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Eine gute Vermögensverwaltung in einem Wertpapier? Mischfonds machen es möglich – wenn die Managementqualität stimmt!

Inhalt

Definition

Mischfonds auswählen

Mischfonds als ETF

Auswahl der besten Mischfonds (Tabelle)

Wann ist ein Mischfonds sinnvoll?

Mischfonds: Das Wichtigste in Kürze

Mischfonds enthalten mehrere Anlageklassen, zum Beispiel Aktien, Anleihen, Immobilienwerte, Edelmetalle und Rohstoffe.

Weil die breite Streuung das Risiko reduziert, können Mischfonds zum Beispiel für sicherheitsbewusste AnlegerInnen sinnvoll sein.

Je höher der Aktien-Anteil, desto höher das Risiko, aber auch die Rendite-Chancen. Mehr als 4 bis 6 % Rendite bringt ein guter Mischfonds im Moment meist nicht ein.

Aktien? Ja, gerne! Aber ausschließlich Aktien? Das ist vielen Anlegerinnen zu riskant. Zwar bringen Zinspapiere – also Anleihen – im aktuellen Zinstief kaum Rendite. Nach wie vor gilt jedoch: Sie stabilisieren ein Depot. Deshalb kann eine Mischung aus Anleihen und Aktien sinnvoll sein.

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Einfach erklärt: Was sind Mischfonds? (Definition)

Die Mischfonds (oder auch Multi-Asset-Fonds) kombinieren mehrere Anlageklassen. Mögliche Kursschwankungen am Aktienmarkt können mit solchen Produkten aufgrund der breiten Aufstellung aufgefangen werden. Rohstoff-, Immobilienwerte oder Edelmetalle und Anleihen sorgen dafür, dass das Risiko breit gestreut ist.

Defensive (also risikoscheue) Anlegerinnen finden hier eine Heimat. Darum sind Mischfonds in Deutschland seit Jahren die Lieblinge vieler AnlegerInnen. Fast jeder zweite Investor parkt Vermögenswerte laut Bundesverband Investment und Asset (BVI ) in einen solchen Fonds. Im europaweiten Schnitt macht das nur jeder Fünfte.

Das Produkt “Mischfonds” ist nicht neu. Die ersten Vertreter dieser Anlageklasse konzentrierten sich auf die drei klassischen Kapitalmarktlieblinge – Aktien, Anleihen und Cash. Seit der Jahrtausendwende hat sich die Anlagestrategie deutlich geändert. Zunehmend werden auch Immobilien, Edelmetalle und Rohstoffe beigemischt.

Mischfonds unterscheiden sich nicht nur in der Managementqualität, sondern zudem beim daraus resultierenden Chance-Risiko-Profil:

  • Ein erstes Differenzierungsmerkmal ist, wie weit Multi-Asset-ManagerInnen eingreifen. Während aktiv gemanagte Fonds sich durch ständiges Umschichten auszeichnen, arbeiten festgelegte Mischfonds mit permanenten Anteilen der Anlegerklassen.
  • Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal kann die Ausrichtung nach geografischen Schwerpunkten sein.
  • Aber auch Branchen können höher gewichtet werden.

Nach welcher Strategie der Fonds genau gemanagt wird, kannst du im Verkaufsprospekt nachlesen. Dort sind darüber hinaus die Kosten und die Laufzeit angegeben.

Arten von Mischfonds

Man unterscheidet fünf Kategorien:

  • defensiv
  • ausgewogen
  • dynamisch
  • flexibel
  • target

Ausschlaggebend für die Einordnung ist der Aktienanteil am Gesamtportfolio.

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Defensive Mischfonds dürfen maximal 30 bis 40 Prozent ihres Vermögens an den Aktienmärkten anlegen. Ihr Anlageschwerpunkt liegt deshalb meist bei Renten oder Zinspapieren. Diese Produkte eignen sich für Investorinnen, die ein geringes Risiko eingehen möchten.

Bei den ausgewogenen Mischfonds-Varianten liegt die Aktienquote durchschnittlich bei rund 50 Prozent und die Beimischungsprodukte wie Rentenpapiere sind im ausgewogenen Verhältnis dabei. Hier ist das Risiko schon etwas höher.

Dynamische Mischfonds sind tendenziell noch stärker in Aktien investiert. Mitunter setzen die Fondsmanager zeitweise komplett auf den Aktienmarkt und können so Wertsteigerungen wie reine Aktienfonds erreichen, allerdings mit entsprechendem Rückschlagrisiko

Bei flexiblen Mischfonds haben die Manager die größten Freiheiten und können mitunter den Aktienanteil zwischen null und 100 Prozent variieren. Diese Produkte werden häufig auch vermögensverwaltende Fonds genannt. In dieser „Königsklasse“ der Mischfonds kommt es besonders stark auf die Fähigkeiten des Fondsmanagements an. AnlegerInnen können die Qualität des Fonds anhand der Langzeitperformance und auch anhand des Morningstar-Fonds-Ratings einschätzen.

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Eine weitere Mischfondsart sind die Targetfonds. Laufzeit und Anlagestrategie sind festgelegt. Der Unterschied liegt im Risikograd. Der Gedanke dahinter: Am Anfang wird der Wert durch den Aktienhandel generiert. Dafür akzeptiert man Schwankungen. Doch je länger der Fonds läuft, desto mehr wird auf Anlagen mit niedrigerem Risiko umgelenkt. Damit sichern die ManagerInnen das angesparte Vermögen ab.

Was sollten Anlegerinnen bei Auswahl & Kauf beachten?

Kosten prüfen

Die Mischfonds gibt es nicht zum Nulltarif: Hohe Kosten schmälern die Rendite! Darum solltest du vor einer Kaufentscheidung die Beträge recherchieren: Wie bei anderen Fonds musst du beim Kauf eines Mischfonds einen sogenannten „Ausgabeaufschlag“ zahlen. Diese Vertriebsgebühr liegt oft bei vier bis fünf Prozent des Anteilswerts. Ein Vergleich der Broker lohnt sich außerdem. Bei vielen gibt es einen Discount auf den regulären Ausgabeaufschlag oder es wird darauf verzichtet.

Dazu addiert sich eine jährliche Managementgebühr. Sie enthält die Kosten der Fondsgesellschaft für das Management und eine Bestandsprovision für die verwaltenden Banken. Für Mischfonds fallen im Schnitt zwischen ein und zwei Prozent pro Jahr an. Einige Gesellschaften erheben zusätzlich eine sogenannte „Performance Fee“. Das heißt, dass die ManagerInnen an den Gewinnen beteiligt werden, wenn das Plus eine im Fondsprospekt genannte Marke übertrifft.

Zudem sind aktiv gemanagte Fonds teurer, da sie auch für die auflegenden Gesellschaften Mehrarbeit bedeuten.

Morningstar untersuchte die durchschnittlichen Kostenquoten von 26 Ländern. „Der Fondsstandort Deutschland erhält nur die Note ,Unterdurchschnittlich‘ mit Blick auf Gebühren und Aufwendungen, die Investoren bei Fonds-Investments tragen müssen. Der Grund ist einfach. Fonds sind in Deutschland teuer. Besonders krass schlagen die Mischfonds ins Kontor, die in Deutschland aufgelegt wurden. In der Lieblingsfonds-Kategorie der InvestorInnen in Deutschland sind die Kosten besonders hoch. Im vermögensgewichteten Median fallen für Mischfonds deutscher Provenienz Kosten von 1,80 Prozent an.“

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Steuern sparen

Bei deinen Mischfonds kannst du über deinen persönlichen Freistellungsauftrag hinaus womöglich Steuern sparen. Je nach Zusammensetzung ist es möglich, eine Teilfreistellung geltend zu machen. Bei Produkten mit einer Aktienquote von 25 bis 50 Prozent sind das 15 Prozent.

Risiko und Rendite richtig einschätzen

Wenn Mischfonds gut gemanagt sind, können sie das Vermögen durchaus mehren. Wenn auch nicht mit hohen Renditen. In Zeiten, in denen die Börse wie jetzt nicht gerade rosig läuft, darfst du keine Gewinnwunder erwarten. Ein gut laufender Mischfonds fährt derzeit maximal zwischen 4 und 6 Prozent Rendite ein.

Bevor du einsteigst, solltest du ein paar Hausaufgaben erledigen. Zum Beispiel vergleichen, wie die Mischfonds abgeschnitten haben. Das tut not, denn die Rendite hängt von der Zusammensetzung und der Qualität des Managements ab.

Es ist ein Muss, vor dem Kauf die Entwicklung der vergangenen Jahre zu prüfen. Bei Rücksetzern in der Rendite kann es sich um einen Ausrutscher handeln, doch ist die Marge über einen längeren Zeitraum gut, ist das eine prima Referenz. Wenn sich dann auch noch die Kosten im Rahmen bewegen, sind schon einmal zwei wichtige Faktoren erfüllt.

Übrigens: Je höher der Aktienanteil, desto höher die Renditeaussichten, aber auch das Anlagerisiko. Doch die Auswertung der Spitzenperformer zeigt, dass die flexiblen Fonds bei der Rendite die Nase vorn haben. Du musst dir allerdings darüber im Klaren sein, dass am Ende unterm Strich eine geringere Summe stehen könnte, als du eingesetzt hast.

Wie die Mischfondsmanager aktuell laufen, testen regelmäßig etablierte Institutionen. Unter anderem Morningstar.

Gut ist es auch zu verstehen, wie die Gesamtrendite eigentlich zustande kommen.

Beispiel:

Nehmen wir an, dein Mischfonds ist zur Hälfte in Aktien investiert. Die andere Hälfte am Goldmarkt. Für die Berechnung legen wir folgende Formel zugrunde: Gesamtrendite = (Rendite am Aktienmarkt x 50 Prozent Aktien) + Rendite am Goldmarkt x Anteil 50 Prozent.

Angenommen, die Rendite für Aktien liegt bei 8 Prozent, für Gold bei 4 Prozent. Dann errechnet sich die Rendite wie folgt: 8,0 % x 50 % + 4 % x 50 % = 6,0 %

Gibt es Mischfonds auch als ETF?

Die Antwort ist “jein”. Handelt es sich um ein Produkt mit aktiver Anlagestrategie, ist es ein aktiver Mischfonds. Verhält sich das Management passiv, handelt es sich um einen „abbildenden“ oder „replizierenden“ Fonds. Er wurde also nach denselben Kriterien wie ein ETF gebaut.

Den Unterschied zwischen ETFs und Mischfonds kann man an der Handelbarkeit festmachen. ETFs kannst du täglich an der Börse handeln, bei Mischfonds bist du für einen bestimmten Zeitraum gebunden.

Die besten Mischfonds im Vergleich

Wir haben beim Analyse-Haus Morningstar nach den Mischfonds mit den besten Bewertungen gefragt. Der Mischfonds-Test ergab: 30 Fonds haben 5 von 5 Sternen!

Welcher Mischfonds ist nun der beste?

Generated by wpDataTables

Legende: Bewertung: 1 = schlecht, 5 = top (Bewertung von Morningstar), Ausschüttend: Werden die Gewinne ausgezahlt?

Quelle: Morningstar direct, 20.06.2022

Für wen könnten Mischfonds sinnvoll sein?

Mischfonds sind in erster Linie für die Investorinnen interessant, die einen langfristigen Anlagehorizont haben. Es ist sinnvoll, nur die Beträge anzulegen, die über einige Jahre nicht gebraucht werden. Außerdem könnten Mischfonds für diejenigen eine Idee sein, die nicht die Zeit oder die Lust haben, sich mit dem täglichen Börsengeschehen auseinanderzusetzen. Denn hier kümmern sich FondsmanagerInnen um die Anlage.

Ob man in Mischfonds investieren sollte, können wir am Ende natürlich nicht sagen, denn es hängt vom Einzelfall ab. Wenn du unsicher bist, könntest du dich an eine Finanzberaterin wenden, die deine persönliche Situation prüft.

herMoney Tipp

Je mehr FondsmanagerInnen eingreifen können, desto höher ist das Risiko. Doch geht die Gesellschaft baden, gelten Mischfonds als Sondervermögen und sind somit davor geschützt, in die Insolvenzmasse zu fließen. Seitens der Rendite sind sie immer noch besser, als das Geld aufs Sparbuch zu legen. Im Vergleich zu Aktien allerdings könnten die Gewinne geringer ausfallen.

Zum Weiterlesen: Du zählst dich zu den sicherheitsbewussten Anlegerinnen? Hier zeigen wir dir, welche Aktien, ETFs und aktiven Fonds sicherer sein könnten als andere.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

 

Ursprüngliche Autorin: Birgit Wetjen
Überarbeitung und Aktualisierung: Christiane Habrich-Boecker (Juni 2022)