einem Notar beurkundet wurde (Vorsicht, teuer!) oder wenn du das ganze Dokument per Hand geschrieben, unterschrieben und mit einem Datum versehen hast. Das mag – je nach Handschrift – nicht besonders offiziell aussehen, muss aber sein. Getippte und gedruckte Testamente sind unwirksam. Sorge zudem dafür, dass das Dokument auch wirklich gefunden wird: Dafür kannst du es beim nächsten Amtsgericht hinterlegen oder es für 15 Euro im Zentrale Testamentsregister registrieren.

Achtung Patchwork!

Das deutsche Erbrecht ist auf die klassische Ehe angelegt – Kinder und Ehegatten werden besonders bedacht. Kompliziert wird es, wenn du dich von deinem Ehemann trennst und eine neue Partnerschaft eingehst. Und noch komplizierter, wenn du und dein Partner heiraten und Kinder mit in die neue Ehe bringen.

Mache dir zwei Dinge bewusst: Solange du nicht geschieden bist, hat dein Noch-Ehemann Anspruch auf die Hälfte deines Erbes. Dein neuer Partner dagegen wird ohne Trauschein leer ausgehen. Und zweitens: Heiratest du deinen neuen Partner, sind die leiblichen Kinder desjenigen Ehepartners im Nachteil, der als erster stirbt. Solltest du vor deinem Mann sterben, erbt – solange nichts anderes testamentarisch vereinbart worden ist – dein Mann die Hälfte deines Vermögens, die andere Hälfte teilen sich deine leiblichen Kinder. Stirbt anschließend dein Mann, gehen deine leiblichen Kinder aber vollkommen leer aus, weil sie als seine Stiefkinder nach der gesetzlichen Erbfolge keine Ansprüche anmelden können. Die leiblichen Kinder deines Ehepartners dagegen erben dein halbes Vermögen und das Vermögen deines Mannes. Falls dein Partner zuerst stirbt, verhält es sich umgekehrt.

herMoney Tipp:

Ein Testament ist immer empfehlenswert. Wenn du in einer Patchworkfamilie lebst, aber unverzichtbar. Lasse dich gut beraten und überlasse es nicht dem Zufall, ob deine oder die Kinder deines Mannes mehr erben. Eine klare Planung sorgt nicht nur für Gerechtigkeit, sondern verhindert auch einen Familienzwist!

Patientenverfügung: Nur gut im Kombipack

Kannst du dir vorstellen, über Leben und Tod eines geliebten Mitmenschen entscheiden zu müssen? Gewissenskonflikte sind dann wohl programmiert. Wenn du deinen Partner oder deine Kinder nicht in eine solche Situation bringen möchtest,  solltest du vorsorgen. Die Amerikanerin Terri Schiavo hatte das nicht gemacht. 15 Jahre lang lag sie im Wachkoma, bevor Ihr Ehemann vor Gericht das Recht erkämpfte, die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. 13 Tage später war Terri Schiavo tot. Der Fall führte auch in Deutschland zu einer hitzigen Diskussion über die Rechte eines Menschen am Ende des Lebens.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen

Du kannst vorsorgen und deine Angehörigen schmerzhafte Entscheidungen (und juristische Auseinandersetzungen) ersparen, indem du eine schriftliche Patientenverfügung erstellst. Darin kannst du regeln, welche medizinischen Maßnahmen du dir – etwa nach einem schweren Unfall, bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder in anderen Extremsituationen – wünschst. Und welche eben nicht.

Damit die Ärzte sich im Ernstfall an die Vorgaben halten, solltest du zudem einer Person deines Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht überreichen. Damit lassen sich die Anordnungen auch dann durchsetzen, wenn du dich selbst nicht mehr äußern kannst. Wichtig ist es zudem, die eigenen Anordnungen etwa alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – schließlich kann sich die eigene Einstellung zum Leben ebenso ändern wie das Vertrauensverhältnis zu dem einen oder anderen Mitmenschen.

herMoney Tipp:

Eine Vorsorgevollmacht muss grundsätzlich schriftlich erteilt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Nur so kann sich dieser im Ernstfall legitimieren. Ganz Akkurate lassen die Urkunde vom Notar beurkunden. Sinnvoll ist es zudem, Vorsorgedokumente und die Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass Behörden und Ärzte im Ernstfall darauf zugreifen können. Dieses Verfahren kostet einmalig 13 bis 15 Euro.

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