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Vorsorgeplanung ist nur machbar, wenn Sie die Höhe Ihrer zukünftigen Rente kennen. Aber wie entziffern Sie Ihre Renteninformation?

Allerorten wird uns dringlich empfohlen, privat fürs Alter vorzusorgen. Um aber herauszufinden, wie die private Vorsorge aussehen soll, müssen wir zumindest Pi-mal-Daumen die Höhe der staatlichen Rente kennen. Sie haben keine Vorstellung davon? Willkommen im Club! Umfragen zufolge geht das etwa 40 Prozent der Deutschen so. Zeit also, die Renteninformation bei Bedarf anzufordern und zu verstehen.

Inhalt:

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Wo Sie Ihre Renteninformation anfordern können

Die Deutsche Rentenversicherung versendet die Renteninformation jedes Jahr an rund 31 Millionen Bürger automatisch. Es gibt keinen festen Termin, wann sie versendet wird. Das Schreiben erhält jeder, der mindestens 27 Jahre alt ist und zumindest fünf Jahre lang Rentenbeiträge eingezahlt hat. Wenn Sie unter 27 Jahre alt sind, müssen Sie die Renteninformation anfordern.

Wenn Sie eine Renteninformation zwar erhalten sollten, aber bislang leer ausgeblieben sind, fordern Sie sie am besten gleich an. Dafür gibt es verschiedene Wege.

So können Sie Ihre Renteninformation anfordern:

  • Telefon: Melden Sie sich beim kostenlosen Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung (DRV) unter der Telefonnummer 0800 – 1000 4800. Halten Sie Ihre Sozialversicherungsnummer bereit. Sie steht zum Beispiel auf Ihrer Gehaltsabrechnung.
  • Internet: Sie können Ihre Renteninformation auch online Füllen Sie einfach das Formular aus.

Eine Rentenauskunft erhalten Sie übrigens ab dem 55. Lebensjahr. Sie ersetzt die Renteninformation und erklärt, wie hoch Ihre Rente voraussichtlich sein wird. Sie kommt dem Rentenbescheid, den Sie später als Rentnerin erhalten werden, sehr nahe. Sie können die Rentenauskunft auf demselben Weg wie die Renteninformation beantragen.

Junge Menschen oder solche, die noch nicht lange Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben, werden vielleicht enttäuscht sein. Am Anfang unserer Karriere verdienen wir noch nicht so viel, daher sind auch die gezahlten Rentenbeiträge noch nicht so hoch. Die Rente aus der Hochrechnung sieht dann vielleicht noch recht dürftig aus. Je mehr Sie im Angestellten-Verhältnis verdienen und je länger Sie einzahlen, desto mehr Rentenversicherungspunkte erwerben Sie. Und die Anzahl der Rentenversicherungspunkte bestimmt letzten Endes die Höhe Ihrer Rente.

Warum Sie Ihren Versicherungsverlauf überprüfen sollten

Wenn Sie sich zum ersten Mal eingehend mit Ihrer künftigen Rente befassen, fordern Sie am besten auch gleich Ihren persönlichen Versicherungsverlauf an. Darin sind alle Zeiten aufgeführt, in denen Sie Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben. Und solche, die für die Höhe Ihrer Rente angerechnet werden. Dazu gehören beispielsweise Kindererziehungszeiten, bestimmte Zeiten der Ausbildung oder der Arbeitslosigkeit und auch Zeiten, in denen Sie Angehörige gepflegt haben.

Überprüfen Sie die aufgeführten Zeiten genau und klären Sie gegebenenfalls mit der Deutschen Rentenversicherung, wenn etwas fehlt. Die entsprechenden Daten werden dann in Ihrem persönlichen Rentenkonto ergänzt und bis zu Ihrem Renteneintritt gespeichert. Ohne Ihren vollständigen Versicherungsverlauf kann Ihre Rente später nicht richtig berechnet werden.

Wann Sie in Rente gehen dürfen

Die Regelaltersgrenze für Frauen und Männer wurde durch das Rentenversicherungs-Anpassungsgesetz vom 01.01.2012 auf 67 Jahre angehoben. Da sie früher niedriger war, wird sie schrittweise für die einzelnen Geburtsjahrgänge angehoben. Ab dem Jahr 2029, also für Geburten-Jahrgänge ab 1964, liegt sie bei 67 Jahren. Wer früher in Rente gehen will, kann das frühestens mit 63 Jahren tun, muss aber Abschläge bei der Rentenhöhe in Kauf nehmen. Knapp 50 Prozent der Versicherten verabschieden sich vor der regulären Altersgrenze in den vorzeitigen Ruhestand.

In früheren Zeiten war das Renteneintrittsalter von Frauen niedriger als von Männern. Aber mittlerweile sind Frauen und Männer gleichgestellt. Allerdings haben wir Frauen einen Renten-Vorteil, der sich aus unserer längeren Lebenserwartung ergibt: Die durchschnittliche Dauer des Rentenbezugs liegt für Frauen bei 23,8 Jahren und für Männer nur bei 19,9 Jahren, obwohl die prozentualen Beiträge für Männer und Frauen gleich sind.

Aber nicht zu früh freuen: Die Rente mit 70 wird nicht nur in den Medien diskutiert, sondern ist ein durchaus realistisches Szenario. Schließlich genießen wir durch den medizinischen Fortschritt alle die Chance auf einen längeren Lebensabend. Die längere Rentenbezugsdauer muss irgendwie finanziert werden: durch höhere Beiträge, eine längere Renteneinzahl-Dauer oder niedrigere Renten.

Wie hoch ist welche Rente?

In Ihrer persönlichen Renteninformation finden Sie drei Beträge, ganz konkret in Euro und Cent:

  • Ihre Rente wegen voller Erwerbsminderung: Dieser Wert gibt an, welche monatliche Rente Sie bekämen, wenn Sie heute wegen gesundheitlicher Einschränkungen voll erwerbsgemindert wären und weder arbeiten noch Rentenversicherungsbeiträge zahlen könnten.
  • Regelaltersrente aus bislang erreichter Anwartschaft: Dieser Wert gibt an, welche monatliche Rente Sie mit Ihrer bislang erreichten Rentenanwartschaft bekommen würden, wenn Sie zur Regelaltersgrenze in Rente gehen und ab jetzt keine weiteren Beiträge mehr eingezahlt würden.
  • Ihre Regelaltersrente bei weiterer Einzahlung bis Rentenbeginn: Dieser Wert gibt an, welche monatliche Rente Sie erhalten würden, wenn Sie bis zu Ihrem Rentenbeginn Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre einzahlen würden.

So lesen Sie Ihre Renteninformation

Wenn Sie Ihre Renteninformation angefordert haben, halten Sie die besten Daten in den Händen, die zum jetzigen Zeitpunkt verfügbar sind. Es wird keine Punktlandung sein.

Die Höhe Ihrer tatsächlichen Rente kann sich aus folgenden Gründen noch ändern:

  • Die Zahlen sind ohne zukünftige Rentenanpassungen gerechnet. Im Regelfall orientieren sich die Renten aber am durchschnittlichen Verdienst und werden entsprechend angehoben. In dem Fall fällt Ihre tatsächliche Rente höher aus.
  • Die Zahlen sind ohne Inflation gerechnet. Tatsächlich haben Sie mit dem aufgeführten Rentenbetrag aber vermutlich eine niedrigere Kaufkraft als heute.
  • Die Information zeigt nur die Rente aus Ihrer bislang erreichten Anwartschaft und bei ähnlichem Beitragsverlauf wie in den letzten 5 Jahren. Tatsächlich können Sie aber mehr oder weniger als in den letzten fünf Jahren verdienen, zum Beispiel weil Sie krank oder arbeitslos werden. Entsprechend verändern sich die Beiträge und damit die künftige Höhe Ihrer Rente.
  • Ein neues Rentenanpassungsgesetz kann die Höhe der Rente oder das Renteneintrittsalter verändern.

Brutto ist nicht gleich netto

In der Renteninformation werden Sie über Ihre künftige Brutto-Rente informiert. Wie beim Gehalt auch ist Brutto leider nicht gleich Netto. Auch von Ihrer Rente müssen Sie Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern zahlen.

Das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus hat daher die Renteninformation vor einiger Zeit kritisiert und sie als „Rentenillusion“ bezeichnet. Nun ja, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber Ihr Bruttogehalt nennt, sprechen sie vermutlich auch nicht von „Gehaltsillusion“. Aber zu berücksichtigen sind Sozialabgaben und Steuern natürlich auch von Ihnen als Rentnerin. Laut Plusminus erhalten Arbeitnehmer „gut ein Viertel weniger als zu erwarten“.

Bei Bedarf individuelle Rentenberatung in Anspruch nehmen!

Nicht alles, was in der Renteninformation oder im bisherigen Versicherungsverlauf steht, ist leicht verständlich. Vielleicht haben Sie auch besondere Fragen zu Anrechnungszeiten oder zu Ihren Abschlägen, wenn Sie planen, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Dann verabreden Sie am besten einen persönlichen Termin für eine Rentenberatung mit der Deutschen Rentenversicherung. Sie unterhält auch Rentenberatungsstellen bei Ihnen in der Nähe.

Dazu können Sie sich einen Termin von der Deutschen Rentenversicherung geben lassen, den Sie rechtzeitig planen sollten – die Wartezeiten sind teilweise erheblich. Nehmen Sie zu diesem Termin am besten Ihre letzte Renteninformation und alle weiteren relevanten Schriftstücke mit, zum Beispiel Gehaltsabrechnungen, Schulbescheinigungen, Daten von Arbeitslosigkeit oder Geburtsurkunden Ihrer Kinder. Vor allem, wenn die Informationen in Ihrem Rentenverlauf womöglich nicht korrekt berücksichtigt wurden. Nur wenn Sie alles beisammen haben, können Sie in der persönlichen Rentenberatung die wichtigen Punkte abschließend klären.

Eine gute Idee ist es auch, wenn Sie Ihre Fragen schriftlich formulieren und zu dem Gespräch mitnehmen. So vergessen Sie im Eifer des Gesprächs nichts und können alles klären.

herMoney-Tipp

Sie haben Ihre Renteninformation angefordert und sehen nun, dass die Rente viel niedriger ist als erwartet? Vor allem bei Frauen tut sich häufig eine große Rentenlücke auf. Wenn Sie sich aber rechtzeitig um Ihre Rente kümmern, ist noch genügend Zeit gegenzulenken. Dann lassen Sie sich am besten professionell zu Ihrer Altersvorsorge beraten.

Privat lassen sich einige Töpfe aufbauen, auf die Sie dann im Alter zugreifen können. Wenn Sie angestellt sind, kommt womöglich eine Betriebsrente oder die Riester-Rente für Sie infrage. Wenn Sie selbstständig sind, können Sie über die Rürup-Rente nachdenken. Sie können sich per Fonds-Auszahlplan auch selbst eine Rente zahlen!

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