Lohnen sich Gold-ETFs 2024? Die besten Gold-ETCs im Vergleich

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Anke Dembowski

Autorin

20. Februar 2024

Gold-ETFs und Gold-ETCs können eine sinnvolle Anlage sein, denn sie helfen, die Risiken im Depot zu streuen. Worauf dabei zu achten ist.

Inhalt:

Gold-ETFs und -ETCs: Das Wichtigste auf einen Blick

Physisches Gold gilt als Notnagel für Krisenfälle, mit Gold-ETFs kannst du dagegen von steigenden Goldpreisen profitieren.

Sparpläne für physisches Gold sind oft unflexibel. ETF-Sparpläne kannst du dagegen jederzeit kündigen – ein großer Vorteil.

Achte bei der Auswahl von Gold-ETFs auf die Kosten und das Volumen. Die Schwankungen und Renditen sind bei allen Gold-ETFs zwar ähnlich, aber es gibt eben doch Unterschiede. Überleg dir aber, ob du einen Gold-ETF mit Währungsabsicherung willst, da viele in Dollar gehandelt werden.

Einer der beliebtesten Gold-ETCs ist der EUWAX Gold ETC. Die 3-Jahres-Rendite liegt bei 7,32 % pro Jahr.

Warum Gold eine interessante Anlageklasse ist

Die Kriege in der Ukraine und in Israel sorgen für Angst und Schrecken auf der ganzen Welt, und Gold wird seinem Ruf als Krisenwährung gerecht. Am 1. Februar 2022 lag der Preis des edlen Metalls noch bei 1.601 Euro pro Feinunze (das sind 31,1 Gramm) und am 7. März 2022 war er schon auf 1.836 Euro angestiegen. Eine Erhöhung um fast 15 %! Im gleichen Zeitraum fiel das Börsenbarometer MSCI World um 6,5 %. Nach Ausbruch der Kämpfe in Israel stieg der Goldpreis noch einmal. Ende Januar 2024 lag er bei 1.877 Euro.

Das klingt fast wie ein Naturgesetz: Krisen-Modus rauf = Aktien runter und Goldpreis rauf. Im Prinzip ist das auch so, aber wie so oft bestätigt auch hier die Ausnahme die Regel. Im März 2020 konnten wir eine solche Ausnahme beobachten: Zu dieser Zeit waren die Börsen extrem unruhig, weil sich das Corona-Virus immer weiter ausbreitete und die wirtschaftlichen Folgen schwer absehbar waren.

Innerhalb von nur zwei Wochen fiel das deutsche Börsenbarometer um rund 30 Prozent! Die Erwartung in solchen Krisenzeiten wäre gewesen, dass der Goldpreis – zack – nach oben schießt, denn Gold gilt als sicherer Hort in Krisenzeiten! Aber das tat der Goldpreis erst einmal nicht. Bis Mitte März verzeichnet auch er eine markante Zacke nach unten, aber berappelte sich dann wieder, um Anfang April 2020 in etwa auf dem Niveau von Anfang März zu landen.

Und auch 2022 gab der Goldpreis nach dem Anstieg zu Beginn des Ukraine-Kriegs zeitweise wieder deutlich nach. Der Grund: Die durch die Energieknappheit gestiegenen Preise und die hohe Inflation zwangen die Notenbanken weltweit zu Zinserhöhungen. Das belastete den Goldpreis. Mehr zum Thema Goldpreisentwicklung und eine Prognose kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Was uns das zeigt? Es gibt zwar viele Börsen-Weisheiten, wie zum Beispiel „Steigt der Krisen-Modus, fallen die Aktien und steigt der Goldpreis“, aber sie gelten nicht immer. Es zeigt uns noch etwas: Fast nie bewegen sich alle Anlageklassen genau gleich. Das ist der Grund, weshalb es ratsam ist, sein Vermögen auf viele Anlageklassen wie Aktien, Renten, Gold und Immobilien zu verteilen. Läuft eine nicht, geht es womöglich der anderen besser.

Es gibt eine weitere Börsenregel, die natürlich ebenfalls durch die eine oder andere Ausnahme bestätigt wird: Steigen die Zinsen, fällt der Goldpreis und umgekehrt. Dahinter steckt eine gewisse Logik: Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab, sondern es liegt einfach nur da. Wenn Zins-Anlagen nun sehr hohe Zinsen abwerfen, dann verzichtet man darauf, wenn man Gold hält (man hat sogenannte Opportunitätskosten). Wenn es ohnehin keine Zinsen gibt – wie es lange Zeit der Fall war – dann sind die Opportunitätskosten des Goldes nicht so hoch.
Antje Schiffler, Redakteurin beim Researchhaus Morningstar, kommentiert dies so: „Wie sich der Goldpreis entwickeln wird, hängt vor allem an der Geldpolitik. Im Dezember 2023 erreichte Gold sein bisheriges Hoch von 2.135 US-Dollar. Treiber war die Hoffnung, dass die US-Notenbank Federal Reserve schon im März 2024 mit der Zinssenkung beginnen wird. Aber danach sieht es nun nicht aus, eher rückt der Mai in den Fokus. Gold und Realzinsen sind negativ korreliert. Hintergrund ist, dass Gold keinen Cashflow generiert. Bei hohen Zinsen schichten Anleger daher lieber in verzinsliche Vermögenswerte um.“

Da Gold eine traditionell wichtige Anlageklasse ist, wollen wir zeigen, wie man darin investieren kann. 5 bis 10 Prozent sollte Gold in einem privaten Portfolio ausmachen, raten viele Experten. Dabei wird Gold als Gegengewicht zu Aktien, Renten und Immobilien angesehen, das anderen Marktbewegungen unterliegt. Genau darum geht es. Bei der Investition in Gold stellen sich mehrere Fragen, die wir gerne beantworten.

Hier spricht die Autorin Anke Dembowski über Gold als Anlage im Podcast:

Physisches Gold oder Gold-ETFs kaufen – was ist besser?

Bei der Beantwortung dieser Frage kommt es darauf an, was du mit deinem Goldkauf bezweckst. Möchtest du dich für den absoluten Krisenfall ausstatten? Für den Fall, dass nichts mehr geht in dieser Republik, alle Geldautomaten abgeschaltet sind und sich die Menschen via Tauschhandel das Lebensnotwendigste ergattern? Wenn das dein Hintergedanke ist, musst du physisches Gold kaufen. Dann am besten in kleiner Stückelung, denn mit einem Kilo-Barren brauchst du in diesem düsteren Szenario nicht loszuziehen, um einen Laib Brot und ein Stück Butter zu kaufen. Hier bieten sich Gold-Tafeln mit Gramm-Stückchen an. Leider ist aber hier der sogenannte Spread – die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis – besonders hoch.

Zum Weiterlesen: Schmuck, Münzen oder Barren, Schließfach oder Tresor? So kaufst und verwahrst du physisches Gold

Wenn du Gold nur kaufen willst, um an der Goldpreis-Entwicklung teilzuhaben und um auch diese Anlageklasse im Depot zu haben, dann sind Gold-ETFs eine praktische und kostengünstige Lösung. Du kannst Gold-ETFs wie jedes andere Wertpapier kaufen und musst dir keine Gedanken um Lagerung und Versicherung machen wie beim physischen Gold.

Goldsparpläne – eine Alternative?

Goldsparpläne werden zum Teil von Banken, aber auch von Edelmetallhändlern und anderen Anbietern angepriesen. Dabei handelt es sich meistens um Ansparmodelle. Via Dauerauftrag wird ein monatlicher Betrag von deinem Konto abgebucht. Sobald die Summe für einen bestimmten Goldbarren (z. B. einen 50-Gramm-Barren) erreicht ist, wird er gekauft.

Leider gibt es neben vielen seriösen Anbietern auch einige unseriöse. Man kann sie vorab nicht immer leicht unterscheiden. Außerdem sind die Kosten solcher Goldsparpläne oft ziemlich hoch. Zum einen verlangen viele Anbieter eine Einrichtungsgebühr und anschließend laufende Kosten für Lagerung und Versicherung, die teilweise über 1 % des Edelmetallwertes ausmachen. Zum anderen gibt es eine Differenz zwischen An- und Verkaufspreis des jeweiligen Goldbarrens, den sogenannten Spread.

Ärgerlich ist auch, dass viele Goldsparpläne Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen haben. Beides bleibt dir bei einem Gold-ETF-Sparplan erspart, so dass wir Gold-ETFs für die bessere Alternative halten.

Für welche Frauen sind Gold-ETFs eine sinnvolle Geldanlage?

Ein Gold-ETF eignet sich prinzipiell für alle Frauen. Im Hinterkopf müssen wir natürlich behalten, dass ein Gold-ETF mit dem Goldpreis schwankt – der Kurs kann also steigen oder fallen. Daher eignet sich ein Edelmetall-ETF nicht wie ein Sparbuch als eiserne Reserve, auf die wir jederzeit zugreifen können, zum Beispiel wenn die Waschmaschine kaputt geht und eine neue angeschafft werden muss.

Unser Gold-ETF ist zwar jederzeit verkäuflich, aber womöglich ist der Goldpreis gehässigerweise genau dann, wenn wir drauf zugreifen wollen, im Keller. Wir sollten daher Gold-ETFs als mittel- bis langfristige Anlage betrachten.

In der Tabelle unten siehst du die sogenannte Standardabweichung. Sie ist ein Risikomaß und gibt die Schwankungsbreite nach oben und nach unten an. Je höher die Standardabweichung, desto höher das Risiko. Mit einer Standardabweichung von um die 11 Prozent über 3 Jahre liegen Gold-ETFs aktuell im mittleren Bereich, aber die Standardabweichung war auch schon mal höher.

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Was muss ich beim Gold-ETC-Kauf beachten?

Was bedeutet Gold-ETC?

Wir müssen an dieser Stelle einen weiteren Begriff klären: Exchange Traded Commodities (ETCs). Da es sich bei Gold um einen Rohstoff und nicht um ein Wertpapier handelt, muss man den Rohstoff Gold erst als Wertpapier „verpacken“. Das sind besagte ETCs. Dabei handelt es sich technisch um Inhaberschuldverschreibungen, die mit physischem Gold besichert sind. ETCs sind aber Exchange Traded Funds (ETFs) sehr ähnlich, so dass wir hier vereinfacht von „Gold-ETFs“ sprechen, obwohl es sich streng genommen um ETCs handelt. Im Gegensatz zu ETFs stellen ETCs kein Sondervermögen dar. Hier kommt es also darauf an, dass der Emittent nicht pleitegeht.

In Deutschland gibt es keine „echten“ Gold-ETFs, weil alle Fonds, die der entsprechenden EU-Richtlinie unterliegen (sogenannte OGAW-Fonds), eine gewisse Mindeststreuung aufweisen müssen. Wenn ein Fonds aber nur eine einzige Anlage in seinem Depot hat (in dem Fall Gold), dann entspricht das nicht der Mindestrisikostreuung für OGAW-Fonds. Die Schweiz, die ja bekanntlich nicht Mitglied der EU ist, hat es anders gelöst: Sie erlaubt Gold- bzw. Edelmetallfonds als sogenannte „Single-Asset-ETFs“. In der Schweiz gibt es also auch echte Gold-ETFs.

Anders ist es bei Gold-Fonds, die in Goldminen-Aktien investieren. Das sind Aktienfonds mit einer speziellen Branchen-Ausrichtung. In der Tabelle sind sie unter den echten Gold-ETFs aufgeführt. Du erkennst sie daran, dass der Fondsname die Wörter „Gold Producers“ oder „Gold Miners“ enthält. Anhand der Standardabweichung siehst du, dass sie riskanter sind als Gold-ETCs, denn es sind ja Aktienfonds (mit Schwerpunkt auf Aktien von Goldminen-Unternehmen)

Noch etwas ist wichtig: Gold wird am Weltmarkt in US-Dollar gehandelt. Daher ist im Goldpreis immer auch eine Dollar-Komponente enthalten. Für Anlegerinnen, die in Euro denken, ist vielleicht eine Absicherung des Dollar-Risikos sinnvoll. Allerdings kostet sie – wie jede Versicherung – Geld. Bei währungsgesicherten Gold-Fonds sind daher entweder die laufenden Kosten höher oder die Performance ist etwas niedriger.

Daher ist es ein Unterscheidungskriterium bei der Auswahl eines Gold-ETF oder Gold-ETC, ob das Produkt eine Währungssicherung vornimmt oder nicht. Nicht währungsgesicherte Produkte schwanken mit dem Goldpreis in US-Dollar, währungsbesicherte kaufen zusätzlich eine Absicherung, um das Dollar-Risiko herauszunehmen.

Die weiteren Kriterien, die es bei der Auswahl von Gold-ETFs oder Gold-ETCs zu beachten gibt, unterscheiden sich nicht wesentlich von den sonstigen Auswahlkriterien für ETFs: Hier spielen die Kosten, das Volumen und die Risiken eine Rolle. Das Risiko von Goldpreis-Schwankungen betrifft natürlich alle Gold-ETFs und Gold-ETCs. Was an der Tabelle aber auffällt ist, dass das Fondsvolumen bei Gold-ETFs eine ziemliche Rolle zu spielen scheint: Die kleineren Fonds haben meistens eine deutlich niedrigere Performance als die Dickschiffe. Such also nach den Dickschiffen!

Zum Weiterlesen: Bei der ETF-Auswahl gibt es ganz allgemein einiges zu beachten. So findest du den richtigen ETF für dich!

In dieser Folge spricht Anne mit Ronald-Peter Stöferle darüber, wie es beim Gold weitergeht:

Die besten Gold-ETFs im Vergleich

Ein Sparplan in einen physischen Gold-ETF oder Gold-ETC ist eine gute Sache. Schau dir den Goldpreis an: Er schwankt! Bei allen Anlagen, die Schwankungen unterworfen sind, ist ein Sparplan sinnvoll, denn du kaufst vergleichsweise mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind, und weniger, wenn sie hoch sind. Durch einen Sparplan automatisierst du dieses sinnvolle Verhalten und musst dich nicht weiter kümmern.

Welches Produkt sparplanfähig ist oder nicht, lässt sich pauschal nicht sagen, denn es hängt davon ab, wie die jeweilige depotführende Stelle den Fonds anbietet. Lässt sie einen Sparplan mit dieser ISIN-Nummer zu oder nicht? Im Zweifelsfall frag bei deiner Vermittlerin oder direkt bei der Depotstelle nach. Oder du probierst einfach im Online-Handel aus, ob sich ein Sparplan einrichten lässt.

Die besten Gold-ETFs

Generated by wpDataTables


Quelle: Morningstar (31.01.2024)
Legende: Bewertung: 5 = top, 1 = schlecht, Replikation: Nachbildung des Index

Gold-ETCs laut Morningstar 

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Quelle: Morningstar (31.01.2024)
Legende: Bewertung: 5 = top, 1 = schlecht, Replikation: Nachbildung des Index

Generell lässt sich sagen: Die Rendite von Gold-Produkten orientiert sich am Goldpreis und ist in der Regel moderat. Über die letzten 5 Jahre lag die durchschnittliche Performance von Gold ETCs zwischen 4,25 und 10,39 %. Die günstigsten ETC gibt es bereits für 0,12 Prozent Jahresgebühr, und natürlich Xetra-Gold mit 0% Kosten. Die Risiken gelten als moderat bis hoch.

Zum Schluss: Diejenigen unter euch, die Gold lieber als Nugget an einer Kette tragen, haben natürlich auch Recht. Wir können ja das eine tun, ohne das andere zu lassen!

herMoney Tipp

Physische Gold-ETFs oder -ETCs können eine sinnvolle Beimischung in deinem Depot sein. Wenn du schon typische Einsteiger-ETFs besitzt, könntest du also über etwas Bling Bling in deinem Depot nachdenken. Weitere sinnvolle Beimischungen können zum Beispiel nachhaltige ETFs oder spezielle Themenfonds sein.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Gold-ETFs zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu liest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Anke Dembowski verfasst und zuletzt am 20.02.2024 von Anke Dembowski aktualisiert.

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Anke Dembowski

Autorin

Anke Dembowski ist Finanzjournalistin und Autorin verschiedener Investmentfonds- und anderer Finanzbücher. Sie ist außerdem Mit-Geschäftsführerin des Netzwerks „Fondsfrauen".