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Geld verlieren an der Börse: So minimierst du Risiken von Fonds und ETFs

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Du hast vor kurzem investiert und jetzt an der Börse Geld verloren? Keine Sorge. Mit diesen Tipps bleibst du gelassen.

Inhalt

Investmentrisiken reduzieren: Das Wichtigste in Kürze:

Behalte breit gestreute ETFs und Fonds – auch wenn es an der Börse kracht. Dann profitierst du auch, wenn es wieder nach oben geht.

In den letzten 100 Jahren hatten Aktien eine Durchschnittsrendite von 8 Prozent – trotz Crashs. Inflationsbereinigt waren es rund 5 Prozent.

ETF und Fonds können nicht ganz pleite gehen. Sie sind als Sondervermögen geschützt.

 

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Das ist der Albtraum vieler AnlegerInnen: Gerade erst hat man sich durchgerungen, endlich ein paar Tausend Euro in ETFs oder Fonds zu investieren, doch dann kracht es heftig an den Börsen. Auf einmal stehen die gerade erworbenen Anteile im Minus.

So manche denkt, dass ETFs gefährlich sein müssen, gerät in Panik und verkauft schnell alles, um nicht noch mehr Geld an der Börse zu verlieren. Ein großer Fehler, den gerade unerfahrene AnlegerInnen begehen. Denn dann werden aus so genannten Buchverlusten, die vorerst nur auf dem Depotauszug existieren, echte Verluste in Euro und Cent.

Die Kunst besteht darin, sich von den Buchverlusten nicht beeindrucken zu lassen und stur durchzuhalten – mindestens zehn, besser 15 Jahre. Denn dann lassen sich zwischenzeitliche Kursverluste nicht nur aufholen, sondern auch passable Renditen erzielen. Du vermeidest es so also nicht nur, Geld zu verlieren, sondern machst Gewinn. Wer diesen langen Atem nicht aufbringen kann, sollte von Aktien-ETF oder -Fonds besser die Finger lassen.

Wer sein Geld breit streut, kann Verluste aussitzen

Stures Aussitzen ist aber nur dann eine gute Idee, wenn du dein Geld auch wirklich in international breit gestreute Aktien-ETFs und -Fonds investiert hast. Denn vor allem sie sind sehr gut für den Vermögensaufbau geeignet. Bei Einzelaktien sind Verluste wahrscheinlicher.

Bei Aktien-ETFs oder -Fonds handelt es sich nicht um ein sicheres Investment wie bei Tages- oder Festgeld. Es kann immer mal wieder zu heftigen Kurseinbrüchen kommen, die in Crash-Situationen auch beängstigende Ausmaße annehmen können – wie gerade in der Corona-Krise.

Gut zu wissen: Ein Fonds oder ETF selbst kann nicht komplett pleite gehen. Zu einem Totalverlust könnte es nur in dem theoretischen Fall kommen, wenn alle Vermögenswerte, die in dem Fonds liegen, auf einen Schlag gar nichts mehr wert wären.

Sowohl aktiv gemanagte Fonds als auch ETFs sind als so genanntes Sondervermögen konstruiert. Das bürgt für Sicherheit. Bei Sondervermögen gehören die Vermögenswerte den KäuferInnen der Anteile am Fonds oder ETF. Und dieses Sondervermögen muss komplett getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft oder des ETF-Anbieters bei einer Depotbank treuhänderisch verwaltet werden. Sollte also der Anbieter Insolvenz anmelden, bliebe das Sondervermögen davon unberührt.

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Warum Kursschwankungen unvermeidlich sind

Diverse Studien belegen, dass die Anlagedauer ein entscheidender Faktor ist, um mit Fonds Geld zu vermehren, statt zu verlieren. Kurzfristig können die Kurse von Aktien nämlich sehr schwanken. Es ist also ganz normal, dass ETFs und Fonds kurzzeitig an Wert verlieren.

Der Grund: Bei der Bewertung von Aktien dreht sich fast alles um die Entwicklung der Unternehmenserträge – und zwar um die der zukünftigen. Denn an der Börse wird die Zukunft gehandelt und nicht die Vergangenheit. Und die Zukunft hängt bekanntlich von vielen Faktoren ab, die niemand exakt vorauszusagen vermag.

„An dieser Unsicherheit liegt es, dass die Kurse vor allem kurzfristig stark schwanken. Langfristig, das zeigen zahlreiche Untersuchungen, bewegen sich die Aktienkurse in etwa im Gleichklang mit den Unternehmensgewinnen“, heißt es im Buch „Geldanlage für Mutige“ der Stiftung Warentest*, das die Autorin dieses Beitrags mitverfasst hat. Dabei fungiert die Börse wie eine Art Seismograf, der versucht, künftige Entwicklungen vorwegzunehmen.

So verringerst du das Risiko, Geld an der Börse zu verlieren

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig es ist, zwischenzeitlichen Kursschwankungen wenig Beachtung zu schenken, liefert die zurückgerechnete Entwicklung des Deutschen Aktienindex DAX seit 1948. Das zeigt das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts, das immer wieder neu aufgelegt wird – zuletzt 2025. Es stellt die Kurs- und Dividendenentwicklung in Aktien des DAX über beliebige Zeiträume von einem bis zu 50 Jahren dar.

Schon bei einer Anlagedauer von fünf Jahren endeten in der Vergangenheit mehr als 85 Prozent aller Anlagezeiträume mit Gewinn. Bei zehn Jahren Anlagedauer waren es bereits 97 Prozent. Ab 15 Jahren hat der DAX bisher stets Gewinne geliefert.

Nun ist der DAX aber kein Index, der international breit gestreut ist, und DAX-ETF sollte man daher allenfalls als Depotergänzung in Betracht ziehen. Aber ähnliche Zahlen gibt es von anderen wichtigen Börsenbarometern. Besonders überzeugend sind Langfristdaten der drei Professoren Dimson, Marsh und Staunton von der London Business School.

Sie berechnen jedes Jahr die Durchschnittserträge von Aktien, Anleihen und Cash für 23 Länder bis ins Jahr 1900 zurück. Aktien kamen demnach auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund acht Prozent. Rechnet man die Inflationsrate heraus, bleibt eine reale Rendite von rund fünf Prozent. Das ist weit mehr als mit anderen Anlageformen wie Anleihen oder kurzfristigen Zinspapieren zu erzielen ist.

Gut zu wissen:Bei Renditen von sechs bis neun Prozent pro Jahr verdoppelt sich das eingesetzte Vermögen in etwa zehn Jahren. „Das sind überzeugende Daten, die an den wichtigsten Aktienmärkten weltweit ähnlich aussehen“, heißt es weiter im Buch.

Warum Timingversuche beim Fondskauf riskant sind

Noch ein anderer wichtiger Aspekt spricht übrigens für die so genannte Buy-and-Hold-Strategie, also Kaufen und Liegenlassen. Wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt in einer Crash-Situation aussteigt, riskiert, nicht investiert zu sein, wenn die Börsen wieder steigen.

Die Hamburger Sutor Bank hat 2019 in einer Langfrist-Auswertung analysiert, wie stark es sich auf die Rendite auswirkt, wenn man nur wenige Tagen mit hohen Kursgewinnen an der Börse verpasst. Das Ergebnis: Bei einem Anleger, der im DAX zwischen 1988 und 2018 die besten 13 Tage versäumt hätte, schrumpfte die Rendite auf die Hälfte. Verpasste er die besten 33 Tage, hätte er sogar Geld verloren.

Sprunghaftes Kaufen und Verkaufen bedeutet an den Aktienmärkten ein hohes Risiko. „Wer sein Geld vermehren und dabei ruhig schlafen möchte, macht alles richtig, indem er investiert bleibt. Denn dadurch läuft er nicht Gefahr, die besten Tage zu verpassen“, erläutert Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank.

Das bedeutet also: Je länger dein Anlagehorizont ist, desto mehr Risiko kannst du dir leisten. Und desto geringer ist die Gefahr, Geld an der Börse zu verlieren. Das gilt besonders für AnlegerInnen, die noch Jahrzehnte Zeit haben, um für ihren Ruhestand zu sparen.

herMoney-Tipp

Du möchtest dein Geld an der Börse für sich arbeiten lassen? Aber bitte mit möglichst geringem Risiko, die Gewinne schnell wieder zu verlieren?

Dann haben wir ein paar Tipps für dich:

  • International breit gestreut investieren: Breite Diversifikation mit Hilfe von Welt-ETFs oder -Aktienfonds verringert spürbar das Risiko eines hohen Verlusts, das bei Einzelaktien nie ausgeschlossen werden kann. Hier geht es zu soliden ETFs für EinsteigerInnen.
  • Langfristig investieren: Je länger der Anlagehorizont, desto besser. Bei kurz- und mittelfristigen Kursschwankungen braucht man dann nicht nervös zu werden.
  • Regelmäßig sparen: Mit Sparplänen kann man über längere Zeit und mit kleineren Beträgen langfristig ein ansehnliches Vermögen aufbauen.

Als Anfänger lohnt sich auch ein Blick in das Buch “Anlegen mit ETFs“, das die Autorin dieses Artikels mitverfasst hat*.

 

 

 

 

 

 

Anhang: Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfahren Sie, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Brigitte Wallstabe-Watermann verfasst und am 17.06.2025 von Katrin Gröh aktualisiert.

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Brigitte Wallstabe-Watermann

Brigitte Wallstabe-Watermann schreibt als freie Autorin für renommierte Finanz-Medien. Die Diplom-Volkswirtin und Diplom-Journalistin hat die Deutsche Journalistenschule besucht und gemeinsam mit ihren Kollegen von finanzjournalisten.de den Bestseller „Anlagen mit ETF“ für die Stiftung Warentest geschrieben.

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