Academy by herMoney

Schritt 1:
Existenzrisiken
absichern
Schritt 2:
Altersversorgung
optimieren
Schritt 3:
Vermögen
aufbauen

Existenzrisiken absichern in den Fünfzigern

Eine Frau in ihren Fünfzigern kann bereits auf einen beträchtlichen Schatz an Lebenserfahrung zurückblicken, aber ist noch lange nicht am Ende ihrer Schaffenszeit. Vermutlich hast du die wesentlichen Risiken längst im Blick und bist (hoffentlich!) bereits gut abgesichert. Doch deine Lebenssituation verändert sich trotzdem langsam, aber sicher. Wenn du Kinder hast, werden diese langsam flügge, vielleicht steht eine Trennung an oder du bist mit deinen laufenden Versicherungen nicht länger zufrieden – Stichwort Familienversicherung. Nimm dir die Zeit, dich mit neuen Anforderungen auseinanderzusetzen und dein Gesamtkonzept anzupassen.

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Krankenversicherung - Ein Leistungsvergleich lohnt!

Ob privat oder gesetzlich: Du bist krankenversichert. Wenn du Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bist, brauchst du dich jetzt kaum mehr Gedanken über eine private Alternative zu machen – selbst wenn du inzwischen mehr als 64.350 Euro (brutto) im Jahr (Stand 2021) verdienst, so dass ein Wechsel formal möglich wäre. Der Grund ist simpel: Es rechnet sich nicht. Denn je später du umsteigst, desto höher die Kosten, weil die Versicherer in kürzerer Zeit Rücklagen für das Alter ansparen müssen. Wer spät in die private Krankenversicherung (PKV) wechselt, wird sich auf einen starken Beitragsanstieg im Alter einstellen müssen.

Ein Wechsel innerhalb der GKV könnte sich dagegen für dich lohnen. Mehr als 100 gesetzliche Krankenkassen konkurrieren um Mitglieder. Zwar ist der „allgemeine Beitragssatz“ bei allen Kassen mit 14,6 Prozent deines Bruttolohnes gleich hoch. Aber die Kassen erheben sogenannte Zusatzbeiträge, die in der Höhe variieren. Mit einem Wechsel kannst du eventuell viel Geld sparen.

Zudem unterscheiden sich die gesetzlichen Krankenkassen im Leistungsangebot. Überprüfe, ob die von dir gewählte Kasse noch zu deinen Bedürfnissen passt. Vielleicht hast du alternative Heilmethoden für dich entdeckt und wünschst dir die Übernahme der Kosten für Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie? Auch haben die Kassen unterschiedliche Präventionsleistungen wie Rückenkurse oder Raucherentwöhnung im Leistungskatalog.

Privat versichert? Tarife checken!

Du hast in jungen Jahren eine günstige private Krankenversicherung abgeschlossen – und nun steigen die Kosten rapide an? Das ist mehr als wahrscheinlich. Denn anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung richten sich die Beiträge nicht nach deinem Einkommen, sondern nach deinem individuellen Krankheits-Risiko. Und das steigt im Alter. Die Wehwehchen nehmen zu, die Kosten auch. Wenn du keine finanziellen Rücklagen gebildet hast, könnte es eng für dich werden – erst recht dann, wenn du in Rente gehst und dann womöglich auch noch weniger Geld zur Verfügung hast. Wenn du angestellt oder arbeitslos bist, kannst du jetzt eventuell noch in die gesetzliche Krankenkasse wechseln. Ab 55 ist das nicht mehr möglich, selbst dann nicht, wenn du über kein oder ein sehr geringes Einkommen verfügst.

Willst du auch in Zukunft nicht auf die Leistungen deiner privaten Krankenversicherung verzichten, solltest du spätestens jetzt damit beginnen, Rücklagen aufzubauen. Prüfe zudem, ob dein Versicherer einen günstigeren Tarif mit den gleichen Leistungen anbietet. Falls ja, hast du das Recht, ohne zusätzliche Gesundheitsprüfung und Verlust der Rückstellungen in den günstigeren Tarif zu wechseln.

herMoney Tipp:

Logisch, dass dein Versicherer ungern auf Einnahmen verzichtet. Von sich aus wird er dir deshalb kaum ein günstigeres Angebot machen. Du musst also selbst aktiv werden, wenn du Geld sparen willst!

Ende der Familienversicherung?

In der gesetzlichen Krankenkasse profitieren Familien von der Familienversicherung. Wenn nur ein Ehepartner arbeitet, ist der andere Ehepartner ebenso wie die Kinder beitragsfrei mitversichert. Vielleicht hast du bisher von den Vorteilen profitiert. Durch den Wiedereinstieg in den Beruf, aber auch durch eine Scheidung vom Ehepartner können sich Änderungen ergeben. Wenn du eine Familienpause eingelegt hast und wieder beruflich durchstarten möchtest, musst du dich ab einem Einkommen von monatlich 435 Euro (Minijob 450 Euro) selbst versichern. Die Sätze gelten auch für deine Kinder, wenn sie noch zur Schule gehen oder studieren bzw. in Ausbildung sind. Kinder können maximal bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über die Eltern beitragsfrei mitversichert sein.

Die beitragsfreie Familienversicherung endet für dich automatisch auch, wenn du und dein Ehepartner sich trennen. Zwar bleibst du als freiwilliges Mitglied weiterhin versichert, doch mit dem Tag der Scheidung fallen dann eigene Beiträge an.

Zahnzusatzversicherungen – genau rechnen!

Das Gesetz schreibt vor, dass die Kassen nur Behandlungen bezahlen dürfen, die ausreichend, notwendig und wirtschaftlich sind und „das Maß des medizinisch Notwendigen nicht überschreiten.“ Übermäßigen Luxus solltest du also nicht erwarten – und schon gar nicht, wenn es um deine Zähne geht! Hier zahlen die Kassen nur das Minimum. Wer auf Keramikfüllungen oder –kronen oder gar Implantate setzt, muss sich auf hohe bis sehr hohe Zuzahlungen einstellen. Damit du nicht aus allen Wolken fällst, wenn dein Zahnarzt dir eine Rechnung in Höhe eines Kleinwagens präsentiert, solltest du dich vorbereiten. Ob sich einen private Zahnzusatzversicherung für dich rechnet, kannst du selbst am besten beurteilen – Du kennst den Zustand deines Gebisses. Stehen in den kommenden Jahren umfangreiche Sanierungen an – etwa, weil einige alte Kronen ersetzt werden müssen? Dann könnte sich eine private Zahnzusatzversicherung für dich lohnen.

herMoney Tipp:

Überschlage, wie viele Zähne eventuell in ein paar Jahren behandelt oder ersetzt werden müssen – und rechne die Kosten einer Zusatzversicherung dagegen. Falls du dich gegen eine Versicherung entscheidest: Lege auf jeden Fall Geld für künftige Zahnbehandlungen zurück! Eine Checkliste, die wir gemeinsam mit Verbraucherschützern erstellt haben, findest du hier!

Auslandsreisekrankenversicherung

Vielleicht hast du etwas mehr finanziellen Spielraum und Lust, die Welt zu entdecken? Dann solltest du gut versichert sein. Denn wer im Ausland auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, darf nicht ohne weiteres auf die Unterstützung seiner Krankenversicherung hoffen.

Besonders hart trifft es gesetzlich Versicherte: Musst du im europäischen Ausland zum Arzt, wirst du dort meist nur gegen Vorkasse behandelt. Wieder daheim, erstattet die Kasse dann nur jenen Teil der Rechnung, der den deutschen Sätzen entspricht – eventuell sogar abzüglich entstandener  Verwaltungskosten. Auf dem (oft stattlichen Rest) bleibst du dann sitzen.

Gar nicht beteiligen sich die Kassen an Behandlungskosten, die außerhalb Europas beziehungsweise in Ländern entstanden sind, mit denen Deutschland kein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen hat – dazu gehören auch beliebte Reiseziele wie die USA oder Thailand. Hier zahlst du alle Rechnungen für Arzt, Klinik und Medikamente aus eigener Tasche.

Teuer wird es auch, wenn du per Sondertransport zurück nach Deutschland gebracht werden musst. Da kommen schnell fünfstellige Summen zusammen – von denen die gesetzlichen Krankenkassen keinen Cent übernehmen.

Selbst als Privatpatient solltest du nicht blind darauf vertrauen, dass dein Versicherer die Behandlungskosten im Ausland sowie den Heimtransport übernimmt. Prüfe deshalb genau, ob dein gewählter Tarif Leistungen im Ausland beinhaltet.

Mit dem Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung bist du auf der sicheren Seite. Die Police gibt es bereits für wenige Euro im Jahr, eine Familienpolice ist für weniger als 20 Euro im Jahr zu haben. Die Stiftung Warentest hat 92 Produkte getestet: Die besten findest du hier.

herMoney Tipp:

Für alle, die das Fernweh packt, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung Pflicht. Achte beim Abschluss darauf, dass die gewählte Police auch für dein Reiseland gilt und das die Kosten für einen möglichen Rücktransport bereits übernommen werden, wenn es „sinnvoll und vertretbar“ ist – und nicht erst dann, wenn „medizinische Notwendigkeit“ besteht. Falls du dich von deinem Ehepartner getrennt hast, musst du daran denken, eine eigene Police abzuschließen – die Familienpolice greift dann nicht mehr!

Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Zug ist wohl abgefahren!

Deine Arbeitskraft ist dein wertvollstes Gut – wir hoffen, du hast dich längst gegen die Risiken der Berufsunfähigkeit abgesichert. Falls nicht, hast du hoffentlich für den Fall der Fälle ausreichend Geld angespart. Denn jetzt noch eine Police abzuschließen, dürfte schwierig werden. Zum einen, weil die Versicherer kaum Zeit haben, für den Versicherungsfall Rücklagen zu bilden. Und zum zweiten, weil du mit 50 aufwärts bestimmt bereits das ein oder andere gesundheitliche Wehwehchen hast. Du kannst es natürlich versuchen und einen Antrag stellen. Aber sei gewiss: Die Assekuranzen sortieren per Gesundheitscheck rigide aus. Kein Wunder: Wenn du mit 50 eine Versicherung über 2.000 Euro Monatsrente abschließen und mit 55 Jahren deinen Job aufgeben musst, kostet das die Versicherung bis zu deinem Renteneintritt fast 300.000 Euro – ohne Zinsen und Zusatzleistungen. Falls du einen Anbieter findest, der dich jetzt noch versichert, kannst du dich auf eins gefasst machen: Es wird sehr, sehr teuer!

Hast du bereits eine Versicherung abgeschlossen, prüfe, ob die versicherte Summe noch ausreicht. Eventuell ist dein Lebensstandard gestiegen und du hast mehr Geld zur Verfügung, sodass du aufstocken kannst.

Hast du dagegen keine Absicherung, solltest du privat vorsorgen. Jeder vierte Deutsche muss seinen Beruf vor dem Rentenalter an den Nagel hängen, weil die Gesundheit schlappmacht – allen voran der Rücken und die Psyche. Und ohne Vorsorge droht dir ein rasanter finanzieller Abstieg. Denn die Sozialsysteme sichern in solchen Fällen kaum mehr als das Überleben: Mit der vollen Erwerbsminderungsrente etwa kommst du Pi mal Daumen gerade einmal auf die Hälfte deines Nettogehaltes – mit der Aussicht auf Lebenslänglich.

herMoney Tipp:

Überprüfe, ob du deine Berufsunfähigkeitsversicherung aufstocken kannst und willst. Wer keine Absicherung hat, sollte privat vorsorgen (siehe Vermögen aufbauen).

Private Haftpflichtversicherung: Nie mehr ohne

Eine leistungsstarke Haftpflichtversicherung gehört zum Pflichtprogramm, sie ist die wohl wichtigste Police überhaupt. Ob Frau oder Mann, alt oder jung, Single oder verheiratet: Jeder sollte eine Haftpflichtversicherung haben. Denn bereits eine kleine Unachtsamkeit genügt, um einen Millionenschaden zu verursachen, für den du dann haftest. Der kann schon entstehen, wenn du in einem unbedachten Moment die Autotür ohne Blick in den Rückspiegel öffnest und ein Radfahrer so unglücklich auf den Kopf stürzt, dass er zum Pflegefall wird. Die Kosten der Behandlung, die Schmerzensgeldforderungen und unter Umständen lebenslange Rentenzahlungen an das Unfallopfer können sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Ohne Versicherungsschutz zahlst du unter Umständen lebenslang für die Folgen eines Unfalls. Dabei ist die Police nicht teuer, Singles zahlen gerade einmal ein paar Euro im Monat. Selbst ein Rundumschutz für Familien ist schon für knapp 60 Euro im Jahr zu haben. Bitte unbedingt abschließen!

herMoney Tipp:

Achte auf eine möglichst hohe Deckungssumme. Die Verbraucherschützer vom „Bund der Versicherten“ raten, mindestens fünf Millionen Euro zu versichern; wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, wählt eine Deckungssumme von zehn Millionen Euro. Falls du heiratest, vermeide die Doppelversicherung und steige auf einen Familienvertrag um. Aber denke bei Trennung daran, einen eigenen Versicherungsschutz aufzubauen. Dein Nachwuchs ist mitversichert, solange er in Ausbildung ist – höchstens aber bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres.

Risikolebensversicherung: Entscheidung aus Liebe – und Vernunft

Mit einer Risikolebensversicherung sicherst du andere finanziell ab für den Fall, dass du stirbst. Als Single ohne Kinder benötigst du eine solche Police in der Regel nicht. Anders sieht es aus, wenn du Nachwuchs hast – oder gemeinsam mit deinem Partner finanzielle Verpflichtungen eingegangen bist – zum Beispiel für den Kauf von Wohneigentum. Dann macht es Sinn, die Familie für den Fall der Fälle abzusichern.

Risikolebensversicherungen sind recht simple Produkte: Der Versicherer kalkuliert anhand der statistischen Lebenserwartung (und der Infos aus einem Gesundheitscheck) mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Kundin das Ende des Vertrages erlebt – und setzt dementsprechend die Beiträge fest. Mit 50 aufwärts musst du deshalb mit höheren Beiträgen rechnen. Policen sind in deinem Alter ab 30 Euro im Monat zu haben. Achtung: Als Raucherin zahlst du wegen des deutlich höheren Risikos mehr als den doppelten Betrag!

In drei Schritten kannst du die passende Police und einen guten Anbieter finden:

  • Schritt eins: Versicherungssumme festlegen. Experten raten, mindestens das Drei- bis Fünffache des eigenen Jahresbruttoverdienstes abzusichern. Wer Schulden hat, etwa, weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, muss die Summe höher ansetzen. Lasse dich im Zweifel beraten!
  • Schritt Zwei: Laufzeit definieren. Wie lange eine Risikolebensversicherung laufen sollte, ist von Fall zu Fall verschieden. Wer Kinder hat, sollte wenigstens bis zu deren 20. Geburtstag versichert sein, wer verschuldet ist, sollte die Versicherung so lange laufen lassen, bis die Verbindlichkeiten (voraussichtlich) abbezahlt sind.
  • Schritt Drei: Preise vergleichen. Bei den Risikolebensversicherungen ist der Preis das ausschlaggebende Kriterium. Die Leistung (Geld wegen Tod) ist ja immer gleich. Umso erstaunlicher ist es, dass teure Verträge viermal so viel kosten können wie günstige. Vergleichen lohnt hier also ganz besonders!

herMoney Fazit:

Kinderlose Singles können meist auf sie verzichten, Familien und Alleinerziehende dagegen nicht. Auch für kinderlose Paare lohnt sich ein Abschluss – vor allem, wenn es gemeinsame Schulden gibt.

Testament: Ja, du brauchst eines!

Heiraten, Kinder bekommen, Karriere machen, Immobilie kaufen: Du kannst dein Leben planen und gestalten. Aber gegen einen Schicksalsschlag bist du nicht gefeit. Deshalb solltest du dich rechtzeitig mit deinem „letzten Willen“ auseinandersetzen. Ansonsten bestimmt der Staat, wer im Fall der Fälle von deinem Nachlass profitiert. Und die staatlichen Regelungen dürften nicht immer zu den von dir gewünschten Ergebnissen führen.

Nach der gesetzlichen Erbfolge werden grundsätzlich die nächsten Verwandten bedacht. Bist du nicht verheiratet und hast keine Kinder, geht dein Hab und Gut nach deinem Tod automatisch an deine Eltern. Freunde – und auch dein Lebenspartner – gehen dann leer aus. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du mit deinem Partner zusammen bist und ob ihr eventuell sogar einen gemeinsamen Haushalt führt. Denn es gilt: Ohne Trauschein kein Erbe – solange du nichts anderes per Testament oder Erbvertrag bestimmst.

Damit dein Erspartes, der Familienschmuck und alles, was dir lieb und teuer ist, in die richtigen Hände fällt, musst du also handeln – und ein Testament aufsetzen. Angst, dauerhaft an (veraltete) Regelungen gebunden zu sein, muss dabei niemand haben. Ein Einzeltestament lässt sich jederzeit widerrufen – oder durch ein neueres außer Kraft setzen.

herMoney Tipp:

Dein letzter Wille gilt nur, wenn er entweder von einem Notar beurkundet wurde (Vorsicht, teuer!) oder wenn du das ganze Dokument per Hand geschrieben, unterschrieben und mit einem Datum versehen hast. Das mag – je nach Handschrift – nicht besonders offiziell aussehen, muss aber sein. Getippte und gedruckte Testamente sind unwirksam. Sorge zudem dafür, dass das Dokument auch wirklich gefunden wird: Dafür kannst du es beim nächsten Amtsgericht hinterlegen oder es für 15 Euro im Zentrale Testamentsregister registrieren.

Achtung Patchwork!

Das deutsche Erbrecht ist auf die klassische Ehe angelegt – Kinder und Ehegatten werden besonders bedacht. Kompliziert wird es, wenn du dich von deinem Ehemann trennst und eine neue Partnerschaft eingehst. Und noch komplizierter, wenn du und dein Partner heiraten und Kinder mit in die neue Ehe bringen.

Mache dir zwei Dinge bewusst: Solange du nicht geschieden bist, hat dein Noch-Ehemann Anspruch auf die Hälfte deines Erbes. Dein neuer Partner dagegen wird ohne Trauschein leer ausgehen. Und zweitens: Heiratest du deinen neuen Partner, sind die leiblichen Kinder desjenigen Ehepartners im Nachteil, der als erster stirbt. Solltest du vor deinem Mann sterben, erbt – solange nichts anderes testamentarisch vereinbart worden ist – dein Mann die Hälfte deines Vermögens, die andere Hälfte teilen sich deine leiblichen Kinder. Stirbt anschließend dein Mann, gehen deine leiblichen Kinder aber vollkommen leer aus, weil sie als seine Stiefkinder nach der gesetzlichen Erbfolge keine Ansprüche anmelden können. Die leiblichen Kinder deines Ehepartners dagegen erben dein halbes Vermögen und das Vermögen deines Mannes. Falls dein Partner zuerst stirbt, verhält es sich umgekehrt.

herMoney Tipp:

Ein Testament ist immer empfehlenswert. Wenn du in einer Patchworkfamilie lebst, aber unverzichtbar. Lasse dich gut beraten und überlasse es nicht dem Zufall, ob deine oder die Kinder deines Mannes mehr erben. Eine klare Planung sorgt nicht nur für Gerechtigkeit, sondern verhindert auch einen Familienzwist!

Steuern beachten!

Du hast ein Testament aufgesetzt – und die Rechnung hoffentlich nicht ohne den Staat gemacht! Denn der erbt mit und könnte deine Pläne unter Umständen durchkreuzen. Wenn du verheiratet bist und gemeinsame Kinder hast, ist das weniger wahrscheinlich. Denn Kinder und Ehepartner genießen hohe Freibeträge und versteuern das, was darüber hinausgeht, zu einem niedrigen Steuersatz. Wenn du sehr vermögend bist, könntest du darüber nachdenken, die Steuerlast durch frühzeitige Schenkung zu reduzieren.

Lebst du dagegen alleine oder ohne Trauschein mit deinem Partner zusammen, fallen beim Erben eventuell hohe Steuern an.

herMoney Tipp:

Auch wenn du ohne Trauschein seit Jahren eine glückliche Partnerschaft lebst: Denke über eine Hochzeit nach. Durch eine Ehe kannst du den Freibetrag des Partners (und deinen eigenen!) von 20.000 Euro auf 500.000 Euro erhöhen. Lasse dich sich auf jeden Fall gut beraten, damit du deinen Nachlass auch steuerlich sinnvoll regeln kannst.

Patientenverfügung: Nur gut im Kombipack

Kannst du dir vorstellen, über Leben und Tod eines geliebten Mitmenschen entscheiden zu müssen? Gewissenskonflikte sind dann wohl programmiert. Wenn du deinen Partner oder deine Kinder nicht in eine solche Situation bringen möchtest,  solltest du vorsorgen. Die Amerikanerin Terri Schiavo hatte das nicht gemacht. 15 Jahre lang lag sie im Wachkoma, bevor Ihr Ehemann vor Gericht das Recht erkämpfte, die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. 13 Tage später war Terri Schiavo tot. Der Fall führte auch in Deutschland zu einer hitzigen Diskussion über die Rechte eines Menschen am Ende des Lebens.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erstellen

Du kannst vorsorgen und deine Angehörigen schmerzhafte Entscheidungen (und juristische Auseinandersetzungen) ersparen, indem du eine schriftliche Patientenverfügung erstellst. Darin kannst du regeln, welche medizinischen Maßnahmen du dir – etwa nach einem schweren Unfall, bei einer unheilbaren Krebserkrankung oder in anderen Extremsituationen – wünschst. Und welche eben nicht.

Damit die Ärzte sich im Ernstfall an die Vorgaben halten, solltest du zudem einer Person deines Vertrauens eine sogenannte Vorsorgevollmacht überreichen. Damit lassen sich die Anordnungen auch dann durchsetzen, wenn du dich selbst nicht mehr äußern kannst. Wichtig ist es zudem, die eigenen Anordnungen etwa alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen – schließlich kann sich die eigene Einstellung zum Leben ebenso ändern wie das Vertrauensverhältnis zu dem einen oder anderen Mitmenschen.

Eine Vorsorgevollmacht muss grundsätzlich schriftlich erteilt und dem Bevollmächtigten ausgehändigt werden. Nur so kann sich dieser im Ernstfall legitimieren. Ganz Akkurate lassen die Urkunde vom Notar beurkunden. Sinnvoll ist es zudem, Vorsorgedokumente und die Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass Behörden und Ärzte im Ernstfall darauf zugreifen können. Dieses Verfahren kostet einmalig 13 bis 15 Euro.

herMoney Tipp:

Sichere deine Liebsten ab – aber denke auch an dich selbst! Besprich offen mit deinen Lieben, was im Fall der Fälle zu tun ist und sorge dafür, dass auch sie eine Patientenverfügung plus Vorsorgevollmacht hinterlegen!

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