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Finanzen mit dem Partner vertraglich zu regeln, gilt als Tabu. Ein Fehler, sagt Michael Mary und erklärt, wie Geld und Liebe zusammengehen.

 

herMoney: Herr Mary, wenn es in einer Beziehung ums Geld geht: Sind es eher die Frauen oder eher die Männer, die das Thema anschneiden?

Michael Mary: Es sind eher die Wohlhabenderen. Wer mehr Geld hat, versucht offenbar, es zusammen zu halten.

herMoney: Müssten nicht gerade die weniger Begüterten das Thema angehen?

Michael Mary: Auf jeden Fall dann, wenn sie Verpflichtungen eingehen. Vor allem müssen sie ihren nicht-materiellen Beiträge zur Partnerschaft eine gleich hohe Bedeutung zumessen wie dem Geld. Daran hapert es meist.

herMoney: Sie schreiben in Ihrem Buch “Liebes Geld”: In einer Beziehung über Geld zu sprechen, sei das letzte große Tabu. Warum ist ausgerechnet ein so wichtiges Thema so verpönt?

Michael Mary: Es ist nicht leicht, über Geld und Liebe zu sprechen, wenn man nur die beiden Begriffe zur Verfügung hat. Dann geht es entweder um das eine oder das andere, die Verbindung von Liebe und Geld wird nicht sichtbar. Dass es drei verschiedene Arten von Geld innerhalb einer Paarbeziehung gibt, ist so gut wie unbekannt.

herMoney: Welche drei Geldarten sind das?

Michael Mary: Ich unterscheide zwischen Partnergeld, Freundesgeld und Liebesgeld. Wer diese Begriffe trennt, kann genau festlegen, welchem Zweck das Geld dienen soll. Und je nach dem Zweck richtet sich dann der Umgang damit: Bei Partnergeld geht es um Verhandlungen und Verträge, bei Freundesgeld um Abmachungen und Teilhabe, bei Liebesgeld um Geschenke. Wer das durcheinander bringt, schadet seiner Beziehung.

herMoney: Wenn es darum geht, für die Familie zurückzustecken und deshalb weniger zu verdienen: Ist das Partner oder Freundesgeld? Und wie sollten finanzielle Verluste für die gemeinsame Sache kompensiert werden?

Michael Mary: Das Geld, das weniger verdient wird, ist ein partnerschaftlicher Beitrag, es ist Partnergeld. Man verzichtet ja nicht deshalb, weil man dem anderen Gutes tun will, dann wäre es Freundesgeld. Man verzichtet, um das Familienprojekt am Laufen zu halten. Über einen entsprechenden Ausgleich muss verhandelt werden, der Vertrag braucht eine Schriftform. So wie der Ehevertrag ja auch schriftlich festgehalten ist, egal ob vor dem Standesamt oder Notar.

herMoney: Wie können Frauen üben, das heikle Thema doch anzusprechen?

Michael Mary: Da gibt es nicht viel zu üben. Sie müssen es wollen, sie müssen es für wichtig halten, und sie müssen sich nicht einreden oder einreden lassen, dass Geld und Liebe nichts miteinander zu tun haben.

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Das Interview führte Dr. Catrin Gesellensetter

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