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Mit der Debitkarte im Ausland bezahlen: Worauf du achten solltest

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Christiane Habrich-Böcker

12. September 2023

Wenn du im Ausland mit Karte zahlen oder Geld abheben willst, solltest du gut überlegen, welche du zückst.

Inhalt:

Mit der (Visa-)Debitkarte im Ausland bezahlen: Das Wichtigste in Kürze

Mit der Debitkarte im Ausland Geld abzuheben, kann je nach Gebührenmodell der Bank günstiger sein als die Nutzung der Kreditkarte. Im Euroraum ist der Service oft kostenlos. In anderen Ländern entstehen beim Geldabheben mit der Debitkarte je nach Bank Gebühren von rund 2 %.

Im Einzelhandel kannst du – auch im Ausland – überall dort mit Visa-Debitkarte bezahlen, wo Visa-Karten akzeptiert werden.

Debitkarten sind nicht überall willkommen. Vor allem Autovermietungen verlangen die Zahlung via Kreditkarte.

Immer mehr Banken geben Debitkarten aus. Auch Frauen nutzen sie gerne: Rund 35 % ihrer Einkäufe bezahlen Frauen laut Deutscher Bundesbank mit der Debitkarte. Wenn du auf deiner Auslandsreise nicht viel Bargeld mitnehmen möchtest, kannst du sie ebenfalls nutzen. Doch wo lauern Fallstricke? Wann ist die Kreditkarte das bessere Zahlungsmittel?

Was ist eine Debitkarte?

Nach Definition der Verbraucherzentrale ist die Debitkarte nahezu identisch mit den in Deutschland üblichen Girokarten. Früher nannte man Girokarten „EC-Karten“, aber die Bezeichnung gibt es nicht mehr. Ein wichtiger Unterschied: Manche Banken verlangen eine Gebühr für die Girocard, während die Debitkarte in der Regel kostenfrei ist.

Du kannst mit Debitkarten Bargeld abheben und Einkäufe zahlen. Letzteres ist aber nur dann möglich, wenn der Shop, das Hotel oder der Event-Veranstalter Debitkarten akzeptiert. Bislang werden Debitkarten noch nicht an allen Kassen angenommen. Das könnte sich aber bald ändern. 

Gibt es in Zukunft nur noch Debitkarten statt Girokarten?

Karten mit der Bezeichnung „Maestro“ sind Giro- oder Debitkarten. Dank der Maestro-Funktion, die von Mastercard stammt, sind diese Karten auch im Ausland einsatzfähig. Seit dem 01. Juli 2023 werden allerdings keine neuen Karten mit Maestro-Zeichen ausgegeben, da Mastercard den Service einstellen wird. Karten, die bereits im Umlauf sind, bleiben weiterhin gültig. Große Banken haben außerdem noch mehr Zeit bekommen, ihre Systeme umzustellen.

Wie es weitergehen wird, ist aktuell noch unklar, so die Verbraucherzentrale. Es könnte sein, dass Banken künftig Girokarten anbieten, die gleichzeitig Debitkarten sind. Möglich ist auch, dass Debitkarten die Girokarten ersetzen. Oder die Banken steigen auf das Konkurrenzsystem V-Pay um, das ähnlich wie Maestro funktioniert, aber von Visa stammt.

Mit der Debitkarte im Ausland zahlen: Was geht, was nicht?

Manchmal heißt es, dass die Debitkarte weltweit einsetzbar sei. Aber nicht jedes Land und nicht alle HändlerInnen akzeptiert sie. Schauen wir uns die Details an.

Wo wird die Debitkarte nicht akzeptiert?

Die folgenden Länder erlauben keine Debitkarten:

  • Balkan-Staaten (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Mazedonien, Moldawien, Rumänien, Serbien und Montenegro, Slowenien)
  • Burma
  • Elfenbeinküste
  • Iran
  • Irak
  • Jemen
  • Kuba
  • Kongo
  • Liberia
  • Libyen
  • Libanon
  • Nordkorea
  • Panama
  • Somalia
  • Sudan
  • Simbabwe
  • Syrien
  • Ukraine
  • Weißrussland
  • Zentralafrikanische Republik

Darüber hinaus kann es sein, dass deine Bank weitere Länder ausschließt. Bevor du nun die Koffer packst und die Kreditkarte zu Hause lässt, mach dich also schlau, ob die Debitkarte deiner Bank in deinem Reiseland funktioniert.

Beispielsweise die Debitkarte der Deutschen Bank ist in folgenden Ländern einsatzbereit:

  • Europa: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Spanien, Ukraine
  • Amerika: Chile, Guadelupe, Guyana, Kanada, Mexiko, Peru, USA
  • Asien: China, Türkei
  • Ozeanien: Australien, Fidschi, Neukaledonien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Salomonen, Samoa, Tonga, Vanuatu
  • Afrika: Guinea, Marokko, Senegal
  • Karibik und Inselstaaten: Bahamas, Belize, El Salvador und weitere

Die Debitkarte der Volksbank eG ist dagegen größtenteils auf Europa beschränkt. Hier gibt es also durchaus Unterschiede bei den Banken!

Mit der Debitkarte im Ausland shoppen

In der Regel kannst du in den entsprechenden Ländern überall dort mit Visa-Debitkarte zahlen, wo Visa-Karten akzeptiert werden. Ein Hinweis darauf ist das Visa-Zeichen an der Kasse.

Hotels, Autovermietungen und Ferienwohnungsbetreiber wollen häufig nur eine Kreditkarte annehmen (vor allem, wenn eine Kaution zu zahlen ist). Denn die Debitkarte verfügt anders als Kreditkarten nicht über einen Kreditrahmen. Außerdem sind bei der Zahlung mit der Debitkarte hohe Gebühren für HändlerInnen fällig, weshalb manche die Debitkarten per se ablehnen.

Vorsicht bei teuren Einkäufen

Dein persönlicher Verfügungsrahmen gilt in der Regel auch im Ausland. Daran solltest du denken, wenn du an einem Tag besonders hohe Ausgaben hast. Beachte auch, dass in manchen Ländern ein Tageslimit der dortigen Banken die Bargeldabhebung einschränken kann. Darüber hinaus wird auch von deinem Kreditinstitut ein maximaler Betrag pro Tag vorgegeben. Erkundige dich am besten bei deiner Bank, wie hoch das Limit ist.

Mit der Mastercard- oder Visa-Debitkarte im Ausland Geld abheben

Ob deine Bank Kosten fürs Geldabheben im Ausland berechnet, solltest du vorab klären. Einige der Banken oder Fintechs kassieren nichts, wenn man an Geldautomaten mit Visa-Pay-Zeichen Geld abhebt, auch außerhalb Deutschlands. Andere schon.

Hier zwei Beispiele:

  • ING: In Ländern mit Eurowährung erhebt die Bank keine Gebühren. In Ländern außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes zahlst du 1,99 % Auslandseinsatzentgelt.
  • Hypovereinsbank: Die Bargeldauszahlung ist europaweit gebührenfrei, wenn du bei UniCredit Banken abhebst. Dasselbe gilt für Geldautomaten mit dem Cash Group Logo. Zur Cash Group gehören die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Postbank.

Häufig entstehen Kosten, wenn es sich um eine Fremdwährung handelt (du also außerhalb der Euro-Zone unterwegs bist). Wie hoch der Betrag ist, findest du in der Entgeltvereinbarung deiner Bank. Häufig sind es 1 bis 3 %.

Dazu addieren sich häufig noch Gebühren seitens der Geldautomatenbetreiber. Sie werden dir angezeigt, bevor du abhebst.

Dazu ein Tipp der Sparkasse für die Nutzung von Debitkarten im Ausland: Die Funktion „Dynamic Currency Conversion“ ist mit Vorsicht zu genießen. Hier wird dir am Geldautomaten angeboten auszusuchen, ob du den Betrag in Euro oder in der Landeswährung verrechnet haben willst. Wählst du Euro, können laut Sparkasse „saftige Gebühren“ anfallen oder der Betreiber rechnet „den Betrag zu einem schlechten Wechselkurs um“. Das kann nach Angaben des Kreditinstituts bis zu 10 Prozent der Abhebesumme ausmachen.

Bargeldauszahlung in Geschäften

Praktisch: An manchen Tankstellen und in einigen Supermärkten kannst du dir mit der Debitkarte Geld auszahlen lassen.

Dabei sollte dir jedoch klar sein: Der Betrag wird bei Debitkarten in Echtzeit abgebucht, während man bei Kreditkarten erst am Ende des Monats zur Kasse gebeten wird. Achte also darauf, dass dein Konto während der Reise immer gedeckt ist.

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Wie unterscheidet sich eine Debit- von einer Kreditkarte?

Der wohl herausragende Unterschied zwischen Debit- und Kreditkarte: Das Konto wird beim Einsatz der Debitkarte direkt belastet, während die Zahlungen mit einer Kreditkarte innerhalb des gewährten Verfügungsrahmens am Monatsende vom Konto abgebucht werden.

Dieses Extra lassen sich die Herausgeber von Kreditkarten in der Regel mit einer Jahresgebühr bezahlen. Zumindest dann, wenn die Karten ein Leistungspaket wie Versicherungen oder Rabattprogramme beinhalten.

Vorteil der Debitkarte: Sie wird in Verbindung mit einem Girokonto meistens kostenlos ausgegeben und kann ohne Jahresgebühren genutzt werden.

Vor- & Nachteile Debitkarte Kreditkarte
Jahresgebühren in der Regel nein ja
Abbuchungszeitraum sofort einmal monatlich
Bargeldabhebung Ausland Geldautomatenbetreiber kann Gebühr berechnen, manchmal auch die Bank
Tageslimit (auch das des Landes) beachten
Geldautomatenbetreiber kann Gebühr berechnen, Kreditkartengeber ebenso
Tageslimit (auch das des Landes) beachten
Nicht-Euro-Raum (beispielsweise Polen, Großbritannien oder USA) Gebühr möglich Gebühr möglich
Kautionshinterlegung wird meist nicht akzeptiert wird akzeptiert
Versicherungen je nach Kreditkarte inkludiert
Akzeptanz von Land zu Land unterschiedlich überall einsetzbar

Die Nutzung einer Kreditkarte ist im Euroraum oft kostenlos, bei fremden Währungen fallen aber meist Gebühren an – sowohl beim Geldabheben als auch beim Bezahlen in Läden. Häufig sind es um die 2 %. Es gibt aber auch Kreditkarten, die keine Gebühren verlangen.

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Visa & Mastercard im Ausland nutzen: Gebühren und Funktionen im Vergleich

Der unschlagbare Vorteil von Mastercard- oder Visa-Debitkarten sind die Kosten. Beispiel: Comdirect berechnet nichts. Die Barabhebung im Ausland via Debitkarte ist im ersten Jahr völlig kostenlos. Bei Fremdwährung werden ab dem Jahr 1,75 % fällig (siehe Tabelle). Dasselbe gilt für die ING oder N26.

Postbank Sparkasse Deutsche Bank Targobank Comdirect ING-Diba N26 Consorsbank
Kreditkarte ab 29 € ab 3,25 € monatlich ab 39 € ab 59 € 1,90 € monatlich nein 4,90 € variabel
Debit-/Girokarte kostenlos 18 € kostenlos ja kostenlos Kostenlos (nur virtuell) kostenlos
Gebühr Barabhebung außerhalb EU Währungsumrechnungsentgelt bei Kooperationspartnern, bei übrigen Zahlungsdienstleistern 1 %, mind. 5,99 € 2 Prozent des abgehobenen Betrages, aber mindestens 7,50 EuroBei der Kreditkarte bis 520 € kostenlos 1,00 % (DB Card Plus)1,75 %, mind. 1,50 €(Mastercard) nein 1,75 % ja nein. 2,10 %
Zusatzleistungen Kreditkarte* ja ja ja nein ja nein nein

*Das können Reiseversicherungen, Rabatte oder Bonusprogramme sein. Grundsätzlich gelten die Angaben erst ab einem Betrag von 50 Euro.

Bei der Debitkarte sind die Kosten teilweise also deutlich geringer und sie ist hierzulande nach Angaben von Visa bei bargeldlosen Zahlvorgängen gefragt. Danach bevorzugen 77 Prozent die sofortige Abbuchung des Betrages nach dem Kauf. So kursierten über 14 Millionen Visa-Debitkarten hierzulande. „Weltweit sind es sogar rund 3 Milliarden“, so das Unternehmen.

Du bist aktuell auf der Suche nach einer neuen Bank und die sollte möglichst nachhaltig sein? Dann wirf doch mal einen Blick in unseren „nachhaltige Banken“-Vergleich:

Fazit: Im Ausland mit Kredit- oder Debitkarte bezahlen?

Welche Karte bei Bargeldabhebungen günstiger ist, hängt von der Gebührenstruktur deiner Bank ab. Wenn du sowohl eine Kredit- als auch eine Debitkarte hast, schau also nach, wie viel du fürs Abheben im Ausland zahlst. Wichtig ist auch zu prüfen, ob eine Debitkarte in deinem Reiseland überhaupt akzeptiert wird.

Da nicht alle HändlerInnen Debitkarten annehmen, empfiehlt es sich, auch eine Kreditkarte mitzunehmen.

Alternative: Mischung aus Kredit- und Debitkarte

Es gibt zudem noch eine andere Karte: Die Daily-Charge-Karte ist zwar eine Kreditkarte, aber einer Debitkarte nicht ganz unähnlich. Hier hast du ein zusätzliches Referenzkonto, auf das du vorher Geld überweisen musst. Ob und wie viel das Konto überzogen werden darf, richtet sich nach deinen Wünschen oder deiner Bonität. Die Daily-Charge-Karte bietet sich an, wenn dein Nachwuchs auf Reisen geht und deine Mastercard- oder Visa-Karte nicht in ungewünschter Höhe belastet werden soll.

Alles, was du über Finanzen wissen musst, erklären wir dir persönlich in unserem herMoney Coaching:

herMoney Tipp

Wird dir deine Kreditkarte im Ausland gestohlen, gibt es einen zentralen Sperrnotruf: Wähle +49 116 116, damit kein Unbefugter Zugriff auf deine Karte erhält.

Zum Weiterlesen: Besonders wenn du außerhalb der EU unterwegs bist, kann sich eine Reisekrankenversicherung lohnen. Wann eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll und wann unabdingbar ist, erfährst du hier.

Disclaimer: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann herMoney keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Der Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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Christiane Habrich-Böcker

Christiane Habrich-Böcker ist langjährige Wirtschafts- und Nachrichtenredakteurin. Sie publizierte unter anderem für den Finanzen Verlag und schrieb für Euro am Sonntag und Börse Online.

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