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Rentenpaket 2025: Ein teures Versprechen auf Kosten der Jüngeren

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Simin Heuser

14. August 2025

Das Rentenpaket 2025 verspricht Sicherheit, treibt jedoch die Kosten in die Höhe und belastet vor allem die Jüngeren.

Die Bundesregierung hat ein neues Rentenpaket beschlossen. Und sie verkauft es als Sicherheit für die Älteren. Rentenniveau garantiert bis 2031 und mehr Geld für Eltern durch die Mütterrente. Klingt gut – ist aber vor allem eins: teuer, unausgegoren und zutiefst unfair gegenüber den Jüngeren.

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Die Eckpunkte der Reform

Das Rentenpaket 2025 umfasst drei zentrale Maßnahmen:

1. Stabile Renten bis 2031

Die Haltelinie beim Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031 verlängert. Damit soll verhindert werden, dass die Renten im Verhältnis zu den Löhnen sinken. Ohne diese Regelung wäre laut Regierungsberechnungen bis dahin ein Rückgang um etwa einen Prozentpunkt zu erwarten gewesen.

2. Ausweitung der Mütterrente

Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, werden ab 2028 drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet statt bisher zweieinhalb. Das betrifft rund zehn Millionen Menschen, vor allem Frauen, und bringt pro Kind etwa 20 Euro brutto mehr Rente im Monat. Die jährlichen Kosten liegen bei rund fünf Milliarden Euro.

3. Befristete Weiterbeschäftigung

Die Möglichkeit für befristete Weiterbeschäftigung nach Erreichen der Regelaltersgrenze wird ausgeweitet: Rentnerinnen und Rentner können künftig ohne besonderen Grund befristet bei ihrem bisherigen Arbeitgeber weiterarbeiten – offiziell, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Auf dem Papier klingt das nach Stabilität und sozialer Gerechtigkeit. In der Realität aber verschärfen diese Maßnahmen ein System, das schon heute kaum noch finanziell tragfähig ist. Denn die Wahrheit ist: Dieses System ist längst am Limit. Schon heute muss der Staat jedes Jahr über 120 Milliarden Euro Steuergeld in die Rentenkasse pumpen, weil sie sich selbst nicht mehr trägt. Mit dem Rentenpaket werden es noch mehr. Und wer bezahlt? Die SteuerzahlerInnen von morgen, also die Generation, die ohnehin schon genug Lasten trägt.

Das Festschreiben des Rentenniveaus mag nach Sicherheit klingen. In Wirklichkeit bedeutet es Stillstand: Die Renten sinken nicht weiter, aber sie steigen auch nicht. Während die Preise klettern, können sich viele RentnerInnen mit der gleichen Rente immer weniger leisten. Eine Mütterrente, die pro Kind und Monat gerade einmal 20 Euro brutto bringt, verschlingt fünf Milliarden Euro jährlich für einen Betrag, der nach Abzügen kaum spürbar ist. Symbolpolitik in Reinform.

Und die Möglichkeit zur befristeten Weiterbeschäftigung? Klingt nach Flexibilität, heißt aber im Klartext: Immer mehr Menschen werden im Alter weiterarbeiten müssen, weil die Rente nicht reicht. Das ist kein Fortschritt, das ist ein stilles Eingeständnis, dass das System wackelt.

Die Politik läuft wieder einmal vor der Wahrheit davon. Statt ehrlich zu sagen, dass wir länger arbeiten, mehr private Vorsorge betreiben, Zuwanderung fördern und endlich alle – auch Beamte – ins System einzahlen müssen, verteilt sie Geschenke, die wir uns längst nicht mehr leisten können. Ein Generationenvertrag lebt von Fairness. Doch wenn die Jüngeren immer mehr zahlen, um ein System zu stützen, das ihnen selbst später weniger gibt, ist dieser Vertrag gebrochen.

Es braucht endlich den Mut für eine große Rentenreform, nicht noch mehr Milliarden in ein Fass ohne Boden. Alles andere ist Selbstbetrug.

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Disclaimer: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann herMoney keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Der Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.


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Simin Heuser

Simin Heuser hat Volkswirtschaftslehre studiert und war bereits für verschiedene Fondsgesellschaften und Fintechs tätig. Sie schreibt unter anderem als freie Autorin über Finanz- und Versicherungsthemen.

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