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Um Eltern zu entlasten, gibt es Geld vom Staat. Mit wie viel Familien planen können, ist aber schwer zu ermitteln.

Inhaltsverzeichnis

Tipp Nr. 1: Beispiele durchrechnen
Tipp Nr. 2: Langfristig planen
Tipp Nr. 3: Zahlen optimieren
Tipp Nr. 4: Die richtige Steuerklasse wählen
Tipp Nr. 5: Fristen beachten!

Das Wichtigste in Kürze

Wie viel Elterngeld der Familie zusteht, ist schwer zu berechnen.

Die Höhe der staatlichen Finanzspritze kann durch strategische Planung erhöht werden.

Formulare, Tabellen, Gehaltsabrechnungen und Steuerbescheide: Junge Familien müssen allerlei Papierkram erledigen, bevor der Bescheid über das Elterngeld bei ihnen ankommt. Wer den Antrag gestellt hat, hat zwar eine wichtige Hürde genommen. Viele erleben jedoch eine böse Überraschung, wenn die Auskunft im Briefkasten landet.

„Die größte Enttäuschung kommt für die meisten Eltern, wenn sie die tatsächliche Höhe des Elterngeldes erfahren“, sagt Finanzwirt Felix Böhme, der in Dresden eine Elterngeldberatung gegründet hat. Böhme rät deshalb, zurückhaltend zu planen. Denn als Laie den Betrag zu errechnen, ist komplizierter als es auf den ersten Blick vermutest.

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Tipp Nr. 1: Beispiele durchrechnen

Wie viel Geld im Monat ankommt, hängt vom sogenannten Elterngeld-Netto ab. Die Grundidee: Die finanzielle Unterstützung vom Staat soll das bisher verfügbare Einkommen ersetzen, das nach der Geburt fehlt.

Um auf die genaue Summe zu kommen, betrachtet die Elterngeldstelle das Bruttoeinkommen, zieht bei Angestellten den Arbeitnehmer-Pausch-Betrag von 1.000 Euro ab und teilt den Betrag durch zwölf. Von diesem Monatsdurchschnitt werden pauschal Steuern und Sozialabgaben abgezogen, um auf das Elterngeld-Netto zu kommen.

Übrigens: Für Selbstständige gelten spezielle Regeln.

Die Höhe des Elterngeldes ermittelt sich nach verschiedenen Prozentsätzen:

  • GeringverdienerInnen erhalten 100 Prozent ihres durchschnittlich verfügbaren Einkommens von vor der Geburt des Kindes.
  • Eltern mit höheren Einkommen bekommen 65 Prozent.
  • Mindestens fließen 300 Euro im Monat, etwa für Studierende oder für Personen, die im Haushalt arbeiten und deshalb kein Einkommen erwirtschaften.
  • Maximal gibt es 1.800 Euro.

Eine erste Einschätzung über den eigenen Elterngeld-Anspruch liefert zum Beispiel der Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums. Im Portal gibt es auch das Formular für die Beantragung. Dort findet man auch die Weiterleitung zu ElterngeldDigital. Damit können die Eltern in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein oder Thüringen den Zuschuss online beantragen.

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Zudem bieten viele Elterngeldstellen auf ihren Webseiten Beispielrechnungen an. Die Ergebnisse dienen jedoch ausschließlich zur Information und sind zum Teil stark vereinfacht.

Tipp Nr. 2: Langfristig planen  

Um realistisch zu kalkulieren, sollten Eltern laut Berater Böhme prüfen, welche zwölf Monate als Vergleichszeitraum für das Elterngeld-Netto zählen. „Viele denken, sie bekommen auf jeden Fall 65 Prozent ihres früheren Einkommens. Aber die entscheidende Frage ist, welcher Zeitraum für die Berechnung betrachtet wird“, erklärt der Experte.

Stichtag ist grundsätzlich der Geburtstag des Kindes. Ab diesem Tag rechnet die Elterngeldstelle zwölf Monate zurück, um ein Vergleichseinkommen zu ermitteln. Der Haken: Gerechnet werden allein die Monate, in denen ein Einkommen erwirtschaftet wurde – und die können mitunter weit in der Vergangenheit liegen. Zum Beispiel dann, wenn du zwischenzeitlich Mutterschafts- oder Elterngeld für ältere Geschwister bekommen hast oder wegen Krankheit nicht erwerbstätig warst. In dem Fall geht das vorher erzielte Monatseinkommen mit in die Berechnung ein.

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Möglich, dass das Elterngeld bei jungen Familien dann niedriger ausfällt als gedacht – etwa, weil in den ersten Monaten des Vergleichszeitraums nur ein Einstiegsgehalt floss oder nur der studentische Nebenjob zählt.

Extra-Tipp: Wer Familienplanung betreibt, kann Einfluss auf den Vergleichszeitraum nehmen und so möglicherweise mehr herausholen.

Tipp Nr. 3: Zahlen optimieren 

Plane frühzeitig! Zu Beginn der Schwangerschaft hast du noch Spielraum, um das Elterngeld zu erhöhen. Stellschraube ist das Einkommen, das die Basis für die Berechnung ist. Es erhöht sich beispielsweise, wenn der Arbeitgeber Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld, Boni oder Prämien in laufende Einkünfte umwandelt.

Über die Möglichkeiten weiß die oder der Vorgesetzte und die Personalabteilung Bescheid – also am besten nachfragen. Auch eine steuerfreie Arbeitgeberbeteiligung für die Altersvorsorge kann als Arbeitsentgelt einen positiven Effekt auf das Elterngeld haben.

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Tipp Nr. 4: Die richtige Steuerklasse wählen

Ehepaare sollen zudem frühzeitig ihre Steuerklassen prüfen, um die optimale Kombination für ein möglichst hohes Elterngeld zu wählen. „Wer in der Steuerklasse 5 Elterngeld beantragt, ist in einer ungünstigen Situation. Das gilt es zu vermeiden“, rät Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Das heißt für Paare mit deutlichem Gehaltsunterschied: Der Elternteil, der nach der Geburt überwiegend die Betreuung des Kindes übernehmen wird, sollte schnellstmöglich in Klasse 3 wechseln. So erhöht sich das Nettoeinkommen und damit das Elterngeld – der negative Steuereffekt lässt sich mit der Steuererklärung in der Regel wieder ausgleichen.

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Tipp Nr. 5: Fristen beachten!

Um die Optimierungsmöglichkeit nutzen zu können, muss die Mutter spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes in Steuerklasse 3 wechseln, der Vater hat dafür Zeit bis sieben Monate vor der Geburt. Jeweils bis zum 30. November ist die Änderung beim Finanzamt möglich. „Eine solche Optimierung ist legal, birgt aber ein gewisses Risiko“, warnt Nöll.

Zum Weiterlesen: Einen Überblick über die Steuerklassen findest du hier.

„Problematisch wird es zum Beispiel, wenn der Ehepartner, der dann in der Steuerklasse 5 ist, unerwartet arbeitslos oder krank wird.“ Weniger riskant sei der Wechsel in Steuerklasse 4 oder 4 mit Faktor, wobei dann auch der Vorteil etwas geringer ausfalle.

herMoney Tipp

Handle frühzeitig! Mit etwas Vorlaufzeit und guter Vorbereitung ersparst du dir nicht nur Stress, sondern kannst auch Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes nehmen. Beispielrechnungen helfen, sich ein realistisches Bild zu verschaffen.

Einen ersten Überblick über die Regeln gibt das Bundesfamilienministerium auf einer Infoseite mit Fragen und Antworten. Bei Schwierigkeiten hilft die für deinen Wohnort zuständige Elterngeldstelle weiter. Auch einige private Beratungsfirmen haben sich auf das Thema spezialisiert  – achte hier auf faire, seriöse Bedingungen.

Zum Weiterlesen: Einen Artikel über den Zuverdienst bei Elterngeld Plus findest du hier. Und was du beachten solltest, wenn du von Vollzeit auf Teilzeit wechseln möchtest, erfährst du hier.

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Disclaimer: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann herMoney keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Der Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.