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Mit einem DAX-ETF setzen Sie auf die Dickschiffe des deutschen Aktienmarktes. Was ist bei der Fonds-Auswahl zu beachten?

Inhalt:

Die 4 wichtigsten Erkenntnisse:

DAX-ETFs investieren in die 30 größten deutschen Unternehmen. Sie sind sinnvoller als aktive Deutschland-Fonds, da letzte zwar teuer, aber nicht besser sind.

Verschiedene DAX-ETFs sind sich in Kosten und Performance sehr ähnlich. Es ist also nicht nötig, sich zu lange den Kopf zu zerbrechen, welcher es sein soll.

Die Corona-Krise hat auch den DAX erwischt. Jetzt könnte ein guter Einstiegszeitpunkt sein, da die Preise günstig sind. 2019 lag die Performance bei rund 24,8%, im laufenden Jahr beträgt sie aktuell rund -12,8%.

DAX-ETFs können eine gute Basis im Depot sein. Um breit zu streuen, sollten Anleger*innen aber auch in andere Werte investieren.

Sie haben vielleicht mitbekommen, dass mit dem Einstieg des deutschen Staates bei der Lufthansa die Airline am 22. Juni aus dem DAX geflogen ist. Stattdessen wird „Deutsche Wohnen“, der zweitgrößte Vermieter Deutschlands, neues DAX-Mitglied. „Huch, ist denn der DAX nicht immer gleich?“, werden Sie sich womöglich fragen. Nein, Börsen-Indizes sind nicht immer gleich. Sie werden regelmäßig überprüft, ob sie noch die jeweiligen Qualitäts-Kriterien erfüllen. Beim DAX ist das viermal im Jahr der Fall.

Warum Unternehmen aus dem DAX fliegen

Bei jeder Revision wird geschaut, ob die 30 Titel, die im deutschen Börsenbarometer DAX enthalten sind, noch den hohen Qualitätsanforderungen entsprechen. Immerhin stellt der DAX die erste Börsenliga Deutschlands dar.

Das heißt nicht, dass jedes DAX-Unternehmen hohe Gewinne erwirtschaftet und prosperiert. Aber es bedeutet, dass das Unternehmen eine bestimmte Größe hat und seinen Veröffentlichungspflichten nachkommt. So können sich Investoren informieren und Aktien frei handeln. Wäre nämlich fast das gesamte Aktienkapital fest in den Händen einer Investoren-Familie oder eines Staates, könnten Sie die Aktien gar nicht erwerben und der Aktienkurs würde womöglich nicht den tatsächlichen Wert widerspiegeln!

Beispiele: Lufthansa und Wirecard

Durch den Einstieg des deutschen Staates bei der Lufthansa ist der Anteil der frei an der Börse gehandelten Aktien zurückgegangen. Das führte dazu, dass die Lufthansa den DAX verlassen musste.

Ein weiterer DAX-Titel macht aktuell ebenfalls Schlagzeilen: der Zahlungsabwickler Wirecard. Das Unternehmen hat kein vollständiges Testat von seinem Wirtschaftsprüfer erhalten. Deshalb ist zweifelhaft, ob sich Investorinnen korrekt über die Gewinne und Verluste informieren können.

Misstrauen auf Grund von Bilanzunklarheiten ist Gift an der Börse. So verlor das Unternehmen am 18. Juni rund 70 % seines Börsenwerts, als das Desaster an die Öffentlichkeit kam. Wenn das Unternehmen die Unstimmigkeiten nicht ausräumen kann, wird es ebenfalls den DAX verlassen müssen, denn in dem Fall kommt es seinen Veröffentlichungspflichten nicht richtig nach.

Die Deutsche Börse bestimmt zu den jeweiligen Stichtagen, welche Aktien aus dem DAX herausfallen und welche neu hinzukommen, um den Club der 30 wieder zu vervollständigen. Die 30 Dax-Werte sind die Dickschiffe der deutschen Unternehmen und repräsentieren rund 80 % der Marktkapitalisierung der deutschen börsennotierten Aktien. Die nächste Index-Überprüfung findet am 3. September statt.

Muss ich etwas tun, wenn sich der DAX verändert?

Wenn Sie über Fonds in Aktien investieren, brauchen Sie nichts zu unternehmen, wenn eine Veränderung im DAX oder einem anderen Börsenindex angekündigt wird. Aber die Fondsmanager müssen solche Änderungen im Blick haben. Manager, die einen Indexfonds verwalten, müssen ihren Fonds entsprechend anpassen.

Der Manager eines DAX-Fonds wird also Lufthansa-Aktien verkaufen und Deutsche Wohnen kaufen müssen, denn er soll ja immer genauso wie der DAX investiert sein. So steht es im Prospekt, und daran muss sich das Management halten.

Auch Manager von aktiven Fonds, also Fonds, die nicht index-gebunden sind, haben Index-Änderungen auf dem Schirm. Denn sie verursachen oft viele Käufe und Verkäufe an der Börse, die dann zu Kursveränderungen führen können. Im Regelfall steigen die Unternehmen im Kurs, die in den Index aufsteigen, und die Firmen fallen im Kurs, die herausfliegen. Schließlich müssen die Manager von Indexfonds nicht mehr darin investieren und werfen ihre Aktien auf den Markt. Das höhere Angebot sorgt für fallende Kurse, weil Angebot und Nachfrage an der Börse den Marktpreis bestimmen.

Wenn Sie direkt in Einzelaktien investieren, müssen Sie selbst auf solche Nachrichten reagieren. Ganz ohne sich um die Märkte zu kümmern, funktioniert die Direktanlage in Aktien also nicht.


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Wie finde ich den besten DAX-Fonds für mich?

Sie möchten sich lieber nicht so intensiv um die Märkte kümmern, sondern einfach einen Index-Fonds kaufen, der in DAX-Titel anlegt? Auch gut! Wenn Sie nämlich in große deutsche Unternehmen investieren wollen, sind Sie mit einem DAX-Fonds gut aufgehoben. Sie müssen dann nur die Frage beantworten, ob Sie Ihr Geld in einen ETF oder in einen aktiv gemangten Fonds anlegen wollen. Dann gilt es, jeweils einen „guten“ Fonds auszuwählen.

Beginnen wir mit den DAX-ETFs: Solche Fonds versprechen, immer genauso wie der DAX investiert zu sein. Hier spielt also keine Rolle, ob der Fondsmanager ein Unternehmen für vielversprechender als das andere hält, sondern die Zusammensetzung des DAX ist die Vorlage für den DAX-ETF. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Abbildung eines Index schwierig ist, aber auch hier sind knifflige Detail-Fragen zu lösen.

Kosten:

Schließlich kann das Fondsvolumen mitunter sehr stark schwanken, und da stellt sich die Frage, wie der Fondsmanager es anstellt, das Portfolio laufend anzupassen. Er oder sie ist quasi während der gesamten Börsen-Öffnungszeit damit beschäftigt, Aktien zu kaufen und zu verkaufen, damit die Portfolio-Zusammenstellung wieder stimmt. Weil aber die Fondsmanager eines DAX-ETF nicht die einzelnen Unternehmen auf ihre nachhaltigen Geschäftsaussichten hin untersuchen müssen, fallen die Managementgebühren hier relativ niedrig aus. Bei den in der Tabelle aufgeführten Fonds liegen sie zwischen 0,01 % und 0,15 % pro Jahr. Das ist sehr günstig.

Performance:

Wäre nun der ETF der beste, der das beste Ergebnis erzielt? Schon! Aber beim genauen Betrachten der Tabelle erkennen Sie schnell, dass die Ergebnisse sehr eng beieinander liegen und es keine Ausreißer nach oben oder unten gibt. Die meisten Börsen sind im Kalenderjahr 2019 hervorragend gelaufen, so auch der DAX. Entsprechend haben alle DAX-ETFs 2019 ein Ergebnis erzielt, das zwischen 24,78 % und 24,89% liegt – super!

In diesem Kalenderjahr hat die Corona-Krise einiges verändert. Die Wertentwicklung („Performance“) von Anfang Januar 2020 bis Mitte Juni lag bei den DAX-ETFs daher zweistellig im negativen Bereich. Bei den in der Tabelle aufgeführten Fonds sind es zwischen -12,78% und -12,85%. Dieser Rückgang war so stark, dass er sogar die Ergebnisse über 5 Jahre leicht in den Negativ-Bereich rückt. Auch über 5 Jahre weisen die DAX-ETFs ein Ergebnis von ca. -0,15% pro Jahr auf. Hier zeigt sich, dass nur diejenige in Aktienfonds investieren sollte, die solche Durststrecken ohne größere finanzielle Blessuren überstehen kann und auch nicht vor Nervosität über die an der Börse üblichen Schwankungen das Fingernägel-Kauen anfängt.


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Realistisch gesehen sollten Sie sich vor solchen Schwankungen bei Investitionen in Aktienfonds nicht allzu sehr fürchten. Ohne Abschwünge gäbe es auch keine günstigen Einstiegschancen. Daher Augen zu und durch – die Verluste sind jetzt ohnehin schon da! Vielmehr sollten Sie überlegen, ob die jetzigen DAX-ETF-Kurse nicht gut zum Einstieg sind und Sie noch etwas nachlegen sollten. Auf keinen Fall sollten Sie jetzt aussteigen oder Ihren eventuell schon laufenden Sparplan stoppen. Immerhin beschert Ihnen jeder Crash an der Börse günstige Kaufkurse!

Wenn Sie die DAX-ETFs gern weiter analysieren möchten, bitte sehr! In der Tabelle sind auch das Fondsvolumen, die Replikationsmethode und die Ausschüttungsverhalten der Fonds aufgeführt. Im Grundlagenartikel über ETFs finden Sie Erklärungen dazu, welche Kriterien für die ETF-Auswahl wichtig sind.

Ausgewählte DAX-ETFs im Vergleich

Ehe Sie sich aber gar nicht entscheiden können, welchen DAX-ETF Sie aussuchen: Diese Fonds sind sich so ähnlich, dass Sie nicht wirklich falsch liegen können, solange der DAX-Index sich insgesamt gut entwickelt.

Fonds ISIN Vol. (Mio. EUR) Perf. lfd. J. Perf. 1 J Perf. 5 J (p.a.) Perf. 2019 Mngmt.-Geb. Replication Ertragsverwendung Nachhaltig
Amundi ETF DAX UCITS ETF DR FR0010655712 168 -12,78% -1,52% -0,13% 24,89% 0,10% Physical Ausschüttend Nein
ComStage DAX UCITS ETF LU0378438732 868,97 -12,80% -1,52% -0,18% 24,85% 0,08% Physical Ausschüttend Nein
Deka DAX® UCITS ETF DE000ETFL011 1693,63 -12,83% -1,60% -0,05% 24,80% 0,15% Physical Thesaurierend Nein
iShares Core DAX UCITS ETF (DE) DE0005933931 5241,03 -12,82% -1,60% 0,21% 24,79% 0,15% Physical Thesaurierend Nein
Lyxor 1 DAX® UCITS ETF (I) DE000ETF9017 90,56 -12,83% -1,60% k.A. 24,78% 0,15% Physical Ausschüttend Nein
Vanguard DAX UCITS ETF IE00BG143G97 37,86 -12,78% -1,51% k.A. 24,84% 0,10% Physical Ausschüttend Nein
Xtrackers DAX Income UCITS ETF LU0838782315 414,34 -12,85% -1,59% -0,16% 24,85% 0,01% Physical Ausschüttend Nein
Xtrackers DAX UCITS ETF LU0274211480 3123,21 -12,80% -1,53% -0,13% 24,87% 0,01% Physical Thesaurierend Nein

Quelle: Scope Analysis 19.06.2020
Legende: Vol. = Volumen, Perf. lfd. J. = Performance laufendes Jahr, Mngmt.-Geb. = Management-Kosten

Wenn Sie regelmäßig Geld verdienen, bietet sich ein monatlicher DAX-Sparplan an. Das ist gerade bei Aktienfonds sinnvoll. Wenn Sie eine einmalige Summe zur Verfügung haben, können Sie überlegen, die Summe in drei oder vier Tranchen aufzuteilen. Auf diese Weise streuen Sie das Risiko, die gesamte Summe ausgerechnet zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren.

Schon gewusst? Es gibt einen nachhaltigen Bruder zum DAX!

Sie stören sich daran, dass kein einziger Fonds in der Tabelle Nachhaltigkeitskriterien erfüllt? Die Deutsche Börse hat auf das verstärkte Interesse an nachhaltigen Geldanlagen reagiert und im März 2020 einen neuen Index ins Leben gerufen, den DAX 50 ESG Index. Er umfasst 50 Werte aus dem Universum von 100 HDax-Werten und berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien. Natürlich gibt es viele weitere nachhaltige ETFs und nachhaltige Fonds, die in andere Indizes investieren.

Aktive Deutschland-Fonds machen wenig Sinn

Soweit zu den DAX-ETFs. Natürlich gibt es auch jede Menge aktiv gemanagte Aktienfonds, die auf große deutsche Unternehmen setzen. Weil hier ein aktives Management mit Unternehmensanalysten beschäftigt ist, sind solche Fonds deutlich teurer als ETFs. 1,5% pro Jahr und mehr können es schon sein. Wenn das Ergebnis am Ende besser aussehen würde, wäre das in Ordnung. Aber die Wahrscheinlichkeit ist gering.

Der Grund: Der deutsche Aktienmarkt ist bestens recherchiert. Es gibt kaum Unternehmen, über die ein Fondsmanagement etwas weiß, was dem Markt noch nicht bekannt ist. Daher ist es schwierig für einen aktiven Manager, in diesem Markt über längere Perioden den Index zu schlagen. In der Realität muss der Manager den Index übertreffen und kontinuierlich rund 1,5% besser sein, weil er auch jährliche Management-Kosten wieder einspielen muss. Das gelingt langfristig keinem.

Aus diesem Grund macht es Sinn, für deutsche Unternehmen auf einen ETF zu setzen. Bei Aktien aus Entwicklungsländern oder speziellen Branchen mag dies anders sein, aber bei deutschen DAX-Unternehmen ist ein entsprechend ausgerichteter ETF auf jeden Fall eine gute Sache.

herMoney-Tipp

Ein DAX-ETF ist für deutsche Investorinnen eine schöne Basis im Depot. Zwar macht der deutsche Aktienmarkt nur einen winzigen Bruchteil des weltweiten Marktes aus, aber es ist ein schönes Gefühl, wenn man einige Unternehmen seines Fonds-Depots kennt. Eine gute Ergänzung zu einem DAX-ETF ist ein ETF auf den MSCI-World-Index. Wer noch weiter streuen möchte, kann noch einen ETF auf Emerging Markets dazunehmen. So wird eine runde Sache daraus. Das ganze Geld mit einem DAX-ETF auf die Karte des deutschen Aktienmarktes zu setzen, wäre zu eng fokussiert.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Depot eröffnen.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalten Sie einen kühlen Kopf und sitzen Sie die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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