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Technologie-Fonds und -ETFs haben immense Kurshöhen erreicht. Lohnt sich der Einstieg noch? Welche Werte sind attraktiv?

Inhalt:

Das Wichtigste in Kürze:

Die Welt wird immer digitaler. Und doch sorgen sich einige Anleger wegen der hohen Bewertungen von Aktien wie Apple, Amazon, Alphabet und Facebook.

Der beste Technologie-Fonds der letzten drei Jahre erzielte pro Jahr etwa 37 Prozent Rendite. Der beste Tech-ETF brachte es immerhin auf rund 25 Prozent.

Du kannst auch in spezielle Nischen investieren, zum Beispiel in Unternehmen aus dem Bereich „künstliche Intelligenz“ oder „Datensicherheit“.

Der Technologie gehört die Zukunft. Auch wenn es durchaus ernst zu nehmende Anzeichen für eine Überbewertung gibt, gehören Tech-ETFs oder Fonds in jedes gut diversifizierte Portfolio.

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Sind Technologie-ETFs und -Fonds auch zukünftig ein sinnvolles Investment?

The Trend is your friend. Eine beliebte Börsenweisheit, die zum Herdenverhalten aufruft: Aktien kaufen, weil sie alle kaufen. Aber gilt das auch für den Technologie-Sektor, der in den vergangenen zwei Jahren der Corona-Trend schlechthin war?

Die Aktien von Apple, Amazon, Alphabet, Facebook und Microsoft führen die weltweite Börsenrallye nicht nur seit Jahren an. Viele Tech-Konzerne profitierten sogar überproportional vom „Stay-at-Home“-Faktor während der Corona-Krise. Im Homeoffice glühten die Internet-Leitungen, Konferenzen wurden über Online-Plattformen wie Zoom, Teams oder Skype abgehalten. Viele Unternehmen rüsteten auf, kauften Hardware und Software, Seminare wurden zu Webinaren. Auch mit der Familie wurde via Online-Chat kommuniziert. Eingekauft wurde immer mehr online. Und wenn uns die Langeweile gequält hat, dann wurde gestreamt und gespielt – alles online natürlich.

Aber kann das auf Dauer so weitergehen? Viele Analysten sprechen bereits von einer Tech-Blase und vergleichen den Boom mit der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende.

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Tech-Aktien führen die Börsenrally seit Jahren an

Den S&P 500-Index haben die boomenden Technologie-Aktien in den vergangenen zehn Jahren jedenfalls massiv nach oben gezogen. Kein Wunder, denn dieses Börsenbarometer ist schon seit Langem ausgesprochen technologielastig. Allein auf die „Big Five“, also die fünf Technologiegiganten, entfallen inzwischen etwas mehr als 20 Prozent dieses Index. Technologie-Aktien sind der Hauptgrund dafür, dass sich die US-Leitbörse so viel besser entwickelt hat als die großen Indizes in Europa.

Langjährige Anleger*innen erinnern sich an eine ähnliche Entwicklung, die nicht gut endete. Ende der Neunzigerjahre boomten die damals noch jungen Tech-Aktien noch sehr viel stärker – bis sie ab Mitte März 2000 massiv abstürzten, gefolgt von einer dreijährigen Börsen-Baisse. Der US-Technologie-Index Nasdaq brach damals um imposante 80 Prozent ein. Aber auch der deutsche DAX-Index verlor satte 75 Prozent – ein beispielloser Crash, wie es ihn seit der Weltwirtschaftskrise 1929 nicht mehr gegeben hatte.

Was ist heute anders? Im Gegensatz zur Dotcom-Blase erwirtschaften die Tech-Konzerne heute Milliardengewinne und steigern sie Jahr für Jahr. Das ist sicher ein Faktor, der gegen die Blasen-Theorie vieler Analysten spricht. Und doch lässt sich manche Parallele nicht leugnen. So zum Beispiel die inzwischen erreichte enorme Überbewertung einiger Unternehmen: Die Börsenkurse steigen viel schneller als die Gewinne der Firmen, etwa bei den Aktien des Technologie-Index Nasdaq.

Der Nasdaq Stock Market erzielte im Geschäftsjahr 2021 ein Betriebsergebnis von 1,8 Milliarden US-Dollar – im Vorjahr waren es noch 1,58 Milliarden US-Dollar. Der Kurs hat im vergangenen Jahr um rund 27 Prozent zugelegt. Zum Jahresende errechnete sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29,40.

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Diese Aktienkennzahl setzt den Gewinn eines Unternehmens ins Verhältnis zu seinem Aktienkurs. Allgemein spricht man bei einem Wert unter 12 von einem günstigen KGV, ein hohes liegt vielleicht bei 25. Wie Anfänger Aktienkennzahlen richtig bewerten, liest du hier. So hohe Bewertungen, wie wir sie aktuell im Technologiebereich erleben, sind aber nur dann zu rechtfertigen, wenn die Konjunktur wirklich rund läuft oder zumindest bald, aber nachhaltig anspringen wird.

Langfristig nicht zu unterschätzen ist zudem, dass die Digitalisierung durch die Krise auf jeden Fall einen gigantischen Schub erhalten hat. Unternehmen und Menschen machen sich nun noch schneller fit für die Zukunft – und die ist nun mal digital.

3 Beispiele:

  • Automatisierung: Fabriken werden immer digitaler, Roboter übernehmen immer mehr Arbeiten, kommunizieren mit Menschen und sogar schon miteinander.
  • Mobilität der Zukunft: Das Thema treibt längst nicht mehr nur klassische Autobauer und ihre Zulieferer um. Autos sind schon heute kleine oder größere Computer, demnächst sollen sie sogar autonom fahren. Der Verbrennungsmotor hat auf absehbare Zeit ausgedient, Akku oder Wasserstoff werden ihn wohl ablösen.
  • Smart City: Wie leben wir künftig? Unsere Städte werden ebenfalls immer digitaler und stärker vernetzt sein.

Diese wenigen Beispiele zeigen, welche Bedeutung Technologie schon heute hat und wie wichtig sie in Zukunft noch werden wird. Für Anleger gilt aber eben auch: Augen auf, denn: The trend is not always your friend!

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Weltweit anlegende Technologie-Fonds im Vergleich

Gut möglich, dass die großen Tech-Aktien zu schnell gestiegen sind. Mittlerweile sind viele von ihnen mehr als sportlich bewertet, mit anderen Worten: ziemlich teuer.

Rücksetzer aufgrund von Gewinnmitnahmen oder einem Rückgang der Konjunktur sind jederzeit möglich. Den Technologie-Trend deshalb vollständig zu ignorieren, kann aber sicher nicht die Lösung sein. Wie immer bei der Geldanlage gilt es, das Risiko möglichst breit zu streuen – über viele Einzeltitel, Branchen, Länder und Kontinente. Das geht am besten mit aktiv gemanagten Investmentfonds und börsennotierten Indexfonds. Sie investieren in dutzende oder hunderte Einzelunternehmen. Wer auf Tech setzen will, hat dabei die Qual der Wahl: Es gibt nahezu unzählige Fonds und ETFs.

Generated by wpDataTables

Quelle: Morningstar, März 2022

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Für die Platzierung in der Tabelle ist die Kursentwicklung in den vergangenen drei Jahren entscheidend. Die Volatilität (kurz: Vola) – Börsendeutsch für Schwankung – zeigt, wie stark das Auf und Ab bei einem Fonds in den vergangenen drei Jahren war.

Aufschlussreich ist dabei auch der Blick auf den maximalen Verlust. Wie üblich sind die Investmentfonds teurer (TER) als die ETFs, soll heißen: Die jährlichen Gebühren sind höher. Bei einem aktiv gemanagten Fonds kümmert sich schließlich ein Fondsmanager und sein Team um die Aktienauswahl, während der ETF stur einen Index nachbildet.

Gerade weil der Technologie-Boom von vielen Analysten aktuell kritisch beäugt wird, kann ein aktiv gemanagter Fonds mit einem (krisen-)erfahrenen Fondsmanager die bessere Wahl sein.

Technologie-Fonds setzen größtenteils auf die USA

Neue Top 10:

  1. BIT Global Internet Leaders 30 R – I
  2. ABAKUS New Growth Stocks
  3. Threadneedle (Lux) Global Tech AU USD
  4. BGF Next Generation Technology Z2 USD
  5. PrivilEdge Fidelity Tech USD NA
  6. AB International Tech I Acc
  7. JPM US Technology A (dist) USD
  8. Fidelity Global Technology A-Dis-EUR
  9. BGF World Technology A2
  10. Franklin Technology A Acc USD

Ein Technologie-Fonds von Hansainvest, nämlich der BIT Global Internet Leaders 30, schneidet mit einem Kursplus von durchschnittlich etwa 46,1 Prozent pro Jahr am besten ab. Wie bei den meisten Technologie-Fonds ist der Anteil von Aktien aus den USA sehr hoch: Etwa 41,65 Prozent des Fondsvermögens sind in den USA investiert. 13 Prozent des Fonds sind in chinesische Aktien investiert, an dritter Stelle folgen deutsche Titel mit 7,49 Prozent. Die größte Position hält Sea Ltd, die führende Gaming-Plattform in Südostasien und einer der führenden E-Commerce-Anbieter in der Region.

„Themen- und Sektor-Fonds/ und -ETFs sind keine Kern-Investments, allenfalls Beimischungen“, bremst Ali Masarwah, Chefredakteur beim Frankfurter Finanzdienstleister Envestment Services, vor diesem Hintergrund. Mit einem gut diversifizierten Portfolio könne man zwar durchaus in Themen und Trends investieren, die man für erfolgversprechend hält. „Warum nicht, Investieren soll ja auch Spaß machen“, so Masarwah. Seine Empfehlung für Technologie-Fans: “Investoren müssen aber auch beachten, dass solche Fonds Überschneidungen zu Standardwerte-Portfolios aufweisen.”

Als Beispiel nennt er die Apple-Aktie, die in vielen Tech-Fonds und -ETFs sehr hoch gewichtet ist, aber eben auch in Welt-Indizes wie dem MSCI World oder US-Indizes wie dem S&P 500 und dem Nasdaq-Index. Auf diese Weise können sogenannte Klumpenrisiken entstehen, sprich eine ungesund hohe Gewichtung im Portfolio. Mehr über Klumpenrisiken und andere Geldanlage-Fallen kannst du hier nachlesen.

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Megatrend „Halbleiter-Technologie“: Nachfrageboom trifft auf knappes Gut

Den zweiten Platz im Bereich „aktiv gemanagte Fonds“ belegt der Abakus New Growth Fonds, dessen größte Positionen allesamt aus der Halbeleiter-Industrie stammen. Halbleiter sind der wichtigste Baustein von Mikrochips, die in Elektroautos zum Einsatz kommen, beim neuen Mobilfunkstandard 5G, dem Internet der Dinge und der künstlichen Intelligenz. Halbleiter sind derzeit heiß begehrt – und seit Ausbruch der Pandemie ein äußerst knappes Gut. Die starke Nachfrage wirkt sich sehr unterschiedlich auf die Unternehmen aus: je nach Auslastung ihrer Produktionsstätten, der Betriebszeit der Anlagen, der Kosten für die Ausgangsprodukte und der Lieferkosten.
Der Abakus New Growth Fonds konnte von dem Megatrend profitieren: In den vergangenen drei Jahren hat der Fonds im Schnitt 38,3 Prozent zugelegt. Die drei größten Unternehmen im Fonds, Lam Research, ASML und Synopsys sind allesamt Zulieferer der Halbleiterindustrie. Die viertgrößte Position hält Nvidia inne, ein Hersteller von Grafikkarten mit Hauptsitz in den USA.
Gerade bei solchen Themen-Investments ist aber auch Vorsicht geboten. Ali Masarwah betont, dass es sich hier oft um Portfolios mit vielen Nebenwerten handelt. Gemeint sind solche Unternehmen mit mittlerer bis nur geringer Marktkapitalisierung, die oftmals sehr konzentrierte Geschäftsmodelle aufweisen und zusätzlich nicht besonders liquide und damit krisenanfälliger sind.

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Welche Technologie-ETF könnten sich 2022 lohnen?

Wer lieber auf ETFs setzten möchte, hat ebenfalls eine große Auswahl. Der Branchenindex MSCI World Technologie ist sehr bekannt und entsprechend weit verbreitet. Viele ETFs wie etwa jene von Lyxor, Xtrackers und SPDR bilden ihn ab.

Viele weitere Emittenten bieten sogenannte Themen-ETFs an. Auch hier gilt natürlich, dass sie allenfalls als Beimischung im Depot dienen sollten. Ein Beispiel ist das Thema Datensicherheit, dem in einer immer digitaler werdenden Welt eine besondere Bedeutung zukommt. Hier wäre ein ETF auf das Thema „Cyber Security“ spannend. Aber auch „Automation & Robotics“, „Robotics & AI“ (AI steht für Artificial Intelligence, übersetzt: künstliche Intelligenz) oder „Cloud Computing“ bilden diesen Trend ab – mit jeweils etwas anderen Schwerpunkten

Technologie-ETF-Vergleich 2022:

Generated by wpDataTables

Quelle: Morningstar, März 2022

Technologie lässt sich aus unserem Leben nicht mehr wegdenken. Und auch, wenn es durchaus ernst zu nehmende Anzeichen für eine Überbewertung einzelner Börsentitel gibt, sollten sich Anleger*innen dem Trend nicht vollkommen verschließen. In ein breit gestreutes Portfolio gehören am Ende auch Technologiewerte.

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herMoney-Tipp

Interessant könnte auch ein Gaming-ETF sein. Weitere Top-ETFs und -Fonds findest du auch im Gesundheitsbereich, rund um den DAX und im Nachhaltigkeitssektor.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalten Sie einen kühlen Kopf und sitzen Sie die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

Finanzberatung gesucht? Eine Finanzberaterin in deiner Nähe findest du hier

Dieser Artikel wurde von Lilian Fiala überarbeitet.