Werbung
DJE - Weibliche Finanzexpertise

Mit einem MDAX-ETF kannst du auf mittelgroße Firmen aus Deutschland investieren. Wann das Sinn macht und wie hoch das Risiko ist.

Inhalt

Was ist der MDAX?
Sind MDAX-ETFs sinnvoll?
> DAX vs. MDAX
> Prognose
> Risiko
Diese Unternehmen sind im MDAX
Welcher MDAX-ETF ist der beste?
Mehr Rendite mit aktiven MDAX-Fonds

Werbung
Bleiben Sie beim Gledanlegen ganz entspannt. - Deka

Advertisement

MDAX-ETFs: Das Wichtigste in Kürze

Mit einem MDAX-ETF investierst du in die 50 größten deutschen Mittelständler. Sind sind wendiger als große Konzerne und können daher eine höhere Rendite einspielen. In Krisen können sie aber auch anfälliger sein.

ETFs auf den MDAX haben alle eine ähnliche Rendite, da sie denselben Index abbilden. Aktive MDAX-Fonds schnitten zuletzt etwas besser ab.

Die 5-Jahres-Rendite der MDAX-ETFs beläuft sich auf rund 7 %. Bei aktiven Fonds waren bis zu 14 % drin.

Was versteht man unter „MDAX“?

Du hast sicher schon einmal etwas vom Small-Cap-Effekt gehört: Er besagt, dass sich kleine Unternehmen im langfristigen Schnitt besser entwickeln als die Börsen-Giganten. Die kleinen Unternehmen sind wendiger und können sich schneller an neue Gegebenheiten anpassen. Außerdem haben sie eher die Möglichkeit, durch eine geniale Idee ihr Unternehmen auf eine neue Umlaufbahn zu katapultieren.

Dafür sind sie in Krisen anfälliger als Großunternehmen, weil die Kapitaldecke womöglich dünn und die Fremdkapitalquote entsprechend hoch ist. Das birgt mehr Risiken, aber eben auch mehr Chancen.

Wenn dir die kleinen Unternehmen zu agil sind und die Dickschiffe an der Börse zu behäbig, dann sind vielleicht die mittelgroßen Firmen eher deine Sache. In Deutschland ansässige mittelgroße Firmen sind in einem speziellen Index gebündelt, dem MDAX.

Der MDAX gehört zur DAX-Indexfamilie, die aus vier Haupt-Indizes und einer Reihe Neben-Indizes besteht. Im September 2021 ist die DAX-Familie umfassend überarbeitet worden, wobei der DAX von 30 auf 40 Unternehmen erweitert und der MDAX von 60 auf 50 Werte verkleinert wurde. Zweimal jährlich – im März und im September – wird die Indexzusammensetzung überprüft und bei Bedarf angepasst.

Werbung
Jetzt mit dem Sparen starten und 50 € Gutschein sichern - VisualVest

Sind MDAX-ETFs sinnvoll?

Beste Rendite: ETF auf DAX, SDAX oder MDAX?

Neben DAX und MDAX gibt es den SDAX mit kleineren Nebenwerten und den TecDAX mit Technologie-Titeln. Laut Börsen-Lehrbuch müsste der SDAX langfristig die beste Wertentwicklung haben, aber auch den stärksten Schwankungen unterliegen. MDAX und DAX folgen, was die Chancen (Aufwärts-Bewegungen), aber auch die Risiken (Abwärtsbewegungen) betrifft.

Aber an den Börsen läuft nicht immer alles nach Lehrbuch, zumindest nicht in jedem Zeitabschnitt. Schauen wir uns daher die DAX-Indexfamilie über die letzten fünf Jahre an:

Entwicklung der wichtigsten DAX-Indizes vom 17.2.2017 bis 18.2.2022

Grafik MDAX-ETFs

Gelbe Fläche: DAX

Blaue Linie: MDAX

Hellgrüne Linie: SDAX

Dunkelgrüne Line: TecDAX

Quelle: www.comdirect.de, Abruf vom 18.2.2022

In diesem 5-Jahres Abschnitt war es tatsächlich so, wie es im Lehrbuch steht: Der DAX (gelbe Fläche) ist vom 17.2.2017 bis 18.2.2022 um rund 130 % gestiegen, der MDAX um rund 140 % und der SDAX um etwa 145 %. Über allen schwebt der TecDAX, weil sich die Technologiewerte in letzter Zeit einfach fantastisch entwickelt haben. Das muss aber nicht immer so weitergehen.

An diesem Chart siehst du auch: Der Absturz, den wir im Januar 2022 gesehen haben, fällt für den SDAX und den TecDAX deutlich stärker aus als für MDAX und DAX. Auch das stimmt mit der Lehrbuch-Meinung überein: Small Caps und Technologiewerte sind volatiler, schwanken also stärker, als Large Caps und der breite Aktienmarkt.

Zukünftige Rendite: Wie aussichtsreich sind MDAX-ETFs?

Viele Marktteilnehmer sehen den Mittelstand als die Stütze der deutschen Wirtschaft an. Doch wie sehen die Zukunftsaussichten für deutsche Aktien aus? Aktuell überschattet die Ukraine-Krise die meisten Börsennachrichten. „Trotzdem sehen wir hierin keinen Grund, jetzt hektisch zu verkaufen“, sagt Benjamin Bente, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Vates Invest GmbH auf aktiencheck.de. „Geopolitische Krisen sind keine Auslöser für Bärenmärkte, sie verstärken höchstens bestehende Abwärtstendenzen kurzzeitig.“

Noch mehr Sorgen als die Ukraine-Krise machen den Börsianern allerdings derzeit die ansteigende Inflation und mögliche Zinsschritte durch die Zentralbanken. Ivan Domjanic, Capital Market Strategist bei der Fondsgesellschaft M&G Investments, erklärt dazu auf hedgework.de: „Hier wären wiederum die weniger kapitalintensiven Qualitätsunternehmen mit Preissetzungsmacht klar im Vorteil. In diesem reflationären Umfeld bietet es sich daher an, über eine Mischung aus Value- und Qualitätsaktien mit Wachstumspotential nachzudenken, wobei in beiden Segmenten eine aktive Titelselektion entscheidend sein wird.“

Werbung
Bleiben Sie beim Gledanlegen ganz entspannt. - Deka Advertisement

Gerade unter den MDAX-Werten sind viele sehr speziell ausgerichtete Unternehmen, die Preissetzungsmacht haben. Sie könnten also steigende Preise an ihre Kunden weitergeben und leiden daher weniger unter der Inflation als Unternehmen. Das wäre eine Empfehlung, in den Mittelstand zu investieren, und hier eher in einen aktiv gemanagten Fonds („aktive Titelselektion“) als in einen MDAX-ETF.

Wie hoch ist das Risiko?

Das Risiko eines MDAX-Investments ist nicht zu vernachlässigen. Doch wenn du dich fragst, ob du den MDAX investieren sollst, ist vielleicht eins beruhigend: Bei einem Fonds trifft dich zumindest nicht das Einzeltitel-Risiko, da du ja gleichzeitig in mehreren Unternehmen investiert bist. Aber auch der gesamte Index kann sich negativ entwickeln, teilweise auch zwei oder drei Jahre hintereinander.

Das schlimmste Jahr in den vergangenen 20 Jahren war 2008. Damals bescherte die Finanzkrise dem MDAX ein Minus von 43,21 %. Sicher kein angenehmes Gefühl für diejenigen, die investiert waren. Schön ist aber: Die Jahre mit positiver Rendite überwiegen bei weitem die Anzahl der Jahre, in denen der MDAX negativ abgeschnitten hat. Manchmal gibt es eine regelrechte Gewinn-Strähne, wie zum Beispiel in den Jahren 2012 bis 2017.

 

Jährliche Entwicklung des MDAX seit 2001

Jahre mit negativer Rendite Rendite in % p.a. Jahre mit positiver Rendite Rendite in % p.a.
2018 −17,61 % 2021 14,05 %
2011 −12,15 % 2020 8,77 %
2008 −43,21 % 2019 31,15 %
2002 −30,08 % 2017 18,08 %
2001 −7,47 % 2016 6,81 %
2015 22,67 %
2014 2,17 %
2013 39,11 %
2012 33,90 %
2010 34,91 %
2009 34,01 %
2007 4,89 %
2006 28,63 %
2005 36,01 %
2004 20,28 %
2003 47,75 %

Werbung
Bleiben Sie beim Gledanlegen ganz entspannt. - Deka

Advertisement

Soll ich in einen MDAX-ETF investieren?

Der MDAX nimmt eine mittlere Position ein: Er ist nicht ganz so behäbig wie der DAX (wenn man bei Aktien-Investments überhaupt von „behäbig“ sprechen kann), und weniger rasant als der SDAX. Wenn es sich für dich gut anfühlt, in diesem Marktsegment mit mittleren Schwankungen und mittleren Renditeaussichten zu sein, könnte sich der MDAX eignen.

Diese Unternehmen sind im MDAX

Die Mitglieder der DAX-Familie werden den einzelnen Indizes in erster Linie nach ihrer Börsenkapitalisierung zugeordnet. Dadurch ergeben sich dann – eigentlich zufällig – auch Unterschiede in der Branchenzusammensetzung des jeweiligen Index. Im DAX befinden sich relativ viele Versorger, Autobauer, Chemie- und Finanz-Titel, weil das eben die Schwergewichte an der deutschen Börse sind.

Im MDAX hingegen finden sich nur wenige Versorger und Banken, denn die meisten Unternehmen aus diesen beiden Branchen sind im DAX. Dafür enthält der MDAX viele mittelgroße Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Automobil-Zulieferer und Chemie. Diese Branchen sind besonders konjunktur- und exportabhängig. Daher reagiert der MDAX auch ziemlich sensibel auf Konjunkturschwankungen.

Außerdem befinden sich unter den MDAX-Titeln relativ viele Familienunternehmen, die oft einen noch langfristigeren Ausblick haben als die Manager der großen DAX-Titel. Aber auch wenn es sich hier um den viel zitierten „deutschen Mittelstand“ handelt: Wir sprechen bei MDAX-Titeln über Unternehmen, die teilweise eine Börsenkapitalisierung von mehreren Milliarden Euro haben. Sicher kennst du Unternehmen wie Lufthansa, Varta, Daimler Truck, TeamViewer, Hugo Boss oder ThyssenKrupp. Sie alle gehören zum MDAX und sind keineswegs Mini-Unternehmen.

Das sind aktuell die 10 wichtigsten Titel im MDAX:

Unternehmen Branche MDAX-Gewicht
Hannover Rückversicherung AG Versicherungen 5,51
LEG Immobilien AG Immobilien 4,97
GEA Group AG Maschinenbau 3,77
Kion Group AG Nutzfahrzeuge 3,76
Carl Zeiss Meditec AG Medizintechnik 3,73
Commerzbank AG Banken 3,51
Nemetschek SE Software (Bauindustrie) 3,34
Knorr-Bremse AG Bremssysteme, Schienenfahrzeug-Komponenten 3,20
Evonik Industries AG Spezial-Chemieprodukte 3,12
Evotec SE Biotechnologie 2,95

Abruf am 18.2.2022

Welcher MDAX-ETF ist der beste?

Der deutsche Mittelstand reizt dich für ein Investment? Dann stellt sich die Frage, wie du am besten in den MDAX investieren kannst. Es gibt zwei praktische Möglichkeiten, mit einem Investment gleich den gesamten Markt abzudecken: Entweder über einen Indexfonds (ETF) oder über einen aktiv gemanagten Fonds.

Wir haben das Analyse- und Datenhaus Morningstar gebeten, ein paar gute Beispiele sowohl für ETFs als auch für aktive Fonds zu nennen.

MDAX-ETFs und -Fonds im Vergleich: Welche haben die höchste Rendite?

MDAX ETFs

Generated by wpDataTables

aktive Fonds MDAX

Generated by wpDataTables

Die Ergebnisse der ETFs liegen naturgemäß dicht beieinander, denn sie alle bilden denselben Index nach. Der MDAX-ETF-Vergleich zeigt: Über die vergangenen 3 Jahre kamen sie im Schnitt auf ein Jahres-Ergebnis zwischen 11,3 und 11,6 %. Das ist klasse, allerdings waren die vergangenen 3 Jahre auch eine sehr gute Börsenperiode.

Wie finde ich als Anlegerin den besten MDAX-ETF für mich?

Die wichtigste Entscheidung ist, ob du überhaupt in einen MDAX-ETF investieren möchtest. Die Frage „welcher MDAX-ETF ist der beste?“ ist dann zweitrangig. Aber wenn du das letzte Zehntel Prozent auch noch herauskitzeln willst, schau am besten nach einem ETF mit relativ niedrigen Kosten und einem nicht zu kleinen Volumen. Denn wenn er dauerhaft zu klein bleibt, verschmilzt ihn die Fondsgesellschaft vielleicht irgendwann mit einem anderen Fonds.

Je nachdem, ob du eine jährliche Ausschüttung benötigst oder ob du lieber möglichst schnell Vermögen aufbauen möchtest, kannst du die ausschüttende oder die thesaurierende Variante des MDAX-ETFs wählen.

Vielleicht fragst du dich, ob sich ein MDAX-ETF für einen Sparplan eignet? Ja klar, alle Aktienfonds eignen sich für einen Sparplan, weil du so langfristig eine hübsche Summe ansparen kannst und wenig Arbeit mit deinem Investment hast.

Mehr Rendite mit aktiven MDAX-Fonds

Werbung
Bleiben Sie beim Gledanlegen ganz entspannt. - Deka Advertisement

Interessant ist, dass es sehr viele der aktiven Fondsmanager geschafft haben, den MDAX-Index und damit die ETFs zu schlagen. Während MDAX-ETFs in den letzten drei Jahren auf eine Jahres-Rendite zwischen 11,3 und 11,6 % kamen, brachten die aktiven Fonds im selben 3-Jahres-Zeitraum teilweise Ergebnisse von über 20 % pro Jahr.

Allerdings ist bei den aktiv gemanagten Fonds die Streuung der Ergebnisse breiter, denn das Fondsmanagement darf und soll hier vom Index abweichen. Deshalb liegen die einen über der Index-Performance und die anderen darunter. Mit aktiven Fonds auf deutsche Nebenwerte konnte man über die vergangenen drei Jahre ein Ergebnis zwischen 1,7 % und 24,5 % pro Jahr erzielen. Hier wäre es wichtig gewesen, auf „die richtigen“ Fonds zu setzen, wobei sie natürlich im Vorhinein sehr schwer zu erkennen sind.

Leider haben wir auch keine mit Sicherheit wirksamen „Tricks“, wie du im Vorfeld den Gewinner auswählen kannst. Möglich wäre, dass der Manager, der in den vergangenen drei Jahren weit vorne lag, sein Handwerk offenbar gut versteht und man ihm auch in Zukunft viel zutrauen kann.

MDAX-ETF: Wann wird die Dividende gezahlt?

Manche Anlegerinnen fragen uns, wann die Dividende im MDAX gezahlt wird. Jedes Unternehmen kann für sich bestimmen, wann die Hauptversammlung stattfindet, und die Hauptversammlung stimmt dann über die Höhe der diesjährigen Dividende ab. Viele MDAX-Unternehmen zahlen in den Monaten Mai oder Juni ihre Dividenden aus, aber es gibt auch welche, die davon abweichen.

Wenn es dich interessiert, wann ein bestimmtes Unternehmen ausschüttet, kannst du im Dividendenkalender nachschauen.

Wenn du einen MDAX-ETF hast, vereinnahmt der Fonds die Dividenden, was den einen Teil des Wertzuwachses des Fonds ausmacht. Der andere Teil basiert auf den Kurssteigerungen der einzelnen Unternehmen. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dass ein MDAX-Fonds im Mai und Juni eine besonders hohe Wertsteigerung haben muss. Denn oft ist es so, dass am Ex-Dividendentag, also an dem Tag, an dem die Dividende fließt, der Kurs der Aktie fällt.

herMoney-Tipp

Ein Nebenwerte-Investment mit einem MDAX-ETF kann eine gute Idee für Investorinnen sein, die eine Beimischung für ihr Depot suchen und einen langen Anlage-Horizont haben. Allerdings stellen gerade bei deutschen Nebenwerten auch aktiv gemanagte Fonds eine interessante Alternative dar. Denn gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen können aktive Fondsmanager zum Teil mehr als die Index-Performance herausholen. Hier ist allerdings die Auswahl ungleich schwieriger.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.