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Du bist Aktien-Newbie? Wir erklären dir die wichtigsten Begriffe rund um Einzelaktien, damit du dich im Börsendschungel zurechtfindest.

Inhalt

Die Grundbegriffe einfach erklärt: Was genau sind Aktien?

Pro & Contra: Soll ich in Einzelaktien investieren?

Wie viel kosten Aktien?

Welche Rechte und Pflichten habe ich als Aktionärin?

Welche Aktienarten gibt es?

herMoney-Tipp

Wie funktionieren Aktien? Das Wichtigste in Kürze

Als Aktionärin besitzt du einen Mini-Anteil an einem Unternehmen. Du kannst an der jährlichen Hauptversammlung teilnehmen und wirst am Gewinn der Firma beteiligt.

Aktien kaufst du an der Börse. Dafür brauchst du ein Depot, das du bei deiner Hausbank oder einem Online-Broker erhältst.

Es gibt verschiedene Arten von Aktien. Zum Beispiel von Unternehmen, die stark wachsen und von solchen, die unterbewertet sein könnten. Die richtige Auswahl ist entscheidend für den Anlageerfolg – genauso wie Durchhaltevermögen und starke Nerven, wenn es Schwankungen gibt.

Einzelaktien sind riskanter als ETFs, da eine Firma pleitegehen und du dein ganzes Geld verlieren kannst. Ein ETF dagegen enthält die Aktien mehrerer Unternehmen – wenn es bei einer mal nicht läuft, könnte das eine andere ausgleichen.

Einfach erklärt: Was genau sind Aktien? Wer oder was ist eine Aktionärin?

Wenn du ganz neu an der Börse bist, fragst du dich vielleicht, wie das mit den Aktien eigentlich geht. Es ist im Prinzip ganz einfach: Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Wenn du Aktien kaufst, bist du Aktionärin und sozusagen Mitinhaberin einer Firma.

Ein Beispiel:

Stell dir vor, du hast eine tolle Idee für ein Start-up und gründest gemeinsam mit deiner Freundin Alice ein Unternehmen. Vielleicht kommt noch deine Freundin Susanne hinzu, die vom wirtschaftlichen Erfolg der Idee überzeugt ist und euch finanziell unterstützt. So könnt ihr ein Büro anmieten und gleich richtig durchstarten.

Gründet ihr das Unternehmen als Aktiengesellschaft, könnt ihr alle daran beteiligt sein und jede von euch bekommt Aktien. Ein Vorteil ist, dass jede entsprechend ihrer Anteile bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen kann und am Gewinn beteiligt wird. Und die Aktien können später auch an der Börse gehandelt werden.

Als Geldgeberinnen und Gründerinnen einer Aktiengesellschaft geht ihr ein unternehmerisches Risiko ein. Daher gelten Aktien als Risikokapital. Erfüllen sich nämlich eure Erwartungen nicht und euer Unternehmen geht pleite, ist das Geld verloren. Wird aber aus der anfänglichen Idee ein geschäftlicher Erfolg, steigt der Wert der Firma und damit der Wert der Aktien. Dieses Prinzip gilt ganz unabhängig davon, ob du Gründerin einer Aktiengesellschaft bist oder Aktien an der Börse kaufst.

Theoretisch kann jeder Aktien kaufen. Damit du dich sicher fühlst und die Fachbegriffe kennst, gehen wir ein wenig in die Details. Denn wer an der Börse investiert, sollte den Aktienmarkt verstehen und wichtige Begriffe zum Thema kennen.

Gängige Begriffe aus der Börsenwelt kurz und knapp erklärt

Was sind Wertpapiere?

Du ahnst es vielleicht schon: Wertpapiere verbriefen einen Wert. Aktien wiederum verbriefen einen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Ein anderes Beispiel für Wertpapiere sind Anleihen. Sie sind weniger riskant als Aktien. Denn sie haben eine feste Laufzeit, bringen regelmäßig Zinsen und am Laufzeitende erhalten Anleger ihr eingesetztes Kapital wieder zurück.

Was ist die Börse?

Eine Börse ist ein Handelsplatz. Der offizielle Handelsplatz für Wertpapiere ist die Wertpapierbörse. Dort kannst du also Aktien oder Anleihen kaufen und verkaufen. Als Privatanlegerin kannst du aber nicht direkt an der Börse handeln, sondern erteilst einen Börsenauftrag bei deiner Bank oder deinem Onlinebroker. Dort eröffnest du, falls noch nicht geschehen, auch dein Wertpapierdepot.

Das Depot ist wie eine Geldbörse. Allerdings werden dort anstelle von Bargeld Wertpapiere aufbewahrt. Ein Depot kannst du bei deiner Hausbank oder einem kostengünstigeren Onlinebroker eröffnen.

Was ist ein Aktienindex?

Ein wichtiger Maßstab für die Wertentwicklung von Aktien ist der Aktienindex. An sich ist ein Index eine rechnerische Größe. Dort werden verschiedene Wertpapiere zusammengefasst, um zum Beispiel die Entwicklung in einem Land oder einer Branche aufzuzeigen. So kannst du als Marktbeobachterin schnell den Trend feststellen. Du siehst also schnell, ob die Kurse steigen oder fallen.

Auf einen Aktienindex kannst du übrigens auch mit einem ETF setzen. Diese Papiere bilden die Wertentwicklung des Index nach. Bekanntester Aktienindex in Deutschland ist der DAX, der die Wertentwicklung der großen deutschen Aktiengesellschaften widerspiegelt. International sind der amerikanische S&P500 oder der US-Technologieaktienindex Nasdaq deutlich bekannter. Alle Basics rund um ETFs erfährst du hier.

Pro & Contra: Soll ich in Einzelaktien investieren?

Pro: Was bringt es, Aktien zu besitzen?

Der wichtigste Aspekt ist natürlich der Ertrag. Mit Aktien sind langfristig deutlich höhere Gewinne möglich als mit vielen anderen Investments. Als Aktionärin hast du zwei Ertragsquellen: Kursgewinne und Dividenden. Aber was sind Dividenden genau?

Kurz gesagt: Dividenden sind der Anteil am Unternehmensgewinn, der an die Aktionäre ausgezahlt wird. Zudem erwerben derzeit viele Anlegerinnen Aktien als Schutz vor steigenden Inflationsraten. Denn Aktien sind Sachwerte. Eher nachrangig ist, dass AktionärInnen die Möglichkeit zur Mitbestimmung auf der jährlichen Hauptversammlung haben.

Contra: Was sind die Nachteile?

Aktienkurse können stark schwanken, das Investment ist riskant. Im schlimmsten Fall droht der Totalverlust, wenn die Aktiengesellschaft insolvent wird. Zudem kostet die Aktienauswahl Zeit. Anlegerinnen, die direkt in Aktien investieren, müssen sich informieren und die Geschäftsentwicklung der Unternehmen verfolgen.

Wie kann man mit Aktien Geld verdienen oder verlieren?

Der Kauf oder Verkauf selbst ist nicht wirklich riskant. Wenn du einen Wertpapierauftrag direkt online erteilst, solltest du die Angaben genau überprüfen. Das Risiko liegt eher im Aktieninvestment selbst, da Aktienkäufer ein unternehmerisches Risiko eingehen und die Aktienkurse stark schwanken können.

Das bietet gute Chancen auf Kursgewinne, doch du solltest immer bedenken, dass die Geschäfte auch schnell einbrechen können.

Es gibt immer wieder unvorhersehbare Ereignisse. So hat zum Beispiel die Corona-Pandemie die Geschäftsmodelle vieler Firmen durcheinandergewirbelt. Auch Missmanagement kann Verluste bedeuten. Und wer das Pech hat zu kaufen, bevor die Kurse einbrechen, muss mit Verlusten zurechtkommen.

Ein Tipp für alle, die den Aktienhandel erlernen wollen: Kursschwankungen am Aktienmarkt sollten dir nachts nicht den Schlaf rauben. Daher solltest nur so viel Geld in Aktien investieren, wie du aushalten kannst.


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Wie werde ich als Aktionärin erfolgreich?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen und du als Anlegerin kannst deine ganz persönlichen Präferenzen entwickeln. Ganz wichtig ist, dass du nach deiner persönlichen Risikobereitschaft vorgehst und auch berücksichtigst, wieviel Risiko du eingehen kannst. In Aktien solltest du nämlich nur Geld investieren, das du nicht für den täglichen Lebensunterhalt benötigst.

Drei goldene Regeln für den Erfolg mit Aktien:

  1. Verteile das Risiko immer auf mehrere Aktien. Eine grobe Faustregel sind 10 bis 15 Depotpositionen, denn diese Anzahl ist überschaubar.
  2. Informiere dich und entscheide selbst! Folge bei deinen Aktienanlagen keinen selbsternannten Gurus, sondern verfolge regelmäßig die Wirtschaftsnachrichten und die Kursentwicklung an den Börsen. Das zahlt sich auf Dauer aus. Je mehr Informationen du sammelst, desto fundiertere Entscheidungen kannst du treffen.
  3. Geduld und Ausdauer führen zum Erfolg, denn hohe Gewinne gibt es selten über Nacht. Aktionärinnen müssen sich in Geduld üben und auch mal eine Durststrecke aussitzen können. Starke Nerven sind von Vorteil. Denn an der Börse geht es bekanntlich nicht nur aufwärts, die Kurse brechen auch mal ein. Wichtig ist daher, das langfristige Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Du fragst dich, welche Aktien du kaufen könntest? Wir haben beim Sohn der Börsenmillionärin Beate Sander nachgefragt. Er verrät dir hier, welche Einzelaktien er aktuell für aussichtsreich hält. Und hier prüfen wir, ob der Hype um Wasserstoff-Aktien gerechtfertigt ist.

Was kosten Aktien? Was ist ein Aktienkurs und wie entsteht er?

Der Aktienkurs ist der Preis, zu dem KäuferInnen und VerkäuferInnen eine Aktie gegen Geld tauschen. An der Börse bestimmen Angebot und Nachfrage den Aktienkurs. Wollen zum Beispiel viele Anlegerinnen eine bestimmte Aktie kaufen, aber kaum jemand möchte sie verkaufen, steigt der Preis. Das gilt auch umgekehrt: So kann der Kurs stark fallen, wenn niemand bereit ist, die angebotenen Aktien zu kaufen.

Ein Tipp: Für jeden Börsenauftrag kannst du ein Limit vorgeben. Hier nennst du beim Kauf den Preis, den du maximal bereit bist zu bezahlen. Beim Verkauf ist es der Kurs, den du mindestens erzielen willst. Verzichte nie auf das Limit! Vergisst du es nämlich, kann der Kurs deutlich schlechter sein, als du erwartest.

Übrigens: Wenn du monatlich in Aktien investieren möchtest, könnte ein Sparplan für dich interessant sein. Wir erklären hier, wie Aktiensparpläne funktionieren und was du darüber wissen musst.

Wer legt fest, was Aktien kosten?

An der Börse ermittelt der Makler oder ein vollelektronisches Handelssystem – in Deutschland ist das Xetra – den Kurs, zu dem die höchsten Umsätze möglich sind. Die Abrechnung der Kauf- und Verkaufsaufträge erfolgt zu diesem Kurs. Natürlich nur, wenn eine Ausführung aufgrund des Limits auch möglich ist.

Wie werden Aktien an der Börse gehandelt? Wie funktioniert der Verkauf?

Sind die Aktien in deinem Wertpapierdepot verbucht und du entscheidest dich zu verkaufen, erteilst du einen Verkaufsauftrag. Dabei kannst du wie beim Kauf ein Limit vorgeben und den Börsenplatz wählen. Erteilst du den Auftrag online, landet er innerhalb weniger Sekunden an der Börse. Sind die Aktien verkauft, werden sie aus dem Depot ausgebucht und im Gegenzug das Geld auf dem Konto gutgeschrieben.

Wer kontrolliert den Börsenhandel?

Der Börsenhandel ist streng reguliert, damit alles mit rechten Dingen zugeht. In Deutschland haben die Bundesländer die Hoheit über die Börsen. Daher überwacht in Frankfurt die hessische und in München die bayerische Börsenaufsichtsbehörde den Handel und die Preisbildung. Jede Börse hat zudem eine eigene Handelsüberwachungsstelle. An die kannst du dich wenden, wenn du denkst, die Abrechnung sei nicht korrekt. Läuft dagegen bei der Bank oder dem Online-Broker etwas schief, ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig. Sie überwacht die Banken und Anbieter von Finanzprodukten.

Was ist der Unterschied zwischen Börsenwert und Nennwert?

Der Börsenwert, auch Marktkapitalisierung genannt, ist eine wichtige Kennzahl. Sie hilft dir, Unternehmen zu vergleichen. Denn die Marktkapitalisierung zeigt, wie viel ein Unternehmen insgesamt wert ist. Oder sagen wir genauer: Mit welchem Marktwert es die Börsianer bewerten.

Wie wird der Börsenwert errechnet?

Der Börsenwert ist leicht zu errechnen: Er ergibt sich aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien und dem aktuellen Kurs. Hat eine Firma zum Beispiel 100.000 Aktien ausgegeben und die Aktie notiert an der Börse 50 Euro, beträgt die Marktkapitalisierung der Aktiengesellschaft 5.000.000 Euro. Nennwert oder Kurs haben dagegen keine Aussagekraft, wie viel eine Firma wert ist.

Was sagt ein hoher oder niedriger Aktienkurs aus?

Ob eine Aktie gut ist oder was eine Firma wert ist, zeigt sich nicht am Aktienkurs. Ob die Aktie nämlich 5, 50 oder 5000 Euro kostet, ist für die Bewertung der Firma und einer Aktie nicht relevant. Ein Beispiel: Hat eine Aktiengesellschaft einen Börsenwert von 5.000.000 Euro, kann dieser Wert aus 5 Millionen Aktien bestehen, die je einen Euro wert sind oder 5000 Aktien, die je 1000 Euro kosten.

Welche Bedeutung hat der Nennwert einer Aktie?

Der Nennwert einer Aktie ist mehr oder weniger nur in der Buchhaltung des Unternehmens relevant. Die in unserem Beispiel genannten 100.000 Aktien sind in der Bilanz mit dem Nennwert verbucht. Sie sind das Grundkapital. Beträgt der Nennwert ein Euro je Aktie, beträgt das Grundkapital 100.000 Euro. Diese Details der Bilanzierung oder des Aktienrechts muss du als Anlegerin nicht wirklich kennen. Zumal das Aktienrecht auch nennwertlose Aktien, sogenannte Stückaktien, erlaubt. Wirklich relevant ist der Börsenwert, die Marktkapitalisierung.

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Welche Rechte und Pflichten habe ich als Aktionärin?

Besonders gut: Aktionäre haben vor allem Rechte. Die bekanntesten sind das Stimmrecht, das Recht auf Gewinnbeteiligung, das Mitspracherecht und das Bezugsrecht. Geregelt sind die Rechte und Pflichten im Aktiengesetz sowie in der Satzung der Aktiengesellschaft.

Du darfst an der jährlichen Hauptversammlung teilnehmen!

Einmal jährlich muss eine Aktiengesellschaft seine Aktionäre zur jährlichen Hauptversammlung einladen. Auf diesem Event wird unter anderem beschlossen, ob und wie viel des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Auf Antrag dürfen sich AktionärInnen auch zu Wort melden.

Du wirst am Gewinn beteiligt.

Eine Aktiengesellschaft muss Gewinne zwar nicht ausschütten, in der Regel zahlen die Firmen aber einen Teil davon als Dividende an die AktionärInnen aus. In diesem Fall hat jede Aktionärin einen Anspruch auf Dividende – entsprechend ihrem Anteil am Unternehmen.

Du darfst mitbestimmen!

Auf der Hauptversammlung können alle AktionärInnen mitbestimmen, wie der Gewinn verwendet oder ob das Kapital erhöht werden soll. Dabei haben in der Regel alle ein Stimmrecht.

Dir werden neue Aktien als Erstes angeboten.

Die Hauptversammlung kann eine Erhöhung des Kapitals beschließen. Dann können zusätzliche Aktien ausgegeben werden. In der Regel haben AktionärInnen – entsprechend ihrem Anteil an der Gesellschaft – einen Anspruch auf die neuen Aktien. Allerdings kann das Bezugsrecht von der Hauptversammlung auch ausgeschlossen werden, dann können andere InvestorInnen die neuen Aktien erwerben.

Pflichten haben Aktionärinnen eher wenige. Ein Beispiel ist die Treuepflicht. Sie ist kaum bekannt und tangiert vor allem Gründerinnen oder Mitarbeiterinnen, die Aktien besitzen. Sie müssen nämlich auf die Interessen der Gesellschaft Rücksicht nehmen. Im Klartext: Sie dürfen sich nicht auf Kosten der Aktiengesellschaft bereichern oder in die eigene Tasche wirtschaften.

Welche Aktienarten gibt es?

Wir stellen dir wichtige Begriffe und Arten von Aktien vor, die immer wieder mal in Verbindung mit Aktien und Anlagestrategien genannt werden.

Was ist eine Inhaberaktie?

Wenig relevant ist für Anleger, ob es sich um eine Inhaberaktie oder eine Namensaktie handelt. Üblich in Deutschland sind Inhaberaktien. Hier weiß das Unternehmen nicht, wer die Anteile besitzt. Anders bei Namensaktien: Die Aktiengesellschaft führt ein Aktionärsregister und weiß, wer welche Anteile hält. Eine Unterart sind vinkulierte Namensaktien, bei denen die Gesellschaft der Übertragung zustimmen muss.

Ist es wichtig, ob ich Stückaktien oder Nennwertaktien kaufe?

Das ist ein reines Thema für Buchhalter. Du als Anlegerin kannst ignorieren, ob eine Firma Stückaktien, auch nennwertlose Aktien genannt, ausgegeben hat oder Aktien mit einem Nennwert. Entscheidend ist der Börsenwert, wie du bereits oben gelesen hast.

Warum bieten Vorzugsaktien eine höhere Dividende?

Inhaberinnen von Vorzugsaktien haben kein Stimmrecht, aber dafür einen höheren Dividendenanspruch. Für den Verzicht auf das Stimmrecht gibt es also einen höheren Anteil am Ertrag. Nur wenige Unternehmen bieten Stamm- und Vorzugsaktien an, ein Beispiel ist VW. Hier ist die Vorzugsaktie im DAX-Index. Unterschieden in Stämme und Vorzüge wird nur, wenn ein Unternehmen Vorzugsaktien ausgibt.

Was sind alte Aktien und junge Aktien?

Benötigt eine Firma Geld, führt sie eine Kapitalerhöhung durch und gibt zusätzliche Aktien aus. Die AktionärInnen erhalten ein Recht, diese Aktien zu beziehen. Bestehende Aktien gelten als alte Aktien, die zusätzlichen heißen „junge Aktien“ oder „neue Aktien“.

Was sind zyklische Aktien?

Aktien, die stark von der Konjunkturentwicklung abhängig sind, bezeichnen BörsianerInnen als „Zykliker“, „konjunktursensitive oder zyklische Aktien“. Die Börsen eilen bekanntlich dem Konjunkturverlauf voraus. Deshalb kaufen mutige Investorinnen zyklische Aktien bereits dann, wenn noch keine klaren Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung sichtbar sind. Als zyklische Aktien gelten zum Beispiel die Automobilhersteller, Maschinenbau-, Stahl- und Bauunternehmen.

Was sind Value-Aktien?

Vielleicht vermutest du bereits, was Value-Aktien sind: Dahinter stehen Firmen, die einen hohen Wert haben. Das heißt, die Vermögenswerte des Unternehmens sind größer als der Börsenwert. Diese Aktien gelten als unterbewertetet und verfügen über Aufholpotenzial. Im Idealfall haben Value-Unternehmen auch ein solides Geschäftsmodell, das alljährlich hohe Erträge bringt. Diese Perlen zu finden, ist jedoch eine Kunst für sich und sehr zeitaufwändig. Dafür ist ein fundierter Blick in die Bilanzen des Unternehmens und eine umfassende Analyse erforderlich. Mehr dazu findest du auch hier.

Was ist der Unterschied zwischen Growth-Aktien und Value-Aktien?

Value-Aktien setzen auf die Substanz einer Firma und werden daher teils auch als „Substanzwerte“ oder „Substanzaktien“ bezeichnet. Bei Growth-Aktien steht dagegen das Wachstum der Firma im Fokus und weniger die Substanz oder eine Beteiligung am Ertrag. Daher zahlen Wachstumsunternehmen häufig keine Dividenden. Typisches Beispiel dafür ist Amazon.

Was sind Aktienfonds oder ETFs?

Ein Aktienfonds oder ein ETF kauft viele verschiedene Aktien. Anleger erwerben bei Fonds und ETFs aber nicht die Aktien direkt, sondern einen Fondsanteil. Rechtlich sind Fonds besonders gut geschützt. ETFs und Fonds unterliegen den gleichen gesetzlichen Anforderungen. Einen Aktienfonds oder Aktien-ETF kannst du dir ganz einfach wie einen Kuchen vorstellen, der aus vielen verschiedenen Zutaten besteht. Jeder Fondsinhaberin gehört ein Stück davon.

Was sind Aktienanleihen?

Aktienanleihen sind strukturierte Produkte, die von Banken ausgegeben werden. Die Aktiengesellschaften haben damit nichts zu tun. Eine Aktienanleihe bietet eine jährliche Zinszahlung wie eine gewöhnliche Anleihe, die Rückzahlung ist jedoch abhängig von der Kursentwicklung der Aktie. Je nachdem, wie sich der Aktienkurs entwickelt, erhalten Anlegerinnen am Laufzeitende entweder einen festen Geldbetrag ausbezahlt oder Aktien ins Depot gebucht. Steigt oder stagniert der Aktienkurs, erhalten Anlegerinnen am Ende den Nennwert der Anleihe zurückgezahlt. Fällt dagegen der Aktienkurs unter ein bestimmtes Niveau, wird die Aktie zu einem reduzierten Kurs geliefert. So wird der oder die AnleihekäuferIn zum Aktionär oder zur Aktionärin.

Was sind Aktienoptionen?

Eine Option gibt der Inhaberin das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Preis kaufen oder verkaufen zu können. Dafür wird nur ein geringer Betrag für das Optionsrecht bezahlt, der sich schnell im Wert vervielfachen kann, wenn sich die Erwartungen erfüllen. Doch Vorsicht: Aktienoptionen sind extrem riskant und daher nur für sehr erfahrene Anlegerinnen geeignet.   

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herMoney-Tipp

Es lohnt sich, die wichtigsten Aktien-Basics zu verstehen, bevor Anfängerinnen an die Börse gehen. Mit diesem Beitrag hast du eine gute Basis, um mit einem kleinen Betrag die ersten Versuche am Aktienmarkt zu unternehmen. So kannst du getreu dem Motto „learning by doing“ mehr über die Funktionsweise von Aktien in der Praxis erfahren. Hier listen wir Aktien für sicherheitsbewusste Anfängerinnen auf.

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