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Lassen Sie sich schnell verunsichern? Warum nur? Gehalts-Coach Claudia Kimich verrät, wie Frauen schlagfertige Antworten aus dem Ärmel schütteln.

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“Wirst schon wieder einen tiefen Ausschnitt angehabt haben!”

Die Situation:

Ich habe Informatik studiert und zu Beginn meiner Karriere unter anderem als IT-Dozentin gearbeitet. Insgesamt zwei Jahre dauerten die Ausbildungen zum Fachinformatiker oder Softwareentwickler, von denen wir Dozenten einzelne Blöcke à zwei Wochen übernahmen. Am Ende eines jeden Blocks wurden auch wir Dozenten für unsere Arbeit bewertet. Dazu trafen sich die Dozenten im Dozentenraum.

Eines Tages, ich war mal wieder die einzige Frau im Raum, hielt der Direktor seine übliche Rede und gab die Bewertungen der Dozenten bekannt. „Unsere Frau Kimich hat mal wieder die beste Bewertung mit der Note 1,2“, sagte er mit einem süffisanten Grinsen „Der nächst beste kommt mit 2,1.“ Seine Ausführungen sollten die Herren zu mehr Engagement motivieren. „Da könnt’s Euch eine Scheibe abschneiden!“

Die Provokation:

Das Lob des Direktors war für manch einen Kollegen ein Affront. Ein älterer Kollege ranzte aus dem Eck: „Wirst schon wieder einen tiefen Ausschnitt und einen kurzen Rock angehabt haben!“ Wie reagiert man auf solche Frechheiten?

Schlagfertige Antwort für Frauen:

„Probiers doch mal damit, vielleicht klappt´s bei Dir auch.“

Die Folge:

Ich hatte die Lacher ganz klar auf meiner Seite! Der Angriff des Kollegen lief komplett ins Leere – meine Fachkompetenz wurde in diesem Rahmen nie wieder in Frage gestellt.

Mein Tipp für Sie:  

Wenn Ihre Leistungen herabgewürdigt werden, geht es darum, klare Grenzen zu setzen und deutlich zu machen: Bis hier hin und keinen Schritt weiter – kommt der Zeh hier drüber, dann ist der Zeh ab! Lassen Sie sich in solchen Situationen auf keine Diskussion ein, sondern führen Sie den Angriff gekonnt ad absurdum.

Sie wollten schon immer gerne schlagfertiger sein? Wenn Sie nicht so spontan sind: Sammeln Sie Sprüche und bereiten Sie Antworten vor. Und dann heißt es üben, üben, üben – schließlich müssen Sie sich auch trauen, die Antwort, die Ihnen auf der Zunge liegt, auszusprechen.

Und noch ein Tipp: Auf keinen Fall ärgern, wenn Ihnen die passende Antwort erst später einfällt. Denn dann suggerieren Sie Ihrem Unterbewusstsein, dass es doof ist, wenn Ihnen gute Antworten einfallen! Also: Nicht über verpasste Antworten ärgern, sondern gute Antworten zu jedem Zeitpunkt feiern! Merken Sie sich Ihre Idee einfach als gutes Beispiel für später, wenn Sie wieder einmal eine schlagfertige Antwort gebrauchen können.

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Mickriges Honorar: “Passt das für Sie?”

Die Situation:

Bei Honorar- oder Gehaltsverhandlungen verkaufen sich Frauen oft unter Wert. Oder anders gesagt: Sie kennen ihren Wert nicht. Ich coache gleich viel Männer wie Frauen – und Frauen stellen immer wieder die eine Frage: Wie viel kann ich denn fordern? Und raten Sie mal, wie viele Männer mich das bisher gefragt haben? Kein einziger! Deshalb haben es Personaler und Auftraggeber bei Gehalts- bzw. Honorarverhandlungen oft leicht. „Ich schätze Ihre Arbeit sehr“, sagte der Auftraggeber zu einer Klientin, „Sie sind die ideale Besetzung für diesen Job!“

Die Provokation:

Für den Job bot er ihr ein mickriges Honorar an. „Passt das für Sie?“

Schlagfertige Antwort für Frauen:

„NEIN!“

Und auf Nachfrage – „wie, nein?“

„N E I N!“

 Wenn Sie sich sicher fühlen – und nur dann! – können Sie noch einen draufsetzen:

„Welchen Teil haben Sie nicht verstanden?“

Die Folge:

Durch das klare Nein signalisieren Sie: Ich kenne meinen Wert! Im konkreten Fall schlug der Auftraggeber zunächst 10 und dann 20 Prozent drauf und sie sagte erneut klar und deutlich „Nein!“ Der Chef erhöhte auf 30 Prozent und sie sagte stoisch wieder „Nein“. Bei einem Aufschlag von 40 Prozent stieg sie dann in die Verhandlung ein und kam am Ende zu einem guten Ergebnis.

Mein Tipp für Sie:  

Frauen neigen dazu, sich um Kopf und Kragen zu reden. Die Herausforderung ist es, nach dem Nein zu schweigen und keine Erklärung oder Rechtfertigungen nachzuschieben. Die Klientin erzählte mir hinterher, dass sie sich gut auf die Verhandlungen vorbereitet hatte. Dennoch musste sie sich auf die Zunge beißen, um einfach kommentarlos beim „Nein“ zu bleiben.

Mein Tipp: innerlich lächeln und winken, wenn es schwierig wird. Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Sie für Ihre Arbeit haben wollen. Probieren Sie es aus, Ihrem Gegenüber klar in die Augen zu schauen und die Stille auszuhalten! Und denken Sie immer daran: „Nein ist ein ganzer Satz!“

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„Bei wem hast Du Dich denn diesmal hoch geschlafen?“

Die Situation:

Frauen in Führungspositionen oder als Chefin? Wer die Karriereleiter schneller erklimmt als die männlichen Kollegen, muss sich manch einen Spruch gefallen lassen. Eine meiner Klientinnen berichtete mir von ihrem ersten Führungskräftemeeting, an dem sie als einzige Frau unter 15 Männern teilgenommen hatte. Ein “Kollege” hielt das nicht aus und startete einen Angriff unter der Gürtellinie.

Die Provokation:

„Bei wem hast Du Dich denn diesmal hoch geschlafen?“, fragte ein Teilnehmer am Führungskräftemeeting meine Klientin vor der versammelten Führungsriege.

Schlagfertige Antwort für Frauen:

„Hättest Du Frauenförderung betrieben, könntest Du es auch probieren!“

Die Folge:

Eine schnelle und selbstbewusste Antwort verblüfft den Attackierenden und macht ihn sprachlos. Während er noch überlegt, was das denn eigentlich bedeutet, haben Sie die Anwesenden allein schon durch Ihre Haltung und Klarheit von Ihrer Stärke überzeugt. Und Sie haben die Lacher auf Ihrer Seite – die beste Medizin! Denn der Provokateur wird von den eigenen Kollegen bloß gestellt. Bei meiner Klientin hat das bestens funktioniert. Beim nächsten Führungskräftemeeting wurde sie ernst genommen und mit Respekt behandelt.

Mein Tipp für Sie:

Bei Angriffen unter der Gürtellinie hilft nur eins: den Angreifer mundtot machen! Versuchen Sie erst gar nicht, hier „sachlich“ diskutieren zu wollen oder gar auf die Provokation einzugehen. Zurückledern ist in solchen Situationen tatsächlich die einzige Sprache, die der Angreifer versteht. Am besten übrigens mit einem strahlenden Lächeln auf den Lippen. Sie wissen ja: Auf Ihre Haltung kommt es an!

PS: Ist Ihnen nach einer Attacke unter der Gürtellinie eher danach, sich zu verstecken? Dann denken Sie an lächelnde Brustwarzen! Sie werden sehen, wie sich Ihr Oberkörper von ganz alleine hebt!

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„Können wir da am Preis noch etwas machen?“

Die Situation:

Wenn es um den Job geht, bekommen meine Klientinnen stets viele Komplimente. Ein super Konzept, Sie haben mich vollkommen überzeugt. Und ja, wir sollten sofort mit der Umsetzung starten….Soweit, so gut – bis es auf die Vergütung zu sprechen kommt. Manch eine bekommt dann ein unseriöses Angebot. Andere Klientinnen haben bereits klare Vorstellungen von dem, was Sie wert sind und ergo in Rechnung stellen werden. Doch dann kommt – meist vertraulich à la „wir wollen ja beide, dass wir zusammenkommen“ – dieser eine Satz:

Die Provokation:

„Können wir da am Preis noch etwas machen?“

Schlagfertige Antwort für Frauen:

„Klar! Wie viel mehr wollen Sie denn zahlen?“

Die Folge:

Ihr potenzieller Auftraggeber hat wahrscheinlich mit vielem gerechnet – Rumgedruckse, Erklärungen, Rechtfertigungen, Ärger. Keinesfalls jedoch mit solch einem souveränen Konter. Die Strategie ist einfach: Machen Sie aus dem Worst Case den Best Case – für sich selbst.

Die klare Haltung zeigt dem Gegenüber: Ich biete eine Top-Leistung. Und wenn Du die in Anspruch nehmen willst, bezahlst Du den Preis. Im Übrigen ist noch viel Luft nach oben. Sie behalten damit die Zügel in der Hand und nun könnte es Ihr Gegenüber sein, der versucht ist, einige Erklärungen und Rechtfertigungen aufzufahren!

Mein Tipp für Sie:  

Soll ich, soll ich nicht – vielleicht möchten Sie genau diesen Auftrag unbedingt haben. Deshalb: Fragen Sie sich, wie es sich auf Dauer anfühlen wird, zu einem reduzierten Satz zu arbeiten. Ist das für Sie ok, go for it! Falls nicht: Vielleicht können Sie Ihre Leistungen entsprechend reduzieren? Falls das nicht möglich ist und Sie ein schlechtes Bauchgefühl haben, sagen Sie lieber klar und deutlich „Nein!“.

Wenn der Preis einmal feststeht, ist es schwer, ihn zu erhöhen. Es macht also keinen Sinn, schon mit einem schlechten Bauchgefühl zu starten. Deshalb: Bleiben Sie souverän! Und sollten Sie den Job zu Ihren Konditionen nicht bekommen: Freuen Sie sich, denn Sie haben mehr Zeit, sich um attraktivere Projekte zu kümmern – und damit unter Umständen sogar mehr Geld zu verdienen!

 

Claudia Kimich

Claudia Kimich hat Informatik studiert, Ihre Vorliebe aber galt schon immer der Arbeit mit Menschen. Vor 20 Jahren hat sich die Münchnerin deshalb als Coach selbständig gemacht. Eine Anleitung zu guten (Gehalts-)Verhandlungen gibt die leidenschaftliche Tänzerin in ihrem Buch „Verhandlungstango“. Mehr unter Kimich.de oder auf youTube

 

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