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ETFs rund um künstliche Intelligenz werfen beachtliche Renditen ab. Wir
vergleichen verschiedene aktive und passive Fonds.

Inhalt:

Die 4 wichtigsten Erkenntnisse:

Künstliche Intelligenz ist ein Trend, der wohl kaum aufzuhalten ist. Ein Investment könnte sich daher lohnen.

Bei KI-Fonds ist die Wertentwicklung sehr unterschiedlich. Der beste hat im letzten Jahr 50 % zugelegt, der schlechteste 14 %.

KI-ETFs sind deutlich günstiger, aber sie schwanken auch mehr als aktive Fonds. Die maximale Performance betrug im letzten Jahr 31 %.

Es gibt mittlerweile auch Fonds, die von einer künstlichen Intelligenz gesteuert werden.

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Was ist Big Data? Was macht künstliche Intelligenz so schlau?

Ihnen sind die gigantischen Daten-Sammler wie Google, Amazon & Co. nicht ganz geheuer? Bei dem Gedanken, dass solche Firmen alle möglichen Daten von uns sammeln und auf die eine oder andere Weise auswerten, kann es einem mulmig werden.

Aber ganz realistisch gesehen: Viel dagegen unternehmen können wir nicht, es sei denn, wir shoppen nie mehr online, zahlen nur noch bar (solange es noch möglich ist) und haben unser Handy ständig im Flugzeugmodus, so dass es eigentlich überflüssig wird.

Vielleicht sollten wir den Spieß einfach umdrehen und versuchen, von Big Data zu profitieren? Möglich ist das – beispielsweise über Fonds! Aber zunächst einmal: Was genau ist eigentlich Big Data, und was macht Künstliche Intelligenz so schlau?

Ein Portfoliomanager gab mir einmal eine eingängige Erklärung: „Big Data ist, wenn die Datenmenge nicht mehr auf Deinen PC passt!“

Es handelt sich also um extrem große Datenmengen. Das können z.B. Börsenkurse oder Zins-Daten sein, positive oder negative Social-Media-Posts zu bestimmten Unternehmen oder deren Bilanz-Kennzahlen. Die einzelnen Datenreihen nennt man „Faktoren“ und sie sollten nach Möglichkeit vollständig und mindestens über einen Wirtschaftszyklus hinweg vorhanden sein. Dann sind sie gut nutzbar.

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Fondsbranche?

Wenn man das System mit mehreren solcher „Faktoren“ befüllt hat, muss man bei Anwendungen in der Finanzbranche dazu die tatsächlichen Börsenkurse und eine oder mehrere Zielgrößen eingeben. Ziele können die Maximierung der Wertentwicklung oder die Minimierung der Depot-Schwankungen sein. Dann lässt man die Maschine machen.

Das System erkennt dann sogenannte „Muster“, die in der Vergangenheit aufgetreten sind, und mit denen Depots künftig auf die Zielgrößen hin optimiert werden können. Hier von „Intelligenz“ zu sprechen, scheint etwas übertrieben. Letztlich stellt das System anhand der vorhandenen Daten nur Millionen von Portfolien zusammen und schaut nach, welche Depotzusammenstellung am besten gewesen wäre.

Aber das tut das System unermüdlich und frei von Angst, Stress oder sonstigen Emotionen. Es kann viel mehr Informationen „lesen“ und verarbeiten als eine ganze Armada von Analysten und anderen Experten der Finanzwelt. Künstliche Intelligenz könnte also helfen, Fonds besser auszuwählen.

KI-Fonds im Vergleich

Zu den wichtigen Unternehmen des KI-Sektors (im Englischen spricht man von AI-Fonds, „artificial intelligence“) zählen die „üblichen Verdächtigen“ – wie die Google-Mutter „Alphabet“, das Software-Unternehmen Cadence Design Systems oder andere an der US-Technologiebörse „Nasdaq“ gehandelten Firmen. Aber auch dem Laien weniger bekannte Unternehmen wie das Online-Marketingunternehmen „Criteo“ oder das auf Bildverarbeitungssysteme spezialisierte Unternehmen „Keyence“ zählen zu den wichtigen Anbietern in diesem Segment.

Auf Unternehmen in Form von Einzelaktien zu setzen, ist immer riskant. Wenn Sie der Meinung sind, dass sich der Trend zu KI und Big Data nicht aufhalten lässt und Sie in KI-Aktien investieren wollen, tun Sie das am besten über einen Fonds. Damit investieren Sie nicht in eine einzelne Firma, die womöglich einen wichtigen Trend verpasst oder aus anderen Gründen auf der Strecke bleibt, sondern Sie verteilen das Risiko auf mehrere Anbieter. Und das auf einfache Art und Weise.

Natürlich enthalten auch ganz normale Technologie-Fonds das eine oder andere Unternehmen, das sich auf KI- oder Big-Data-Themen spezialisiert. Wenn Sie aber gezielt und nur auf Unternehmen dieser Zukunftsbranchen und damit auf KI-Aktien setzen möchten, wählen Sie lieber einen entsprechend enger fokussierten Fonds. Es gibt mittlerweile einige Fonds und ETFs, die sich auf künstliche Intelligenz spezialisiert haben. 


Gezielt in bestimmte Branchen investieren:
Weitere spannende Themenfonds!

 


Relativ lange am Markt ist hier der Allianz Gl Artificial Intelligence-Fonds, aber auch der DWS Invest Artificial Intelligence oder der Echiquier Artificial Intelligence der französischen Fondsgesellschaft Echiquier haben sich auf Investitionen in KI-Unternehmen spezialisiert.

Wie aus der untenstehenden Tabelle ersichtlich, sind die Unterschiede in der Wertentwicklung groß. Allein in den letzten 12 Monaten hat der in dieser Periode beste Fonds (Echiquier Artificial Intelligence) über 50 % plus gemacht. Der schlechteste (ODDO BHF Artificial Intelligence) „nur“ knapp 14 %.

Wie hoch die Schwankungen dabei waren, die dafür jeweils in Kauf genommen werden mussten, zeigt die Spalte „Vola 12 Monate“: Der Fonds mit der höheren Wertentwicklung hatte auch eine deutlich höhere Volatilität. Er hatte also deutlich höhere Schwankungen als der Oddo BHF Artificial Intelligence. Der maximale Verlust der KI-Fonds reicht aktuell von 12,9 % bis 17,6 %. Zweistellige Minus-Ergebnisse sollten Sie also aushalten können, wenn Sie in solche eng spezialisierten Aktienfonds investieren.

Ausgewählte aktive Fonds im Bereich “künstliche Intelligenz”:

Aktive Fonds für Künstliche Intelligenz ISIN Vol. (Mio. EUR) Performance YTD (Jan-Juni 2020) Performance 12 Monate Performance 2019 3-Jahres-Performance p.a. Vola 12M Max. Verl. 12 Monate A.-Aufschl. TER Nachhaltig
Allianz Gl Artificial Intelligence AT-EUR LU1548497699 2550,46 26,56% 35,34% 31,38% 20,56% 28,94% -15,74% 5,00% 2,08% unterdurchschnittlich
DWS Invest Artificial Intelligence LC LU1863263346 492,88 17,71% 32,19% 36,47% k.A. 21,40% -12,93% 5,00% 0,48% durchschnittlich
Polar Capital Automation & Artificial Intel R EUR IE00BF0GL212 445,59 6,62% 23,77% 41,45% k.A. 19,54% -14,30% 5,00% 1,44% durchschnittlich
Echiquier Artificial Intelligence B EUR LU1819480192 387,01 41,27% 50,49% 37,98% k.A. 33,59% -16,75% 3,00% 1,75% durchschnittlich
ODDO BHF Artificial Intelligence CR-USD LU1833932780 104,07 0,24% 13,82% k.A. k.A. 21,05% -17,58% 5,00% 1,70% durchschnittlich

Legende: Vol. = Volumen, p.a. = pro Jahr, A.-Aufschl. = Ausgabe-Aufschlag, TER = Total Expense Ratio (Gesamtkosten)

Quelle: Scope Analysis / Morningstar, 16.07.2020

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Mit diesen ETFs setzen Sie auf künstliche Intelligenz

Außerdem gibt es mittlerweile auch Exchange Traded Funds (ETFs), die passiv einen KI-Index abbilden. Sie sind deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Auch hier kommt es zu deutlichen Performance-Unterschieden, je nachdem, welchen Index der jeweilige AI-ETF abbildet.

Sie unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Region, die sie abdecken. Was beim Vergleich der beiden Tabellen „aktive KI-Fonds“ und „KI-ETFs“ zu beobachten ist: ETFs federn Börsenrisiken nicht ab, sondern gehen jeden Aufwärts-Trend, aber auch jeden Abwärts-Trend eins zu eins mit. Entsprechend größer war hier der maximale Verlust über 12 Monate bei den KI-ETFs.

ETFs aus dem Bereich “künstliche Intelligenz”:  

Beispiele für ETFs auf KI-Indizes ISIN Vol. (Mio. EUR) Performance YTD (Jan-Juni 2020) Performance 12 Monate Perf. 2019 Vola 12M Max. Verl. 12 M TER Nachhaltig
L&G Artificial Intelligence UCITS ETF IE00BK5BCD43 73,97 22,79% 31,06% k.A. 28,84% -18,01% 0,49% durchschnittlich
Xtrackers Artific Intellig and BigData UCITS ETF 1C IE00BGV5VN51 69,83 2,84% 12,17% k.A. 22,47% -17,06% 0,35% überdurchschnittlich
Amundi Stoxx Global Artificial Int UCITS ETF C LU1861132840 188,88 -2,90% 7,58% 31,74% 23,12% -20,02% 0,35% k.A.
WisdomTree Artificial Intell UCITS ETF USD Acc Ger DE000A2N7NJ6 107,8 12,44% 30,52% k.A. 30,19% -21,40% 0,40% durchschnittlich

Legende: Vol. = Volumen, Performance = Gewinn nach Abzug der TER, p.a. = pro Jahr, A.-Aufschl. = Ausgabe-Aufschlag, TER = Total Expense Ratio (Gesamtkosten)

Quelle: Scope Analysis / Morningstar, 16.07.2020

Welcher KI-ETF für Sie der beste ist, hängt von Ihren Vorlieben ab. Auch ob Sie lieber in einen aktiv gemanagten KI-Fonds oder einen ETF investieren, ist Geschmackssache. Ein eindeutiger Rat lässt sich hier nicht erteilen. Und noch etwas: Natürlich können Fonds, die in KI investieren, auch durch einen Sparplan bespart werden. Das reduziert das Risiko, einen großen Betrag zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren. 

Diese Fonds werden durch künstliche Intelligenz gemanagt

In der Finanzindustrie gibt es auch Anbieter, die KI-Technologie im eigenen Investmentprozess einsetzen. Der erste davon ist der Acatis AI Global Equities (ISIN: DE000A2DR2L2), der im Juni 2017 aufgelegt wurde. Er wählt Aktien einzig durch Künstliche Intelligenz aus. Sein Initiator, Dr. Hendrik Leber, forscht mit seinem Team seit mehreren Jahren im Bereich der KI, um sie für das Portfoliomanagement nutzbar zu machen.

Ein weiterer Fonds, dessen Anlage-Entscheidungen ausschließlich durch KI erfolgen, ist der im November 2018 aufgelegte Data Intelligence Fund (ISIN: DE000A2H9A76). Dahinter steht die Frankfurter Vermögensverwaltung Catana Capital, die mit Hilfe des Bonner Forschungs- und Entwicklungsunternehmens Stockpulse GmbH Fonds-Social-Media-Daten aus dem Netz zusammenträgt und auswertet.

herMoney-Tipp

Auch wenn sich viele KI-Modelle noch in der Entwicklung befinden, handelt es sich um einen spannenden Trend, der wohl kaum aufzuhalten ist. Es ist interessant, sich mit Fonds und ETFs an Unternehmen aus dem Bereich “künstliche Intelligenz” zu beteiligen. Aber natürlich werden sich auch in diesem Segment die Kurse nicht linear und schnurstracks nach oben bewegen. Zumal viele der Unternehmen nicht aus dem Euro-Raum kommen und somit auch Währungsrisiken bergen.

Wir empfehlen, die Risiken breit zu streuen und nur den Betrag zu investieren, mit dem Sie auch Kursrückgänge verkraften können. Vermutlich sind sie vorübergehend, aber man weiß an der Börse nie im Vorhinein, wie lange eine solche Durststrecke dauert. 

Zum Weiterlesen: Auch DAX-ETFs oder nachhaltige ETFs und Health-Fonds können spannende Investments sein.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Depot eröffnen.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalten Sie einen kühlen Kopf und sitzen Sie die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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