Newsletter

herMoney Newsletter

Registrieren Sie sich jetzt zu unserem kostenlosen Newsletter und verpassen Sie nie wieder die neuesten Tipps und Neuigkeiten für Ihr finanzielles Wohlergehen.

Jetzt Finanzwissen sichern

Wie hoch ist das Mutterschaftsgeld für Angestellte, Minijobber und Selbstständige? Was Sie über die Zuschüsse wissen sollten.

Inhalt:

Werbung

Wer bekommt den Zuschuss wie lange und wie hoch ist er?

Hier eine erste Übersicht:

Art der Beschäftigung Kranken-

Versicherung

Anspruch auf Mutterschaftsgeld Zuschuss des Arbeitgebers Höhe des Mutterschaftsgeldes mit Zuschuss insgesamt Beantragen bei
Angestellte Gesetzliche Krankenversicherung Ja, bis zu 13 Euro täglich Der Arbeitgeber trägt die Differenz zwischen den 13 Euro pro Tag und dem Nettogehalt. Nettogehalt Gesetzliche Krankenkasse,

Arbeitgeber

Angestellte Private Krankenversicherung 210 Euro einmalig vom

Bundesversicherungsamt

Der Arbeitgeber zahlt das Nettogehalt abzüglich 13 Euro pro Tag. Weniger als Nettogehalt Bundesversicherungsamt,

Arbeitgeber

Hausfrau ohne Anstellung Familienversicherung / / / /
Selbständige, Freiberufler, Unternehmerinnen Freiwillig

gesetzlich

versichert mit Krankengeldanspruch

Während der Mutterschutzfrist Anspruch auf Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes  

/

Höhe des Krankentagegelds Gesetzliche Krankenkasse
Selbständige, Freiberufler, Unternehmerinnen Gesetzlich

Versichert ohne Krankengeldanspruch

Kein Anspruch auf Mutterschaftsgeld  

/

 

/

/
Selbständige, Freiberufler, Unternehmerinnen Private Krankenversicherung Kein Anspruch auf Mutterschaftsgeld von der PKV, einmalige Zahlung von 210 € des Bundesversicherungsamts / 210 € Private Krankenversicherung

Eine werdende Mutter, die in einem festen Arbeitsverhältnis steht, erhält eine staatlich verordnete, berufliche Auszeit – die Mutterschutzfrist. In der Regel sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und mindestens acht Wochen nach der Geburt darf sie nicht arbeiten – bis auf Ausnahmen. Mehr über Arbeitszeiten und Mutterschutz erfahren Sie hier.

Um während dieser Zeit kein finanzielles Fiasko zu erleben, erhält sie Mutterschaftsgeld. Das steht grundsätzlich allen Frauen zu, die selbstständig bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind. Es beträgt maximal 13 Euro pro Kalendertag und ist im § 24i Sozialgesetzbuch V.Buch geregelt.

Nun werden Sie das mal überschlagen und denken: 13 Euro Mutterschaftsgeld pro Tag macht bei 30 Arbeitstagen pro Monat 390 Euro. Wow, das kann es nicht sein.

Ist es auch nicht, denn weiter steht im Gesetz „Übersteigt das durchschnittliche Arbeitsentgelt 13 Euro kalendertäglich, wird der übersteigende Betrag vom Arbeitgeber oder von der für die Zahlung des Mutterschaftsgeldes zuständigen Stelle nach den Vorschriften des Mutterschutzgesetzes gezahlt.

Bedeutet im Klartext, dass der Arbeitgeber die Differenz zum Nettogehalt als Arbeitgeberzuschuss zahlt, damit die Frau auch während des Mutterschutzes insgesamt auf ihr Nettogehalt bekommt.

Liegt das Durchschnittsnettogehalt einer Angestellten unter 390 Euro, zahlt nur die Krankenkasse Mutterschaftsgeld. Verdient eine Auszubildende beispielsweise 350 Euro netto, erhält auch nur 350 Euro (11,67 Euro pro Kalendertag) Mutterschaftsgeld von der gesetzlichen Krankenkasse. Der Arbeitgeber muss nichts zuschießen.

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem Nettoverdienst der werdenden Mutter. Zur Berechnung nimmt man die letzten drei Einkommen aus den Monaten vor der Mutterschutzfrist. Bei Frauen, deren Gehalt wöchentlich abgerechnet wird, ergibt sich die Summe aus den letzten 13 Wochen vor Beginn der Mutterschutzfrist.

Rechenbeispiel:

Frisörin Uschi verdiente in den letzten drei Monaten vor ihrer Mutterschutzfrist 1.800 Euro netto. Es ergibt sich damit folgende Rechnung:

1.800 Euro (regelmäßiges Gehalt) x 3 (Monate) : 90 (Tage) = 60 Euro

Uschi bekommt also 60 Euro Mutterschaftsgeld pro Kalendertag.

Dabei zahlt die Krankenkasse 13 Euro Mutterschaftsgeld und der Arbeitgeber 47 Euro Zuschuss. Auf den Monat gerechnet bedeutet das die folgende Aufteilung:

  • Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse 390 Euro (30 x 13 Euro)
  • Zuschuss vom Arbeitgeber 1.410 Euro (30 x 47 Euro)

Wie funktioniert die Beantragung?

Mutterschaftsgeld bekommen Sie nicht automatisch auf Ihr Konto ausbezahlt. Sie müssen es beantragen. Zur Antragstellung vor der Geburt brauchen Sie zuallererst eine von der Hebamme oder dem Arzt ausgestellte Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin. Die vervollständigen Sie mit weiteren Angaben, etwa Ihrer Kontoverbindung und Daten zum Arbeitgeber, und reichen das Gesamtpaket bei Ihrer Krankenkasse ein.

Um den Zuschuss vom Arbeitgeber zu erhalten, geben Sie ihm die Bescheinigung Ihres Arztes oder Hebamme. Er wird dann alles Weitere in die Wege leiten.

Wie muss der Zuschuss in der Steuererklärung vermerkt werden?

Das Mutterschaftsgeld ist steuerfrei, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, es erhöht den persönlichen Steuersatz auf Ihr restliches Einkommen. Wer Mutterschaftsgeld bezieht, wird daher im Folgejahr eine Bescheinigung der Krankenkasse erhalten. Hier sind die Entgeltersatzleistungen aufgezeichnet, die die Empfängerin im letzten Jahr erhalten hat. Die Krankenkasse sendet die Daten direkt ans Finanzamt. Die auf der Bescheinigung stehende Summe tragen Sie in Ihre Steuererklärung ein. Und zwar im Mantelbogen auf Seite vier unter „Sonstige Angaben und Anträge“.

Was gilt für Mutterschaftsgeld und Zuschuss bei Minijobberinnen?

Anspruch auf das Mutterschaftsgeld hat auch eine Minijobberin. Vorausgesetzt, sie ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung pflicht- oder freiwillig versichert. Es gelten die gleichen Schutzfristen.

Rechenbeispiel:

Hausfrau Steffie wollte sich ein bisschen Geld dazuverdienen und hilft beim örtlichen Supermarkt auf Minijobbasis aus. Dabei wird sie nach Stunden abgerechnet und verdient maximal 450 Euro im Monat, manchmal auch weniger. Steffie ist selbst bei der GKV krankenversichert. In den letzten drei Monaten vor der Mutterschutzfrist verdiente sie wie folgt:

  • Monat 1, 400 Euro
  • Monat 2, 450 Euro
  • Monat 3, 390 Euro
    –> Insgesamt 1.240 Euro

Steffie hat (laut Berechnung 1.240 Euro/90 Tage) ein kalendertägliches Nettoentgelt von 13,78 Euro. Das bedeutet, sie bekommt 13 Euro Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse und 0,78 Euro Zuschuss vom Arbeitgeber. Wenig, aber immerhin etwas. Und: Schlimmer geht immer.

Nämlich für Frauen, die einen Minijob haben und nicht selbst krankenversichert sind – sondern etwa über den Ehepartner familienversichert sind. Die bekommen nur ein einmaliges Mutterschaftsgeld von 210 Euro vom Bundesversicherungsamt. Für den gesamten Zeitraum der Schutzfristen. Bedeutet in Pampers gerechnet etwa 14 Packungen.

Wer den Anspruch auf die 210 Euro Mutterschaftsgeld hat, stellt einen Antrag beim Bundesversicherungsamt. Möchten Sie den Antrag auf Mutterschaftsgeld online stellen, finden Sie hierzu Infos bei der Mutterschaftsgeldstelle.

Wie wirkt sich ein befristetes Beschäftigungsverhältnis auf den Zuschuss und das Mutterschaftsgeld aus?

Wer sich in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis befindet, muss das Mutterschaftsgeld neu berechnen lassen, sollte während des Bezuges das Beschäftigungsverhältnis enden. Mit dem Ende der Zusammenarbeit endet nämlich auch der Arbeitgeberzuschuss. Das Mutterschaftsgeld wird dann neu nach den für das Krankengeld geltenden Vorgaben kalkuliert.

Mutterschaftsgeld für freiwillig gesetzlich Versicherte?

Angestellte mit einem Bruttoeinkommen von höchstens 60.750 Euro (Stand 2019) sind gesetzlich krankenversichert. Wer mehr verdient und freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, hat einen Anspruch auf das Mutterschaftsgeld nur, wenn eine Vereinbarung zur Zahlung von Krankengeld getroffen wurde. Sind Sie freiwillig gesetzlich versichert, sollten Sie diesen Punkt unbedingt mit der Krankenkasse klären.

Gibt es Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss für privatversicherte Angestellte?

Frauen mit Festanstellung, die privat krankenversichert sind, erhalten kein Mutterschaftsgeld. Weder von der GKV noch von der PKV. Sie erhalten auf Antrag eine einmalige Zahlung von bis zu 210 Euro vom Bundesversicherungsamt.  Was den Arbeitgeberzuschuss betrifft, gilt: Übersteigt der durchschnittliche Nettolohn pro Kalendertag die 13 Euro, zahlt der Arbeitgeber die Differenz als Zuschuss. Er tut also quasi so, als bekäme die Frau die 13 Euro von der GKV.

Rechenbeispiel:

Beträgt der Nettolohn der Prokuristin Laura pro Kalendertag 100 Euro, erhält sie während der Mutterschutzfrist 87 Euro (100 Euro – 13 Euro) pro Kalendertag. Und eben einmalig die 210 Euro, sollte sie die beantragt haben.

Wichtig: Ein Verdienstausfall während der Mutterschutzfristen gilt seit 2017 als Versicherungsfall. Das bedeutet, dass Versicherungen – soweit abgeschlossen – in diesem Zeitraum Krankentagegeld zahlen. Wichtig ist, dass der Versicherungsvertrag wenigstens acht Monate vor dem Versicherungsfall abgeschlossen wurde.

Bekommen Selbständige auch Mutterschaftsgeld?

Selbständige und Freiberuflerinnen, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt Mutterschaftsgeld erhalten. Voraussetzung ist, dass die Krankenversicherung einen Krankengeldanspruch beinhaltet. Das gilt es für freiwillig Versicherte unbedingt rechtzeitig zu klären. Die Höhe des Mutterschaftsgeldes entspricht dann der des Krankengeldes – nämlich 70 Prozent des Arbeitseinkommens, das vor Beginn der Mutterschutzfrist die Grundlage für die Beitragsberechnung war.

IconherMoney-Tipp

Das Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung zur Vorlage beim Arbeitgeber ist kostenfrei. Kümmern Sie sich am besten auch gleich ums Elterngeld, denn eine rechtzeitige Beantragung ist wichtig. Warum, erfahren Sie in unserem Artikel “Elterngeld: Frühzeitig handeln“. Eine vorsichtige Kalkulation und die Beantragung von Partnermonaten ist ebenfalls sinnvoll.

 

Beitrag teilen: