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Bitcoin und Co. sind im Trend. Aber was sind Kryptowährungen eigentlich? Wir erklären es dir und zeigen, wie du dabei sein kannst.

Inhalt

Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie?

Pro & Contra: Sollte ich in Kryptowährungen investieren?

Prognose: Die Zukunft von Kryptowährungen

Diese Möglichkeiten hast du für dein Krypto-Investment

herMoney-Tipp: Krypto & Steuern

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Kryptowährungen: Das Wichtigste in Kürze

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die immer mehr Unternehmen anstelle von Bargeld akzeptieren wollen.

Außerdem sind Kryptowährungen eine Form der Geldanlage, die aktuell boomt. Allerdings gilt sie als schwankungsintensiv und risikoreich.

Kryptowährungen kannst du entweder direkt kaufen und in sogenannten Wallets aufbewahren. Oder du erwirbst zum Beispiel börsengehandelte Wertpapiere (ETNs) und investierst indirekt in Krypto.

Wusstest du, dass wir in Europa Banknoten erst seit dem 17. Jahrhundert nutzen? Bis dahin war es üblich, mit Münzgeld zu bezahlen oder ganz einfach Waren zu tauschen. Aber wie sieht die Zukunft unseres Zahlungsverkehrs aus? Zahlen wir irgendwann nur noch digital mit Kryptowährungen wie Bitcoin? Und was ist das überhaupt? Wir erklären dir, was du wissen solltest und zeigen, wie du investieren kannst.

Was sind Kryptowährungen und wie funktionieren sie? Grundbegriffe einfach erklärt

Münzen und Geldscheine? Nicht bei Bitcoins! Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel und basieren auf verschlüsselten Informationen. Das bedeutet, dass alle Daten zu BesitzerInnen und Transaktionen verschlüsselt gespeichert werden. Und zwar dezentral, also auf vielen tausend Servern gleichzeitig. Ein grundlegender Unterschied zu herkömmlichem Geld ist die Tatsache, dass Kryptowährungen unabhängig von Banken und Regierungen funktionieren.

 

Per Definition sind Kryptowährungen also digitales, verschlüsseltes Geld. Aber warum gibt es Kryptowährungen überhaupt? Ursprünglich sollten sie eine alternative Zahlungsmethode für Online-Transaktionen sein. Heute sind Kryptowährungen eine beliebte und gleichzeitig noch immer spekulative Geldanlage.

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Gängige Fragen kurz und knapp beantwortet

Was ist die Blockchain?

Die Blockchain ist eine Technologie, die es ermöglicht, Transaktionen eindeutig und nachvollziehbar zu erfassen. Sie wird unter anderem auch für Kryptowährungen genutzt. Vorstellen kannst du dir die Blockchain wie eine Art digitales Grundbuch: Jede Transaktion wird digital erfasst und die Informationen sind im Nachhinein nicht mehr änderbar. Mehr über die Blockchain erfährst du im herMoney Talk mit Blockchain Expertin Katharina Gehra.

Wie sicher sind Kryptowährungen?

Die Frage ist nicht eindeutig zu beantworten. Zwar ist die Blockchain auf der einen Seite für Hacker nur schwer zu knacken. Auf der anderen Seite ist alles Digitale zunächst ein potenzielles Ziel für Cyber-Kriminelle. Sicherheit im Sinne einer Wertstabilität ist bei Kryptowährungen in keinem Fall geboten, denn die Kurse sind hochvolatil.

Was bedeutet „Mining“ im Zusammenhang mit Kryptowährungen?

Unter dem sogenannten „Crypto Mining“ versteht man das Erzeugen von Kryptocoins. Die Coins werden praktisch aus dem Nichts erschaffen. Vergleichbar ist das mit dem Drucken von Geld bei traditionellen Währungen.

Was kann man mit Bitcoins und Co. machen?

Immer mehr Unternehmen bis hin zu Restaurants wollen den Bitcoin als Zahlungsmittel zulassen. Allerdings: Solange der Wert von Kryptowährungen so erheblichen Schwankungen unterliegt, sind sie als alternatives Zahlungsmittel ungeeignet. Zumal die Versteuerung von Bitcoins den Bezahlvorgang zusätzlich verkompliziert.

Einfach erklärt: Was sind Bitcoins, Ethereum und Dogecoin?

Mittlerweile gibt es mehr als 12.000 Kryptowährungen auf der Welt. Durchgesetzt haben sich bisher allerdings die wenigsten. Bis heute ist Bitcoin die bekannteste und marktführende virtuelle Währung. Und doch gibt es Herausforderer wie Ether, deren Nachfrage und Anwendungsmöglichkeiten ebenfalls steigen. Die Unterschiede dieser Währungen sind hauptsächlich technischer Natur, gehandelt werden sie in der Regel gleich.

Bei den genannten Kryptowährungen handelt es sich um ernst gemeinte Konstrukte. Aber es gibt immer wieder auch Spaßwährungen, die über geringe Sicherheitsmechanismen verfügen. Die bislang beliebteste Spaßwährung Dogecoin hat es mittlerweile immerhin unter die zehn größten Kryptowährungen geschafft.

Bei der Auswahl der Kryptowährung ist also Vorsicht geboten. Oft verschwimmen Spaß und Ernsthaftigkeit. Die Entwicklung solcher Spaßwährungen ist oft noch sprunghafter als bei den etablierten Währungen.

Aber was gibt es überhaupt für Kryptowährungen? Wir haben die fünf größten aufgelistet.

Liste: Die fünf größten Kryptowährungen im Überblick

Kryptowährung Kürzel Marktkapitalisierung
Bitcoin BTC 1.068 Mrd. Dollar
Ether ETH 502,3 Mrd. Dollar
Binance Coin BNB 97,9 Mrd. Dollar
Tether USDT 72,5 Mrd. Dollar
Solana SOL 66 Mrd. Dollar

Quelle: Coinmarketcap.com, Stand: 24. November 2021

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Pro & Contra: Sollte ich in Kryptowährungen investieren?

Vorteile von Kryptowährungen

Zu den Vorteilen von Kryptowährungen zählen:

  • Wertentwicklung: In den letzten Jahren konnten InvestorInnen mit Kryptowährungen trotz massiver Kurseinbrüche viel Geld verdienen.
  • Verfügbarkeit: Kryptowährungen sind für jeden zugänglich, solange eine Internetverbindung besteht.
  • Dezentralisierung: Durch die Blockchain können Kryptowährungen nicht von einzelnen Akteuren manipuliert werden.

Risiken von Kryptowährungen

Über folgende Risiken und Nachteile solltest du dir bewusst sein:

  • Volatilität: Die Kurse der virtuellen Währungen schwanken stark – sie bergen ein hohes Risiko und sind spekulativ.
  • Zahlungsmittel: Bei Kryptowährungen handelt es sich nicht um echte Währungen wie dem Euro, Dollar oder Yen. Sie sind nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt.
  • Sicherheit: Technische Störungen, menschliches Versagen oder Hacking wird nie verhindert werden können.
  • Regulierung: Eine Regulierung durch Zentralbanken oder Regierungen wie bei Fiatgeld (Euro, Dollar, Yen…) gibt es nicht.

Prognose: Die Zukunft von Kryptowährungen

Eines ist klar: Die Blockchain ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Sie ermöglicht Geschäftsmodelle, die weit über Kryptowährungen hinaus gehen. Mehr dazu erfährst du hier:

Um zu beurteilen, wie die Zukunft digitaler Währungen wie Bitcoin und deren Wertentwicklung aussieht, ist die Assetklasse nicht genug erprobt. Denn auch wenn die Cyberwährung gerne mit Gold verglichen wird – ein realer Wert steckt nicht dahinter.

Wir empfehlen, langfristig zu investieren, um Schwankungen auszusitzen. Insgesamt sollten Kryptowährungen keinen zu großen Anteil an deinem Portfolio haben. Je nach Risikoneigung sind ein bis fünf Prozent angemessen.

Diese Möglichkeiten hast du für dein Krypto-Investment

Quick Check:

„Ich möchte erst einmal testen, ob ein Krypto-Investment wirklich das Richtige für mich ist“

Für dich kommen zwei Möglichkeiten infrage, die dir ein schnelles und einfaches Investment in Krypto ermöglichen:

  1. der Handel über Neobroker
  2. ein Investment in Derivate und ETNs

„Ich möchte langfristig in Kryptowährungen investieren“

Auch, wenn es etwas mehr Arbeit erfordert, empfiehlt sich für dich der Kauf über eine Kryptobörse. Wie du für dein Investment genau vorgehst, zeigen wir dir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Die Sicherheit von Kryptobörsen

Weltweit gibt es mittlerweile hunderte solcher Kryptobörsen. Für dich als deutsche Anlegerin ist eine Unterscheidung sehr wichtig, wenn es um die Sicherheit von Kryptobörsen geht: Börsen, die in Deutschland ansässig sind, werden von der deutschen Finanzdiensleistungsaufsicht BaFin lizensiert. Sie unterliegen damit strengen Regularien und gelten als sicherer als unregulierte Börsen im Ausland.

Folgende Kryptobörsen sind von der BaFin lizensiert:

  • Coinbase
  • Nuri (ehemals Bitwala)
  • Bison
  • Bitcoin.de
  • Börse Stuttgart Digital Exchange (BSDEX)

Investieren über Neobroker

Neuerdings bieten einige Neobroker den Handel mit Kryptowährungen an. Solche Neobroker sind eigentlich auf den Handel mit Aktien, ETFs und Derivaten spezialisiert.

Trade Republic und JustTrade ermöglichen dir den direkten Handel mit Bitcoin und Co., während du über Scalable Capital nur entsprechende Derivate kaufen kannst. Ein großer Unterschied zum Handel über Kryptobörsen: Du kannst deine Cyberwährungen nicht, wie oben erwähnt, in eine eigene Wallet transferieren und dort sicher verwahren. Dafür ist ein Investment mit weniger Aufwand verbunden.

Diese Neobroker bieten den Handel mit Kryptowährungen an:

Broker Welche Kryptowährungen können gekauft werden?
Trade Republic BTC, BCH, LTC, ETH, XRP, XLM, EOS
Scalable Capital nur Derivate, u.a. auf BTC, ETH, XRP, LTC, DOT, ADA
JustTrade BTC, BCH, XRP, ETH, LTC, XLM uvm.

Indirekt investieren über Derivate und ETNs

Wenn du nicht direkt über eine Kryptobörse investieren möchtest, kannst du auch auf Bitcoin-Derivate oder sogenannte ETNs (Exchange Traded Notes) zurückgreifen. Das sind in der Regel börsengehandelte Produkte, über die du dein Geld indirekt in Krypto anlegst.

Derivate vollziehen die Wertentwicklung der Bitcoins nach. Du investierst also indirekt und profitierst von der Kursentwicklung. Mehr über die Investition in CFDs und Zertifikate erfährst du hier.

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Einen ETF auf Kryptowährungen gibt es bisher nicht – zumindest keinen, der in Deutschland handelbar ist. Vor Kurzem ging zwar der erste Bitcoin-ETF BITO in den USA an den Start, deutsche Anlegerinnen können aber noch nicht investieren.

Sie können höchstens auf Exchange Traded Notes (ETNs) zurückgreifen. Sie werden häufig mit ETFs durcheinandergebracht. Folgenden wesentlichen Unterschied solltest du aber kennen: Anders als bei ETFs handelt es sich bei ETNs nicht um Sondervermögen, sondern um Schuldverschreibungen. Damit ist dein Kapital nicht vor der Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft geschützt.

Möchtest du dennoch auf einen ETF setzen, bleibt dir noch die Möglichkeit, in Blockchain-ETFs zu investieren.

In drei Schritten zu deinem Krypto-Investment

Wenn du langfristig in Kryptowährungen investieren möchtest, solltest du dir die Mühe machen, den etwas komplizierteren Weg zu gehen. Und zwar über Kryptobörsen und sogenannte Wallets, in denen du deine Krypto-Coins verwahrst. Ausschlaggebend ist hier das Prinzip: „Not your Keys, not your Coins“ („Nicht deine Schlüssel, nicht deine Kryptowährungen“).

Dieser Satz soll ausdrücken, dass nur diejenige, die den privaten Schlüssel für einen Coin verwahrt, auch die eigentliche Besitzerin ist. Wer seine Coins also bei Neobrokern oder auch bei einer Kryptobörse liegen lässt, ist nicht tatsächlich im Besitz der Bitcoins. Sollte zum Beispiel die Kryptobörse gehackt werden, kannst du deine Bitcoins verlieren. Daher ist es sinnvoll, eine sogenannte Wallet aufzusetzen, in der du die Coins sicher verwahren kannst.

Finanzberatung gesucht? Eine Finanzberaterin in deiner Nähe findest du hier

Schritt 1: Den Coin wählen

Als Erstes solltest du dir überlegen, in welche Währung du investieren möchtest. Unser Tipp: Setze gerade am Anfang lieber auf die größeren, etablierten Werte wie Bitcoin und Ether.

Schritt 2: Die Kryptobörse wählen

Für die Auswahl der Kryptobörse solltest du folgende Überlegungen anstellen: Kann ich die gewünschte Währung auf der Plattform kaufen oder tauschen? Wie viel bezahle ich für die Transaktion? Denk außerdem daran, auf in Deutschland lizensierte Börsen zu setzen.

Schritt 3: Bitcoin-Wallet aufsetzen

Wenn du langfristig in Kryptowährungen investieren möchtest, solltest du deine Bitcoins in eine sogenannte Wallet transferieren. Diese Wallets gibt es entweder in digitaler Form als App oder Software oder in Hardware-Form als eine Art USB-Stick. Etablierte Anbieter sind eToro, ZenGo oder Ledger.

herMoney-Tipp: Kryptowährungen und Steuer

Eine gute Nachricht, wenn es um die Besteuerung der Erträge geht: Warst du über ein Jahr lang im Besitz deiner Kryptowährungen, ist der Verkauf steuerfrei. Du musst ihn auch nicht in deiner Steuererklärung angeben.

Zum Weiterlesen: Du möchtest in Bitcoin-CFDs und -Zertifikate investieren? Hier lernst du, wie das geht.

Disclaimer: Bitcoins und Zertifikate unterliegen Kursschwankungen, damit sind Kursverluste möglich. Zertifikate bergen als Inhaberschuldverschreibungen zudem ein Emittentenrisiko; bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ist das eingesetzte Kapital ganz oder teilweise verloren. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Die Beschreibung stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Stand: 30.11.2021