Gold-ETFs und Gold-ETCs können eine sinnvolle Anlage sein, denn sie helfen, die Risiken im Depot zu streuen. Worauf dabei zu achten ist.

Inhalt:

Das Wichtigste auf einen Blick

5 bis 10 Prozent Gold darf ins Portfolio, um das Vermögen breit zu streuen. Das raten Experten im Allgemeinen.

Physisches Gold gilt als Notnagel für Krisenfälle, mit Gold-ETFs kannst du von steigenden Goldpreisen profitieren.

Sparpläne für physisches Gold sind oft unflexibel. ETF-Sparpläne kannst du jederzeit kündigen.

Achte bei der Auswahl von Gold-ETFs auf die Kosten und das Volumen. Die Schwankungen und Renditen sind bei allen Gold-ETFs ähnlich. Überlege dir aber, ob du einen Gold-ETF mit Währungsabsicherung willst, da viele in Dollar gehandelt werden.

Hier spricht die Autorin Anke Dembowski über Gold als Anlage im Podcast:

Warum Gold eine interessante Anlageklasse ist

Im März 2020 war es wieder soweit: Die Börsen waren zu der Zeit extrem unruhig, weil sich das Corona-Virus immer weiter ausbreitete und die wirtschaftlichen Folgen schwer absehbar waren. Innerhalb von nur zwei Wochen fiel das deutsche Börsenbarometer um rund 30 Prozent! Die Erwartung in solchen Krisenzeiten wäre gewesen, dass der Goldpreis – zack – nach oben schießt, denn Gold gilt als sicherer Hort in Krisenzeiten! Aber das tat der Goldpreis erst einmal nicht. Bis Mitte März verzeichnet auch er eine markante Zacke nach unten, aber berappelte sich dann auch wieder, um Anfang April in etwa auf dem Niveau von Anfang März zu landen.

Was uns das zeigt? Es gibt zwar viele Börsen-Weisheiten, wie zum Beispiel „Fallen die Aktien, steigt der Goldpreis“, aber sie gelten nicht immer. Es zeigt uns noch etwas: Fast nie bewegen sich alle Anlageklassen genau gleich. Das ist der Grund, weshalb es ratsam ist, sein Vermögen auf viele Anlageklassen wie Aktien, Renten, Gold und Immobilien zu verteilen. Läuft eine nicht, geht es womöglich der anderen besser.

Da Gold eine traditionell wichtige Anlageklasse ist, wollen wir zeigen, wie man darin investieren kann. 5 bis 10 Prozent sollte Gold in einem privaten Portfolio ausmachen, raten viele Experten. Dabei wird Gold als Gegengewicht zu Aktien, Renten und Immobilien gesehen, das anderen Marktbewegungen unterliegt. Genau darum geht es. Bei der Investition in Gold stellen sich mehrere Fragen, die wir gerne beantworten.

Physisches Gold oder Gold-ETFs kaufen – was ist besser?

Hier kommt es darauf an, was du mit deinem Goldkauf bezweckst. Möchtest du dich für den absoluten Krisenfall ausstatten? Für den Fall, dass nichts mehr geht in dieser Republik, alle Geldautomaten defekt sind und sich die Menschen via Tauschhandel das Lebensnotwendigste ergattern? Wenn das dein Hintergedanke ist, musst du physisches Gold kaufen. Dann am besten in kleiner Stückelung, denn mit einem Kilo-Barren brauchst du in diesem düsteren Szenario nicht loszuziehen, um einen Laib Brot und ein Stück Butter zu kaufen. Hier bieten sich Gold-Tafeln mit Gramm-Stückchen an.


Schmuck, Münzen oder Barren, Schließfach oder Tresor?
So kaufen und verwahren Sie physisches Gold

 


Wenn du Gold nur kaufen willst, um an der Goldpreis-Entwicklung teilzuhaben und um auch diese Anlageklasse im Depot zu haben, dann sind Gold-ETFs eine praktische und kostengünstige Lösung. Du kannst Gold-ETFs wie jedes andere Wertpapier kaufen und musst dir keine Gedanken um Lagerung und Versicherung machen wie beim physischen Gold.

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Goldsparpläne – eine Alternative?

Goldsparpläne werden zum Teil von Banken, aber auch von Edelmetallhändlern und anderen Anbietern angepriesen. Dabei handelt es sich meistens um Ansparmodelle. Via Dauerauftrag wird ein monatlicher Betrag von Ihrem Konto abgebucht. Sobald die Summe für einen bestimmten Goldbarren (z.B. einen 50-Gramm-Barren) erreicht ist, wird er gekauft.

Leider gibt es neben vielen seriösen Anbietern auch einige unseriöse. Man kann sie vorab nicht immer leicht unterscheiden. Außerdem sind die Kosten solcher Goldsparpläne oft ziemlich hoch. Zum einen verlangen viele Anbieter eine Einrichtungsgebühr und anschließend laufende Kosten für Lagerung und Versicherung, die teilweise über 1 % des Edelmetallwertes ausmachen. Zum anderen gibt es eine Differenz zwischen An- und Verkaufspreis des jeweiligen Goldbarrens, den sogenannten Spread.

Ärgerlich ist auch, dass viele Goldsparpläne Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen haben. Beides bleibt dir bei einem Gold-ETF-Sparplan erspart, so dass wir Gold-ETFs für die bessere Alternative halten.

Für welche Frauen sind Gold-ETFs eine sinnvolle Geldanlage?

Ein Gold-ETF eignet sich prinzipiell für alle Frauen. Im Hinterkopf müssen wir natürlich behalten, dass ein Gold-ETF mit dem Goldpreis schwankt – der Kurs kann also steigen oder fallen. Daher eignet sich ein Gold-ETF nicht wie ein Sparbuch als eiserne Reserve, auf die wir jederzeit zugreifen können, wenn die Waschmaschine kaputt geht.

Unser Gold-ETF ist zwar jederzeit verkäuflich, aber womöglich ist der Goldpreis gehässiger Weise genau dann, wenn wir drauf zugreifen wollen, im Keller. Wir sollten daher Gold-ETFs als mittel- bis langfristige Anlage betrachten.

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Was muss ich beim Gold-ETC-Kauf beachten?

Wir müssen an dieser Stelle einen weiteren Begriff klären: Exchange Traded Commodities (ETCs). Da es sich bei Gold um einen Rohstoff und nicht um ein Wertpapier handelt, muss man den Rohstoff Gold erst als Wertpapier „verpacken“. Das sind besagte ETCs. Dabei handelt es sich technisch um Inhaberschuldverschreibungen, die mit physischem Gold besichert sind. ETCs sind aber Exchange Traded Funds (ETFs) sehr ähnlich, so dass wir hier vereinfacht von „Gold-ETFs“ sprechen, obwohl es sich streng genommen um ETCs handelt. Im Gegensatz zu ETFs stellen ETCs kein Sondervermögen dar. Hier kommt es also darauf an, dass der Emittent nicht pleite geht.

In Deutschland gibt es keine „echten“ Gold-ETFs, weil alle Fonds, die der entsprechenden EU-Richtlinie unterliegen (sogenannte OGAW-Fonds), eine gewisse Mindeststreuung aufweisen müssen. Wenn ein Fonds aber nur eine einzige Anlage in seinem Depot hat (z.B. Gold), dann entspricht das nicht der Mindestrisikostreuung für OGAW-Fonds. Die Schweiz, die ja bekanntlich nicht Mitglied der EU ist, hat es anders gelöst: Sie erlaubt Gold- bzw. Edelmetallfonds als sogenannte „Single-Asset-ETFs“. In der Schweiz gibt es also auch echte Gold-ETFs.

Anders ist es bei Gold-Fonds, die in Goldminen-Aktien investieren. Das sind Aktienfonds mit einer speziellen Branchen-Ausrichtung.

Noch etwas ist wichtig: Gold wird am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Daher ist immer auch eine Dollar-Komponente im Goldpreis enthalten. Für Anlegerinnen, die in Euro denken, ist vielleicht eine Absicherung des Dollar-Risikos sinnvoll. Allerdings kostet sie – wie jede Versicherung – Geld.

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Daher ist es ein Unterscheidungskriterium bei der Auswahl eines Gold-ETF oder Gold-ETC, ob das Produkt eine Währungssicherung hat oder nicht. Nicht währungsgesicherte Produkte schwanken mit dem Goldpreis in US-Dollar, währungsbesicherte kaufen zusätzlich eine Absicherung, um das Dollar-Risiko herauszunehmen.

Die weiteren Kriterien, die es bei der Auswahl von Gold-ETFs oder Gold-ETCs zu beachten gibt, unterscheiden sich nicht von den sonstigen Auswahlkriterien für ETFs: Hier können die Kosten, das Volumen und die Risiken eine Rolle spielen. Das Risiko von Goldpreis-Schwankungen betrifft alle Gold-ETFs und Gold-ETCs.


Bei der ETF-Auswahl gibt es ganz allgemein einiges zu beachten.
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Gold-ETFs im Vergleich

Ein Sparplan in einen Gold-ETF oder Gold-ETC ist eine gute Sache. Schau dir den Goldpreis an: Er schwankt! Bei allen Anlagen, die Schwankungen unterworfen sind, ist ein Sparplan sinnvoll, denn du kaufst vergleichsweise mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Durch einen Sparplan automatisierst du dieses sinnvolle Verhalten und musst dich nicht weiter kümmern.

Welches Produkt sparplanfähig ist oder nicht, lässt sich pauschal nicht sagen, denn es hängt davon ab, wie die jeweilige depotführende Stelle das Papier anbietet. Lässt sie einen Sparplan mit dieser ISIN-Nummer zu oder nicht? Im Zweifelsfall frag bei deiner Vermittlerin oder direkt bei der Depotstelle nach. Oder du probierst einfach im Online-Handel aus, ob sich ein Sparplan einrichten lässt.

Die besten Gold-ETFs bzw. Gold-ETCs laut Morningstar

Name ISIN Rendite (3 Jahre) Rendite (5 Jahre) Vola (3 Jahre) Vola (5 Jahre) Volumen (in Mio. Eur) Jährliche Kosten  Replikation
db Physical Gold Euro Hedged ETC DE000A1EK0G3 8,03% 7,62% 13,19% 13,54% 2.846 0,59% physisch
Gold Bullion Securities ETC GB00B00FHZ82 11,96% 7,89% 11,70% 12,26% 3.573 0,40% physisch
Invesco Physical Gold ETC IE00B579F325 12,16% 8,07% 11,70% 12,27% 11.489 0,19% physisch
WisdomTree Gold ETC GB00B15KXX56 9,45% 5,64% 10,81% 11,90% 93 0,49% synthetisch

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Name ISIN Rendite (3 Jahre) Rendite (5 Jahre) Vola (3 Jahre) Vola (5 Jahre) Volumen (in Mio. Eur) Jährliche Kosten  Replikation
WisdomTree Physical Gold JE00B1VS3770 11,98% 7,92% 11,70% 12,26% 5.803 0,39% physisch
WisdomTree Physical Gold – EUR Dl H ETC JE00B8DFY052 7,67% 6,96% 13,06% 13,48% 327 0,50% k.A.
Xetra-Gold DE000A0S9GB0 12,39% 8,18% 11,18% 12,07% 10.473 0,36% k.A.
Xtrackers Physical Gold ETC (EUR) DE000A1E0HR8 12,14% 8,06% 11,70% 12,27% 3.071 0,45% physisch

Quelle: Morningstar, 08.02.2021, Zahlen sind gerundet
Legende: Vola = Schwankungen, Replikation: Nachbildung des Index

Viele der Gold-ETFs und Gold-ETCs gibt es noch nicht so lange. Deshalb stehen noch nicht genügend Daten zur Verfügung, um die Schwankungen der letzten Jahre und damit die Risiken zu erfassen. Dasselbe gilt für die Rendite. Daten, die sich nur auf ein Jahr beziehen, können nur die zufällige Wertentwicklung angeben, die Gold eben in den letzten 12 Monaten hatte. Diese eine Zahl ist nicht sehr aussagekräftig. Generell lässt sich sagen: Die Rendite von Gold-Produkten orientiert sich am Goldpreis und ist in der Regel moderat. Die Risiken gelten als moderat bis hoch.

Zum Schluss: Diejenigen unter euch, die Gold lieber als Nugget an einer Kette tragen, haben natürlich auch Recht. Wir können ja das eine tun, ohne das andere zu lassen!

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herMoney-Tipp

Gold-ETFs oder -ETCs können eine sinnvolle Beimischung in deinem Depot sein. Wenn du schon typische Einsteiger-ETFs besitzt, könntest du also über etwas Bling Bling in deinem Depot nachdenken. Weitere sinnvolle Beimischungen können zum Beispiel nachhaltige ETFs oder spezielle Themenfonds sein.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Gold-ETFs zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu liest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.