How to Portfolio

Wasserstoff gilt als eine der Energien der Zukunft. Für Anleger*innen ist das ein spannendes, aber auch spekulatives Thema.

Bislang gibt es nur einen Wasserstoff-ETF, mit dem du investieren kannst. Wir stellen dir den noch recht neuen L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) vor und prüfen, ob er sich lohnen könnte.

Inhalt

Wie ist der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF aufgestellt?

Warum ist er abgestürzt?

Wird er in Zukunft wieder boomen?

Besser kaufen oder die Finger davonlassen?

herMoney-Tipp

L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (IE00BMYDM794): Das Wichtigste in Kürze

Status quo: Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF kam erst im Februar 2021 auf den Markt und hat seither um rund 25 Prozent an Wert verloren. Denn viele Unternehmen wirtschaften noch nicht gut. Das könnte sich jedoch ändern.

Chance: Laut Experten könnten die Produktionskosten bald um 50 % sinken und Wasserstoff dadurch konkurrenzfähig werden. 30 Länder planen Investitionen.

Risiko: Ob das so kommt, weiß niemand. Ein Investment in den L&G Hydrogen Economy UCITS ETF ist riskant und nur als Beimischung geeignet.

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Fahren wir künftig mit Batterie getriebenen Autos oder macht doch Wasserstoff das Rennen? Diese Frage wird die Zukunft beantworten. Der Verbrennungsmotor wird ganz sicher in den kommenden Jahren nach und nach verschwinden. Und Wasserstoff gehört sicherlich zu den Energien der Zukunft. Er ist aber im Gegensatz zu Elektro-Antrieben erst seit relativ kurzer Zeit ein Thema – und gilt bisher als sehr kostenintensive Variante für erneuerbare Kraftstoffe.

Zusammensetzung des L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) im Überblick

Mit dem L&G Hydrogen Economy UCITS ETF setzt du auf die Wertentwicklung der gesamten globalen Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Im Index sind Unternehmen, die Wasserstoff erzeugen, die Brennstoffzellen herstellen, Komponenten für Brennstoffzellen liefern und dazu Industriegas-Unternehmen.

Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF bildet den Solactive Hydrogen Economy Index ab, und zwar physisch repliziert. Der Index wird also genau nachgebildet.

Wenig überraschend haben Industrieunternehmen mit 59 Prozent das größte Gewicht gefolgt von Roh- und Betriebsstoffen mit 22,1 Prozent. Einige der Unternehmen im Index hast du sicher schon einmal gehört, andere eher nicht.

Die wichtigsten Positionen des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs

  • Plug Power
  • Cell Impact
  • Doosan Fuel Cell
  • Kolon Industrie
  • Ballard Power Systems
  • Bloom Energy
  • ITM Power
  • Toyota Motor
  • Fuel Cell Energy
  • Power Cell

Aber auch die deutschen Unternehmen Linde, Daimler, Siemens und Uniper gehören zum Portfolio des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs (a2qmal). Da viele der großen Player aus den USA kommen, machen dortige Unternehmen 26,6 Prozent des Index aus. Es folgen die Eurozone mit 19,8 Prozent und Großbritannien mit 13,4 Prozent.

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Kurz-Porträt des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs usd acc

  • WKN: A2QMAL
  • ISIN: IE00BMYDM794
  • Fondswährung: USD
  • Handelswährung: EUR
  • Laufende Kosten: 0,49 Prozent pro Jahr
  • Ertragsverwendung: thesaurierend (Erträge werden automatisch wieder angelegt)
  • Art der Indexabbildung: volle Replizierung (der Index wird genau nachgebildet)
  • Nachhaltigkeit: 2 von 5 (5 ist top)
  • Performance 6 Monate: -23,24 %
  • Fondsvolumen: 393,77 Mio. Euro
  • Momentaner Kurs: 7,10 Euro

Quellen: L&G, Börse Frankfurt, Morningstar, onvista (09.08.2021)

Aktuell liegen noch keine Daten zum Risiko vor, da der ETF zu neu ist. Dementsprechend gibt es auch noch kein Morningstar-Rating.

Zum Factsheet des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs (a2qmal) kommst du hier.

Kurs-Check: Warum ist der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (a2qmal) abgestürzt?

Anleger*innen haben das Thema „Wasserstoff“ längst für sich entdeckt. Deshalb legten im vergangenen Jahr viele Wasserstoff-Aktien kräftig zu, also Anteilsscheine von Unternehmen entlang der Wasserstoff-Wertschöfpungskette. Die Bewertungen an der Börse stiegen stark.

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Dann ist der Enthusiasmus mit massiven Kursgewinnen bis in den Januar einer gehörigen Portion Skepsis gewichen. Einige Unternehmen enttäuschten mit ihren Zahlen und auf den Hype folgten eine paar schmerzhafte Kursturbulenzen. Viele Aktien stürzten ab, teilweise um 20, 30 oder gar 50 Prozent. Auch der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF verlor an Wert, da er die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abbildet.

Seit Auflegung hat der L&G Hydrogen Economy ETF rund 25 Prozent verloren. Das ist aber kein Wunder, denn er wurde genau dann gelistet, als der Wasserstoff-Rally an der Börse die Luft ausging. Nun warten Anleger*innen auf die Erholung.

Prognose: Der L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (IE00BMYDM794) könnte wieder boomen!

Eine Studie attestiert Wasserstoff stark sinkende Produktionskosten und eine wachsende Infrastruktur. Die Kernaussage der Studie des Hydrogen Councils, einer globalen Initiative 60 führender Energie-, Transport- und Industrieunternehmen, und des Beratungsunternehmens McKinsey: „Angesichts der zunehmenden Produktion, Verteilung, Ausrüstung und Komponentenherstellung von Wasserstoff werden die Kosten bis 2030 für eine Vielzahl von Anwendungen voraussichtlich um bis zu 50 Prozent sinken, wodurch Wasserstoff mit anderen kohlenstoffarmen Alternativen konkurrenzfähig und in einigen Fällen sogar wettbewerbsfähig gegenüber konventionellen Optionen werden könnte.“

In 22 von 35 analysierten Anwendungsfällen könne Wasserstoff als die kostengünstigste kohlenstoffarme Lösung verwendet werden, schreiben die Experten von McKinsey. Einsatzgebiete sind beispielsweise die Stahlindustrie oder Heizungslösungen. Bei Schwerlast-Transporten und Zügen kann Wasserstoff sogar fossile Lösungen übertreffen.

Um bis 2030 das Potenzial voll auszuschöpfen, müssen allerdings insgesamt 70 Milliarden Dollar investiert werden. Das wären etwa fünf Prozent der jährlichen globalen Energieausgaben.

Inzwischen haben aber mehr als 30 Länder Pläne im Bereich Wasserstoff und es wurden 228 große Projekte in der gesamten Wertschöpfungskette angekündigt.

Unsere Bewertung des L&G Hydrogen Economy UCITS ETFs (a2qmal)

Viele Analysten stören die Unwägbarkeiten.

Zwar gebe es erhebliche Hilfe für alternative Energien von politischer Seite und der Umfang der geförderten Projekte nehme rasch zu, heißt es etwa bei J. P. Morgan. Für den Durchbruch der Wasserstoff-Technologien brauche es aber Kooperationen mit großen Konzernen.

Der Anteil der jungen Wilden am Gesamtprojekt und damit der Umsatz könnten im Rahmen der Kooperationen zurückgehen. Das aber sorge für erhebliche Unwägbarkeiten aus finanzieller Perspektive.

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Besser den Wasserstoff-ETF (a2qmal) kaufen als einzelne Aktien!

Trotzdem bleibt das Thema interessant. Weil aber Investments in einzelne Unternehmen immer ein größeres Risiko bergen, gilt es auch bei solchen Themeninvestments, das Risiko breit zu streuen. Schließlich wissen wir nicht, wer von den jungen Unternehmen überlebt und wächst. Das Risiko streust du, indem du in einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) investierst.

Wasserstoff ist nichts für schwache Nerven!

Im Index sind viele junge, sehr innovative Unternehmen, die aber noch kein Geld verdienen. Und deren Kurse schwanken mitunter kräftig.

Wasserstoff ist auf jeden Fall ein spannendes Thema, aber auch ein riskanteres Investment. Wie stark der Wasserstoff-Boom, den viele Experten erwarten, ausfallen wird, wissen wir nicht genau.

Wasserstoff nur als Beimischung

Auch wenn die Prognosen gut aussehen, sollte ein Themen-ETF wie der L&G Hydrogen Economy ETF immer nur eine Beimischung sein. Das heißt, sein Anteil an deinem Depot sollte – je nach Strategie – nicht mehr als fünf Prozent ausmachen.

Sparpläne auf solche sehr speziellen ETFs wie den L&G Hydrogen Economy ETF (a2qmal) sind auch nicht unbedingt eine gute Idee. Denn mit den regelmäßigen Sparraten wächst der Anteil des Fonds immer weiter an. Als Rendite-Booster könnte sich aber eine kleine Position durchaus lohnen.

herMoney-Tipp

Alternativen zum Wasserstoff-Fonds sind etwas breiter aufgestellte Themen-ETFs auf saubere Energie. Ein Thema, das bei Anleger*innen übrigens sehr gefragt ist. Zu den meistgehandelten ETFs an der Börse Frankfurt gehört deshalb auch regelmäßig der iShares Global Clean Energy ETF (ISIN: IE00B1XNHC34). Hier stellen wir dir den Clean Energy ETF vor.

Zum Weiterlesen: Du interessiert dich für Nachhaltigkeit? Wir haben für dich gute nachhaltige ETFs und aktive Fonds recherchiert!

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.