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Wenn dein Einkommen einfach nicht reicht, um die Familie durchzubringen, kannst du zusätzlich zum Kindergeld Kinderzuschlag beantragen.

Du denkst aufgrund von Corona das erste Mal über die Beantragung des Kinderzuschlags nach? Wir erklären, wo die Einkommensgrenzen liegen und beantworten viele wichtige Fragen rund um den Kinderzuschlag.

Inhalt

Habe ich Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Einkommensgrenzen: Wie viel darf man verdienen, um den Kinderzuschlag zu bekommen?

Wie wird berechnet, wie viel und ob ich Kinderzuschlag erhalte?

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Wo kann ich Kinderzuschlag beantragen?

Welche Unterlagen brauche ich, um den Kinderzuschlag zu beantragen?

herMoney Tipp

Das Wichtigste in Kürze

Der Kinderzuschlag soll Alleinerziehende und Familien mit geringem Einkommen vor Hartz IV bewahren.

Ausgezahlt wird der Kinderzuschlag ab einem Einkommen von 600 Euro brutto (Alleinerziehende) oder 900 Euro (Elternpaar). Eine Höchsteinkommensgrenze gibt es für den Kinderzuschlag nicht mehr. Sie wurde durch ein individuelles, gleitendes Berechnungsmodell ersetzt (Beispiele weiter unten).

Der Kinderzuschlag beträgt maximal 205 Euro pro Kind und muss jedes halbe Jahr neu beantragt werden.

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Habe ich Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Du arbeitest und hast trotzdem für dich und deine Familie zu wenig Geld zum Leben? Dann hast du vielleicht einen Anspruch auf Kinderzuschlag. Diese staatliche Leistung gibt es nämlich in der Regel, wenn Familien mit ihrem Einkommen, dem Kindergeld und (eventuell zustehendem) Wohngeld ihren finanziellen Bedarf nicht decken können.

Der Gesetzgeber hat den Kinderzuschlag geschaffen, um zu verhindern, dass ein einkommensschwacher Haushalt Hartz IV (sprich Arbeitslosengeld II) beantragen muss. Geregelt ist das Thema in § 6a Abs. 8 Satz 1 BKKG.

Voraussetzungen für den Kinderzuschlag

Ob du verheiratet bist, mit einem Partner ohne Trauschein zusammenlebst oder alleinerziehender Elternteil bist, ist egal.

Wichtig ist:

  • dein Kind lebt bei dir im Haushalt.
  • dein Kind ist jünger als 25 Jahre alt, weder verheiratet noch in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.
  • du bekommst Kindergeld (oder eine vergleichbare Leistung) für dein Kind.

Der Kinderzuschlag ist eine Leistung für Familien, die ein eigenes Einkommen haben. Heißt, es gilt die Voraussetzung, dass du mit selbstständiger Arbeit oder aus einem Angestelltenverhältnis dein eigenes Einkommen generierst. Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld oder auch Krankengeld zählen auch als Einkommen.

Wer ausschließlich Leistungen nach dem SGB II oder Sozialhilfe nach dem SGB XII bekommt und sonst kein Einkommen hat, hat keinen Anspruch auf den Kinderzuschlag.


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Einkommensgrenzen: Wie viel darf man verdienen, um den Kinderzuschlag zu bekommen?

Um Kinderzuschlag zu erhalten, gibt es eine untere Grenze, die sogenannte Mindest-Einkommensgrenze. So viel gilt es also mindestens zu verdienen. Die Grenze liegt bei Alleinerziehenden bei 600 Euro und bei Elternpaaren bei 900 Euro brutto. Angerechnet wird der Verdienst ohne Abgaben und Steuern. Nicht angerechnet werden Kindergeld und Wohngeld.

450-Euro-Job und Kinderzuschlag: Leidiges Thema ist wieder einmal der Minijob. Eine Alleinerziehende, die ausschließlich einen 450-Euro-Job hat, wird keinen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben. Denn der liegt ganz klar unter der 600-Euro-Schwelle. Tipp: Sprich mit deinem Arbeitgeber über eine Aufstockung deiner Stundenzahl, bis du in die Midijob-Riege fällst.

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Kinderzuschlag: Höchsteinkommensgrenze ist 2020 weggefallen

Die Höchsteinkommensgrenze gibt es so nicht mehr. Durch die gesetzliche Neuregelung im Zuge des Starke-Familien-Gesetzes, das am 01. Januar 2020 in Kraft trat, wurde die bis dato geltende Höchsteinkommensgrenze abgeschafft und durch ein gleitendes Berechnungsmodell ausgewechselt.

Der Kinderzuschlag fällt nun ab einer oberen Einkommensgrenze nicht mehr komplett weg, sondern verringert sich peu à peu. Der Sinn dahinter ist, dass Familien nicht mehr plötzlich ohne Kinderzuschlag dastehen, wenn sie mehr verdienen, sondern eben etwas weniger Leistung erhalten. Wie hoch der Zuschlag ist, ist unterschiedlich. Hier gibt es keine festen Sätze wie etwa beim Kindergeld. Für jede Familie wird der Kinderzuschlag individuell berechnet.

Tipp: Du kannst mit dem Check des KiZ-Lotsen recht schnell und unkompliziert prüfen, ob du generell einen Anspruch auf den Kinderzuschlag hast.

Wie wird berechnet, ob und wie viel Kinderzuschlag ich erhalte?

In welcher Höhe der Kinderzuschlag anfällt, wird für jede Familie individuell berechnet. Die Berechnung übernimmt die Familienkasse der Arbeitsagentur, wenn der erforderliche Antrag eingereicht ist.

Es gilt: Je mehr Einkommen deine Familie selbst generiert, umso weniger ist sie auf staatliche Unterstützung angewiesen und umso geringer wird der Zuschlag ausfallen. Die Berechnung ist abhängig von eurem Einkommen als Familie, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder.

Folgende Beispiele sollen darstellen, welche Einkommensgrenzen bei Familien mit einem, zwei oder drei Kindern bei der Berechnung des Kinderzuschlags eine Rolle spielen:

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  • Zahlt eine Alleinerziehende mit sechsjährigem Kind 500 Euro Warmmiete, kann sie KiZ beziehen, wenn ihr Verdienst bei rund 1.700 bis etwa 2.500 Euro brutto (ungefähr 1.300 bis 1.700 netto) liegt.
    Bei einer Warmmiete von rund 800 Euro und zwei Kindern (sechs und acht Jahre), darf das Bruttogehalt rund 2.100 bis rund 2.800 Euro (ungefähr 1.500 bis 1.900 netto) betragen. Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss sind nicht berücksichtigt.
  • Bei einem Paar (Doppelverdiener) mit zwei Kindern (zwei und acht Jahre) und einer Warmmiete von etwa 700 Euro darf das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 2.400 bis etwa 4.000 Euro (ungefähr 1.800 bis 2.800 netto) betragen.
    Hätte die gleiche Familienkonstellation eine Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf das Bruttogehalt rund 2.800 bis etwa 4.200 Euro (ungefähr 2.100 bis 3.000 netto) betragen.
  • Zahlt ein Paar (ein Alleinverdiener) mit drei Kindern (sechs, acht und zehn Jahre) eine Warmmiete von etwa 1.000 Euro, dürfen sie rund 2.200 bis etwa 4.400 Euro brutto (ungefähr 1.800 bis 3.100 netto) verdienen, um KiZ zu beziehen.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Ein anspruchsberechtigtes Kind erhält Kindergeld. Aktuell sind das für das erste und zweite Kind 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind 250 Euro. Der Kinderzuschlag beträgt bis zu 205 Euro pro Monat pro Kind.

Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern kann monatlich bis zu 848 Euro an Kinderleistungen – Kindergeld und Kinderzuschlag – erhalten.

Leistungen für 1. Kind Kindergeld 219,00 €
Kinderzuschlag 205,00 €
Leistungen für 2. Kind Kindergeld 219,00 €
Kinderzuschlag 205,00 €
Gesamtleistungen 848,00 €

Wo kann ich den Kinderzuschlag beantragen?

Kinderzuschlag beantragst du bei der zuständigen Familienkasse. Die entsprechenden Formulare kannst du auf der Homepage der Arbeitsagentur herunterladen oder vor Ort bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beziehen. Du kannst den Antrag auch online stellen.

Wichtig: Der Kinderzuschlag wird für sechs Monate bewilligt. Ist das halbe Jahr vorbei und du brauchst den Zuschlag immer noch, musst du einen neuen Antrag stellen. Ist aber kein großes Ding, da es eine Art Folgeantrag gibt.

Welche Unterlagen brauche ich, um den Kinderzuschlag zu beantragen?

Je nachdem, wie du dein Geld verdienst:

  • Lohn-/Gehaltsabrechnungen
  • Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers
  • Anlage zum Einkommen aus selbständiger Tätigkeit
  • Steuerbescheid
  • oder einen Bescheid über: Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Rente, Halbwaisenrente, Sozialhilfe, Leistungen der Unfallversicherung, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, BAföG, Stipendium, Berufsausbildungsbeihilfe, Leistungen für Asylbewerber, sonstige staatliche Leistungen (etwa Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz, Landeserziehungsgeld, BAföG-Darlehen)

Weiter solltest du aktuelle Unterlagen zu Girokonten, Riester, Unterhalt, Unterhaltsvorschuss und so weiter zur Hand haben, um den Antrag wahrheitsgemäß ausfüllen zu können.

herMoney Tipp

Es ist knapp, doch du verdienst eigentlich genug, um deine kleine Familie über die Runden zu bringen? Dann kannst du vielleicht den reduzierten Kinderzuschlag, Bildungs- und Teilhabeleistungen erhalten und von den KiTa-Gebühren befreit werden. Mehr Infos gibt’s bei deiner Familienkasse.

Zum Weiterlesen: Du möchtest wissen, wie du mehr aus deinem Geld machen kannst? Mit einem Haushaltsbuch und unseren Spartipps findest du bislang unentdecktes Sparpotential. Wenn du monatlich nur 25 oder 50 Euro in einen ETF-Sparplan investierst, wächst langsam ein kleines Vermögen heran.

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