So funktioniert der Verlustverrechnungstopf bei deinen Aktien
22. Januar 2025
Wer an der Börse handelt, muss mit Verlusten rechnen. Zumindest gibt es, um Steuern zu sparen, den Verlustverrechnungstopf.
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Derzeit herrschen turbulente Zeiten am Markt. Wie es weitergeht, kann niemand genau sagen. Wohl aber, wie du auf Kurs bleibst.
Börsencrash 2025: Warum es derzeit nach unten geht
Ein Crash fühlt sich schrecklich an
„An der Börse wird nicht geklingelt“
Drei Tipps, um sich so gut wie möglich abzusichern
Die Börsen geraten weltweit unter Druck: Handelskonflikte zwischen den USA und China sorgen für massive Kursverluste – der DAX rutschte auf November-Niveau, der Nikkei verzeichnete den stärksten Einbruch seit dem Corona-Crash. Auch an der Wall Street herrscht Chaos. Neben den Strafzöllen wächst die Angst vor einer globalen Wirtschaftskrise.
Am Beispiel verschiedener Krisen sieht man, dass es an den Börsen auch nach heftigen Kursverlusten wieder nach oben gehen kann – und auch, dass das durchaus etwas dauern kann.
Drei Tipps: Wenn du dein Kapital an der Börse anlegst, sei wachsam. Lege regelmäßig Geld an. Nach starken Rückgängen kannst du preiswert nachkaufen.
Die Nerven an den Finanzmärkten liegen blank. Wer dieser Tage auf die Kurstafeln blickt, sieht rot – und das im großen Stil. Auslöser der aktuellen Talfahrt sind die eskalierenden Spannungen im globalen Handel: Die USA greifen mit neuen Strafzöllen durch, China reagiert scharf. Die Folge: Der DAX hat in nur wenigen Handelstagen sämtliche Gewinne der vergangenen Monate wieder abgegeben. Die Kurse befinden sich auf dem Stand von November – ein herber Rückschlag für viele AnlegerInnen.
Auch jenseits des Atlantiks herrscht Unsicherheit. Die Wall Street startete mit starken Verlusten in die Woche, ehe ein Auf und Ab folgte, das wenig mit rationaler Bewertung zu tun hatte. Auf Gerüchte über einen möglichen Aufschub der Zölle reagierten die Märkte zwischenzeitlich mit einer Rallye – die jedoch genauso schnell wieder verpuffte.
Besonders heftig traf es den japanischen Leitindex Nikkei 225, der zwischenzeitlich um rund acht Prozent einbrach. Für viele Börsen war es der schwärzeste Tag seit dem Corona-Crash im März 2020.
Doch was steckt wirklich dahinter? Neben den unmittelbaren Sorgen um neue Handelsbarrieren wächst vor allem die Angst vor einer tiefergehenden Belastung der Weltwirtschaft. Analysten wie jene der US-Großbank Morgan Stanley sehen weiteres Abwärtspotenzial – beim S&P 500 sprechen sie von bis zu acht Prozent.
Und trotzdem: Panik ist kein Investmentplan. Wer jetzt überstürzt verkauft, macht Verluste endgültig. Gerade in Phasen wie diesen kommt es auf kühlen Kopf, langfristiges Denken und eine solide Strategie an.
Denn Turbulenzen gehören zur Börse dazu – sie sind kein Ausnahmefall, sondern wiederholen sich in unterschiedlicher Form immer wieder. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die Märkte haben schon weitaus größere Krisen überstanden.
Alle diese Krisen einte eines: Es zeigte sich, wer ein guter Anleger oder eine gute Anlegerin war – und dass jede Krise irgendwann einmal endet. Das hoffen InvestorInnen auch für die derzeitige Talfahrt an den Börsen. Am Beispiel der Finanzkrise sieht man, dass es an den Börsen auch nach heftigen Kursverlusten wieder nach oben gehen kann – und auch, dass das durchaus etwas dauern kann.
Vor genau 14 Jahren, am 15. September 2008, schickte die US-Investmentbank Lehman Brothers ihre AnalystInnen in die Arbeitslosigkeit. Die Investmentbank musste Insolvenz anmelden. Der Lehman-Pleite war eine Überhitzung des Immobilienmarkts vorangegangen. Die Preise für Häuser stiegen in astronomische Höhen. Banken ließen sich in dieser Phase auf riskante Hypothekengeschäfte ein. Bis die Blase platzte. Das hatte zur Folge, dass die Hypotheken von den Gläubigern nicht mehr bedient werden konnten. Immobilien hatten plötzlich “Ramsch-Status”. Der Preisverfall war gigantisch. Das brachte die Investmentbanken ins Taumeln. Europa spannte sogar einen Rettungsschirm auf, um die Banken zu stützen.
Die Finanzkrise schickte die Börsenkurse rund um den Globus auf Talfahrt. Bereits im Dezember 2007 ging die Talfahrt los. Bis Dezember 2008 fiel der DAX von etwa 8.000 auf zirka 4.800 Punkte. Ein Minus von satten 40 Prozent! Und die Kursverluste gingen noch weiter. Bis zum Frühjahr 2009 fiel der Leitindex nochmals um mehr als 20 Prozent auf rund 3.700 Punkte. Dann war der Tiefpunkt erreicht und der Markt drehte wieder nach oben.
Um wieder den alten Höchststand vom Jahresende 2008 zu erreichen, dauerte es aber ganze vier Jahre. Denn auf die Finanzkrise folgte die Schuldenkrise, infolge derer Länder wie Griechenland, Irland oder Spanien vor der Pleite standen. Erst im Frühling 2013 hatte der DAX seine Verluste wieder aufgeholt.
Falls du damals noch nicht an der Börse aktiv warst, fragst du dich vielleicht, wie es sich anfühlt, wenn das investierte Kapital einem Crash ausgesetzt ist. Die simple Antwort ist: Schrecklich! Du siehst die Kurse fallen, und fragst dich, ob du vielleicht lieber aussteigen solltest. Die Kurse rutschen möglicherweise weiter ab und du sagst dir: „Oh nein, zu einem solch niedrigen Preis nun auch wieder nicht!“
Während einer Crash-Phase steigen die Kurse mitunter ein wenig. Viele PrivatanlegerInnen glauben dann, das Ende der Talfahrt sei erreicht. Und dann geht es doch wieder nach unten. Du kannst eigentlich nur machtlos zusehen.
Eine nachvollziehbare Reaktion wäre, wutentbrannt seine Beraterin oder seinen Berater anzurufen und nachzuhaken, warum sie oder er dich nicht im Vorhinein gewarnt hatte. „Wozu sind das denn Experten?“, wirst du dich fragen. Deine Wut trifft in dem Fall die oder den Falschen. Niemand kann den exakten Zeitpunkt eines Kurssturzes vorhersehen.
„An der Börse wird nicht geklingelt“, lautet eine Börsenweisheit. Niemand warnt, wenn es abwärtsgeht. Profis und Expertinnen werden darum oft genauso kalt erwischt wie PrivatanlegerInnen.
Ansonsten würde schließlich kein Fondsmanager, keine Managerin eines Pensionsfonds oder einer Lebensversicherung, Verluste an der Börse erleiden. Sie tun es aber, weil die Profis natürlich die bestmögliche Wertentwicklung mitnehmen wollen. Häufig verpassen sie dann, ebenso wie die PrivatanlegerInnen, den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg.
In einem Überraschungsmoment wie dem Terrorangriff vom 11. September 2001 kommt es zu Übertreibungen nach unten. Jeder will unbedingt verkaufen. Durch die Massen an Verkaufsorders befinden sich die Kurse dann im freien Fall. Das führt zu Kettenreaktionen, die sich im Nachhinein meist als zu vorschnell erweisen.
Klettern die Kurse aus unbekannten und aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine Zeit lang in die Höhe, könnte der Markt überhitzen.
Doch irgendwann geht die Luft raus: Erst langsam, aber dann beschleunigt sich der Vorgang. Das bedeutet für dich, am Anfang eines Crashs gibt es noch ein kleines Zeitfenster, in dem du aussteigen kannst. Dieses abzupassen, ist aber ein Stück weit Glückssache.
Wenn ein Crash immer passieren kann, was heißt das für deine Investitionen? Tipps wie „Ruhe bewahren, cool bleiben“ sind schnell getippt. In der Praxis ist es schwierig, sie zu beherzigen.
Einfacher ist es, dein Verhalten zu automatisieren: Wenn wir ohnehin nicht sicher vorhersagen können, wann und wie sich die Börsen bewegen, ist es gut, jeden Monat eine kleine Summe zu investieren. Auf diese Weise reduzierst du die Wahrscheinlichkeit, dass alles auf einen Schlag weg ist.
Solche monatlichen Investments sind mit einem ETF- oder Fondssparplan leicht zu verdauen und zwingen dich nicht, die Kurse ständig und immer im Blick zu haben. Die FondsmanagerInnen sind tagtäglich an der Börse unterwegs und reagieren so schnell wie möglich und schichten der Lage entsprechend um.
Ganz Mutige nutzen den Kursrückgang. Nach einem Crash, wenn die Preise im Keller sind, kaufen sie Aktien preiswert ein. Das ist gefühlsmäßig nicht leicht, denn zu Crash-Zeiten wird in allen Medien über den Crash und die Gründe berichtet. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt und jede Krise endet einmal. Folgt man der Börsenweisheit: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“, wird das häufig belohnt. Denn bisher ist es so, dass auf jeden Börsen-Crash eine andauernde Erholungsphase folgte.
Wann diese Erholungsphase allerdings startet, ist ungewiss. Dass sie irgendwann kommt, davon gehen die meisten MarktbeobachterInnen aus. Dennoch ist es keine Garantie. Das Beobachten der Börse ist darum auch nach dem Crash unabdingbar.
Wann ist aber der beste Zeitpunkt zum Einstieg? Leider kann auch niemand sagen, wann die Talsohle durchschritten ist. Der Neue-Markt-Absturz von 2000 belastete die Börsen noch drei Jahre lang. Erst im Frühjahr 2003 ging es wieder nach oben. Der Crash 2020 hingegen, ausgelöst durch die Angst vor drohenden Corona-Lockdowns, war nach wenigen Monaten vorbei.
Aus Angst vor einem Crash gar nicht erst investieren? Bitte nicht! Genauso wenig solltest du davon träumen, dass dich irgendwer rechtzeitig vor einem Crash warnt. Wer in Aktien investiert, muss nicht nur das Börsengeschehen aktiv beobachten, sondern auch damit rechnen, dass die Kurse fallen können. Dann heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren! Langfristig hat sich der DAX trotz aller Crashs in der Vergangenheit positiv entwickelt. Das spricht für ein Engagement in den Aktienmarkt – oder etwa nicht?

Anhang: Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:
Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Sofern du ein international breit gestreutes ETF-Depot hast, behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.
Dieser Artikel wurde ursprünglich von Anke Dembowski verfasst und am 09.04.2025 von Simin Heuser aktualisiert.
Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.