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Wie kauft man eigentlich einen ETF? Unsere Redakteurin berichtet über ihre Erfahrungen und die ersten Schritte.

Der erste Motivationsschub ist mehr als ein Jahr her. Im Briefkasten landet ein Bestätigungsschreiben der Bank: Ihr Depot ist nun eröffnet. Sie sind startklar für den Wertpapierhandel. Wir wünschen viel Erfolg. Wie man einen ETF kauft, wusste ich damals nicht.

Auf einem separaten Blatt steht die Anleitung zum ersten Log-In, inklusive Zugangsnummern. Direkt ausprobiert. Passwort geändert, dann ein paar Klicks im Online-Portal: auf die Eingabemaske für die „Watchlist“ und „Quick Order“, darunter die Wertpapier-Order. Ein Blick in die Übersicht der letzten Transaktionen: keine vorhanden. Doch das soll sich ändern.

Der Plan steht längst: Einen ETF kaufen, Anlegerin werden, das ersparte Geld arbeiten lassen, statt es auf dem Girokonto zu parken. Per Investment in Aktien und Indexfonds von einer kostengünstigen Geldanlage profitieren, am Wirtschaftswachstum teilhaben. Soweit einleuchtend.

Einsteigern wie mir raten Finanzexperten meist zu ETFs, also zu börsengehandelten Indexfonds: Die sollen deutlich günstiger sein als beispielsweise aktiv gemanagte Fonds, hinter denen ein Manager steht, der sich für seine Arbeit bezahlen lässt. Das dürfte gleichzeitig eine höhere Rendite bedeuten, weil die Kosten geringer sind.

Dazu kommt, dass ETFs weniger Risiko versprechen als etwa ein Investment in Einzelaktien. Das liegt an der breiten Verteilung: Denn in manchen dieser Papiere stecken mehr als Tausend Aktien verschiedener Unternehmen aus mehreren Ländern – dass alle gleichzeitig in Schieflage geraten, ist unwahrscheinlich. Es sprechen also doch ein paar gute Gründe dafür, sich ein paar dieser Wertpapiere zuzulegen. Doch wie funktioniert der ETF-Kauf genau?

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ETF kaufen – Darum kümmere ich mich später

Guthaben für das Depot ist schnell vom Girokonto überwiesen. Für einen ersten Testkauf: 200 Euro. Wer weiß, was so alles schiefgehen kann, wenn man das erste Mal einen ETF kauft. Deshalb der Vorsatz: Lieber gründlich einlesen, bevor es losgeht. Wenn demnächst mal Zeit ist. Irgendwann.

Dann wieder ausgeloggt. Und für lange Zeit vergessen – oder eher verdrängt.

Das Depot – Oder: Wie ich lernte, mir ein Passwort zu merken

Ein Jahr später der zweite Anlauf: Neue Zugangsdaten kommen mit der Post, Service für vergessliche Kunden. So, jetzt geht es los. Aber wie kauft man eigentlich einen ETF? Wie funktioniert das?

Beim Log-In zeigt sich: Ein Verlust steht bereits zu Buche, bevor auch nur ein einziges Wertpapier gekauft ist. Um 1,40 Euro ist das Anfangsvermögen geschrumpft, auf nunmehr 198,60 Euro. Schuld sind Portogebühren für ungelesene Benachrichtigungen und das neue Passwort. Da steigt die Motivation, sich endlich aktiv mit dem Depot zu beschäftigen. Soll heißen: Jetzt werde ich einen ETF kaufen. Aber wie geht das?

ETF kaufen – aber wie? Der Weg aus dem Labyrinth

Hoffentlich mache ich nichts falsch! Die Kurzanleitung für das Webtrading meiner Bank gibt den Weg vor. Startpunkt ist das Eingabefeld für die Wertpapier-Order. Neben der Stückzahl verlangt die Maske nach der sogenannten Wertpapierkennnummer (WKN) oder auch ISIN. Die Abkürzung steht für „International Securities Identifying Number“. Um die Kennnummer zu finden, muss ich jetzt eine Entscheidung fällen: Welchen ETF kaufen?

Eine Orientierungshilfe steht auf der Webseite der Bank – die Maske namens „ETF-Finder“ wirbt mit schneller und übersichtlicher Auswahl. Wäre schön, wenn das stimmt: Denn ohne Filter zeigt die Trefferliste mehr als 1500 ETFs.

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Also systematisch eingrenzen. Erster Schritt, so sagen die Finanzratgeber: Kenne deine persönlichen Anlageziele und den Zeithorizont. Mir schwebt für den Anfang vor allem eine Anlageform vor, die wenig Ärger bedeutet: Mein Geld darf gerne einige Jahre unbehelligt vor sich hin arbeiten. Am liebsten in Form von Unternehmensanteilen, also Aktien. Und wenn die Kurse zwischenzeitlich mal fallen? Da muss ich dann wohl durch!  Wenn alles gut läuft, gleichen sich Kursschwankungen wieder aus, sodass am Ende kein Verlust entsteht, sondern eine auskömmliche Rendite. Deshalb kann es nicht schaden, möglichst viele verschiedene Aktien im ETF zu haben. Niemals alles auf ein Pferd setzen – das heißt auch: die Geldanlage zur Sicherheit über mehrere Länder streuen.

Die Entscheidung – Oder: Irgendwo muss ich ja anfangen

Damit ist klar, welche Infos ich in den ETF-Finder stecke: Es soll ein Produkt auf Aktien sein. Direkt fallen mehr als 450 Optionen weg. Aber es sind trotzdem noch 1100 ETFs verfügbar, also weiter: Bei der Region erscheint „Global“ als einfachste Möglichkeit. Bei den Ländern will ich mir alle Optionen offen halten, also folgt jetzt die Frage nach dem Index, den das Wertpapier abbilden soll.

Da wird es kryptisch. Zwischen Begriffen wie „CECE Composite Index“, „CSI 300 Index“ und „FTSE RAFI Emerging Index“ tauchen kaum bekannte Namen auf. Immerhin „MSCI World“ ist mir aus Ratgebern ein Begriff – angeblich ein gutes Basisprodukt. Diese Option steht ganz am Ende einer Liste mit mehr als 50 verschiedenen Varianten des MSCI. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Name des Indexanbieters Morgan Stanley Capital International.

Inzwischen sind nur noch 160 ETFs in der engeren Auswahl. Diese lassen sich jetzt nach der Höhe der laufenden Kosten sortieren. Hier ist weniger natürlich mehr – vereinzelt gibt es auch Werbeaktionen mit Nullkosten, je nach Bank und Anbieter.

Unter den Anbietern in der Trefferliste tauchen besonders häufig auf: der Deutsche-Bank-Ableger Xtrackers sowie iShares, zugehörig zur US-Fondsgesellschaft Blackrock. Die Kürzel hinter den Anbieter- und Indexnamen verraten die Details – zum Beispiel, ob der ETF Dividenden ausschüttet oder einbehält.

Zusätzliche Infos liefert das Faktenblatt des jeweiligen Wertpapiers: Hier sind alle Besonderheiten aufgelistet, einfach zu finden über die Detailinformationen zu den Ergebnissen aus der Suchmaske. Auf dem Faktenblatt steht auch die Kennzahl des ausgewählten ETFs – die ist wichtig für den nächsten Schritt.

Ist die ISIN in die Ordermaske eingetragen, zeigt das System die verfügbaren Handelsplätze an. Ein grüner Farbbalken baut sich am linken Rand auf, neben den Namen einiger Banken: Baader Bank, Commerzbank, Deutsche Bank. Ebenfalls mit Balken versehen: der Aktienhändler Lang & Schwarz sowie Quotrix, das elektronische Handelssystem der Börse Düsseldorf, und die Berliner Börse Tradegate.

Die Uhr tickt: Im Sekundentakt nimmt der Balken wieder ab, verfärbt sich dabei erst orange, dann rot. Nach acht Sekunden verschwindet er. Wer ETFs kaufen will, muss also schnell sein.

Der Direkthandel – Oder: Wie ich meinen ersten ETF kaufe

Eine Erklärung liefert meine Bank in der Anleitung für das Webtrading: Wer eine Order aufgeben will, hat mehrere Handelsplätze zur Auswahl. Mein Depot unterscheidet die beiden Kategorien „Direkthandel / Handel über Tradegate / Quotrix“ und „Börsenhandel“. Der Farbbalken ist nur in der ersten Gruppe zu sehen und hat offenbar mit dem Direkthandel zu tun.

Wie der Name schon sagt: Der Wertpapierkauf läuft dabei direkt mit der jeweiligen Bank oder dem Händler ab. Was die Farben optisch vermitteln: Der jeweilige Händler gibt mir eine Zeitspanne vor, in der sein Angebot zu einem bestimmten Kurs gilt. Per Klick auf „aktualisieren“ verändert sich der Wert, wenn auch nur um wenige Cent. „Außerbörslicher Direkthandel“ heißt der Vorgang.

Ratgeber bezeichnen die Option als einfach für den Einstieg und besonders transparent im Vergleich zum Handel an der Börse. Klingt nach einem guten Weg für meinen Testkauf. Andererseits ist zu lesen, dass der Direkthandel weniger strengen Regeln unterliegt. Also erst einmal die Alternativen prüfen.

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Der Börsenhandel – Oder: Verloren auf dem Parkett

Im Webtrading ein Stück weiter nach unten gescrollt, fängt die Liste mit den Börsenplätzen an: darunter Düsseldorf, Frankfurt, München, Stuttgart und London. Das sind die sogenannten Parkettbörsen. Ganz unten ist Xetra aufgeführt, der elektronische Handelsplatz der Frankfurter Börse.

In meiner Übersicht steht hinter jedem Handelsplatz ein unterschiedlicher Kurs – dahinter verbirgt sich der letzte Preis, zu dem ein ETF oder ein anderes Wertpapier zuletzt an dem jeweiligen Ort gehandelt wurde. Daneben findet sich die verfügbare Stückzahl meines ausgewählten ETFs. Der Logik nach muss es sich um identische Produkte handeln. Macht es also einen Unterschied, ob mein Kauf über Stuttgart, Frankfurt oder Xetra läuft?

Laut Experten zählt hier vor allem ein Punkt: Die Gebühren pro Order variieren. Das beeinflusst wiederum die Rendite. Welche Option ist also die günstigste?

Die Gebührenordnung – Oder: Warum Zahlen manchmal begeistern

Eine detaillierte Kostenaufstellung weist mein Online-Portal im Bereich des außerbörslichen Direkthandels aus. Die Übersicht zeigt an, wie viel der Kauf meines gewünschten ETFs bei jedem verfügbaren Händler kostet – in meinem Fall bei Baader Bank, Commerzbank und Lang & Schwarz. Die sogenannten Fremdkosten setzen sich aus Börsengebühr und Courtage zusammen. In meinem Fall liegen beide Posten bei Null.

Die Börsengebühren listet meine Bank übersichtlich in einem separaten Dokument auf, einfach zu finden über die Homepage oder eine Suchmaschine im Internet. Die Aufstellung unterscheidet zwischen elektronischen Börsen und Regionalbörsen und liefert auch ein Rechenbeispiel: Wer mit einer Order 2.500 Euro investiert, kommt bei den Direkthändlern Quotrix und Tradegate ebenfalls ohne Gebühr davon.

Anders sieht es bei Xetra aus: mit 75 Cent Mindestgebühr oder 0,00739 Prozent vom Ordervolumen. Nochmals deutlich teurer ist beispielsweise der Frankfurter Parketthandel mit einer Mindestgebühr von 3,75 Euro oder 0,072 Prozent vom Ordervolumen. Gerade bei großen Investitionssummen fallen die anteiligen Kosten stark ins Gewicht. Bei einem kleinen Testkauf wie meinem schmerzt dagegen eine hohe Mindestgebühr.

Dazu kommt, dass sich meine Bank selbst noch Geld abzweigt. Sie verlangt eine fixe Orderprovision sowie Handelsplatzgebühr. Das heißt in Zahlen: Bei jedem meiner Wertpapierkäufe in Deutschland sind sofort 6,50 Euro weg. Also in jedem Fall den Direkthandel wählen, um Börsengebühr zu sparen?

Laut Ratgebern ist das nicht immer der beste Weg. Denn die Suche nach dem günstigsten Handelsplatz hängt vom Einzelfall ab, lese ich häufig. Pflicht sei in jedem Fall ein genauer Blick in die Gebührentabellen.

Danach gilt es, meine Entscheidung zu verfeinern. Denn viele Details können die Kosten des Kaufs beeinflussen: Gibt es bei meiner Bank für bestimmte Produkte Sonderaktionen? Zu welcher Uhrzeit soll der Handel stattfinden? Während der Öffnungszeiten der Börsen oder außerhalb? Sofort oder automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt? Gerade zum besten verfügbaren Marktpreis oder sobald mein persönliches Maximum erreicht ist? Fragen über Fragen. ETFs kaufen funktioniert also nicht ohne Hintergrundwissen. Aber man kann sich schnell aneignen, wie der ETF-Kauf geht.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Teil 2 “ETFs wann und wo kaufen?” lesen Sie hier 

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