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Um Ihre persönliche Altersvorsorge zu planen, müssen Sie wissen, wieviel Rente Sie später erhalten und wieviel Geld Sie brauchen.

Inhalt:

Die Kalkulation im Überblick:

Die durchschnittliche gesetzliche Rente, die eine Frau erhält, liegt bei 761 Euro brutto. Je nachdem, wie die einzelne Rentnerin vorgesorgt hat, kommen noch Betriebsrente und private Leistungen hinzu.

Werden alle Rentenbausteine zusammengerechnet, kommt bei überdurchschnittlich hohen Beträgen zum Beispiel 1.120 Euro netto heraus.

Eine sparsame Rentnerin braucht pro Monat beispielsweise 1.225 Euro, eine konsum- und reisefreudige 2.540 Euro.

Die Rentenlücke können Sie schließen, indem Sie mehr ansparen, mehr verdienen oder länger arbeiten.

Wer 30 Jahre lang 370 Euro zusätzlich Rente beziehen möchte, muss dafür 100.000 Euro ansparen.

Natürlich ist uns klar, dass wir etwas für unsere Altersvorsorge tun müssen, aber wie soll man es konkret anfangen? Und wie lässt sich die Altersvorsorge individuell planen? Schwierig ist es nicht: Wir müssen uns dafür vielleicht einen halben Tag Zeit nehmen, Unterlagen zusammentragen und am besten einen schriftlichen Plan skizzieren.

Beginnen Sie mit dem Soll-Ist-Vergleich. Wie viel Geld werden Sie erhalten, wenn Sie 2030, 2040 oder 2050 in Rente gehen, und wie viel Geld braucht man im Alter eigentlich?

Zählen Sie alle Altersrenten zusammen, die Sie erwarten können

Um Ihre Altersrente zu ermitteln, zählen Sie alle Renten-Bausteine zusammen, die Sie erwarten:

  • die gesetzliche Rente
  • eine mögliche Betriebsrente (oder sogar mehrere)
  • vielleicht eine Rente von Ihrem Mann bzw. Ex-Mann

Ab dem Jahr 2029, also für Geburten-Jahrgänge ab 1964, liegt die Regelaltersgrenze für Frauen und Männer gleichermaßen bei 67 Jahren. Sie wollen früher in Rente gehen? Das ist frühestens mit 63 Jahren möglich, aber dann müssen Sie Abschläge bei der Rentenhöhe in Kauf nehmen.

Gesetzliche Rente:

Um zu erfahren, wie viel gesetzliche Rente Sie erhalten werden, schauen Sie in Ihre letzte Renteninformation.

Die Deutsche Rentenversicherung verschickt diese Information jedes Jahr automatisch an jeden, der mindestens 27 Jahre alt ist und zumindest fünf Jahre lang Rentenbeiträge eingezahlt hat. Wenn Sie nicht vorhaben, sofort Ihren Job aufzugeben und danach nicht mehr zu arbeiten, nehmen Sie den dritten Wert, der dort aufgeführt ist: die Regelaltersrente bei weiterer Einzahlung bis Rentenbeginn.

Dieser Wert gibt an, welche monatliche Rente Sie erhalten würden, wenn Sie bis zu Ihrer Regelaltersgrenze Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre einzahlen.

Wie viel Geld Rentner im Schnitt zur Verfügung haben, ist schwer zu sagen. Die durchschnittliche Höhe der gesetzlichen Rente, die Frauen für ihre eigenen Rentenversicherungsbeiträge 2019 erhielten, liegt bei 761 Euro, die für Männer bei 1.147 Euro (Gender Pension Gap).

Betriebsrente:

Etwa 60 % der Arbeitnehmer in Deutschland erhalten zusätzlich zur gesetzlichen Rente eine Betriebsrente („betriebliche Altersvorsorge“, bAV). Falls Sie eine Betriebsrente erhalten, nehmen Sie die letzte Information dazu zur Hand und schauen Sie nach, wie hoch Ihre betriebliche Rente sein wird.

Wenn Sie die Information nicht finden, schauen Sie ins Intranet Ihres Betriebs oder fragen Sie bei der Personalabteilung nach. Wenn Sie Ihren Arbeitgeber gewechselt haben und bei Ihrem Ex-Arbeitgeber bereits Ansprüche aufgebaut haben, bekommen Sie sogar mehrere Betriebsrenten. Berücksichtigen Sie alle!

Witwenrente & Rentenanteile des Ehemanns:

Wenn Sie verheiratet sind oder waren, kann es sein, dass Sie später auch Witwenrente oder Rentenanteile Ihres Mann bzw. Ex-Mannes erhalten – sowohl aus der gesetzlichen Rente als auch aus seiner Betriebsrente. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls beim jeweiligen Rentenversicherungsträger, denn die Sache ist nicht ganz einfach. Teilweise wird nämlich bei der Witwenrente Ihr eigenes Einkommen – auch Ihr eigenes Renteneinkommen – angerechnet.

Wenn Sie alle Rentenbausteine zusammenzählen, wissen Sie, wieviel Sie ungefähr erhalten werden. Zu einer Punktlandung können Sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommen, denn die Rentenhöhen können sich ein wenig ändern. Zum Beispiel, weil sich Ihr Gehalt verändert oder Sie früher in Rente gehen. Aber so haben Sie schon einmal eine grobe Vorstellung der Größenordnung.

Beispiel mit überdurchschnittlich hohen Rentenbausteinen:

Rentenbaustein Erwarteter Betrag
gesetzliche Rente 1.000,00
Betriebsrente (jetziger Betrieb) 250,00
Betriebsrente (aus einem früheren Arbeitsverhältnis) 80,00
Rentenanwartschaft des Ex-Mannes (für die Zeit der Ehe) 100,00
Summe der Altersrenten (brutto) 1.430,00
abzüglich Einkommensteuer 150,00
abzüglich Kranken- und Pflegeversicherungs-Beiträge 160,00
Summe der Altersrenten (netto) 1.120,00

Achtung: Bedenken Sie, dass es auch bei der Rente einen Unterschied zwischen brutto und netto gibt! Rentenzahlungen sind – zumindest teilweise – zu versteuern. Außerdem müssen Sie auch Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen (die Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen Sie allein, die zur Krankenversicherung nur zur Hälfte). Im Zweifel erkundigen Sie sich bei Ihrem Steuerberater oder Ihrer Krankenkasse.

Wie viel Geld braucht man im Alter zum Leben?

Nun stellen Sie eine Tabelle auf, wieviel Rente Sie im Alter brauchen. Wenn Sie in letzter Zeit einmal ein Haushaltsbuch geführt haben, fällt es Ihnen leichter, die einzelnen Posten abzuschätzen. Vielleicht nehmen Sie die Planung Ihrer Altersvorsorge zum Anlass, für eine Weile Haushaltsbuch zu führen und sich so einen besseren Überblick über Ihre regelmäßigen Ausgaben zu verschaffen.

Bedenken Sie, dass Ihr Ausgabeverhalten im Alter anders sein kann als jetzt. Sie werden nicht zwangsweise mehr oder weniger ausgeben, sondern es für andere Dinge brauchen als jetzt.

Womöglich müssen Sie dann weniger für Kleidung veranschlagen, weil Sie kein Büro-Outfit mehr benötigen. Wenn Sie mit einem Partner zusammenleben, brauchen Sie im Rentenalter vielleicht nur noch ein Auto anstatt zwei. Auf der anderen Seite wollen Sie vielleicht endlich Ihre Reiseträume verwirklichen, weil Sie mehr Zeit haben. Womöglich geben Sie auch mehr Geld für Dienstleistungen aus, zum Beispiel für eine Putzfrau. Und vielleicht steigen Ihre Beauty-Ausgaben oder die Kosten für die Gesundheitsvorsorge, Zahnersatz oder Brille.

So viel Geld könnte eine sparsame Rentnerin pro Monat brauchen:

Posten Geplanter Betrag
Wohnen (inkl. Nebenkosten und Strom) 650,00
öffentliche Verkehrsmittel 40,00
Supermarkt-Einkäufe (Lebensmittel + Haushaltsartikel, Kosmetik) 320,00
Shopping-Einkäufe (Kleidung, Deko, Geschenke …) 50,00
Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat …), Vereine, Mitgliedschaften 30,00
Ausgehen, Kultur, Essengehen, Blumen, Grabpflege 30,00
Kommunikation, Handy, Fernsehen 30,00
Frisör, Kosmetikerin, Massagen, Fußpflege, Apotheke, … 25,00
Urlaub, Verreisen, Verwandten-Besuche 50,00
Summe der monatlichen Ausgaben 1.225,00

Wie viel Euro eine Rentnerin im Schnitt verbraucht, ist natürlich individuell unterschiedlich. Einen Rechner für Ihre persönliche Kalkulation finden Sie hier.

Bei unserer oben beschriebenen (relativ sparsamen) Ausgaben-Planung halten sich die erwarteten Renten und die geplanten Ausgaben in etwa die Waage, aber nicht ganz. Es kann immer eine größere Ausgabe fällig sein, zum Beispiel weil ein Zahnimplantat zu bezahlen ist, eine neue Waschmaschine fällig wird oder Sie Ihren runden Geburtstag feiern möchten. In solchen Fällen müssen Sie bei dieser Konstellation auf Ihr Erspartes zurückgreifen. Das Einspar-Potenzial ist hier allerdings begrenzt, da viele der Ausgaben fix oder einfach unvermeidbar sind.

Viele können sich nicht vorstellen, sich so stark einschränken zu müssen, und planen höhere Ausgaben.

So viel Rente könnte eine konsum- und reisefreudige Frau brauchen:

Posten Geplanter Betrag
Wohnen (inkl. Nebenkosten + Strom) 850,00
Auto (inkl. Stellplatz, Werkstatt, Tanken, Versicherung, Steuern, Leasing) 350,00
Supermarkt-Einkäufe (Lebensmittel + Haushaltsartikel, Kosmetik) 300,00
Shopping-Einkäufe (Kleidung, Deko, Geschenke …) 150,00
Versicherungen (Haftpflicht, Hausrat…), Vereine, Mitgliedschaften 80,00
Ausgehen, Kultur, Essengehen, Blumen, Grabpflege 80,00
Kommunikation, Handy, Fernsehen, Tageszeitung 80,00
Frisör, Kosmetikerin, Massagen, Fußpflege, Apotheke, … 100,00
Sonstige Dienstleister (Hilfe in Haushalt oder Garten, Tierarzt, Handwerker …) 100,00
Fitness-Studio 50,00
Urlaub, Verreisen, Verwandten-Besuche 400,00
Summe der monatlichen Ausgaben 2.540,00

Eine solch großzügige Ausgaben-Planung ist ohne Ergänzung durch Mieteinnahmen, Nießbrauch oder den Zugriff auf private Vorsorge vermutlich nicht zu bewerkstelligen.

Die Differenz zwischen dem Betrag, den Sie monatlich brauchen und dem Betrag, den Sie monatlich zur Verfügung haben, nennt man „Rentenlücke“. Sie gilt es mit privater Vorsorge auszugleichen.

Welchen Betrag müssen Sie ansparen, um Ihre Rentenlücke zu schließen?

Sie haben einen Riester-Vertrag, eine Eigentumswohnung zur Vermietung oder ein Kapitalpolster „für später“? Wunderbar! Riesterverträge, private Rentenversicherungen und Mietobjekte haben den Vorteil, dass Ihnen monatlich Geld zufließt. Und das, so lange Sie leben. Aber Achtung: Je nach Konstellation können Steuern und Krankenversicherungsbeiträge fällig werden!

Und wie sieht es mit einem Kapitalpolster aus, das Sie auf dem Bankkonto oder Ihrem Wertpapierdepot haben? Darauf können Sie zurückgreifen, wenn Sie außerhalb der Reihe Geld benötigen. Oder Sie verfrühstücken es über Ihre restliche Lebensdauer.

Da aber niemand von uns weiß, wie alt er oder sie wird, müssen Sie sich in dem Fall überlegen, wie lange Sie von dem Betrag zehren wollen. Hier sollten Sie großzügig kalkulieren (Stichwort “Langlebigkeitsrisiko“). Rechnen Sie am besten so, als würden Sie 100! Wenn Sie doch nicht so lange leben, freuen sich Ihre Erben – das wäre in Ordnung, oder? Wenn Sie also mit 67 in Rente gehen, rechnen Sie damit, dass Ihr Kapital noch 33 Jahre reichen muss.

Um grob abschätzen zu können, welchen Betrag Sie ansparen müssen, um sich eine bestimmte monatliche Auszahlung zu genehmigen, schauen Sie in die Tabelle unten. Wenn Sie Ihr Geld beispielsweise im Schnitt zu 2 % Rendite nach Inflation und Steuern anlegen können (mit einem ordentlichen gemischten Fonds ist das möglich), können Sie sich pro 100.000 Euro Kapital über 30 Jahre monatlich rund 370 Euro genehmigen. Danach ist der Topf leer. Wenn Sie nur noch 20 Jahre von dem Betrag zehren wollen, sind es sogar rund 500 Euro monatlich. Wenn die Verzehrdauer hingegen 40 Jahre sein soll, sind es nur rund 300 Euro.

Wenn Sie 40 Jahre lang monatlich 900 Euro von Ihrem Kapital entnehmen wollen, müssen Sie das Dreifache an Reserven aufgebaut haben, also 300.000 Euro. Wie Sie das anstellen können, lesen Sie hier nach.

Wie viel Geld braucht man, um mit 50 in Rente zu gehen?

Sie bestimmen selbst, wann Sie in Rente gehen wollen. Die Frage ist nur, wie Sie die Zeit, die Sie noch bis zum Bezug Ihrer Altersrente haben, finanziell überbrücken. Anhand der Tabelle können Sie abschätzen, wie hoch Ihr Kapital sein muss, um für eine bestimmte Dauer davon zu leben.

Pro 100.000 Euro Kapital können monatlich entnommen werden:

Rentenbezugsdauer
in Jahren
„ewig“ 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre 40 Jahre
Bei einer Netto-Rendite* von 2 % 164,88 € 917,78 € 504,18 € 368,09 € 301,37 €
Bei einer Netto-Rendite* von 4 % 326,26 € 1.005,64 € 600,18 € 471,70 € 412,10 €

*Netto-Rendite = Rendite nach Inflation und Steuern

Was ist, wenn es nicht reicht?

Sie wissen nun, mit wieviel Rente Sie rechnen können und wieviel Geld Sie im Alter ungefähr brauchen werden.

Wenn Ihre Rentenlücke groß ist, gibt es drei Möglichkeiten:

Auch als Rentnerin zu arbeiten, ist keine schlechte Sache, auch wenn es sich nicht verlockend anhören mag. So können Sie sich noch zum aktiven Teil der Gesellschaft zählen und haben soziale Kontakte. Es muss ja keine harte Arbeit sein. Wenn Sie bereits mit 63 in Rente gehen, dürfen Sie aktuell bis zu 450 Euro monatlich hinzuverdienen. Wenn Sie nach Erreichen der Regelaltersgrenze arbeiten, gibt es gar keine Hinzuverdienst-Grenze mehr.

herMoney-Tipp

Sie kümmern sich um 1.000 Dinge, von der Urlaubsplanung bis zur Renovierung Ihrer Wohnung. Vernachlässigen Sie nicht, was wirklich wichtig für Sie ist: wie es Ihnen im Alter finanziell geht. Daher ist ein halber Tag Arbeit eines lohnendsten Investments für sich selbst: Überlegen Sie, wie viel Geld Sie im Alter voraussichtlich erhalten und wie hoch Ihre Rente sein sollte. Tun Sie es – für sich!

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