Newsletter

herMoney Newsletter

Registrieren Sie sich jetzt zu unserem kostenlosen Newsletter und verpassen Sie nie wieder die neuesten Tipps und Neuigkeiten für Ihr finanzielles Wohlergehen.

Jetzt Finanzwissen sichern

Das Coronavirus hat nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Börse fest im Griff. Wir informieren regelmäßig über neue Entwicklungen.

*** Update vom 07.05.2020:

Steht unsere Wirtschaft trotz aller Rettungspakete vor einer Rezession? Was genau ist eine Rezession überhaupt und wie schnell kann sich unsere Wirtschaft wieder erholen? Welche Geldanlage ist am aussichtsreichsten: Aktien, Anleihen oder illiquide Wert wie Immobilien? Und wie verhält es sich mit Dividenden, die aktuell im Kreuzfeuer stehen? Dazu haben wir Prof. Dr. Michael Heise zum Gespräch eingeladen, einer der bekanntesten Volkswirte des deutschsprachigen Raums. Wir klären mit Michael die großen Fragen der Wirtschaft und welche Anlagen sich lohnen in Zeiten von Corona.


*** Update vom 23.04.2020:

Das erste Börsengewitter ist vorüber, nun kommen die Rettungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken. Wir klären auf, was der EZBRettungsschirm „Bazooka“ bedeutet, was eine Notenbank macht, was es mit den neuen Staatsschulden auf sich hat und was all das für Ihr Geld bedeutet. Im Gespräch mit Birgit Wetjen sprechen wir zudem über Donald Trumps Helikoptergeld, unsere Depots und wie Anlegerinnen nun klug agieren sollten.


*** Update vom 16.04.2020:

Haben die Börsen ihr Corona-Tief schon hinter sich?
Kaufen, wenn die Kanonen donnern? Klingt gut – und im Rückspiegel betrachtet ist man immer schlauer als mit dem Blick nach vorne. Seit dem tiefen Fall der Börsen zu Beginn der Corona-Krise ging es schon wieder ein gutes Stück bergauf. Der DAX hatte in der Spitze gut 40 Prozent seines Wertes verloren. Doch obwohl die Ausmaße der Krise und des Lockdowns der Wirtschaft weltweit noch gar nicht absehbar sind, zogen die Kurse längst wieder nach oben. Gut 25 Prozent haben die im DAX gebündelten deutschen Unternehmen seit dem Tief wieder gut gemacht.

Vielleicht fragen Sie sich, ob die Börsen die Corona-Infektion längst überwunden und Sie einen Einstieg verpasst haben? Gemach, gemach. Profis wie Dr. Hendrik Leber, Gründer und Chef des Fondsanbieters und Vermögensverwalters Acatis, sehen schon seit Wochen sehr gute Kaufgelegenheiten. Sie erwarten, dass sich gute Unternehmen schnell wieder erholen werden.

Andere sind zurückhaltender. Denn es ist unstrittig, dass die Wirtschaft durch den Lockdown weltweit an Fahrt verliert. Die Unternehmensgewinne brechen ein, eine tiefe Rezession – also zwei Quartale in Folge mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt (BIP) – gilt als wahrscheinlich. Die überwiegende Mehrheit der Analysten erwartet auch, dass die Corona-Tiefstände noch einmal getestet oder sogar unterschritten werden.

Leider haben aber auch Profis keine Glaskugel – ob die Börsen wieder fallen oder sich weiter erholen, weiß niemand. Auf einen idealen Einkaufszeitpunkt zu hoffen, macht sowieso wenig Sinn. Besser: Ruhe bewahren und langfristig in mehreren Tranchen investieren – gerne auch per Sparplan. Wenn die Börsen den Infekt überwunden haben, sind Sie bei der Erholung dabei. Und falls es ein Nachbeben gibt, kaufen Sie die nächste Tranche günstig ein.

Ein zweites Beben könnte es geben, wenn die wirtschaftlichen Folgen sich in den kommenden Monaten in den Unternehmensbilanzen und Ausblicken zeigen. Die Panik ist dann vorbei, der Abwärtszyklus eventuell aber nicht. „Oft kommt es noch zu einer Phase der Kapitulation und anschließend der Resignation“, weiß Peter Huber, einer der erfahrensten Fondsmanager der Republik. In der Kapitulationsphase treffe eine Welle schlechter Nachrichten auf die Märkte und treibe auch die letzten Optimisten zum Verkauf ihrer Aktien. „In der Resignationsphase sind die Investoren so mürbe gemacht, dass sie von Aktien nichts mehr hören wollen“, so Huber. Fazit: Achtsam bleiben und mit Plan investieren. Trauern Sie keinen Tiefständen hinterher!

Auch unser neuer Podcast beschäftigt sich mit der aktuellen Börsenlage:

Gibt es „krisenfeste“ Fonds, die Rückschlagrisiken absichern?
Bei aktiven Fonds bestimmt das Management, welche Aktien im Fonds landen. Allerdings sind die Manager in ihren Entscheidungen nicht ganz frei: Sie müssen sich an die Vorgaben des Fondsprospektes halten.

Einen Fondsprospekt gibt es für jeden Fonds. Darin ist festgelegt:

  • ob das Kapital in Aktien, Rentenpapieren, Immobilienwerten oder Rohstoffen investiert werden soll
  • ob nur bestimmte Branchen oder Länder berücksichtigt werden
  • ob und wie viel Liquidität gehalten werden kann
  • ob sogenannte Derivative, deren Preise sich nach den Kursschwankungen anderer Investments richten (wie etwa Optionsscheine oder Hebel-Zertifikate) zur Absicherung oder auch als Performance-Beschleuniger eingesetzt werden dürfen

Je mehr Freiheitsgrade das Management hat, desto besser kann es auf Entwicklungen reagieren. Wer viele Freiheiten hat, kann viel richtig, aber auch viel falsch machen: Eine gute Fondssteuerung setzt deshalb ein sehr gutes Management voraus.

Neben flexibel gesteuerten Fonds gibt es Fonds, bei denen eine Absicherung zum Fondskonzept gehört. Dirk Müller, auch bekannt als „Mr. DAX“, setzt mit dem Dirk Müller Premium Aktien – R EUR ACC (ISIN: DE000A111ZF1) auf internationale Großkonzerne – und sichert das Fondsvermögen über Optionsscheine oder Optionen ab. Fallen die Kurse der Unternehmen, steigen die Absicherungen im Wert und gleichen den Kursverlust ganz oder teilweise aus.

Die Dauerabsicherung gibt es nicht zum Nulltarif. Wie bei jeder anderen Versicherung gilt: Tritt kein Schaden ein, weil die Börsen nach oben ziehen, ist die eingezahlte (Versicherungs-)Prämie verloren.

Risikomanagement mit permanenter Absicherung bietet auch der Fonds LuxTopic – Aktien Europa (ISIN: LU0165251116). Auf Basis der Kennzahlen wählt das Management aus dem europäischen Index EuroStoxx 50 die 35 aussichtsreichsten Aktien aus. Zusätzlich federn Optionskomponenten das Portfolio ab, wenn es turbulent wird. In den ersten drei Monaten des Jahres waren Anleger mit diesem Fonds trotz Corona-Crash sogar um knapp drei Prozent im Plus, während der Index 25 Prozent seines Wertes verloren hat.

Trotz Absicherungskosten hat der Fonds den Index und damit auch jeden ETF auf den Index auch über längere Zeiträume abgehängt. Seit Auflage 2003 liegt der aktiv gemanagten Fonds um gut 85 Prozent vor dem Index.

Fonds mit Absicherung eignen sich für Sie, wenn Sie ein hohes Maß an Sicherheit wünschen. Wenn Sie keine Angst vor Rückschlägen haben und langfristig Vermögen aufbauen möchten, können Sie aber getrost auf Absicherung verzichten. Mit einem Top-Fonds wie etwa dem Comgest Growth Europa (ISIN: IE0004766675) hätten Sie nicht nur ETFs auf den EuroStoxx, sondern auch den Fonds mit eingebautem Risikopuffer ganz locker abgehängt.


*** Update vom 02.04. 2020:

Historische Tiefpreise nutzen und jetzt Aktien kaufen oder noch warten?
Das sogenannte „Timing“ an der Börse ist extrem schwierig. Auch die erfahrensten Expertinnen schaffen es nicht, zum höchsten Punkt zu verkaufen und zum niedrigsten einzusteigen. Schließlich beruhen alle Börsen-Aktionen auf Prognosen, und die sind nun mal mit Unsicherheit behaftet. Lassen Sie sich also keine grauen Haare über der Frage wachsen, ob jetzt wirklich der günstigste Zeitpunkt für einen Einstieg ist. Fest steht: Jetzt steigen Sie deutlich billiger ein als noch Anfang März 2020. Das deutsche Aktienbarometer DAX lag zum Beispiel Anfang April rund 20 Prozent niedriger als Anfang März.

Natürlich könnte es sein, dass es nach einer kurzen Erholung („Klasse, die Anzahl der Corona-Kranken sinkt etwas!“) erneut abwärts geht an der Börse („Au weia, die wirtschaftlichen Folgen sind ja enorm!“) und dann erst wieder hoch. Ein möglicher Ausweg aus diesem Dilemma ist: Legen Sie den Betrag, den Sie an der Börse investieren möchten, in 3 Schritten an: Ein Drittel jetzt, ein Drittel im Mai und ein Drittel im Juli.

Wenn ich jetzt investieren will, welche Aktien, Fonds oder ETFs bieten sich an?
Das hängt immer von Ihrem Anlageziel und Ihrer persönlichen Situation ab. Wenn Sie sich einfach nur generell am Aktienmarkt engagieren möchten, ist es immer eine gute Idee, einen breit anlegenden Aktienfonds zu wählen. Das kann beispielsweise ein ETF auf den MSCI World-Index oder vielleicht lokaler begrenzt auf den Euro Stoxx 600 sein. Wenn Sie schon Börsenerfahrung haben und sich mehr Markteinschätzung zutrauen, ist jetzt auch mal ein Branchen-Fonds oder sogar eine Einzelposition interessant. Überlegen Sie, welche Branchen und Unternehmen von der Krise profitieren könnten. Vielleicht Anbieter von Video-Konferenzen, Hersteller von Viren-Tests oder Beatmungsgeräten? Mein Sohn tippt auf Netflix … Da sehen Sie gleich, was er in der Krise gemacht hat. So prickelnd Investments in Einzel-Aktien sind, so riskant sind sie auch. Besser abgefedert sind Sie mit einem Fonds, weil er die Risiken breiter streut.

Was ist riskant?
Einzelne Aktien sind riskanter als Fonds. Und Fonds, die auf eine einzelne Branche oder Region setzen, sind riskanter als weltweit anlegende Fonds. Besonders riskant sind Investitionen, die sich nur auf Grund von Subventionen oder Förderungen rechnen. Ein einziger gesetzlicher Federstrich kann zum Beispiel Solaranlagen-Investments unrentabel machen. Ein hohes Risiko haben auch Branchen und Unternehmen, die auf Grund von einer einzigen Erfindung ins Museum wandern können, wenn sie es nicht schaffen sich anzupassen. Wer braucht zum Beispiel noch Foto-Filme, wo es Digital-Kameras gibt?

Und was Ihr eigenes Anlageverhalten betrifft: Richtig riskant ist es, wenn man in einem Börsencrash die Nerven verliert und zu Tiefstpreisen verkauft. Dann sind unsere Ängste das höchste Risiko!


*** Update vom 26. März 2020:

Geld und Leben in Zeiten von Corona: Wir stellen die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammen und begleiten Sie mit wertvollen Tipps!

1) Ist mein Geld auf dem Konto sicher?

Um Ihre Spareinlagen und Ihr Festgeld müssen Sie sich keine Sorgen machen. Bankeinlagen sind in Deutschland bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Darüber hinaus zahlen fast alle Finanzinstitute auf freiwilliger Basis in sogenannte Einlagensicherungsfonds, um auch höhere Vermögen abzusichern. Die Modelle unterscheiden sich. Wenn Sie mehr als 100.000 Euro bei Ihrer Bank liegen haben, erkundigen Sie sich bei Ihrem Bankberater. Wer ganz sicher gehen will, kann sein Vermögen auch auf mehrere Banken verteilen.

2) Was ist mit meinen Wertpapieren, wenn meine Bank Pleite geht?

Aktien, aktiv gemanagte Investmentfonds und ETFs werden grundsätzlich als Sondervermögen geführt und damit vor Insolvenz geschützt. Das bedeutet, dass diese Wertpapiere nicht in die Insolvenzmasse fließen, wenn die Bank, bei der Sie Ihr Depot haben, in wirtschaftliche Schieflage gerät. Sie können Ihr Depot dann problemlos zu einem anderen Finanzinstitut transferieren.

Anders verhält es sich beispielsweise bei abgeleiteten Finanzprodukten wie etwa Anlagezertifikaten. Das haben auch deutsche Investoren in Folge der Finanzkrise 2008 zu spüren bekommen. Wer etwa auf Anlagezertifikate aus dem Hause Lehman Brothers gesetzt hatte, um die Risiken der direkten Geldanlage zu minimieren, hat am Ende viel Geld verloren. Denn Anlagezertifikate wie Aktienanleihen oder Discountzertifikate sind „Inhaberschuldverschreibungen“. Geht das Finanzinstitut Pleite, das die Papiere auf den Markt gebracht hat, ist das investierte Geld der Anleger größtenteils oder sogar vollständig verloren. So geschehen 2008, als die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmelden musste.

Nicht zum Sondervermögen gehören auch die sogenannten ETCs, das sind ETFs auf Rohstoffe. Auch hier gibt es Ausnahmen. Die meisten Anbieter von Gold-ETCs sichern das investierte Kapital über Goldreserven ab. Informieren Sie sich über die jeweilige Sicherung, bevor Sie investieren!


Sie sind selbstständig und kommen gerade ins Straucheln?
So hilft Ihnen der Staat!

 


*** Update vom 19. März 2020:

Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Viele Länder haben bereits Ausgangssperren verhängt und den Notstand ausgerufen, um die Ausbreitung einzudämmen. Gesundheit first, das ist selbstverständlich. Vielen geht die Pandemie zudem an die wirtschaftliche Existenz.

Bund und Länder wollen „unbegrenzt“ Geld zur Verfügung stellen, um Insolvenzen zu verhindern und Arbeitsplätze zu sichern. Über die genauen Maßnahmen und Möglichkeiten werden wir Sie in den kommenden Tagen und Wochen informieren.

Vielleicht haben Sie auch begonnen, in Aktien, Fonds oder ETFs zu investieren und schauen jetzt unsicher in Ihr Depot? Halten? Verkaufen? Oder schon nachkaufen? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Ihrem Depot!

Unsere Podcasts zum Thema:

Sie möchten mehr herMoney-Podcasts hören oder sie abonnieren? Dann klicken Sie hier.

1) Ich habe einige Fonds und Aktien im Depot. Bisher habe ich stillgehalten, aber die Kurse fallen immer tiefer. Sollte ich nicht doch noch die Notbremse ziehen und verkaufen?

Besser nicht. Bisher sind die Börsen in der Spitze um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Wenn Sie einen langfristigen Anlagehorizont haben, sollten Sie jetzt die Nerven behalten. Denn erst mit dem Verkauf Ihrer Wertpapiere wird der Verlust Realität. „Kleinanleger sollten auf keinen Fall ihre Bestände verkaufen“, rät deshalb auch Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Langfristig werden sich die Börsen wieder erholen.

2) Wie lange kann die Talfahrt andauern?

Das kann aktuell noch niemand sagen – der Ausblick ist völlig ungewiss. Die wirtschaftliche Entwicklung hängt zum einen davon ab, wie schnell sich das Virus ausbreitet, die Maßnahmen greifen und ein wirksames Medikament entwickelt ist. Und zum anderen davon, ob es gelingt, die Unternehmen in der Krise so zu stützen, dass eine Pleitewelle verhindert werden kann.

3) Welche Maßnahmen sind denn geplant?

Die Bundesregierung will einen Schutzschirm spannen und Unternehmen mit Liquiditätshilfen in Milliardenhöhe unterstützen – mit Bürgschaften, KfW-Krediten, Steuerstundungen und Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) nutzt ihr Instrumentarium. Zwar bleibt der Zins vorerst unverändert bei 0. Aber bis zum Jahresende sollen 120 Milliarden Euro in Anleihen von Staaten und Unternehmen fließen, um deren Liquidität zu sichern. Zudem soll die Kreditvergabe über günstige Langfristfinanzierungen angekurbelt werden.

4) Ich habe einen Sparplan. Soll ich den aussetzen, bis sich die Turbulenzen gelegt haben?

Nein, wenn Sie breit aufgestellt sind und die Risiken gut gestreut haben, ist das nicht zu empfehlen. Das bisher angesparte Kapital hat die Talfahrt ja bereits mitgemacht, der Wert der Beteiligungen ist schon geschmolzen. Wenn Sie Ihren Sparplan mit überschaubaren Sparraten weiterlaufen lassen, sind die zusätzlichen Risiken gering. Möglich sogar, dass Sie sich damit auf lange Sicht attraktive Kaufkurse sichern.

5) Ich habe etwas Geld gespart. Ist es nach dem Crash der letzten Wochen ratsam, jetzt Aktien zu kaufen?

Eine Börsenweisheit sagt: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Allerdings sind die Auswirkungen der Pandemie aktuell noch völlig ungewiss. In den kommenden Wochen dürfte sich das Virus in Europa und in den USA weiter ausbreiten, möglicherweise verdüstern sich die wirtschaftlichen Aussichten weiter. Deshalb ist es ratsam, den Verlauf erst einmal abzuwarten und noch keine größeren Summen zu investieren.

Es kann natürlich auch sein, dass sich die aktuellen Niveaus auf lange Sicht als attraktive Einstiegskurse erweisen. Wenn Sie das Risiko nehmen möchten und mögliche weitere Kursrückschläge aushalten können: Setzen Sie nicht alles auf eine Karte, sondern steigen in mehreren kleineren Tranchen ein!

6) Woher weiß ich denn, wann ein guter Einstiegszeitpunkt ist?

An der Börse wird bekanntlich nicht geklingelt. Leider, kann man sagen. Denn das Risiko ist groß, nach einem Crash den Einstieg zu verpassen. Achten Sie darauf, wie sich die Pandemie entwickelt. Sobald die Zahl der Neuinfektionen zurück geht, ein wirksames Medikament gefunden ist oder die Aussicht auf Besserung besteht, ziehen die Kurse wahrscheinlich schnell wieder nach oben.

Natürlich kann es etwas dauern, bis sich die Wirtschaft erholt hat und alte Höchststände an der Börse erreicht werden. Und aller Voraussicht nach wird es auf dem Weg nach oben noch einige Rückschläge geben.

Wenn Sie Ihre Nerven nicht strapazieren und sich nicht um das Timing kümmern möchten, empfiehlt sich ein Sparplan. Damit investieren Sie regelmäßig – etwa einmal im Monat – eine bestimmte Summe. Steigen die Kurse, kaufen Sie damit weniger Aktien; nach einem Kursrutsch bekommen Sie für die gleiche Summe mehr!

7) Sind aktiv gemanagte Fonds in der Krise besser als ETFs?

ETFs haben den Vorteil, dass die Kosten niedrig sind und die Wertentwicklung nicht von der Qualität des Managements abhängt. Schließlich kommen sie ohne teures Management aus und bilden strikt die Wertentwicklung eines Index ab. Genau hier liegt aber auch der Nachteil dieser Papiere.

Wenn die Börse crasht, geht ein ETF mit dem Index 1:1 in den Keller. Gute Manager dagegen haben die Möglichkeit, die Risiken zu reduzieren – indem sie aus risikoreichen Papieren aussteigen oder gar die Cash-Quote erhöhen. Vor allem bei kurz- und mittelfristigen Investments kann das ein großer Vorteil sein.

Bei langen Anlagezeiträumen fällt eine mögliche Outperformance in der Krise allerdings kaum ins Gewicht. Fast kein Manager schafft es, auf Dauer so gut oder besser als der Index zu sein!

8) Welche Unternehmen profitieren und welche gehören zu den Verlierern?

Flugzeuge stehen still, Kreuzfahrtschiffe liegen im Hafen und Hotels sind geschlossen: Die gesamte Touristik-Branche liegt brach. Ersten Insolvenzen dürften weitere folgen, einige Unternehmen haben bereits einen Antrag auf staatliche Unterstützung gestellt.

Aber auch Industrieunternehmen bekommen die Folgen des Coronavirus zu spüren, weil Lieferketten unterbrochen sind und auch die Nachfrage nach Produkten fehlt. Autobauer wie VW, Ford oder BMW haben ihre Produktion in Deutschland bereits eingestellt, viele Zulieferer sind vom Produktionsstopp betroffen.

Wir empfehlen allerdings nur den Spezialistinnen oder aktiven Anlegerinnen unter Ihnen, jetzt einzelne Aktien zu picken. Die Einzelwertrisiken sind hoch. Möglich, dass es im Laufe der Krise einige Insolvenzen geben wird. Geringere Ausfall-Risiken bestehen, wenn Sie Ihre Investments breit streuen – zum Beispiel per Fonds oder ETF.

 


*** Artikel vom 28. Februar 2020:

An Berichte über Geisterstädte in China oder Kreuzfahrtschiffe unter Quarantäne hatten wir uns gewöhnt. Und auch an Aussagen von Experten, die die Angst vor dem Coronavirus für vollkommen übertrieben hielten. Doch spätestens seitdem in der Lombardei in Italien mehrere Städte abgeriegelt wurden, ist klar: Die Lungenkrankheit 2019-nCoV breitet sich rasant weiter aus – nicht nur in China.

Entsprechend schlug auch die Stimmung an den bis dahin so optimistischen Börsen um. Während viele Jecken am Rosenmontag den Höhepunkt des Straßenkarnevals feierten, bebten die Börsen weltweit. Am Ende stand ein Minus wie seit Jahren nicht mehr, auch am Tag danach ging es weiter bergab. Manch Anlegerin mag sich deshalb fragen: Jetzt noch Geld in Aktien investieren? Oder lieber so schnell wie möglich alles verkaufen?

Aktien halten oder verkaufen?

Bevor Sie überhastet das „Notaus“ bemühen, machen Sie sich bewusst, dass Panik kein guter Anlageberater ist! Wenn Sie langfristig – zum Beispiel per Sparplan – Vermögen aufbauen möchten, lohnen sich Schnellschüsse ohnehin nicht. Jetzt kurzfristig größere Beträge an der Börse zu investieren, ist allerdings auch nicht zu empfehlen, denn weiteren Rückschläge sind nicht auszuschließen.

Schließlich lässt der Coronavirus noch viele Fragen offen: Ebenso wie die Spezialisten der Epidemiologie fahren auch die Ökonomen und professionellen Geldanleger „auf Sicht“. Übertragungswege sowie mögliche gesundheitliche und ökonomische Folgen sind noch völlig unklar.

Wie beeinflusst Corona die Börse?

In China steht das öffentliche Leben in einigen Millionenstädte still, die Straßen sind wie leer gefegt, die Läden geschlossen. „Beim Transport haben wir in den ersten Februarwochen einen Einbruch um 80 Prozent gesehen, bei Flügen von 90 Prozent“, sagt Jörg Wuttke, Chef der EU-Handelskammer in China, gegenüber der „Welt“. Produktionsausfälle, gestörte Lieferketten, eingeschränkte Konsummöglichkeiten sowie Ausfälle im Reiseverkehr „Der wirtschaftliche Schaden ist viel größer, als die meisten bisher vermuten.“

Doch längst hat das Virus nicht nur die Konjunktur in Asien ausgebremst. Auch in Europa und den USA sind die Aussichten getrübt. US-Anbieter wie Apple oder Mastercard haben die Umsatzprognosen reduziert. Fluglinien wie die Lufthansa oder United Airlines haben sämtliche Flüge nach China gestrichen. Kindergärten, Schulen und Betriebe in unterschiedlichen Regionen machen dicht.

„Die Wahrscheinlichkeit für länger anhaltende und stärkere Belastungen des globalen Wachstums ist gestiegen“, erklärt Prof. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management der Hamburger Berenberg Privatbank. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat bereits seine Konjunkturprognose für China und die Weltwirtschaft für das Gesamtjahr 2020 gesenkt.

Ist die deutsche Wirtschaft betroffen?

In Deutschland ist die Zahl der Kranken zwar noch gering und die meisten Erkrankungen verliefen bisher glimpflicher als bei gewöhnlichen Influenza-Infektionen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warnte jedoch: „Die Krankheit ist in Europa angekommen, und deshalb müssen wir damit rechnen, dass sie sich auch in Deutschland ausbreiten kann.“

Die exportlastige deutsche Wirtschaft jedenfalls hat sich bereits in ihrem wichtigsten Absatzmarkt China angesteckt und könnte noch stärker beeinträchtigt werden. Mehrere Branchen rechnen laut Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in den kommenden Wochen mit Engpässen bei Lieferungen aus Fernost, unter anderem Elektro, Automobil, Pharma und Papier.

„Sollten ähnliche Entwicklungen wie in China auch in anderen Teilen der Welt für großflächigen Quarantänemaßnahmen, zusätzliche Produktionsunterbrechungen, eingestellte Flugverbindungen und weitere Reisestornierungen sorgen, wäre in Deutschland ein negatives Wachstum im ersten Quartal wahrscheinlich“, meint Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel.

Was heißt das für Ihr Geld?

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen im chinesischen Krisengebiet rückläufig ist und die ersten Fabriken wieder geöffnet haben, rät die Fondsgesellschaft DWS, nicht zu früh auf eine Entspannung der Lage zu setzen. Entwarnung gebe es erst, wenn das Virus in den kommenden Wochen eingedämmt und die Produktion möglichst schnell wieder auf das Vor-Krisenniveau hochgefahren werden kann. Dann könnte ein Großteil der ausgebliebenen Wirtschaftsaktivität im Jahresverlauf nachgeholt werden.

Erst wenn sich die Lage stabilisiert, dürften sich die Börsen wieder erholen. So war es zum Beispiel 2003, als das SARS-Virus zunächst für Unsicherheit und hohe Verluste an den Börsen sorgte – und die Kurse nach Stabilisierung der Infektionswelle wieder stark angestiegen sind.

Ob Panikmache oder tatsächliche Gefahr für Gesundheit und Geld: Unsicherheit bleibt, bis das Virus eingedämmt oder ein Impfstoff entwickelt ist. Bis dahin könnten die Notenbanken versuchen, die Wirtschaft mit weiteren Zinssenkungen zu stimulieren. Sobald die Verbreitung des Virus gestoppt ist, könnten die Börsen rasch wieder nach oben ziehen. Denn Aktien dürften gegenüber Anleihen dank der Rücksetzer und der Zinspolitik noch einmal an Attraktivität gewinnen.

herMoney-Tipp

Der Blick ins Depot tut wahrscheinlich weh. Deshalb fragen sich viele, ob sie ihre Aktien wirklich halten oder doch lieber verkaufen sollten. Lassen Sie sich nicht zu Panik-Verkäufen hinreißen, wenn Sie langfristig Vermögen aufbauen möchten! Vor allem mit langfristigen Fonds- oder ETF-Sparplänen können Sie auch in der Krise nicht viel falsch machen: Wenn die Kurse purzeln, bekommen Sie mehr Anteile für Ihr Geld. Wenn Sie allerdings eine große Summe einmalig investieren möchten, empfiehlt es sich abzuwarten, bis sich die Lage beruhigt hat.

Sie haben Angst vor Börsen-Crashs? Mehr Informationen, wie Sie mit Kursschwankungen umgehen können, erhalten Sie hier.

Autorinnen dieses Beitrags: Birgit Wetjen und Anke Dembrowski.

Beitrag teilen: