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Als Eigenmarke unters Social-Media-Volk – wie funktioniert das? Kann von der Arbeit als Micro-Influencer leben?

Inhalt:

Influencer – viele denken spontan an Bibis Beauty Palace, Rezo oder Kylie Jenner. Social-Media-Promis mit Millionen Followern und 250.000 Euro Honorar pro Posting. Doch neben diesen Megastars gibt es massenhaft Influencer, die weniger Follower haben, weniger verdienen und trotzdem auf ihre Kosten kommen. Die sogenannten Micro-Influencer.

Das Wichtigste auf einen Blick:

Definition: Mirco-Influencer haben 2.500 – 40.000 Follower. Sie sind nah an ihren Fans und daher von Werbepartnern geschätzt.

Verdienst: Der Arbeitsaufwand übersteigt den Lohn oft deutlich. Bloggen ist meist eher ein Zubrot, bei dem der Spaß im Vordergrund steht.

Beispiele: Manche Reise-Blogger, Fashion-Kanäle auf YouTube oder Hobbysportler auf Instagram haben sich bereits einen Namen gemacht.

Der erste Schritt: Einfach starten und durch Trial and Error lernen, was funktioniert. Wenn es Ihnen Spaß macht, können Sie nichts verlieren.

Was sind Micro-Influencer?

Micro-Influencer sind – wie schon der Name vermuten lässt – Influencer, die in einem verhältnismäßig kleinen Follower-Universum agieren. „Es gibt hier keine 100-prozentige Definition“, erklärt Philipp John, Gründer und COO der Agentur Reachhero.de. „Im Markt hat sich aber eine Spannweite von 2.500 – 40.000 Followern etabliert.“

Follower-Zahlen im vier- bis fünfstelligen Bereich – so wenig … Von wegen. Gerade diese geringe Fan-Anzahl macht Micro-Influencer für Agenturen und Unternehmen interessant. Denn zum einen können sich kleinere Unternehmen eine Zusammenarbeit leisten. Und zum anderen sind Micro-Influencer näher an den Fans dran.

Dank ihrer Authentizität haben sie einen intensiven Dialog mit ihren Followern, „holen sie ab“ und bauen Beziehungen auf. „Ein Beispiel wären hier erfolgreiche Amateursportler, die eine kleine Reichweite haben, aber trotzdem sehr involvierte Follower“, sagt John.

Die A-, B- und C-Promis der Influencer-Szene generieren Reichweite. Sie könnten sich jedoch wegen ihrer „Gebührensätze“ und sinkender Engagement-Raten selbst ins Aus schießen. (Follower-)Quantität ist eben nicht gleich Qualität.

Micro-Influencer dagegen posten meist aus Überzeugung, meist nebenberuflich. Sie wollen einem bestimmten Personenkreis etwas berichten, das ihnen wichtig ist. Etwa, dass sie die Bio-Creme XY so viel besser vertragen als ein konventionelles Produkt. Und so etwas nehmen wir dem netten Mädchen von nebenan nun einmal eher ab als einer ätherischen Modell-Erscheinung.


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Beispiele für Micro-Influencer und Verdienstmöglichkeiten

Reich geworden ist vom microinfluencen noch niemand. Und nicht selten haben Influencer mit 10.000 Followern, die viel Zeit in die Pflege ihres Blogs oder YouTube-Kanals stecken, mehr Arbeit als Profit. Wie viel ein Influencer verdient oder verdienen kann, hängt mit seinem Einsatz und Verhandlungsgeschick zusammen.

„Es sind ja nicht nur monetäre Anreize, die es lohnend machen“, weiß Experte John. „Viele Micro-Influencer haben einfach Spaß daran, ihr Leben mit ihren Followern zu teilen und nutzen ihre Community als Inspiration. Komplett davon zu leben ist bei einer Reichweite von unter 40.000 Abonnenten in den meisten Fällen nicht möglich. Trotzdem kann man interessante Kooperationen eingehen.“

Schwärmt zum Beispiel eine Bloggerin von einem Pedelec mit Kinderanhänger, ist es durchaus möglich, dass sie ein hochpreisiges Gefährt zur Verfügung gestellt bekommt. Und eventuell behalten darf. Dafür präsentiert sie es auf ihrem Blog mit Bildern oder Videos. Bei der Fahrt zum Einkaufen, zur Kita oder beim Radl-Ausflug mit der ganzen Familie.

Reiselustige könnten sich über die Einladung eines Wellness-Hotels freuen. Dafür posten sie dann ein paar schöne Fotos aus dem Infinity Pool, vom Candle Light Dinner und im hoteleigenen Flausch-Bademantel mit Cappuccino-Tasse am Abreisemorgen. Hier dann bitte ein trauriges Gesicht, mit dem Untertitel: „Es war wunderschön! Schade, dass das Wochenende rum ist…“.

Generell positive Stimmung gegenüber Influencern

Gut, das ist etwas sarkastisch, aber egal. Bloggen und influencen funktioniert. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft brachte im November 2018 die Studie „Umfrage zur Nutzung von Influencer Marketing“ heraus. Die belegt eine positive Stimmung der Unternehmen gegenüber Influencern.

„Die Mehrheit der Unternehmen bevorzugt die individuelle Zusammenarbeit mit wenigen, ausgewählten Influencern (87 Prozent). Dabei werden Micro-Influencer (63 Prozent), (…) den berühmten Persönlichkeiten (23 Prozent) oder Social-Media-Stars (15 Prozent) vorgezogen.“

Und die Studie „Influencer Marketing, Global Survey Consumers“ von Rakuten-Marketing.com belegt die durchaus positive Gesinnung seitens der Verbraucher. Die Bedeutung von Influencern ist nicht zu unterschätzen.

Die Befragung ergab, dass:

  • 65 Prozent der Verbraucher mindestens einmal pro Woche über einen Influencer eine neue Marke oder ein neues Produkt entdecken.
  • 87 Prozent sich von einem Influencer zu einem Kauf inspirieren lassen.
  • 56 Prozent der Frauen, die Influencern folgen, im Bereichen Beauty, Fashion und Entertainment unterwegs sind.
  • 31 Prozent der Verbraucher Freunden und Verwandten mindestens einmal pro Woche einen Influencer empfehlen.

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Fünf Tipps, wie Sie Micro-Influencer werden können

„In den seltensten Fällen wird man heute noch ganz schnell ein großer Influencer, da sich Reichweiten nicht mehr so schnell aufbauen lassen wie vor 4 bis 5 Jahren“, sagt Experte John. „Das heißt, man braucht einen langen Atem.“

Weitere Tipps sind:

  • Den richtigen Kanal finden: Wer als Influencer starten möchte, braucht einen Social-Media-Kanal oder einen Blog. Je nachdem, wo Sie sich am wohlsten fühlen: YouTube, Facebook, Instagram oder Twitter.
  • Ziele definieren: Wie präsentiere ich mich, welche Nische kann ich bedienen? Gartengestaltung, junge Mutter, Yoga-Lehrerin, Auto-Testerin, Fashion…
  • Regelmäßig posten: Im Social-Media-Bereich regelmäßig Neuigkeiten veröffentlichen.
  • Netzwerken und Interaktion: Den Fans antworten und sich mit deren Content beschäftigen. Re-Posts schreiben und kommentieren.
  • Kooperationen: Wer möchte, kann mit anderen Influencern kooperieren. Dabei ist wichtig, dass die Marken und Themen zusammenpassen.

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Fünf Fehler, die es zu vermeiden gilt

Trends und Plattformen wie Instagram und YouTube ändern sich ständig. Wer viel Arbeit in seine Posts steckt, möchte Erfolg. Neulinge fragen sich, welche Kardinalsfehler es zu vermeiden gibt. „Wichtig ist es, erst mal anzufangen,“ rät John. „Dann merkt man schnell, was funktioniert und was nicht. Am Ende geht es viel im Trial and Error auf dem Weg zum Erfolg.“

Ein paar Tipps haben wir uns dennoch von ein paar alten Hasen abholen können:

  • Niemals zu wenig posten: Wer unregelmäßig oder nur alle drei Wochen etwas online stellt, dürfte schnell im Social-Media-Nirwana verschwinden.
  • Niemals zu viel posten: Zu viele Posts, dazu auch noch mit unsäglichen und unzähligen Emojis gespickt, nerven Follower. Schlimmstenfalls bestellen sie das Abo ab.
  • Keine Banalitäten posten: Wer ausschließlich Selfies mit Sonnenbrille und Herzchen hochfährt, dürfte seine Community eher langweilen und verlieren.
  • Besser nicht seinem Thema untreu werden: Wer keine Lust mehr auf sein Thema hat, sollte seinen Kanal nicht über Nacht auf ein komplett anderes umstellen. Etwa von Food Channel auf Pferde und Reit-Urlaube.
  • Nicht lügen und betrügen: Bitte niemals lügen, Follower täuschen oder für dumm verkaufen. Das verzeihen sie nicht.

herMoney-Tipp

Haben Sie Blut geleckt und möchten Ihre zweite Karriere als Micro-Influencer*in starten? Dann probieren Sie doch, Ihre Fans mit Gewinnspielen, Umfragen oder Werbegeschenken zu überraschen. Das schafft nicht nur Freu(n)de, sondern auch einen guten Werbeeffekt. Wie der Alltag einer Bloggerin aussehen kann, lesen Sie hier.

Wenn Sie sich doch gegen ein Dasein als Micro-Influencer*in entschieden haben, aber das Internet Ihre Welt ist, ist vielleicht die Gründung eines Start-ups eher interessant?

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