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Schmuck, Goldmünzen oder Goldbarren? Bankschließfach oder Tresor? Was du beim Goldkauf beachten solltest.

Inhaltsverzeichnis:

Pro und Contra Gold als Investment
Physisches Gold: Schmuck, Goldmünzen oder besser Goldbarren?
Welche Rolle spielt der US-Dollar beim Goldkauf?
Welches Gewicht hat ein Goldbarren oder eine Goldmünze?
Was ist besser – Goldmünzen oder Goldbarren?
Wo kaufe ich Gold?
Wie lagere ich Gold?
Was sind Xetra-Gold und Euwax-Gold?
Welche Steuern fallen beim Goldhandel an?

Goldkauf: Das Wichtigste in Kürze

Es gibt diverse Möglichkeiten Gold zu kaufen. Schmuck ist schön, aber keine gute Wertanlage. Goldmünzen sind in der Regel etwas teurer als Goldbarren.

Wer Gold kaufen möchte, sollte Angebote vergleichen und die Seriosität des Anbieters prüfen. Schütze dein Vermögen und verwahre das Gold diebstahlsicher.

Eine Alternative zu Goldbarren und -münzen können auch physisch besicherte Wertpapiere sein, die eine Auslieferungsmöglichkeit bieten.

„Nach Golde drängt. Am Golde hängt doch alles. Ach, wir Armen!“ Schon Johann Wolfgang von Goethe war bekennender Goldfan – im Faust lässt er Gretchen den berühmten Satz allerdings mit einer Klage enden. Auch der Kaiser beklagt im zweiten Teil des Dramas seine mangelnden Reserven. „Ich habe satt das ewige Wie und Wenn. Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn”, beauftragt er Faust und Mephistopheles, die ihm zuvor ein verführerisches Angebot gemacht hatten: Man wolle Gold nicht kaufen oder verdienen, sondern es erschaffen. Das Versprechen konnte Mephistopheles nicht einlösen. Der Versuch der Alchemisten, aus Blei Gold zu machen, musste scheitern.

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Aus Papier Geld machen, wie es die Notenbanken auf der ganzen Welt praktizieren, ist dagegen ein Kinderspiel. Wird jedoch – wie in den vergangenen Jahrzehnten – zu exzessiv Geld gedruckt, ist Inflation vorprogrammiert.

Wie sich die Inflation auf deine Kaufkraft auswirkt, kannst du in unserem Rechner ausprobieren:

Gold betrachten viele daher als „sicheren Hafen“ und kaufen zur Risikodiversifikation gerne einen kleinen Anteil. Die einen bevorzugen dabei börsengehandelte Wertpapiere, die anderen erwerben es lieber in physischer Form, also als Barren, Münzen oder Schmuck.

Pro und Contra Gold als Investment

Am Gold als Investment scheiden sich bekanntlich die Geister. Es bringt keine Zinsen und zahlt keine Dividende, monieren die Kritiker. Es erhält seinen Wert und im Krisenfall kann man Gold gegen Lebensmittel eintauschen, sagen die Befürworter. Sie fühlen sich daher wohler, wenn sie ein wenig Gold besitzen. Mit etwas Gold schläft man einfach besser, so ihr Motto.

Warum Gold in Krisenzeiten besonders gefragt ist, kannst du dir in dieser Folge des herMoney Talks anhören:

In diesem Artikel haben wir für dich Argumente pro und contra Gold zusammengefasst. Wenn es dich also nach der Lektüre nach Golde drängt, zeigen wir dir hier Möglichkeiten, wie du physisches Gold kaufen kannst und was dabei zu beachten ist. Eine andere Möglichkeit sind börsengehandelte Wertpapiere. Mehr dazu findest du in unserem Vergleich der besten Gold-ETCs. Und da du dir Gold auch über einen besicherten Gold-ETCs ausliefern lassen kannst, zeigen wir dir auch diese Möglichkeit. Dazu später mehr. Fangen wir erst mal mit den Klassikern an.

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Physisches Gold: Schmuck, Goldmünzen oder besser Goldbarren?

Goldketten oder Armbänder bergen Wert und bereiten Freude. Am Goldschmuck kann man sich täglich erfreuen. Doch als Investment sind Ketten, Ringe oder Armbänder aus Gold kaum geeignet. Denn den Aufpreis, den du für eine kunstvolle Gestaltung des Edelmetalls bezahlst, bekommst du in aller Regel nicht zurück.

Wenn du den Schmuck irgendwann einmal „versilbern“, also zu Geld machen möchtest, bekommst du meist nur den Preis für das Material. Ausschlaggebend für den Wert sind dabei Reinheit und Gewicht. Physisches Gold als Wertspeicher kaufst du dagegen besser in Form von Münzen oder Barren.

Welche Rolle spielt der US-Dollar beim Goldkauf?

Gold wird in US-Dollar gehandelt, der Preis pro Unze (rund 31,1 Gramm) hängt daher von zwei Faktoren ab. Zum einen von der Wertentwicklung des Goldpreises und zum anderen von der Stärke des US-Dollars im Verhältnis zum Euro. Steigt der US-Dollar, wie das in den vergangenen Jahren der Fall war, profitierst du davon.

Allerdings kann das auch umgekehrt der Fall sein. Schwächelt die US-Währung gegenüber dem Euro, ist es möglich, dass du trotz steigendem Goldpreis Verluste hinnehmen musst. Daher solltest du bei Goldinvestments auch die Wertentwicklung des US-Dollars beobachten.

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Welches Gewicht hat ein Goldbarren oder eine Goldmünze?

Münz-Gold wie Gold-Barren gibt es in unterschiedlichen Einheiten. Selbstverständlich kannst du beliebig große Einheiten kaufen. Bei Barren geht es üblicherweise ab einem Gramm los bis hin zu einigen Kilogramm. Gold-Münzen gibt es häufig als Unze (31,1 Gramm), ½ oder ¼ Unze. Besonders populäre Münzen wie der südafrikanische Krügerrand oder der kanadische Maple Leaf existieren in noch kleineren Einheiten.

Im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland gibt auch das Bundesministerium der Finanzen immer wieder Sammler- oder Gedenkmünzen in Gold aus. Meist haben diese ein Gewicht  von 3,89 Gramm, 7,78 Gramm oder 15,55 Gramm. Zum Teil werden diese bei den Banken und Sparkassen angeboten, bei Interesse kannst du sie aber auch direkt über Münze Deutschland beziehen. Dabei solltest du bedenken, dass die Popularität der Sammlerstücke die Preise stark beeinflussen kann.

Was ist besser – Goldmünzen oder Goldbarren?

Goldmünzen wie Goldbarren werden in kleinen Einheiten angeboten und sind gut handelbar. Wenn es also hart auf hart kommt und du Liquidität benötigst, kannst du diese in der Regel auch leicht wieder verkaufen. Bei Münzen solltest du bedenken: Je bekannter die Münzen, desto einfacher lassen sie sich wieder „versilbern“.

Für die Geldanlage geeignet sind Münzen, die unlimitiert angeboten werden – hier richtet sich der Preis nicht nach dem Sammlerwert, sondern nur nach dem Wert des Goldes. Bei Sammlerstücken kann es hingegen zu stärkeren Preisschwankungen kommen.

Da die Prägung der Münzen jedoch aufwendiger ist als bei Goldbarren, sind die Kosten bei den Münzen etwas höher. So kostete zum Beispiel Mitte September 2022 ein Krügerrand je Unze rund 1811 Euro, ein Goldbarren à 31,1 Gramm rund 1781 Euro. Hier wird der Preisaufschlag der Münzen klar sichtbar.

Zudem verdeutlicht die nachfolgende Übersicht zwei weitere wichtige Aspekte: Kleine Einheiten sind im Vergleich teurer als größere. Außerdem ist die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis bei physischem Gold hoch.

Preisbeispiel Krügerrand:

Krügerrand (aktueller Jahrgang)    Kauf Verkauf
1 Unze Krügerrand (31,104 Gramm) 1.811,00 Euro 1.710,00 Euro
½ Unze Krügerrand (15,552 Gramm) 932,00 Euro 855,00 Euro
¼ Unze Krügerrand (7,776 Gramm 477,00 Euro 427,50 Euro
1/10 Unze Krügerrand (3,11 Gramm) 197,00 Euro 171,50 Euro

 Ziehst du daher Barren vor, solltest du beim Kauf auf Reinheit (999,9 Tausendstel) und Zertifizierung durch die Londoner Rohstoffbörse LBMA achten. Wie auch bei Münzen gilt: Je kleiner die Einheit, desto mehr Geld musst du für dein Gold bezahlen. Der Grund ist simpel: Die Kosten, die der Händler in Rechnung stellt, fallen bei kleinen Einheiten stärker ins Gewicht; der Anteil am Preis wird mit steigendem Kaufwert geringer. Zehn Einheiten à 10 Gramm sind also teurer als ein 100-Gramm-Barren.

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Wo kaufe ich Gold?

Gold gibt es bei den meisten Banken oder bei spezialisierten Händlern. Bei den Spezialisten ist in der Regel die Auswahl größer und der Preis günstiger. Da sich hier aber auch unseriöse Anbieter tummeln, solltest du unbedingt darauf achten, dass der Händler deiner Wahl Mitglied im ‚Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels‘ ist. Eine Mitgliedsliste findest du hier .

Wer anonym bleiben möchte, kann Gold im Wert von 2.000 Euro in bar erwerben ohne seinen Namen preisgeben zu müssen. Wer mehr anlegen will, muss den Ausweis vorlegen und wird registriert.

Gold kannst du auch einfach und unkompliziert online kaufen. Wenn du genau weißt, was du kaufen möchtest, solltest du einen Online-Preisvergleich starten. Portale wie „Gold.de“ oder „gold-preisvergleich.com“ geben einen aktuellen Überblick.

Ganz wichtig: Die Anbieter sollten Mitglied im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels sein. Zudem solltest du berücksichtigen, dass neben dem Kaufpreis noch Kosten für Versand und Versicherung des Edelmetalls in Rechnung gestellt werden.

Wie lagere ich Gold?

Geld kommt auf’s Konto, Aktien und andere Wertpapiere liegen im Depot. Und Gold? Du kannst deine Münzen und Barren natürlich in der Schmuckschatulle aufbewahren oder im Garten vergraben. Wirklich sicher ist das aber nicht. Manche Versicherungen schließen eine Erstattung nach Einbruch bei ungesicherter Lagerung komplett aus.

Falls du Gold dennoch zuhause behalten möchtest, um im Fall eines Falles jederzeit darauf zurückgreifen zu können, bewahre es am besten an unterschiedlichen Stellen auf. Ein Tresor im Haus bietet mehr Schutz und Sicherheit. Allerdings sind Tresore nicht ganz billig und müssen bestimmte Mindestanforderungen erfüllen, damit im Ernstfall die Versicherung den Schaden ersetzt. Lass dich vor einem Kauf am besten von der Versicherung beraten, um nach einem möglichen Einbruch nicht leer auszugehen.

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Einfacher und gleichfalls anonym kannst du das Gold in einem Bankschließfach lagern – die Bank kontrolliert die Inhalte eines Schließfaches nicht. Die Preise variieren von Bank zu Bank erheblich, meist liegen sie im Bereich zwischen 60 und 100 Euro pro Jahr. Manche Angebote schließen einen Versicherungsschutz mit ein, bei anderen kostet diese Leistung zusätzlich Geld. Achte darauf, dass der Versicherungsschutz zum Wert des eingelagerten Vermögens passt und vergleiche die Angebote.

Manche Banken bieten Schließfächer allerdings nur ihren eigenen KundInnen an. Möglich auch, dass keine Fächer frei sind und du Vorlieb auf der Warteliste nehmen musst. Alternativ bieten Münz- und Edelmetallhändler wie Degussa, Pro Aurum oder Goldkontor Schließfächer mit Versicherungsschutz an. Hier gilt: Preise und Versicherungsschutz genau vergleichen.

Was sind Xetra-Gold und Euwax-Gold?

Eine interessante Alternative zu Goldbarren kann auch Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) oder Euwax-Gold II (ISIN: DE000EWG2LD7) sein. Das sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, die mit physischem Gold besichert sind, das du dir auf Wunsch ausliefern lassen kannst. Der Clou ist, dass sich der Kurs der Papiere am Weltmarktpreis für Gold orientiert und du hier keinen großen Aufschlag wie bei Goldbarren oder -münzen bezahlst.

Besonders populär ist Xetra-Gold, das bereits seit 2007 existiert. Mitte September 2022 hatten Investoren mehr als 13 Milliarden Euro in dem Papier angelegt. Hinter Xetra-Gold steckt die Deutsche Börse Commodities GmbH und mehrere Banken, hinter Euwax-Gold die Börse Stuttgart. Die Papiere liegen im Wertpapierdepot und sind daher einfacher zu handhaben als Barren oder Münzen, da du dich nicht um die sichere Verwahrung des Goldes kümmern musst.

Entscheidest du eines Tages, dass du das Gold in Händen halten willst, kannst du die Auslieferung beantragen. Dazu benötigst du eine Bank, die das Gold in Empfang nimmt, im Zweifelsfall wendest du dich dafür an den Anbieter.  Die Auslieferung kostet allerdings zusätzlich Geld, weshalb die sich diese bei kleinen Beträgen nicht lohnt. Xetra-Gold beziffert die Auslieferungskosten für 1 Kilogramm Gold auf rund 275 Euro. In steuerlicher Hinsicht sind Xetra-Gold und Euwax-Gold dem Besitz von physischem Gold gleichgestellt, sprich Kursgewinne sind nach 12 Monaten Haltedauer steuerfrei.

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Welche Steuern fallen beim Goldhandel an?

Auch der Verkauf von physischem Gold ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei – steigt der Kurs, musst du vom Gewinn nichts an den Fiskus abgeben. Allerdings kannst du ihn auch nicht an Verlusten beteiligen, wenn der Kurs fällt.

Wenn du Goldbarren oder -münzen kaufst, entfällt unter bestimmten Bedingungen die Mehrwertsteuer. Das ist der Fall, wenn bei Goldbarren der Reinheitsgehalt bei mindestens 995 Tausendsteln liegt; Münzen dagegen müssen einen Goldgehalt von mindestens 900 Tausendsteln haben und dürfen keine Sammlermünzen sein, bei denen sich der Preis weit vom Materialwert entfernt.

herMoney Tipp

Setze nicht alles auf eine Karte. Mehr als fünf bis zehn Prozent des Gesamtvermögens sollte nicht in Gold investiert werden. Wäge ab, wie hoch der Anteil an physischem Gold sein soll, da die Kosten dafür hoch sind und zusätzliche Verwahrkosten anfallen können. Bewahre die Kaufbelege auf jeden Fall auf. Auch Fotos können im Versicherungsfall hilfreich sein, solltest du das Gold zuhause aufbewahren.

Anhang: Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie deom Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu liest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Sofern du ein international breit gestreutes ETF-Depot hast, behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Von Birgit Wetjen, Aktualisierung von Antonie Klotz

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.