Newsletter

herMoney Newsletter

Registrieren Sie sich jetzt zu unserem kostenlosen Newsletter und verpassen Sie nie wieder die neuesten Tipps und Neuigkeiten für Ihr finanzielles Wohlergehen.

Jetzt Finanzwissen sichern

Geld sparen für die lieben Enkelkinder - aber wie? Lohnt sich ein Sparbuch? Welche Alternativen gibt es?

Viele Großeltern möchten gerne für die Enkel sparen. Denn das Kleine soll ja irgendwann einen guten Start ins Erwachsenenleben haben, einen Grundstock fürs Studium oder Geld in der Hand für den Führerschein. Aber Geld anlegen ist gar nicht so einfach. Aktien schwanken, die Sparbuch-Zinsen sind mager bis nicht vorhanden und der Wert des Bargeldes kann je nach Inflation wie Eis in der Sonne schmelzen. Was also tun?

Inhalt:

Das Wichtigste in Kürze:

Ein Sparbuch hilft dem Enkel, ein Gefühl fürs Sparen und Geldausgeben zu bekommen. Für größere Beträge eignet es sich nicht, da sich das Geld nicht vermehrt und die Inflation die Zinsen auffrisst.

Viele Makler preisen Bausparverträge und Ausbildungsversicherern an, aber die Kosten sind hoch und die Erträge niedrig.

Aktien, ETFs und Fonds schwanken im Kurs, bringen aber mehr Rendite. Sie lohnen sich vor allem bei einem langen Anlagehorizont, der bei Enkeln meist gegeben ist.

Werbung

Lieber Bargeld statt Spargeld?

Manche Großeltern pfeifen auf das pralle Konto für den Enkel zum 18. Geburtstag. Denn wie viel würde das einbezahlte Kapital dann wirklich wert sein? Was, wenn der Bub oder das Mädel das Geld sofort nach Erhalt sinnlos verpulvern? Und wer weiß, ob die Großeltern das überhaupt noch erleben? Getreu dem Motto „lieber mit warmen als kalten Händen geben“ drücken sie dem Enkelkind immer mal zwischendurch 20 Euro in die Hand und freuen sich an deren strahlenden Gesichtern. Sei`s drum!

Welche Geldanlage eignet sich für die Enkelkinder?

Andere Großeltern sind überzeugte Sparer und möchten den Enkeln finanziell etwas Gutes tun. Doch welche Geldanlagen eignen sich für den Enkel? Lohnt sich ein Sparbuch zur Geburt des Enkels? Welche Alternativen gibt es?

Sparbuch für Enkel: Nur gut für kleines Taschengeld

Vielleicht war Ihr erster Gedanke ein Sparbuch, der Deutschen liebste Geldanlage. Einfach zu verstehen, vermeintlich risikolos und für jeden Geldbeutel. Ja, stimmt irgendwie. Fakt ist aber auch: Zinsen gibt es nicht. Ein physisches Buch meist auch nicht mehr. Und risikolos ist es nur bedingt, denn: „Inflation essen Sparbuch auf“.

Einzig der psychologische Faktor gibt dem Dinosaurier unter den Sparanlagen seine Daseinsberechtigung. Sagen wir mal so: Sie möchten Ihrem Enkel regelmäßig einen kleinen Betrag zukommen lassen. Wie ein kleines Taschengeld – sagen wir, zehn Euro pro Monat. Damit darf sich das Kind kleine Wünsche erfüllen und sieht am Büchlein oder Sparauszug, wie das „Vermögen“ wächst oder schrumpft. Für diesen Fall ist ein Sparbuch für den Enkel okay. Für eine langfristige Geldanlage, von der Geburt bis zum 18. Geburtstag, leider nicht. In diesem Fall macht es keinen Sinn, Geld in Form eines Sparbuches für den Enkel anzulegen.

Sparbuch an Enkel vererben: Was passiert im Erbfall?

Manche Großeltern fragen sich auch, wie sie ihr eigenes Sparbuch später einmal vererben können. Wer das möchte, muss es im Testament festlegen. Ist kein Testament vorhanden, fließt der Betrag in die Erbmasse und wird unter allen Erben aufgeteilt. Eine mündliche Zusage beim Nachmittagskaffee – auch unter Zeugen – ist ungültig.

Ist die Oma verstorben und der Enkel möchte ans Geld, wird er mit dem Sparbuch zur Bank gehen. Er muss sich ausweisen und die Sterbeurkunde und den Erbschein oder das Testament plus Eröffnungsschrift vorlegen, bevor ihm das Geld ausbezahlt wird. Sollte das Vermögen am Sparbuch tatsächlich über 200.000 Euro liegen, muss der Enkel Erbschaftssteuer zahlen.

Sparbuch an Enkel überschreiben: So geht‘s

Möchten Sie das Sparbuch zu Lebzeiten auf den Enkel übertragen, können Sie auf keinen Fall einfach so Ihren Namen durchstreichen und den des Enkels eintragen. Der Weg zur Bank ist unumgänglich. Am einfachsten ist es, das Sparbuch zu kündigen und dem Enkel das Geld auf sein eigenes Konto oder Sparbuch zu übertragen.

Bausparvertrag für Enkel – hohe Kosten, magere Zinsen

“Wenn ich groß bin, werde ich Spießer!“ An die Werbung erinnern Sie sich vielleicht noch. Nichtsdestotrotz sind Bausparverträge für den Nachwuchs aktuell als Geldanlage umstritten. Denn zieht man sämtliche Kosten von den mageren Zinsen ab, rechnet sich der Vertrag nicht wirklich.

Gut zu wissen: Wenn ein Berater argumentiert, dass der Enkel ja später vielleicht mal bauen möchte, haken Sie nach: „Wirklich, ein Bausparer? Ich habe gelesen, dass viele Bausparkassen die gut verzinsten alten Verträge kündigen und die Kunden rausdrängen. Ehrlich, das soll eine Anlage für meinen Enkel sein?“

Der Hintergrund: Bausparkassen kündigen seit einiger Zeit Bausparverträge mit hohen Bonuszinsen. Diese alten Verträge sind für die Institute teuer. Leider sind manche Kündigungen gerechtfertigt, denn laut aktuellem BGH- Entscheidung ist ein Bausparvertrag zehn Jahre nach Erreichen der Zuteilungsreife kündbar. Ob der Sparer das möchte oder nicht.

Werbung

Sind Goldmünzen sinnvoll?

Goldmünzen sind hübsch anzuschauen, liegen gut in der Hand und haben – da physisches Geld – etwas Vertrautes. Gold wird wahrscheinlich niemals komplett wertlos sein und Münzen können zudem spannende Renditechancen haben. Andererseits unterliegt Gold argen Schwankungen. Eine zuverlässige Aussage über die Wertentwicklung von Gold und Münzen kann niemand treffen.

Großer Nachteil ist die Aufbewahrung. Die kleinen Dinger müssen gut verwahrt werden, am besten im kostenpflichtigen Schließfach oder Tresor. Geben Sie es dem Kind besser nicht zur Aufbewahrung! Im Kinderzimmer-Chaos dürfte der – etwa ein Cent große – Zehntel-Krügerrand schnell auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Ist das Enkelkind finanziell gut aufgestellt, ist so eine Goldmünzensammlung – während 18 Geburtstagen und anderen Extra-Anlässen dürfte etwas zusammenkommen – eine feine Sache. Als einzige Geldanlage aber leider eher fraglich.


Schon gewusst?
Mit Gold-ETFs können Sie an der Goldpreis-Entwicklung teilhaben!

 


Die Ausbildungsversicherung ist meist sinnlos

Die Ausbildungs­versicherung ist so etwas wie eine kapital­bildende Lebensversicherung. Im Oma-Opa-alles-für-den-Enkel-Verkaufsgespräch wird gerne hervorgehoben, dass sie die Kosten für die Weiterbildung nach der Schule deckt und noch während der Ansparphase eine Absicherung gegen Unfall- oder Invaliditätsrisiko des Kindes beinhaltet. Was für ein großartiges Produkt – für den Makler. Der streicht nämlich die Provision ein.

Kritiker und Verbraucherzentralen raten von solchen Kombiprodukten eher ab. Die Verbraucherzentrale gibt zu bedenken, dass eventuelle Risiken oft nicht bedarfsgerecht abgesichert seien. Weiter bemängeln sie eine fehlende Flexibilität. In der Regel könne man nämlich nicht vor Vertragsende über das Guthaben verfügen oder mit dem Sparen länger aussetzen. Und nicht zuletzt knabbern hohe Abschluss- und Verwaltungskosten an der Rendite dieser Policen.

Risikolebensversicherung – eine Überlegung wert

Statt der Ausbildungsversicherung könnten Großeltern den Enkel über eine Risikolebensversicherung insbesondere für den Todesfall der Eltern absichern. Über den Tod der eigenen Kinder nachzudenken, ist allerdings gerade für ältere Herrschaften ein schwieriges Thema. Doch wer auf Sicherheit setzt, sollte sich von einem unabhängigen Makler beraten lassen.

Banksparplan für sicherheitsbewusste Großeltern

Ist etwas langweilig, doch dafür recht risikolos – wenn Sie sich keine exotische Bank auf den Cayman Islands aussuchen. Für alle, die ungern Abenteuer eingehen, ist er ein geeignetes Produkt. In Kauf nehmen muss man den Wertverlust durch die Inflation. Der Banksparplan funktioniert folgendermaßen: Jeden Monat zahlen die Großeltern eine Summe ein. Ab 25 Euro monatlich ist der Banksparplan zu haben. Mit etwas Glück findet man eine Bank, die noch ein paar Zinsen abwirft.

ETF- oder Fondssparplan für mehr Rendite

Er funktioniert wie ein „normaler“ Sparplan, nur eben, dass das Geld in einen ETF oder Fondanteile investiert wird. Die Rendite dürfte besser ausfallen – ja, auch in schwankungsintensiven Börsenzeiten. Und erst recht, wenn auf lange Sicht angelegt wird, also auf zehn oder mehr Jahre.

Haben Sie nach ein paar Jahren genug in einen Sparplan gezahlt, können Sie ihn alleine weiterarbeiten lassen (sinnvoll ist ein thesaurierendes Produkt) und das Einzahlen einfach einstellen. Mit dem monatlichen Betrag gehen Sie dann auf einen neuen ETF- oder Fondssparplan mit anderer Struktur. So stellen Sie das Depot breiter auf und können Kursschwankungen besser abfangen.


Sie wissen nicht, welche ETFs Sie für den Enkel kaufen könnten?
Diese Basic-ETFs eignen sich für Einsteiger!

 


Einzel-Aktien als Beimischung

Aktien sind renditestärker als manch andere Anlagen. Vor allem langfristig gesehen sind Einzelwerte gemischt mit ETFs oder Fonds eine gute Option, für den Enkel zu investieren. Allerdings sind Aktien risikobehaftet und unterliegen teils enormen Kursschwankungen, die man ertragen sollte.


Geld verlieren an der Börse:
So minimieren Sie die Risiken von Fonds & Co.

 


Wer bisher keinen blassen Schimmer von Aktien hat, kann sich das Wissen aneignen. Denn zum Lernen ist es nie zu spät. Und Hand aufs Herz – der Freizeitstress bei Senioren lässt sicher ein Stündchen Lektüre pro Tag zu. Die Empfehlung für Einsteiger: Beate Sander hat übrigens auch erst im zarten Alter von 60 Jahren angefangen, in Aktien „zu machen“. Bis heute hat sie die Millionen-Grenze mit ihrem Aktien Depot geknackt. Hier erzählt sie, wie sie das gemacht hat.

Können Großeltern Konten für Enkel eröffnen?

Ein Sparbuch oder ein anderes Konto für den Enkel eröffnen – wie geht das denn? Wie jede Kontoeröffnung, allerdings mit ein paar Unterlagen mehr. Das Feintuning ist von Bank zu Bank verschieden, man wird Sie aber über das Prozedere aufklären.

Griffbereit sollten Sie folgende Unterlagen haben:

  • die Geburtsurkunde des Enkels – oder eine beglaubigte Kopie der Urkunde
  • für Enkelkinder unter 18 Jahren die Unterschrift der gesetzlichen Vertreter (Eltern)
  • Personalausweis der Eltern
  • den eigenen Personalausweis
  • Nachweis des alleinigen Sorgerechts bei Alleinerziehenden
  • für alle Fälle die Steueridentifikationsnummer

Tipp: Da Oma und Opa für den Enkel sparen möchten, beantragen sie am besten gleich bei der Kontoeröffnung eine Vollmacht für das Konto.

So eröffnen Sie ein Depot für den Enkel

Wer für den Enkel Wertpapiere anlegen möchte, braucht ein Depot für ihn. Da ein reges Interesse der Banken an der Kundschaft von morgen besteht, gibt es Kinderdepots mit guten Konditionen. Etwa spezielle Rabatte, freie Trades, Gutschriften zur Eröffnung oder den Wegfall der Depotgebühr.

Für das Depot selbst gilt: Das Kind ist Depotinhaber, darf vor dem Erreichen der Volljährigkeit selber aber keine Wertpapiergeschäfte tätigen. Die Großeltern sollten sich eine Vollmacht geben lassen, damit sie Transaktionen vornehmen und Aktien kaufen können. Kinderdepots gleichen im Look und in der Technik Erwachsenendepots. Unterschiede gibt es bisweilen bei den handelbaren Finanzinstrumenten. So sind extrem risikoreiche Produkte beim Kinderdepot oft nicht zugelassen.

herMoney Tipp

Suchen Sie sich eine Anlage, mit der Sie flexibel sind und die monatlichen Raten auch mal aussetzen können. Ist der Enkel recht frech und Sie ärgern sich über ihn, können Sie für einige Zeit die Rate pausieren und sich selbst etwas Hübsches leisten!

Werbung

 

 

 

Beitrag teilen: