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Kann ich nicht, gibt's nicht – auch nicht bei der Geldanlage. Gehen Sie es an und vermeiden Sie typische Fehler!

Inhalt:

Keine Ahnung von Geldanlage? Und auch kein Interesse? Oder haben Sie Angst vor Kursverlusten und sehen vor allem Risiken, wenn Sie an Aktien denken? Vielleicht haben Sie auch schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht und sind nun ein für alle Mal kuriert? Wir meinen: Starten Sie einen neuen Anlauf – schließlich ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen. Wenn Sie an der Börse Geld verdienen möchten, sollten Sie allerdings ein paar Regeln beachten und typische Geldanlage-Fehler vermeiden. herMoney sagt Ihnen, wo die Fallen lauern!

1. Falsche Risikoeinschätzung: Nichts tun

Sie fürchten das Risiko eines Crashes an den Börsen und aus Angst vor Verlusten ziehen Sie es vor, gar nicht erst Geld in Aktien oder Fonds zu investieren? Keine gute Idee, denkt Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse bei Allianz Global Investors. „Ich halte es für riskanter, dass am Ende des Geldes noch zu viel Leben übrig bleibt“, sagt der Ökonom. Ups, das klingt hart. Die letzten Lebensjahre ohne finanzielle Absicherung verbringen zu müssen, ist wirklich keine schöne Perspektive. Realistisch aber ist sie allemal, wenn Sie keine private Vorsorge treffen.

Das Risiko, bei einem Börsencrash viel Geld zu verlieren, ist bei breiter Streuung und langem Anlagehorizont dagegen minimal. Der DAX etwa, der die erste Liga der deutschen Unternehmen bündelt, wird seit 30 Jahren berechnet. Und in dieser Zeit stiegen die Kurse im Schnitt um rund neun Prozent – pro Jahr!

Trotz aller zwischenzeitlichen Krisen und Crashes übrigens, von denen es seitdem einige gab: Man denke an das Platzen der Internetblase zur Jahrtausendwende, an die Immobilienkrise in den USA, die das weltweite Finanzsystem ins Straucheln brachte, oder aber an die darauf folgende Finanz- und Eurokrise. Trotz dieser zum Teil heftigen Einschläge hätte sich Ihr Geld über eine lange Laufzeit also bestens entwickelt. Für 10.000 Euro hätten Sie in den vergangenen 30 Jahren demnach mehr als 120.000 Euro an Gewinn kassiert. Inklusive Startkapital stünden jetzt mehr als 130.000 Euro zu Buche!

Was verdienen Sie, wenn Sie Ihr Geld auf dem Girokonto parken? Nichts! Bereits in den vergangenen Jahren hat Ihr Geld dort massiv an Wert verloren!

2. Planlos: Sparen ohne Strategie

Ein toller Tipp hier, ein toller Tipp da; schnell noch ‘ne Versicherung abschließen oder ein paar Aktien oder Fondsanteile kaufen – um sie dann bei Kurswacklern in Panik zu verkaufen? Das ist keine gute Idee. Viele Anleger agieren nicht nur kurzfristig, sondern auch ohne Ziel und ohne Plan und sind damit dem Markt und Ihren Emotionen ausgeliefert. Das bringt Stress und zudem schlechte Ergebnisse. Ein häufiger Geldanlage-Fehler also!

Nehmen Sie sich deshalb die Zeit, eine Strategie zu entwickeln. Machen Sie zunächst eine Bestandsaufnahme – unsere Fünf Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit helfen dabei! Schreiben Sie dann auf, welchen finanziellen Spielraum Sie haben. Vielleicht machen Sie einen  Kassensturz, um Sparpotenzial zu erkennen? Schreiben Sie sich dann auf, welche Ziele Sie haben und wie viel Risiko Sie tragen wollen und können. Dann können Sie eine Strategie entwickeln, mit der Sie sich wohl fühlen und die zu Ihren Anlagezielen passt!

Geldanlage-Fehler3. Klumpenrisiken der Geldanlage: Alles auf eine Karte setzen

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah? Vielleicht fühlen Sie sich mit Aktien von deutschen Unternehmen am wohlsten, weil Sie die Marken kennen und Made in Germany schätzen? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Deutsche Aktien sind in den Depots der Deutschen deutlich überrepräsentiert, oft lässt sich die Investitionsvorliebe sogar regional bis auf Postleitzahlenniveau herunter brechen. Mit ihrer Heimatliebe sind Anleger zuletzt zwar gut gefahren, langfristig aber erhöht eine einseitige Aufstellung die Risiken.

Das gilt auch für Branchenpräferenzen. So standen deutsche Autowerte lange Zeit für kontinuierliches Wachstum  –  neben Daimler packten sich viele Deutsche gleich auch noch VW und BMW ins Depot. Doch mit Bekanntwerden des VW-Abgasskandals haben gleich alle Autoaktien an Wert verloren. Sie sehen: Wenn Sie alles auf eine Karte setzen, leben Sie gefährlich.

Besser ist es, Ihr Geld in unterschiedliche Märkte, Branchen und Anlageklassen zu investieren. Nie alle Eier in ein Nest: Der amerikanische Ökonom Harry M. Markowitz hat bereits vor Jahrzehnten den wissenschaftlichen Beweis erbracht, dass breite Streuung langfristig zu den besten Anlageergebnissen führt. Dafür wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Durchforsten Sie also Ihre Geldanlagen. Hängt alles an einem Treiber? Dann sollten Sie umdisponieren und dafür sorgen, dass Sie Klumpenrisiken vermeiden und unterschiedliche Renditequellen nutzen!

Börse ist kein Hexenwerk, aber viele Frauen haben Berührungsängste und machen dann einen großen Bogen um Aktien. Sie auch? Wir halten das für einen Fehler, weil Sie damit auf attraktive Renditechancen verzichten. Unser Vorschlag: Kümmern Sie sich um Ihr Geld, damit es für Sie arbeiten kann! Gar nichts zu tun, gehört jedenfalls zu den folgenreichsten Fehler, genauso wie ohne Strategie zu investieren oder alles auf eine Karte zu setzen.

4. Herdentrieb: Kaufen, wenn es teuer ist und das Risiko steigt

Sie haben Angst vor Verlusten, Sie zögern und warten mit dem Kauf, bis die Kurse hoch gestiegen sind? Dann sind Sie in guter Gesellschaft! Wir Menschen sind Herdentiere, das zeigt sich auch an der Börse. In der schlimmsten Ausprägung sprechen Börsianer  – zugegeben: etwas abwertend – von einer „Milchmädchenhausse“. Die tritt immer dann auf, wenn die Stimmung euphorisch ist – zum Beispiel, weil die Kurse von einem Hoch zum nächsten ziehen und die Medien zunehmend über die hohen Renditen am Aktienmarkt berichten. Im Sog des Kursanstiegs fassen sich dann immer mehr Sparer ein Herz und beginnen, in Aktien zu investieren. Wie sagt der Profi: Wenn der Taxifahrer Tipps für den Aktienkauf gibt, ist es höchste Zeit, auszusteigen. Warum das?

Weil die Kurse ja nur dann steigen können, wenn es neue Investoren gibt. Die Profis haben frühzeitig auf steigende Kurse gesetzt und schon satte Gewinne erwirtschaftet. Laien aber neigen dazu, erst am Ende eines Trends einzusteigen. Das ist verständlich – eine lange Zeit steigender Kurse suggeriert Sicherheit. Aber es ist auch gefährlich. Denn wenn alle euphorisch und investiert sind, sind keine weiteren Kursanstiege zu erwarten. Die Profis nehmen dann in der Regel Gewinne mit und steigen aus. Die Folge: Die Kurse gehen zurück. Und die Laien, die teuer eingekauft haben, verkaufen dann oft in Panik mit hohen Verlusten – und schwören sich, nie wieder in Aktien zu investieren.

Steigende Kurse sind nach unserer Einschätzung kein Grund, ganz auf Aktien zu verzichten, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen. Denn wir begreifen Aktieninvestments als Langfristperspektive. Wenn Sie Ihr Vermögen breit streuen und über lange Zeiträume planen, sind die Anlagerisiken gering.

Und noch ein Tipp: Bauen Sie Ihr Vermögen per Sparplan auf! Dann wird das Timing unwichtig und Sie sind nicht Gefahr, mit der Herde zu marschieren: Steigen die Kurse, erhalten Sie weniger Wertpapiere für Ihre Sparrate. Bricht die Börse jedoch ein, gibt es automatisch mehr Wertpapiere für Ihr Geld!

Vermögensaufbau Fehler5. Selbstüberschätzung: Schlauer als der Markt?

80 Prozent der Männer zählen sich zu den besten fünf Prozent der Autofahrer. Na und? Selbstüberschätzung mag im realen Leben gesund sein und auch folgenlos, an der Börse aber ist sie meistens teuer und ein häufiger Fehler. Besonders anfällig sind diejenigen, die mit dem ersten Investment gleich eine üppige Rendite erzielen. Denn Gewinner neigen dazu, sich den Erfolg selbst zuzuschreiben. Informationen werden dann selektiv wahrgenommen – nur die Analysen oder Fakten bekommen Gewicht, die die eigene Position bestätigen. Mögliche Risiken dagegen werden ignoriert. Am Ende führt das selten zu langfristig guten Anlageergebnissen.

Zum Beispiel werden Aktien nachgekauft, weil der Kurs auf Talfahrt ist. Das mag hinhauen, wenn eine Aktie unabhängig von ihrer Qualität mit dem Markt einbricht und Sie eine klare Vorstellung vom Wert des Unternehmens haben. Wer sich selbst überschätzt, nimmt es aber in der Regel mit der Analyse nicht so genau. Stattdessen hat er vielleicht den Höchstkurs im Kopf und bildet sich ein, ein besonderes Schnäppchen ergattern zu können. Beispiele dafür gibt es zuhauf.

Die Aktien der Versorger E.ON oder RWE zum Beispiel waren einst solide Dividendenbringer. Nach dem Atomausstieg der Bundesregierung sind sie auf Talfahrt gegangen. Auch wer weit unter dem Höchstkurs zuschlug, hat den Großteil seines Kapitals verloren. Deshalb: Erst genau analysieren und dann investieren. Bei vermeintlichen Schnäppchen muss die Frage erlaubt sein: Warum erkennen nur Sie das wahre Potenzial einer Aktie – sind Sie wirklich schlauer als alle anderen?

Männer neigen in Gelddingen häufiger zu Selbstüberschätzung, so haben Depotanalysen ergeben. Aber auch Börsianerinnen sind davor nicht gefeit. Bevor Sie Ihr Geld in Aktien investieren, werfen Sie auch einen Blick auf die Risiken. Recht haben wollen jedenfalls ist kein gutes Motiv, um sich an einem Unternehmen zu beteiligen. Wenn Ihnen eine sachliche Analyse schwer fällt, setzen Sie lieber auf ETFs oder Fonds!

6. Verlustaversion: Mit Verlust verkaufe ich nicht!

Verlieren tut immer weh. In Gelddingen löst es sogar regelrechte Schmerzen aus. Statt das zukünftige Potenzial einer Aktie zu analysieren, neigen Privatanleger dazu, bei Verlustbringern den Kopf in den Sand zu stecken und nach dem Prinzip Hoffnung zu agieren. Der Gedanke: Erst mit dem Verkauf wird der Verlust realisiert. Statt sich Fehlentscheidungen also einzugestehen und in Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten zu investieren, sitzen Anleger ihre Miesen häufig aus und hoffen, dass die Aktie zumindest den Kaufkurs wieder erreicht.

Machen Sie das bitte nicht – das ist keine gute Strategie, um an der Börse Geld zu verdienen. Irren ist menschlich, eine Fehlinvestition ist kein Beinbruch. Auch Profis gelingt es nicht, ausschließlich auf Gewinner zu setzen. Aber im Unterschied zu Privatanlagern werden Verlustbringer von Profis meist emotionslos verkauft, wenn sich die Rahmenbedingungen verändert haben.

Damit Sie sich ohne Gram von aussichtslosen Verlustbringern verabschieden können, hilft es, sich strenge Regeln zu setzen – etwa ab einem Minus von zehn oder 20 Prozent wird automatisch verkauft. Eine andere Möglichkeit: Wechseln Sie den Blickwinkel! Überlegen Sie sich, wie viel Rendite Ihr Kapital mit anderen Investments erwirtschaften könnte. Oder anders: Würden Sie die Aktie auch heute noch kaufen? Falls nicht: Bitte schnellstens verkaufen!

herMoney-Tipp zum Vermögensaufbau

Seien Sie ehrlich zu sich selbst! Die eigenen Antriebe zu kennen, ist schon die halbe Miete – dann können Sie Gegenstrategien entwickeln, um nicht in die typischen Fallen zu treten! Versuchen Sie jedenfalls, Ihr Herz nicht an bestimmte Wertpapiere zu hängen, sondern ein Investment sachlich zu bewerten. Falls Ihnen das schwer fällt, setzen Sie vielleicht besser auf auf ETFs oder Fonds!

Sie möchten erst einmal beginnen, eine passende Geldanlage-Strategie zu entwickeln? Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie nach oder lassen Sie sich gut beraten. Gerade zu Beginn der Vorsorgeplanung kann es hilfreich sein, einen Profi zur Seite zu haben, der Ihre individuelle Situation genau analysiert, Ihre Fragen beantwortet und zudem alle Möglichkeiten der Förderung kennt. Informationen zum Thema Beratung finden Sie hier! In unserem Service Bereich finden Sie einen Berater in Ihrer Nähe, der Ihnen Tipps geben kann.

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