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Sie möchten in Unternehmen investieren, die sich für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender einsetzen? Das wird bald einfacher!

Vor Kurzem hat die UHLALA-Group den neuen DAX-30-LGBT-Diversity-Index vorgestellt. Er bildet Firmen ab, die sich für LGBT stark machen. Was bedeutet das genau?

Inhalt:

Mit Aktien Schwule und Lesben unterstützen

Die in Berlin ansässige UHLALA Group, die sich für LGBT-Projekte einsetzt, hat am 11. Dezember einen neuen LGBT-Index ins Leben gerufen. „LGBT“ ist die englische Abkürzung für Lesben, Schwule, Bi und Transgender. Womöglich dauert es nicht lange, bis es entsprechende ETFs oder Zertifikate gibt, damit Sie auf diesen Index und die entsprechenden Firmen setzen können. Bis dahin können Sie sich damit behelfen, direkt in die Firmen zu investieren, die in dem neuen Index ganz oben rangieren, also die jeweiligen Einzel-Aktien kaufen.

Wobei zu sagen ist, dass das Thema LGBT nicht zwangsläufig auf breites Interesse seitens der Anleger und Anlegerinnen stößt. Der entsprechend ausgerichtete US-Fonds „Workplace Equality Portfolio ETF (EQLT)“ musste im April 2019 schließen, weil er nicht genügend Volumen aufbauen konnte. Der von der UBS-Group im Januar 2018 aufgelegte „InsightShares LGBT Employment Equality ETF“ existiert allerdings noch.

Wie funktioniert der LGBT-Diversity-Index?

Der neue Index berücksichtigt besonders diejenigen Unternehmen aus dem DAX-30-Index, die sich intensiv für eine Unternehmenskultur einsetzen, die offen gegenüber lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Mitarbeitenden ist. Mit voller Punktzahl hat das Softwareunternehmen SAP den ersten Platz erreicht. Es folgen Allianz, Siemens, Bayer und der Leverkusener Kunststoff-Hersteller Covestro. „Die Top-5-Unternehmen des Index gehören auch zu den weltweit innovativsten Unternehmen“, meint Stuart B. Cameron, Initiator des Index und Chef der UHLALA Group.

Der Index wurde erstellt, indem die Unternehmen zu ihrem LGBT- und Diversity-Engagement befragt wurden.

Es ging dabei um:

  • interne und externe Kommunikation zu LGBT-Themen
  • Teilnahme an speziellen LGBT-Events
  • LGBT-Netzwerk
  • Schulungen und Sensibilisierung von Angestellten
  • Verankerung des Antidiskriminierungsschutzes in den Unternehmensrichtlinien

Entsprechend eines zuvor festgelegten Schemas wurden Punkte für die Antworten der einzelnen Unternehmen vergeben. Daraus ergibt sich schlussendlich eine Reihenfolge (= Ranking) der DAX 30-Unternehmen.

Vorreiter-Unternehmen in Sachen Integration und Toleranz

Die UHLALA Group hält es für wichtig, dass einzelne Unternehmen als Vorreiter in Sachen Diversity fungieren und zitiert eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group. Demnach verheimlichen 63 % aller LGBT-Mitarbeiter*Innen ihre sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität am Arbeitsplatz gegenüber allen oder manchen Kolleg*Innen. „Als Leitunternehmen der deutschen Wirtschaft geben die DAX 30 auch im Bereich ihres Diversity Managements eine Richtung vor, an der sich andere Unternehmen orientieren. Daher zeigen wir mit dem DAX 30 LGBT+ Diversity Index erstmals auf, wie stark sie sich für LGBT einsetzen und wo LGBT durch eine offene Unternehmenskultur wertgeschätzt werden“, erklärt Stuart B. Cameron.

Was die Unternehmen für LGBT-Integration tun

Was die Unternehmen in Sachen LGBT-Integration im Einzelnen tun? Mehr als zwei Drittel (22 Unternehmen) aller DAX-Unternehmen betrachten die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität als festen Bestandteil ihres Diversity Managements. LGBT-Netzwerke sind in DAX 30 Unternehmen weit verbreitet: 23 der 30 Unternehmen haben ein eigenes LGBT-Mitarbeiternetzwerk, wovon 20 finanziell von den Unternehmen unterstützt werden.

In den Bereichen Schulungen für Mitarbeitende und Nutzung einer inklusiven Sprache besteht noch Nachholbedarf: Weniger als die Hälfte der DAX-30-Firmen führen diese Maßnahmen durch. Transgender werden bei der Implementierung von Maßnahmen bisher von vielen DAX-30- Unternehmen nicht berücksichtigt: Bei lediglich 13 der 30 Unternehmen ist die Nutzung eines im Rahmen einer Transition neu gewählten Vornamens offiziell im Unternehmen möglich. „SAP hat als einziges Unternehmen des DAX 30 an mehr als der Hälfte seiner Standorte eine geschlechtsneutrale Toilette eingerichtet“, berichtet die Uhlala-Group.

Im Frühjahr 2020 soll der LGBT+ Diversity Index um rund 60 Unternehmen erweitert werden. Damit will die Uhlala-Group zeigen, wie LGBT-freundlich die DAX-Unternehmen sind.

Wenn Sie wissen möchten, welche Firmen ein besonders hohes Engagement in Sachen LGBT-Integration an den Tag legen, hier der Index:

Der DAX-30-LGBT-Diversity-Index der UHLALA-Group:

Quelle: UHLALA-Group

22 der DAX 30 Unternehmen haben sich an der Index-Erstellung beteiligt und den Fragebogen ausgefüllt. Wenn Unternehmen sich gegen die Teilnahme entschieden haben, wurde der Fragebogen mit Hilfe öffentlich einsehbarer Informationen beantwortet.

herMoney-Tipp

Es ist nicht gesagt, dass Unternehmen, die in Sachen LGBT-Integration besonders vorbildlich sind, auch an der Börse überdurchschnittlich gut abschneiden. Aber wenn Sie in dieser Angelegenheit ein Zeichen setzen wollen, können Sie diese Firmen wohlwollend betrachten und ihnen Ihr Geld anvertrauen. Bisher ist noch kein deutscher Fonds auf diesen Index bekannt, so dass Sie derzeit lediglich direkt in die einzelnen Aktien investieren können. Setzen Sie in dem Fall aber nicht alles auf eine Karte, sondern achten Sie auch hier auf eine ausreichende Streuung. Wie das geht? Lesen Sie es nach in unserem Artikel über „Asset Allocation – Wie Sie Ihr Depot zusammenstellen“.

Schon gewusst? Sie können mit ETFs auch in Unternehmen investieren, die Frauen fördern!

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