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Mit einem DAX-ETF setzt du auf die Dickschiffe des deutschen Aktienmarktes. Was ist bei der Fonds-Auswahl zu beachten?

Inhalt:

Die drei wichtigsten Erkenntnisse:

DAX-ETFs investieren in die 40 größten deutschen Unternehmen. Sie sind sinnvoller als aktive Deutschland-Fonds, da letzte zwar teuer, aber nicht besser sind.

Verschiedene DAX-ETFs sind sich in Kosten und Performance sehr ähnlich. Es ist also nicht nötig, sich zu lange den Kopf zu zerbrechen, welcher es sein soll.

DAX-ETFs können eine gute Beimischung im Depot sein. Um breit zu streuen, sollten Anlegerinnen aber auch in andere Werte investieren.

Der „DAX” ist der Leitindex für deutsche Aktien. Er wurde 1988 eingeführt. Du hast vielleicht mitbekommen, dass im Oktober vergangenen Jahres der Immobilienkonzern “Deutsche Wohnen” aus dem DAX geflogen ist. Der Konzern war nur ein Jahr zuvor für das angeschlagene Luftfahrtunternehmen Lufthansa in den DAX gerückt.

„Huch, ist denn der DAX nicht immer gleich?“, fragst du dich womöglich. Nein, Börsen-Indizes werden regelmäßig überprüft, ob sie noch die jeweiligen Qualitätskriterien erfüllen. Beim DAX ist das viermal im Jahr der Fall. Im September 2021 wurde der DAX übrigens von 30 auf 40 Mitglieder erweitert. Unter den zehn Neulingen befindet sich zum Beispiel der Kochboxenlieferant Hellofresh oder der Online-Modehändler Zalando.

Warum Unternehmen aus dem DAX fliegen

Bei jeder Revision wird geschaut, ob die 40 Titel, die im deutschen Börsenbarometer DAX enthalten sind, noch den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Immerhin stellt der DAX die erste Börsenliga Deutschlands dar.

Genau aus diesem Grund war die Börsenwelt so geschockt, als sich herausstellte, dass der Zahlungsabwickler Wirecard seine Bilanzen gefälscht hatte … Ein Unternehmen aus dem erlauchten Kreis der DAX-Mitglieder! Als die Sache aufflog, wurde Wirecard natürlich aus dem DAX entfernt.

Das heißt nicht, dass jedes DAX-Unternehmen hohe Gewinne erwirtschaftet und prosperiert. Aber es bedeutet, dass das Unternehmen eine bestimmte Größe hat und seinen Veröffentlichungspflichten nachkommt. So können sich Investoren informieren und Aktien frei handeln. Wäre nämlich fast das gesamte Aktienkapital fest in den Händen einer Investoren-Familie oder eines Staates, könnten wir Anleger die Aktien gar nicht erwerben und der Aktienkurs würde womöglich nicht den tatsächlichen Wert widerspiegeln!

Als beispielsweise der deutsche Staat im Mai 2020 bei der Lufthansa einstieg, um die Fluggesellschaft vor den Folgen der Corona-Pandemie zu retten, musste die Lufthansa aus dem DAX weichen. Es gab zu wenig frei handelbare Aktien, sprich zu wenig „Freefloat“!

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Wer bestimmt, wie der Dax zusammengesetzt ist?

Die Deutsche Börse bestimmt zu den jeweiligen Stichtagen, welche Aktien aus dem DAX herausfallen und welche neu hinzukommen, um den Club der 40 wieder zu vervollständigen. Die 40 DAX-Werte sind die Dickschiffe der deutschen Unternehmen („Blue Chips“) und repräsentieren rund 80 % der Marktkapitalisierung der deutschen börsennotierten Aktien.

Der DAX steht übrigens nicht allein auf weiter Flur, sondern es gibt eine kleine DAX-Familie:

  • Der MDax enthält 50 Nebenwerte mittelständischer Firmen.
  • Der SDax steht für die nächsten 70 Werte, also die kleineren Firmen.
  • Der TecDax enthält Aktien 30 deutscher Technologieunternehmen.

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Muss ich etwas tun, wenn sich der DAX verändert?

Wenn du über Fonds in Aktien investierst, brauchst du nichts zu unternehmen, wenn eine Veränderung im DAX oder einem anderen Börsenindex angekündigt wird. Aber die Fondsmanager müssen solche Änderungen im Blick haben. Manager, die einen Indexfonds verwalten, müssen ihren Fonds entsprechend anpassen.

Der Manager eines DAX-Fonds wird also Deutsche-Wohnen-Aktien verkaufen, denn er soll ja immer genauso wie der DAX investiert sein. So steht es im Prospekt und daran muss sich das Management halten.

Auch Manager von aktiven Fonds, also Fonds, die nicht index-gebunden sind, haben Index-Änderungen auf dem Schirm. Denn sie verursachen oft viele Käufe und Verkäufe an der Börse, die dann zu Kursveränderungen führen können. Im Regelfall steigen die Unternehmen im Kurs, die in den Index aufsteigen, und die Firmen fallen im Kurs, die herausfliegen. Schließlich müssen die Manager von Indexfonds nicht mehr darin investieren und werfen ihre Aktien auf den Markt. Das höhere Angebot sorgt für fallende Kurse, weil Angebot und Nachfrage an der Börse den Marktpreis bestimmen.

Wenn du direkt in Einzelaktien investierst, musst du selbst auf solche Nachrichten reagieren. Ganz ohne sich um die Märkte zu kümmern, funktioniert die Direktanlage in Aktien also nicht.


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Wie finde ich den besten DAX-Fonds für mich?

Du möchtest dich lieber nicht so intensiv um die Märkte kümmern, sondern einfach einen Index-Fonds kaufen, der in DAX-Titel anlegt? Auch gut! Wenn du nämlich in große deutsche Unternehmen investieren willst, bist du bei einem DAX-Fonds gut aufgehoben. Du musst dann nur die Frage beantworten, ob du dein Geld in einen ETF oder in einen aktiv gemangten Fonds anlegen möchtest. Dann gilt es, jeweils einen „guten“ Fonds auszuwählen.

Beginnen wir mit den DAX-ETFs: Solche Fonds versprechen, immer genauso wie der DAX investiert zu sein. Hier spielt also keine Rolle, ob der Fondsmanager ein Unternehmen für vielversprechender als das andere hält, sondern die Zusammensetzung des DAX ist die Vorlage für den DAX-ETF. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Abbildung eines Index schwierig ist, aber auch hier sind knifflige Detail-Fragen zu lösen.

Kosten:

Schließlich kann das Fondsvolumen mitunter sehr stark schwanken, und da stellt sich die Frage, wie der Fondsmanager es anstellt, das Portfolio laufend anzupassen. Er oder sie ist quasi während der gesamten Börsen-Öffnungszeit damit beschäftigt, Aktien zu kaufen und zu verkaufen, damit die Portfolio-Zusammenstellung wieder stimmt. Weil aber die Fondsmanager eines DAX-ETF nicht die einzelnen Unternehmen auf ihre nachhaltigen Geschäftsaussichten hin untersuchen müssen, fallen die Managementgebühren hier relativ niedrig aus. Bei den in der Tabelle aufgeführten Fonds liegen sie zwischen 0,08 % und 0,31 % pro Jahr. Das ist sehr günstig.

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Performance:

Wäre nun der ETF der beste, der das beste Ergebnis erzielt? Schon! Aber beim genauen Betrachten der Tabelle erkennst du schnell, dass die Ergebnisse sehr eng beieinander liegen und es keine Ausreißer nach oben oder unten gibt. Die meisten Börsen sind im Kalenderjahr 2019 hervorragend gelaufen und sind 2020 erst im März durch den Corona-Schock abgestürzt, um sich dann aber rasch wieder zu erholen.

Das Börsenjahr 2021 wiederum galt als eines der erfolgreichsten in der Geschichte des Dax. Im März erreichte der deutsche Leitindex ein neues Rekordhoch, bis im November die neue Virusvariante Omikron die Kurse abstürzen ließ. Entsprechend haben alle DAX-ETFs 2019 ein Ergebnis erzielt, das zwischen 24,78 % und 24,89 % liegt – super! 2020 kam es dann sehr auf den Einstiegszeitpunkt an. 2021 ähnlich: Wer bereits Anfang Januar in DAX-ETFs investiert hatte, gewann um die 10 Prozent. Wer erst im November eingestiegen war, musste bis zu 5 Prozent Verlust hinnehmen.

Auch in diesem Kalenderjahr war die Wertentwicklung („Performance“) des DAX durchwachsen: Während er zwar mit Gewinnen ins neue Jahr gestartet war, mussten viele Aktien schlimme Kurseinbrüche hinnehmen. Das Auf und Ab zeigt, dass nur diejenige in Aktienfonds investieren sollte, die Durststrecken ohne größere finanzielle Blessuren überstehen kann und auch nicht vor Nervosität wegen der üblichen Schwankungen das Fingernägel-Kauen anfängt.


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Realistisch gesehen solltest du dich vor solchen Schwankungen nicht allzu sehr fürchten. Ohne Abschwünge gäbe es auch keine günstigen Einstiegschancen. Daher Augen zu und durch – die Verluste sind dann ja ohnehin schon da! Vielmehr solltest du nach einem heftigen Kursrückgang überlegen, ob die dann gültigen DAX-ETF-Kurse nicht gut zum Einstieg sind und du noch etwas nachlegen solltest. Auf keinen Fall solltest du im Crash aussteigen oder deinen eventuell schon laufenden Sparplan stoppen. Immerhin beschert dir jeder Crash an der Börse günstige Kaufkurse!

Wenn du die DAX-ETFs gern weiter analysieren möchtest, bitte sehr! In der Tabelle sind auch das Fondsvolumen, die Replikationsmethode und so weiter aufgeführt. Im Grundlagenartikel über ETFs findest du Erklärungen dazu, welche Kriterien für die ETF-Auswahl wichtig sind.

Alle DAX-ETFs im Vergleich

Ehe du dich aber gar nicht entscheiden kannst, welchen DAX-ETF du aussuchst: Diese Fonds sind sich so ähnlich, dass du nicht wirklich falsch liegen kannst, solange der DAX-Index sich insgesamt gut entwickelt.

Alle verfügbaren DAX-ETFs

Generated by wpDataTables

Quelle: Morningstar, 08.02.2022, dargestellt sind nur nachhaltige ETFs mit guten Morningstar-Bewertungen
Legende: Morningstar-Bewertung: 5 = top, 1 = schlecht, Replikation = Nachbildung des Index

Wenn du regelmäßig Geld verdienst, bietet sich ein monatlicher DAX-Sparplan an. Das ist gerade bei Aktienfonds sinnvoll. Wenn du eine einmalige Summe zur Verfügung hast, kannst du überlegen, die Summe in drei oder vier Tranchen aufzuteilen. Auf diese Weise streust du das Risiko, die gesamte Summe ausgerechnet zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren.

Schon gewusst? Es gibt einen nachhaltigen Bruder zum DAX!

Du störst dich daran, dass kein einziger Fonds in der Tabelle Nachhaltigkeitskriterien erfüllt? Die Deutsche Börse hat auf das verstärkte Interesse an nachhaltigen Geldanlagen reagiert und im März 2020 einen neuen Index ins Leben gerufen, den DAX 50 ESG Index. Er umfasst 50 Werte aus dem Universum von DAX-Familie und berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien. Natürlich gibt es viele weitere nachhaltige ETFs und nachhaltige Fonds, die in andere Indizes investieren.

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Aktive Deutschland-Fonds machen wenig Sinn

Soweit zu den DAX-ETFs. Natürlich gibt es auch jede Menge aktiv gemanagte Aktienfonds, die auf große deutsche Unternehmen setzen. Weil hier ein aktives Management mit Unternehmensanalysten beschäftigt ist, sind solche Fonds deutlich teurer als ETFs. Fünf- bis zehnmal so viel ist durchaus üblich. Wenn das Ergebnis am Ende besser aussehen würde, wäre das in Ordnung. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Zumindest auf lange Sicht.

Der Grund: Der deutsche Aktienmarkt ist bestens recherchiert. Es gibt kaum Unternehmen, über die ein Fondsmanagement etwas weiß, was dem Markt noch nicht bekannt ist. Daher ist es schwierig für einen aktiven Manager, in diesem Markt über längere Perioden den Index zu schlagen. In der Realität muss der Manager den Index übertreffen und kontinuierlich deutlich besser sein, weil er auch jährliche Management-Kosten wieder einspielen muss. Das gelingt langfristig keinem.

Aus diesem Grund macht es Sinn, für deutsche Unternehmen auf einen ETF zu setzen. Bei Aktien aus Entwicklungsländern oder speziellen Branchen mag dies anders sein, aber bei deutschen DAX-Unternehmen ist ein entsprechend ausgerichteter ETF auf jeden Fall eine gute Sache.

herMoney-Tipp

Ein DAX-ETF ist für deutsche Investorinnen eine schöne Basis im Depot. Zwar macht der deutsche Aktienmarkt nur einen winzigen Bruchteil des weltweiten Marktes aus, aber es ist ein schönes Gefühl, wenn man einige Unternehmen seines Fonds-Depots kennt. Eine gute Ergänzung zu einem DAX-ETF ist ein ETF auf den MSCI-World-Index. Wer noch weiter streuen möchte, kann noch einen ETF auf Emerging Markets dazunehmen. So wird eine runde Sache daraus. Das ganze Geld mit einem DAX-ETF auf die Karte des deutschen Aktienmarktes zu setzen, wäre zu eng fokussiert.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Hier erfährst du, wie du ein Depot eröffnest.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufe nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu liest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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