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Aktien sind eine risikobehaftete Anlageklasse, aber manche sind sicherer als andere. So machen Sie Ihr Depot 2020 krisenfest.

Sichere Aktien … Gibt es so etwas? Die schlechte Nachricht ist: Leider nein! Kursschwankungen sind das Wesen von Aktien und Aktienfonds. Dafür, dass wir diese Schwankungen ertragen, werden wir im Schnitt mit einer höheren Rendite belohnt, als wir sie von Festgeld, Sparbuch und von festverzinslichen Wertpapieren her kennen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Manche Aktien sind riskanter und manche sicherer als andere.

Welche Aktien lohnen sich im Jahr 2020 und sind möglichst sicher? Um die weniger riskanten Aktien und Branchen zu finden, muss man nicht unbedingt Finanzwissenschaften studiert haben, sondern gesunder Menschenverstand reicht aus.

Inhalt:

Das Wichtigste in Kürze

ETFs und Fonds investieren in viele Unternehmen und streuen dadurch das Risiko. Wenn es bei einer Firma nicht läuft, kann das die positive Entwicklung einer anderen ausgleichen.

Bei etablierten, finanziell stabilen Konzerten gibt es generell weniger Schwankungen – sowohl nach oben als auch nach unten.

Wenn ein Unternehmen eine hohe Dividende ausschüttet, fallen Kursschwankungen nicht mehr so stark ins Gewicht.

Auch in einer schwachen Konjunkturphase muss man essen, duschen und sich unterhalten. Die Aktienkurse von Unternehmen aus Branchen wie Gesundheit, Telekommunikation und Konsumgüter schwanken daher weniger stark.

Faustregel für sicherheitsbewusste Anlegerinnen: „Breit gestreut, nie bereut“

Die erste Überlegung ist: Wer sein Depot breit streut, also Aktien aus verschiedenen Regionen und unterschiedlichen Branchen kauft, ist breiter aufgestellt. Dadurch verringert sich das Risiko. Denn Spitzen-Risiken, die in einer Branche, Region oder bei einem einzelnen Titel auftreten, können in einem breit angelegten Aktiendepot durch andere Werte ausgeglichen werden. Hier kommt die alte Börsen-Empfehlung zum Tragen: „Nicht alle Eier in einen Korb legen!“

Realisieren können Sie eine breite Streuung am einfachsten über einen Aktienfonds, der auch gern ein Aktien-ETF sein kann. Wenn Sie beispielsweise in einen Fonds investieren, der wie der MSCI World-Index, der Euro Stoxx 50 oder EuroStoxx 600 investiert, sind Sie ziemlich breit aufgestellt.

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Auswahl an ETFs mit einer breiten Risikostreuung:

Fonds (ETF) ISIN TER (Kosten) Markt Wertentwicklung 2019 Wertentwicklung 1.1. – 15.4.2020
Amundi MSCI World UCITS ETF – EUR LU1437016972 0,18% Aktien Welt + 30,98 % – 12,53 %
ComStage MSCI World TRN UCITS ETF LU0392494562 0,20% Aktien Welt + 31,28 % – 12,51 %
XTrackers MSCI World UCITS ETF IE00BJ0KDQ92 0,19% Aktien Welt +31,03 % -14,39%
Invesco Markets PLC-Euro Stoxx 50 IE00B60SWX25 0,05% Aktien Europa + 28,79 % – 21,78 %
Lyxor 1 Stoxx Europe 600 UCITS ETF DE000ETF9603 0,19% Aktien Europa + 27,38 % – 19,05 %
Deka Stoxx Europe 50 UCITS ETF DE000ETFL250 0,19% Aktien Europa + 27,45 % – 16,28 %

Quelle: Onvista, Abruf 16.4.2020

Die Corona-Krise hat sich natürlich deutlich auf die Performance sämtlicher ETFs ausgewirkt, wie an den Daten von 2020 zu sehen ist. Auch breit gestreute Aktien-ETFs sind also nicht 100-prozentig sicher. Aber nach der Krise werden sich die Kurse wieder erholen. Deshalb gelten ETFs als vergleichsweise halbwegs sichere Aktienanlage für Anfängerinnen.


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Standardwerte-Aktien von großen, stabilen Unternehmen

Eine weitere Möglichkeit, sich mit möglichst stabilen Aktien defensiv aufzustellen ist, in sogenannte Blue Chips zu investieren. Dabei handelt es sich um umsatzstarke Aktien von großen und finanziell stabilen Unternehmen.

Solche Standardwerte stehen im Kontrast zu kleinen Wachstumswerten, sogenannten Small Caps. Ein kleines Wachstumsunternehmen kann zum Beispiel durch eine einzelne Erfindung oder einen pfiffigen Vertriebsweg in kurzer Zeit erfolgreich werden und an der Börse durch die Decke gehen. Diese Chance haben Sie mit einem Blue Chip kaum.

Auf der anderen Seite sind Aktien von beispielsweise Siemens, General Electric oder Samsung behäbiger und sicherer. Bei ihnen sind die Ausschläge nach oben und nach unten geringer als bei den kleinen Flitzern, den Small-Caps. Wie die Tabelle zeigt, können zwar auch bei Blue-Chip-Unternehmen erhebliche Kursschwankungen auftreten, aber im Schnitt sind sie geringer als bei Small Caps.

Auswahl an Blue-Chip-Aktien (Wertentwicklungsangaben in Euro):

Unternehmen ISIN Dividenden-Rendite Wertentwicklung
5 Jahre
Wertentwicklung 1 Jahr Wertentwicklung 3 Monate
SAP DE0007164600 1,70% 52,43% -5,71 % -11,97 %
Coca-Cola US1912161007 3,52 % k.A. + 6,04 % – 13,99 %
Deutsche Post DE0005552004 4,90 % -12,52% – 16,67 % – 25,03 %
Nestlé CH0038863350 2,70% 38,9% – 0,27 % – 20,73 %
General Electric US3696041033 0,56 % k.A – 24,94 % – 44,02 %

Quelle: Onvista, Abruf 16.4.2020

Auch bei der Wertentwicklung über 1 und 5 Jahre wirkt sich die Corona-Krise aus, die ohne Pandemie wesentlich besser gewesen wäre.

Aktien mit hohen Dividenden bieten etwas Sicherheit

Eine gewisse Sicherheit nach unten bieten auch Aktien, die eine hohe Dividendenrendite aufweisen. Die Dividendenrendite gibt an, wieviel die Dividendenzahlung vom aktuellen Kurswert ausmacht. Wenn eine Aktie zum Kurs von 100 Euro gehandelt wird und zuletzt eine Dividende von 5 Euro gezahlt hat, ergibt das eine Dividendenrendite von 5 %.

Natürlich ist nicht gesichert, dass das Unternehmen im nächsten Jahr wieder 5 Euro Dividende auszahlt, aber Firmen sind bestrebt, eine möglichst kontinuierliche Dividendenpolitik zu betreiben, sprich: Die Dividenden von Jahr zu Jahr nicht zu stark schwanken zu lassen. Und wenn Sie schon einmal 5 % Dividendenrendite einstreichen konnten, machen Ihnen mögliche Schwankungen im Kurs der Aktie vermutlich gar nicht mehr so viel aus. Sie behalten einfach die Aktie und kassieren die Dividende. Weil nicht nur Sie, sondern auch andere Anleger so denken, ist in Aktien mit hoher Dividendenrendite weniger Bewegung, sprich weniger Schwankungen (Volatilität).

Auswahl an Fonds (aktive Fonds und ETFs), die auf Dividenden-Werte setzen:

Fonds ISIN Aktiv / ETF? TER (Kosten pro Jahr) Wertentwicklung 2019 Wertentwicklung 1.1.-15.4.2020
iShares MSCI World Quality Dividend UCITS ETF IE00BYYHSQ67 ETF, Aktien weltweit 0,38 % + 25,44% – 14,30%
Xtrackers MSCI World High Dividend Yield UCITS ETF IE00BCHWNQ94 ETF, Aktien weltweit 0,29 % + 26,25% – 14,28%
Comstage Euro Stoxx Select Dividend 30 UCITS ETF LU0378434236 ETF, Aktien Euro 0,25 % + 22,29% – 35,49%
DJE Dividende & Substanz LU0159550150 Aktiver Fonds, Aktien weltweit 1,88 % + 19,33% – 10,86%
DWS Top Dividende DE0009848119 Aktiver Fonds, Aktien weltweit 1,45 % + 20,45% – 11,96%
Unidividendenass LU0186860408 Aktiver Fonds, Aktien Europa 1,52 % + 25,26% – 19,49%

Quelle: Onvista, 16.4.2020

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Die 10 DAX-Titel mit der aktuell höchsten Dividenden-Rendite

Unternehmen Branche ISIN Dividenden-Rendite
Covestro Industrie DE0006062144 7,18 %
BASF Chemie / Pharma DE000BASF111 7,08 %
Allianz Finanzsektor DE0008404005 6,02 %
EON Versorger DE000ENAG999 5,32 %
Münchener Rück Finanzsektor DE0008430026 5,29 %
Bayer Chemie / Pharma DE000BAY0017 5,11 %
HeidelbergCement Bauindustrie DE0006047004 5,11 %
Deutsche Telekom Telekommunikation DE0005557508 4,97 %
Deutsche Post Transport / Verkehr DE0005552004 4,90 %
Siemens Technologie DE0007236101 4,87 %

Quelle: Onvista, 16.4.2020

Defensive Branchen, die immer gefragt sind

Außerdem gibt es zyklische und nicht-zyklische (= defensive) Branchen. „Nicht-zyklische Konsumgüter, beispielsweise Lebensmittel, werden in der Regel laufend nachgefragt, unabhängig vom Konjunkturzyklus. Die Aktienkurse nicht-zyklischer Unternehmen schwanken daher weniger stark als diejenigen zyklischer Unternehmen“, erklärt Barbara Claus, Direktorin für Investmentfonds beim Analysehaus Scope, und fährt fort: „Typische nicht-zyklische Sektoren sind beispielsweise Konsumgüter, Telekommunikation, Gesundheit. Deren Umsatz hängt weniger stark an der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Sie funktionieren nach dem Motto: Gegessen und geduscht wird immer, egal was die Konjunktur macht.

Zyklische Unternehmen sind hingegen stark abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung. Zu den zyklischen Branchen gehören beispielsweise Rohstoffunternehmen oder Firmen aus dem Automobil-Sektor, denn Rohstoffe, Autos und andere langlebige Wirtschaftsgüter werden vermehrt nachgefragt, wenn die Konjunktur gut läuft.

Deutlich sichtbar wird das, wenn man sich den Öl-Preis während der Corona-Krise ansieht: Lag der Preis pro Barrel Bent Öl am 6. Januar 2020 noch bei 68,90 US-Dollar, fiel er am 15. April 2020 auf 28,07 US-Dollar – ein Rückgang von knapp 60 Prozent! Entsprechend fielen auch die Aktienkurse von Ölförder-Unternehmen wie Royal Dutch Shell, Total oder BP.

Wie die einzelnen Branchen nach dem Daten-Anbieter MSCI vor und während der Corona-Krise reagiert haben, zeigt die folgende Tabelle:

Fonds Schwankungen innerhalb von 3 Monaten Max. Verlust in 10,5 Jahren Wertentwicklung im laufenden Jahr Wertentwicklung in 5 Jahren (pro Jahr)
MSCI World Communications Equipment Standard Core (gross) Index (USD) 15,79% -22,07% -13,85% 3,60%
MSCI World Consumer Discretionary Standard Core (gross) Index (USD) 26,73% -20,72% -19,90% 3,57%
MSCI World Consumer Staples Standard Core (gross) Index (USD) 17,11% -12,41% -10,99% 3,74%
MSCI World Energy Standard Core (gross) Index (USD) 38,78% -43,20% -43,20% -10,73%
MSCI World Financials Standard Core (gross) Index (USD) 36,94% -29,98% -29,98% -0,97%
MSCI World Healthcare Standard Core (gross) Index (USD) 11,12% -14,82% -9,05% 4,37%
MSCI World Industrials Standard Core (gross) Index (USD) 31,94% -25,08% -24,14% 2,00%
MSCI World Information Technology Standard Core (gross) Index (USD) 26,25% -16,71% -10,86% 14,66%
MSCI World Materials Standard Core (gross) Index (USD) 16,08% -24,56% -24,39% -0,09%
MSCI World Utilities Standard Core (gross) Index (USD) 34,19% -17,62% -11,47% 5,54%

Am besten kamen noch die Branchen Gesundheit, Technologie und Versorger durch die Corona-Krise, obwohl auch sie deutliche Verluste hinnehmen mussten. Als besonders riskant erweisen sich demnach Unternehmen aus dem Energie- und dem Finanzsektor.

Wenn Sie zwar in Aktien investieren, sich aber trotzdem möglichst defensiv aufstellen wollen, können Sie auf verschiedene ETFs setzen, die in eher defensive Branchen anlegen. Wenn Sie hier noch einen guten Mix aus verschiedenen Branchen zusammenstellen, haben Sie Ihr Aktien-Depot so gut es geht gegen Krisen abgesichert. Wie man an den Performance-Zahlen des laufenden Jahres sieht, schützt auch das nicht vor Kursrückgängen, denn die Corona-Krise bescherte letztlich allen Branchen Verluste. Aber zumindest sind auf diese Weise die Verluste nicht so groß.

Änderungen aufgrund der Energiewende oder anderer Trends
Ob eine Branche defensiv oder zyklisch ist, kann sich über die Zeit ändern. Während Versorgungsunternehmen vor etwa 25 Jahren aufgrund ihrer stabilen Geschäftsmodelle als defensiv galten, sind sie mittlerweile eher den Zyklikern zuzurechnen.

Die Gründe liegen in den hohen Fixkosten (z.B. für Kraftwerke), einem überdurchschnittlich hohen Verschuldungsgrad (wegen notwendiger Investitionen) und der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energiequellen. So können aus ehemals defensiven Werten wie EON oder RWE über die Zeit durchaus offensive Werte werden.

herMoney-Tipp

Welche Aktien am sichersten sind, ist schwer zu sagen. Tatsächlich gibt es 100-prozentig sichere Aktien nicht, denn Aktien sind immer mit Risiken behaftet. Sie stellen letztlich eine Beteiligung an einem Unternehmen dar, und dem kann es mal besser und mal schlechter gehen.

Wenn Sie Börsen-Anfängerin sind und vorsichtig diesen Markt erproben wollen, sollten Sie für den Anfang eher auf defensive Fonds oder defensive Aktien setzen. So erschrecken Sie beim ersten Crash so, dass Sie einen typischen Börsenfehler begehen und im Rahmen einer Rezession panisch alles verkaufen.

Dass es schlecht ist, zu sehr niedrigen Kursen zu verkaufen, dürfte jeder Anlegerin in der Theorie klar sein. Aber in der Praxis ist es oft schwierig, über gewisse Zeiten große Verluste auszuhalten und am Ende nicht doch panisch zu reagieren. Da hilft es, wenn die Verluste zumindest etwas milder ausfallen.

Weitere Tipps, wie Sie Risiken von Aktien, Fonds und ETFs senken, erfahren Sie hier.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Depot eröffnen.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalten Sie einen kühlen Kopf und sitzen Sie die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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