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Im neuen Jahr ändert sich einiges bei deinen Finanzen. Wo mehr Geld übrig bleibt und welche Neuerungen du kennen solltest.

Ein neues Jahr beginnt – und damit auch neue Regelungen. Ob Mindestlohn, Steuern oder Altersvorsorge: Im Jahr 2022 stehen einige Veränderungen an, die vor allem ArbeitnehmerInnen betreffen. Wir geben einen Überblick, was 2022 zu beachten ist, wer sich über mehr Geld freuen kann und wo höhere Ausgaben drohen.

Höherer Mindestlohn

Ab 1. Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn zunächst nur moderat: von derzeit 9,60 auf 9,82 Euro. Im Juli soll er dann noch einmal um weitere 63 Cent auf 10,45 Euro nach oben klettern. Nach 2022 könnten ArbeitnehmerInnen auf eine weitere Erhöhung hoffen: Die neue Ampel-Koalition hat eine Steigerung auf zwölf Euro ins Auge gefasst. Entschieden ist das aber noch nicht

Der neue Mindestlohn gilt auch für Minijobs. Ab 1. Januar beziehungsweise 1. Juli müssen Minijobber entsprechend dem neuen Stundenlohn eventuell die Arbeitszeiten anpassen. Ansonsten wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig.

Anstieg des „Azubi-Mindestlohns“

Auch Auszubildende dürfen sich über eine höhere minimale Vergütung freuen. Für den Ausbildungsjahrgang 2022 steigt der „Azubi-Mindestlohn“ im ersten Jahr von 550 auf 585 Euro brutto im Monat. Im zweiten, dritten und vierten Jahr erhalten Azubis künftig mindestens 690 Euro, 790 Euro beziehungsweise 819 Euro brutto monatlich.

Mehr Netto für SteuerzahlerInnen

Der sogenannte Grundfreibetrag wird im neuen Jahr angehoben. Bis zu diesem Beitrag bleibt dein Einkommen steuerfrei. Du musst ab dem neuen Jahr also weniger von deinem Einkommen versteuern. Der neue Grundfreibetrag liegt bei 9.984 Euro für Singles (240 Euro mehr) beziehungsweise 19.896 für Ehepaare (480 Euro mehr).

Zusätzlich profitierst du als Einkommensteuerzahlerin von einer Rechtsverschiebung des Steuertarifs. Die Einkommensgrenzen, ab denen du den nächsthöheren Steuersatz zahlst, steigen um 1,17 Prozent. Damit soll die Inflation ausgeglichen und die sogenannte kalte Progression verhindert werden. Sie würde ansonsten bewirken, dass Lohn- und Gehaltssteigerungen in Kombination mit der Inflation zumindest teilweise durch eine höhere Steuerbelastung aufgezehrt würden.

Mit welchen Tricks du im nächsten Jahr mehr Netto vom Brutto erhältst, erfährst du hier.

Mehr steuerfreie Lohn-Extras

Zum 1. Januar steigt auch die sogenannte Sachbezugsfreigrenze von bisher 44 Euro auf 50 Euro im Monat. Bis zu dieser Freigrenze kann dir dein Arbeitgeber Sachleistungen wie zum Beispiel Tankgutscheine steuerfrei zur Verfügung stellen.

Achtung: Es handelt sich um eine Freigrenze, keinen Freibetrag. Das bedeutet, dass die Sachleistung nicht einen Cent über den 50 Euro liegen darf. Ansonsten fallen auf den gesamten Betrag Steuern an.

Corona-Bonus geht in die letzte Runde

Noch bis zum 31. März kannst du als Arbeitnehmerin einen steuerfreien Corona-Bonus in Höhe von bis zu 1.500 Euro erhalten. Dass dieses einmalige Steuergeschenk bald ausläuft, könnte nochmal ein Anreiz für Unternehmen sein, dir einen Bonus auszuzahlen.

Zuschuss auf die Betriebsrente auch für Altverträge

Wenn du eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hast, hast du Anspruch auf einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent von deinem Arbeitgeber. Diese Zuschusspflicht wird auch auf vor 2019 geschlossene Verträge ausgeweitet.

Steuerfreibetrag für RentnerInnen

Seit 2005 müssen RentnerInnen einen Teil ihrer Rente versteuern. Der steuerpflichtige Rentenanteil wird seitdem jedes Jahr erhöht. Wenn du 2022 in Rente gehst, musst du 82 Prozent deiner Rente versteuern.

Garantiezins bei Lebensversicherungen sinkt

Bisher lag der Garantiezins für Lebensversicherungen bei 0,9 Prozent. Ab 2022 wird der Höchstrechnungszins für neue Lebens- und Rentenversicherungen nur noch 0,25 Prozent betragen. Das bedeutet, dass Versicherungen ihren neuen KundInnen eine Verzinsung von maximal 0,25 Prozent zusagen dürfen. Diese drastische Senkung wird auch Auswirkungen auf das Angebot von Riester-Verträgen in Versicherungsform und auf bestimmte Arten der betrieblichen Altersvorsorge haben.

Fokus auf nachhaltige Investitionen

Mit dem gesenkten Garantiezins lohnen sich entsprechende Produkte wohl kaum noch. Ein Grund mehr, auf andere Finanzprodukte zurückzugreifen. Hier ergeben sich vor allem im Bereich der Nachhaltigkeit Neuerungen: Voraussichtlich ab August sind Banken dazu verpflichtet, ihre KundInnen aktiv auf das Thema Nachhaltigkeit anzusprechen und auf entsprechende Finanzprodukte hinzuweisen. Wenn du auf der Suche nach nachhaltigen Geldanlagen bist, hilft dir der herMoney-Guide, gute Entscheidungen zu treffen.

Höhere Vorsorgeaufwendungen abziehbar

Vorsorgeaufwendungen für das Alter können 2022 besser abgesetzt werden. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gilt ein Höchstbetrag von 25.639 Euro. Davon können in diesem Jahr 94 Prozent abgesetzt werden. Als Alleinstehende kannst du dann 24.101 Euro geltend machen, in einer Ehe oder einer eingetragenen Partnerschaft 48.202 Euro.

Höhere Beiträge für private Krankenversicherungen

Du bist privat krankenversichert? Dann kann es sein, dass du für deinen Krankenschutz 2022 deutlich mehr zahlen musst als bisher. Laut PKV-Verband steigen die Preise um durchschnittlich 4,1 Prozent, doch die Spannweite ist groß. In Einzelfällen sind hohe zweistellige Steigerungen möglich.

herMoney-Tipp

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