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Asiatische Staaten werden zunehmend zur Zuglokomotive im weltweiten Wirtschaftsgeschehen. Zeit für AnlegerInnen, einzusteigen?

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Sind Asien-ETFs sinnvoll?
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Asien-ETF-Vergleich

Prognose

Asien-ETFs: Das Wichtigste in Kürze

Asien ist auf dem Weg zur globalen Wirtschaftsmacht, vor allem China will zur führenden Wirtschaftsnation aufsteigen.

Asiatische Wachstumsunternehmen und Entwicklungsländer versprechen gute Renditen. Zuletzt waren sie jedoch aufgrund von Corona etwas niedriger.

Die Performance der Asien-ETFs könnte in den nächsten Jahren höher liegen als die ETFs, die traditionelle Indizes wie den Dow Jones abbilden.

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In geopolitisch unruhigen Zeiten sind ETFs wohl besser als Einzelaktien, da sie breit streuen. Vor allem, wenn sich das Machtgefüge in der Welt ändert, sollte man auf Gewinner setzen. Derzeit könnte sich ein Engagement in Asien lohnen.

Sind Asien-ETFs sinnvoll?

Pro-Argumente

1. Vier asiatische Länder gehören zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt

Der aktuelle Fünfjahresplan der chinesischen Staats- und Parteiführung macht deutlich, dass China die globale Wirtschaft dominieren will. Die Machthaber setzen dabei auf mehr Unabhängigkeit statt weltweiter Verflechtung und versprechen ihrem Volk Wohlstand. Der sollte natürlich in Form von Konsumausgaben im Land bleiben.

Das Reich der Mitte ist derzeit Asiens größte Volkswirtschaft – mit einem Bruttoinlandsprodukt von 14,9 Billionen US-Dollar im Jahr 2020. Nach den USA, die ein Bruttoinlandsprodukt von rund 20,9 Billionen US-Dollar im Jahr 2020 aufwiesen, ist China die Nummer zwei in der Welt. Noch. Denn China ist auf dem Vormarsch. Auf Platz drei folgt Japan mit rund 5 Billionen US-Dollar. Auf Rang sechs findet sich der Star unter den Emerging Markets, Indien, mit rund 2,6 Billionen US-Dollar.

Dazwischen rangieren laut Daten von Statista nur noch Deutschland und Großbritannien. Korea ist auf Platz zehn mit mehr als 1,6 Billionen. Wenn vier asiatische Volkswirtschaften unter den Top 10 sind, zeigt das, dass nicht nur China, sondern alle bedeutenden Volkswirtschaften des Kontinents auf dem Weg zu weltwirtschaftlichen Führungspositionen sind.

Vor allem in den derzeit unruhigen Zeiten verspricht ein Investment in asiatische Volkswirtschaften daher eine langfristig gute Zukunftsperspektive. Und das trotz der aktuellen Rückschläge an den Kapitalmärkten aufgrund der geopolitischen Verwerfungen und Pandemiefolgen, von denen nicht nur DAX und DOW, sondern auch die asiatischen Börsen betroffen sind.

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2. Asiens Binnenmärkte sind riesig und wachsen weiter

Asiatische Unternehmen sind zwar groß, aber berichten für unsere Verhältnisse nicht transparent. Doch die globalen Big Player wie Tencent oder Alibaba zeigen, dass sich China schon lange nicht mehr als die „verlängerte Werkbank der Welt“ sieht.

Die Macher im Reich der Mitte setzen im Wirtschaftswettlauf auf die eigene Stärke. Das ist ein kluger Schachzug, denn die Handelsintensität von Industriegütern geht weltweit zurück. „Das bedeutet, dass mehr produzierte Waren in dem Land verkauft werden, in dem sie hergestellt wurden. Sie werden nicht mehr gehandelt oder exportiert und importiert“, konstatiert Susan Lund, Partnerin im McKinsey Global Institute im McKinsey Podcast.

„Die letzte große Veränderung ist, dass wir oft von Globalisierung sprechen. Jedoch in den vergangenen fünf Jahren sehen wir zunehmend eine Regionalisierung. Der Handel innerhalb von Regionen wie der EU-28 oder dem asiatisch-pazifischen Raum wächst viel schneller als der weltweite Handel über große Entfernungen“, sagt Lund weiter. Asien-ETFs profitieren wiederum vom riesigen asiatischen Binnenmarkt und den großen Bevölkerungszahlen dieser Länder.

Allein die chinesische Wirtschaft wuchs im ersten Quartal dieses Jahres um 4,8 Prozent im Jahresvergleich. Allerdings steigt die Gefahr eines abgebremsten Wachstums, denn COVID-19 und der Ukraine-Krieg treffen auch Asiens größte Volkswirtschaft. „Der wirtschaftliche Abwärtsdruck hat zugenommen“, sagte der Sprecher Fu Linghui der staatlichen Statistikbehörde. Doch langfristig könnte sich ein Investment in Asien lohnen.

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3. Einzelaktien asiatischer Unternehmen sind kritisch

Entscheiden musst du dich zwischen ETFs, die alle Emerging Marktes abbilden, und solchen, die speziell asiatische Märkte oder einzelne Länder bündeln. Ein Investment in Einzelpapiere ist schon aufgrund der mangelnden Transparenz asiatischer Unternehmen schwierig. Aber dennoch spielen die Erfolge der neuen riesigen Tech-Player wie Akkuproduzent CATL (Contemporary Amperex Technology Co Limited), Samsung oder Huawei eine große Rolle bei der Performance.

Contra-Argumente

1. Handelskonflikte zwischen dem Westen und Asien

Es flammen immer wieder Handelskonflikte zwischen den Staaten des Westens und den kommenden Industrienationen im Osten wie China oder Indien auf. Vor allem die USA und das Reich der Mitte pflegen derzeit ein sehrangespanntes Verhältnis. Das könnte vorübergehend den Wirtschaftsaufschwung bremsen, bis es der Binnenkonsum ausgleicht.

2. Innere Konflikte in diktatorischen Staaten

Zusätzlich sind die meisten Staaten (bis auf Japan) autokratisch geführt. Das kann zu inneren Unruhen führen. Entsprechendes sehen und sahen wir in Hongkong, Myanmar und Thailand.

3. China und Japan altern

China als Zugpferd registriert mit einer Geburtenrate von 7,52 pro 1.000 Einwohner die niedrigste, seit es Aufzeichnungen gibt. Zugleich überaltert die Gesellschaft und die arbeitsfähigen Generationen schrumpfen. Die Bevölkerungsanzahl soll ab dem kommenden Jahr zurückgehen, sagt Trendforscher Franz Kühmayer des Zukunftsinstituts. Mit einer Überalterung kämpft auch Japan.

Natürlich gibt es ETFs ohne ein Engagement in die demografischen Risikostaaten China und Japan. Entsprechende Asien-ETFs erkennst du an ihren Namenszusätzen „ex Japan“ oder „ex China“ („ohne Japan“, „ohne China“).

4. Aktuelle Probleme aufgrund von Corona und dem Ukraine-Krieg

Die asiatischen ETFs zeigen Bremsspuren in der wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund der Pandemie und der Ukraine-Krise. Derzeit wachsen also auch hier die Bäume nicht in den Himmel.

Fonds-Check: Die besten Asien-ETFs im Vergleich

Wir haben beim Analyse-Haus Morningstar eine Liste mit den besten Asien-ETFs angefragt, die drei von fünf Morningstar-Sternen oder mehr haben.

Welcher Asien-ETF ist der beste?

Generated by wpDataTables

Legende: Bewertung: 1 = schlecht, 5 = top (Bewertung von Morningstar),  Replikation: Art der Index-Nachbildung, Ausschüttend: Werden die Gewinne ausgezahlt?

Quelle: Morningstar direct, 10.05.2022

Eine Empfehlung können wir natürlich nicht geben. Welcher Asien-ETF sich für die einzelne Anlegerin am besten eignet, hängt auch von persönlichen Vorlieben und dem bestehenden Depot ab. Wie du ein Weltportfolio zusammenstellen kannst, erklären wir hier.

Asien-ETFs: Mögliche Auswahlkriterien 

  • geringe Kosten
  • hohes Volumen
  • hohe Rendite
  • geringe Schwankungen
  • breite Streuung (mehrere Länder und Branchen)
  • Morningstar-Auszeichnung
  • Nachhaltigkeit
  • Länder-Präferenzen

Der volumenmäßig größte Asien-ETF ist der Amundi Index Solutions – Amundi MSCI Em Asia ETF-C, der den MSCI Emerging Markets Asia Index nachbildet. Morningstar-Analysten haben den beliebte MSCI-Asia-ETF mit „bronze“ ausgezeichnet.

Im Vergleich mit dem MSCI World, der viele amerikanische Aktien enthält, schneidet der Amundi MSCI Em Asia ETF-C allerdings etwas schwächer ab: MSCI World vs. MSCI em Asia

blaue Linie: Amundi MSCI Em Asia
grüne Linie: MSCI World
Quelle: Morningstar, 13.05.2022

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Welche Länder sind in Asien-ETFs enthalten?

In den Asia-ETFs sind in der Regel die Länder zusammengefasst, in denen die Industrialisierung sichtbare Fortschritte macht, das Pro-Kopf-Einkommen aber noch niedrig ist. Auf diese Länder setzt du dann, wenn sie sich zu ökonomisch starken Industrieländern entwickeln.

Das sind derzeit vor allem neben China und Indien die Tigerstaaten. Damit sind die meisten wirtschaftlich bedeutenden südostasiatischen Nationen wie Taiwan, Südkorea, Singapur, Indonesien, Malaysia und die Philippinen gemeint. Es gibt auch spezielle Südostasien-ETFs, die nur entsprechende Länder abbilden.

Die fünf wichtigsten Börsenindizes Asiens

Land Index Große Positionen
Japan Nikkei 225 Toyota
China Shanghai Composite Bank of China
Hongkong Hang Seng Tencent
Korea KOPSI Samsung, Hyundai
Indien SENSEX Tata Motors

In den indexorientierten Fonds sind die Dickschiffe der Wirtschaft versammelt. Zum Beispiel das asiatische Amazon in China, Alibaba. Japan sagt man allerdings nach, als etablierte Industrienation weniger Renditen zu versprechen als andere asiatische Länder. Das zeigt beispielsweise ein Japan-ETF von Lyxor, der im 52-Wochen-Vergleich eine negative Performance aufweist.

Asien-ETFs: Wie ist die Prognose?

Asiatische ETFs sind nichts für den schnellen Erfolg. Langfristig allerdings sind sie umso interessanter. Dieselben Chancen können dir die Europäer unter den derzeitigen Umständen nicht bieten. Das Szenario eines langfristigen Krieges in der Ukraine birgt die Möglichkeit anhaltenden Stagflation (Inflation plus Unterbeschäftigung). Manche Wirtschaftsexperten prognostizieren sogar die Gefahr einer Rezession.

Inwieweit sich die Wirtschaft in Europa abkühlt, ist noch nicht absehbar. Das hängt aktuell von der Länge und dem Ausgang des russisch-ukrainischen Konflikts und der Bekämpfung von Corona ab. Anlagen, die auf die europäische Wirtschaft setzen, bergen also ein höheres Risiko.

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Langfristige Aussichten

Die Entwicklung läuft derzeit auf eine Blockaufteilung in der Welt hinaus. Der westlich geprägte demokratische Block (inklusive Japan) steht dem Osten mit überwiegend autokratisch geführten Staaten gegenüber. Möglicherweise wird es auch einen neutralen Block geben, erklärt die Bertelsmann Stiftung in der Studie „Globalisierungszenarien“.

Wie sich das am Ende auf die Wertentwicklung der Aktien auswirkt, kann niemand vorhersehen. Wie immer hängt die Rendite eines ETFs von der Marktlage ab.

herMoney Tipp

An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Wer dem Prinzip folgt, könnte mit einem Asia-ETF gut bedient sein. Dennoch sollte allen klar sein, dass ein Investment in China, den Pazifik-Raum und Co. riskanter ist als ein ETF auf etablierte Industrieländer wie die USA (s. Nasdaq-ETFs, S&P-500-ETFs). Doch dafür können die Renditen der Vergangenheit überzeugen. Derzeit könnte sich ein Einstieg anbieten, da die unruhige Weltlage auch die Asia-ETF-Perfomance etwas ausbremst und die Preise günstig sind.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.