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Auf Betriebsrenten zahlt frau Steuern, genau wie aufs frühere Gehalt. Die Sozialabgaben sind sogar höher als während des Berufslebens.

Inhalt

Betriebsrente versteuern in der Ansparphase

Auszahlung der Betriebsrente
> Höhe der Steuern
> Sozialabgaben

Steuern auf Einmalzahlung und monatliche Betriebsrenten

Steuertipps für BetriebsrentnerInnen
> Steuererklärung
> vorzeitiger Renteneintritt
> Witwen

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Auszahlung der Betriebsrente: Das Wichtigste in Kürze

In der Ansparphase brauchst du keine Steuern zu zahlen, wenn du nicht mehr als 564 pro Monat in deine bAV einzahlst. Sozialversicherungsbeiträge zahlst du erst ab 282 Euro pro Monat.

Wird deine Betriebsrente ausgezahlt, musst du ab einem Betrag von 164,50 Euro pro Monat Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Alles oberhalb dieser Grenze wird mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Dazu kommen rund 18 % Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

ArbeitnehmerInnen müssen ihre bAV nur selten in der Steuererklärung angegeben. RentnerInnen müssen ihre Betriebsrente dagegen aufführen.

Schon während deines Erwerbslebens fragst du dich sicher einmal: „Wie viel Betriebsrente bekomme ich eigentlich, wenn ich in den Ruhestand gehe? Wie wird die Betriebsrente versteuert?“ Eines gleich vorweg: Die Auszahlung deiner Betriebsrente ist ab einem gewissen monatlichen Betrag nicht mehr steuerfrei. Wie hoch deine Auszahlung ausfallen wird, hängt von mehreren Faktoren ab.

Dazu zählen

  • die Höhe deiner monatlichen Beiträge
  • die Laufzeit
  • die Kosten deines bAV-Vertrages

Aber auch die Höhe deiner Steuern beeinflusst die Auszahlung der Betriebsrente.

Wie wird die Betriebsrente in der Ansparphase versteuert?

Du kannst als Arbeitnehmerin Steuern und Sozialabgaben sparen, indem du einen Teil deines Bruttogehalts in eine betriebliche Altersvorsorge steckst. Über diese sogenannte Entgeltumwandlung hast du die Möglichkeit, Beiträge bis zu einer Beitragsbemessungsgrenze von acht Prozent steuerfrei und von bis zu vier Prozent sozialversicherungsfrei in die bAV einzuzahlen.

Freibeträge

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2022 liegen die Freibeträge für Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds und Sozialpartnermodelle monatlich bei 564 Euro. Auf diesen Betrag musst du keine Steuern zahlen. 282 Euro kannst du außerdem ganz ohne Sozialabgaben in eine bAV sparen. Hast du dich für ein Modell der Unterstützungskasse oder Direktzusage entschieden, gibt es diese Beitragsbemessungsgrenzen nicht.

Betriebsrente: Beispielrechnung
Johanna hat monatlich 3.000 Euro brutto verdient und davon 200 Euro in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Ihr zu versteuerndes Einkommen betrug somit 2.800 Euro. Monat für Monat sparte sie so 40 Euro Steuern und 53 Euro Sozialabgaben. Außerdem bekam sie den (seit 2019 gesetzlich vorgeschriebenen) Arbeitgeberanteil in Höhe von 15 Prozent auf ihren Sparbetrag. Das machte noch einmal 30 Euro, die in der bAV landeten. Obwohl Johanna netto nur 107 Euro weniger heraus hatte, sparte sie auf diese Weise monatlich 323 Euro.

Meist kannst du aus verschiedenen Varianten der betrieblichen Altersvorsorge wählen. Dazu zählen Direktversicherungen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Sozialpartnermodelle. Unterstützungskassen und Direktzusagen bieten den Vorteil steuerfreier Beiträge in unbegrenzter Höhe.

Auch deine ArbeitgeberInnen sparen durch die Entgeltumwandlung Steuern. Bezuschussen sie die bAV ihrer ArbeitnehmerInnen, können sie diese Ausgaben meist als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

Achtung! Du hast deinen bAV-Vertrag vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen? Direktversicherungen aus dieser Zeit werden während der Ansparphase pauschal mit 20 Prozent besteuert.

Sozialabgaben sparen durch privatgeführte Direktversicherung oder Pensionskasse

Wenn du ein Arbeitsverhältnis kündigst, deine Direktversicherung oder Pensionskasse jedoch danach privat fütterst, brauchst du auf diese Beiträge keine Sozialabgaben zu zahlen.

Beispiel: Hannah kündigt ihren Job zum 31. März 2022. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie 10.000 Euro in die Direktversicherung eingezahlt. Nach dem Ende ihres Arbeitsverhältnisses zahlt sie aus eigenen Mitteln weitere 15.000 Euro in diese Versicherung ein, bevor sie 20 Jahre später in Rente geht. Als Seniorin muss sie nur auf die ersten 10.000 Euro Sozialabgaben leisten. Ihre privat gezahlten 15.000 Euro sind beitragsfrei.

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Wie gebe ich die betriebliche Altersvorsorge während der Ansparphase in der Steuererklärung an?

Wenn du noch berufstätig bist, musst du deine betriebliche Altersvorsorge in der Regel nicht in der Steuererklärung angeben. Deine ArbeitgeberInnen führen sie in deiner Gehaltsabrechnung auf. Du findest die Betriebsrente jedoch in der Lohnsteuerbescheinigung, die dir deine ArbeitgeberInnen schicken.

Anders sieht es aus, wenn du Sonderzulagen oder Sonderzuwendungen in deine bAV investierst. Überschreitest du damit die Beitragsgrenze, werden darauf Steuern fällig. Gib den Teil der Zulagen oder Zuwendungen, der die Beitragsgrenze überschreitet, in der „Anlage N“ der Steuererklärung an.

Besteuerung der Betriebsrente in der Auszahlungsphase

Wer im Alter eine Betriebsrente bezieht, muss sie als Einkünfte voll versteuern. Ob man sich für eine vollständige oder teilweise Kapitalauszahlung oder aber eine lebenslange Rente entscheidet, spielt dabei keine Rolle. Eine Ausnahme bilden Direktversicherungen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen worden sind. Hier ist die Auszahlung steuerfrei.

Für alle anderen gibt es einen kleinen Trost: Sie haben als RentnerInnen in der Regel einen geringeren persönlichen Steuersatz. Der Grund: Sie müssen häufig von weniger Einkünften leben als während ihres Erwerbslebens. Auch der „Altersentlastungsbetrag“ mindert die Steuerlast der SeniorInnen. Jedoch wird er schrittweise herabgestuft, so dass RentnerInnen nur noch bis 2040 davon profitieren.

Steuer-Freibetrag der Betriebsrente

Seit 2020 gibt es Freibeträge für RentnerInnen, wodurch nur auf einen Teil der Betriebsrente Steuern anfallen. Dieser Freibetrag liegt aktuell bei 164,50 Euro pro Monat. Nur auf den Betrag, der darüber liegt, musst du Steuern zahlen.

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Beispiel für die Auszahlung der Betriebsrente

Lara bezieht eine monatliche Betriebsrente in Höhe von 150 Euro. Da sie damit unter dem Freibetrag von 164,50 Euro bleibt, braucht Lara keine Steuern zu zahlen.

Grundsätzlich hast du auch als Seniorin einen steuerfreien Versorgungsfreibetrag sowie einen Zuschlag zum Freibetrag. Der Versorgungsfreibetrag beträgt 14,4 Prozent, wenn du 2022 in Rente gehst, und sinkt jährlich um 0,8 Prozent, bis er 2040 gänzlich wegfällt. Der Zuschlag zum Freibetrag beträgt 2022 324 Euro und sinkt bis 2040 jährlich um 18 Euro. Eine Tabelle mit der Auflistung aller Werte bis 2040 findest du hier.

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Pflege- und Krankenkassenbeitrag

Auch bei Kranken- und Pflegeversicherungen gibt es Freibeträge. Krankenversicherungsbeiträge in Höhe von aktuell rund 15,5 Prozent musst du nur zahlen, wenn du über die bAV mehr als 164,51 Euro erhältst.

Ab einer Betriebsrentenhöhe von über 164,51 Euro wird auf die gesamte Betriebsrente die Pflegeversicherung fällig!

In diesem Fall musst du den vollen Beitrag zur gesetzlichen Pflege- wie auch Krankenversicherung auf deine Betriebsrente zahlen. Der Arbeitgeberanteil fällt ab dem Renteneintritt weg, sodass jede Rentnerin die Krankenkassenbeiträge selbst in voller Höhe bezahlen muss. Rechne mit Sozialabgaben in Höhe von zirka 18 Prozent. Bist du privat versichert, brauchst du keine Sozialversicherungsbeiträge auf die bAV zu zahlen. Deine Beträge werden in diesem Fall unabhängig berechnet und hängen zum Beispiel von deinem Tarif und deinem Alter ab.

Übrigens: Hast du mehrere Betriebsrenten, werden sie addiert. Ab einer Betriebsrente von 164,51 Euro wird auf den gesamten Rentenbetrag der Pflegeversicherungssatz von 3,05 Prozent für RentnerInnen mit Kindern und 3,3 Prozent für kinderlose SeniorInnen berechnet.

Beispiel

Ute geht 2022 mit 65 Jahren in den Ruhestand und bezieht 200 Euro Betriebsrente pro Monat. 18 Prozent davon muss sie versteuern. Das wären – abzüglich des Freibetrags – 35,50 Euro, auf die Steuern gezahlt werden müssen. Der Steuersatz beträgt 25 Prozent. Die Seniorin zahlt also 8,88 Euro Steuern pro Monat auf ihre Betriebsrente.

Ute profitiert auch hinsichtlich der Sozialabgaben vom Freibetrag in Höhe von 164,50 Euro. Auf die restlichen 35,50 Euro wird der Kassenbeitrag fällig. Utes Krankenkassenbeitrag beträgt 15,6 Prozent, also monatlich 5,54 Euro. Auch die Pflegeversicherung muss Ute zahlen. Da sie Mutter eines Kindes ist, beträgt ihr Pflegeversicherungssatz 3,05 Prozent. Das wären, angewendet auf die 200 Euro Betriebsrente, 6,10 Euro.

Von Utes Brutto-Betriebsrente bleiben nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben noch 179,48 Euro übrig.

Betriebsrente versteuern: Rechner hilft
Wenn du prüfen möchtest, wie hoch die Auszahlung deiner gesetzlichen Rente sowie betrieblichen Altersvorsorge sein wird, findest du hier einen Rechner, der sowohl die Steuern als auch die Sozialabgaben berücksichtigt. Um den Betriebsrenten-Rechner in vereinfachter Form zu nutzen, kannst du in dem Feld „Ausprägung“ oben links „Elementar“ auswählen.

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Steuer auf Einmalzahlung und monatliche Betriebsrenten

Oft kannst du dich bei der Auszahlung deiner Betriebsrente zwischen drei Varianten entscheiden. Hier schlüsseln wir die einzelnen Vor- und Nachteile der verschiedenen Auszahlungsmöglichkeiten auf.

Lebenslange Rente:

Diese Methode bessert allmonatlich deine gesetzliche Rente auf. Bis zum Ende deiner Tage erhältst du jeden Monat einen bestimmten Betrag. Der Nachteil: Du musst im Schnitt ab Renteneintritt mindestens 20 Jahre leben, um deine Einzahlungen wieder herauszuhaben.

Beispielrechnung:
Sabrina bezieht als Rentnerin ab 2041 monatlich 300 Euro aus ihrer bAV. Darauf zahlt sie 20 Prozent Steuern, also 60 Euro, und einen Krankenkassenbeitrag von rund 15,6 Prozent (abzüglich Freibetrag von 164,50 Euro). Das wären noch einmal 21,14 Euro pro Monat. So kommt Sabrina auf eine monatliche Betriebsrente in Höhe von 218,86 Euro.

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Besteuerung der vollständigen Einmalzahlung der betrieblichen Altersvorsorge

Diese Variante ist wohl am besten geeignet, wenn du es zu Beginn deines Seniorinnen-Daseins so richtig krachen lassen möchtest. Die Versicherung zahlt dir auf einen Schlag dein gesamtes Erspartes aus. Damit kannst du entweder bis an dein Lebensende allmonatlich selbst haushalten, deine Immobilie modernisieren, eine Weltreise machen oder aber deinen Kindern oder Enkeln eine Freude bereiten. Der Nachteil einer vollständigen Kapitalauszahlung deiner betrieblichen Altersvorsorge: Wenn dein Geld weg ist, ist es weg. Das wäre dann eine Säule weniger, auf die du dich als Rentnerin stützen kannst.

Darüber hinaus musst du natürlich auch eine einmalige Kapitalauszahlung versteuern. Die Kapitalauszahlung verteilt das Finanzamt gedanklich auf 120 Monate (10 Jahre). Handelt es sich zum Beispiel um 100.000 Euro, teilt man sie durch 120. Das ergäbe monatlich 833,33 Euro. Außerdem hast du als Rentnerin einen Freibetrag in Höhe von 164,50 Euro. Somit müsstest du monatlich auf einen Betrag in Höhe von 668,83 Euro Steuern und Sozialabgaben zahlen.

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Teilweise Kapitalauszahlung

Bei der dritten Variante bekommst du zu Beginn der Rente einen Teil deines Kapitals ausgezahlt. Das ist häufig in etwa ein Drittel deines Ersparten. Das, was übrigbleibt, fließt monatlich als Betriebsrente auf dein Konto, bis dich eines fernen Tages das Zeitliche segnet.

Die Fünftelregelung bei der Einmal- oder Teilauszahlung der Betriebsrente

Die Fünftelregel funktioniert so, dass Kapitalauszahlungen steuerlich so behandelt werden können, als würdest du sie gleichmäßig über fünf Jahre verteilt beziehen. Von dieser Regelung profitieren all jene, die sich bei der betrieblichen Altersvorsorge für die Unterstützungskasse oder Direktzusage entschieden haben.

Lässt du dir dein angespartes Kapital also auf einen Schlag ganz oder teilweise auszahlen, besteuert das Finanzamt nur 20 Prozent dieses großen Batzens – und das über fünf Jahre. Durch dieses Vorgehen ist die Besteuerung auf die Kapitalauszahlung deiner betrieblichen Altersvorsorge niedriger.

Praktisch sieht das so aus: Ein Fünftel der Einmalzahlung wird deinen sonstigen Einkünften im Alter hinzugerechnet. Die Differenz zwischen diesem Betrag und dem Steuerbetrag, den du ohne diese Einmalzahlung hättest, wird mit fünf multipliziert. Mit dieser Rechnung ermittelst du den Steuerbetrag für die gesamte einmalige Kapitalauszahlung.

Steuern & betriebliche Altersvorsorge: Was du wissen solltest

Müssen SeniorInnen die betriebliche Altersvorsorge in der Steuererklärung angeben?

Die Betriebsrente muss in der Auszahlungsphase als Einkommen in der Steuererklärung erfasst werden. Nutze für die Steuererklärung die Leistungsmitteilung deiner Vorsorgeeinrichtung. Sie schickt dir den Brief mit sämtlichen Angaben für deine Steuererklärung jährlich zu. Die Auszahlung muss auf der zweiten Seite in der „Anlage R“ der Steuererklärung unter „Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung“ angegeben werden.

Hast du nach 2005 eine Direktversicherung abgeschlossen und beziehst nun die Betriebsrente, gibst du sie in der „Anlage R“ in Feld 31 an. Wurde die Direktversicherung vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen, trägst du den Betrag in Feld 36 ein. Die „Anlage R“ nutzt du auch bei Leistungen aus Pensionskassen oder Pensionsfonds.

Du hast einen bAV-Vertrag mit Pensionszusage abgeschlossen oder bekommst deine Betriebsrente aus einer Unterstützungskasse oder Direktzusage? Diese Zahlungen werden nicht als Rente, sondern als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gewertet und versteuert. Trage sie in Feld 11 der „Anlage N“ ein („Steuerbegünstigte Versorgungsbezüge“).

Gib sämtliche Kosten, die mit der Betriebsrente in Verbindung stehen, in der Steuererklärung an und versuche, sie als Werbungskosten abzusetzen. Dazu gehört zum Beispiel das Konsultieren einer Rentenberaterin oder einer Steuerberaterin, die dir im Zusammenhang mit der Rente hilft. Das macht Sinn, wenn die tatsächlichen Ausgaben für Werbungskosten höher als der „Werbungskosten-Pauschbetrag“ in Höhe von 102 Euro pro Kalenderjahr waren.

Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung auf die Betriebsrente kannst du in der „Anlage Vorsorgeaufwand“ als Sonderausgaben geltend machen.

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Welche Steuerklasse gilt für Betriebsrenten?

Für RentnerInnen gibt es keine gesonderten Steuerklassen. Deine Steuerklasse ist also von deinem Familienstand und der Steuerklasse abhängig, die du bereits vor dem Renteneintritt hattest.

Bist du ledig, wählst du Steuerklasse 1. Bist du verheiratet, kannst du dich gemeinsam mit deinem Mann oder deiner Frau für die Steuerklasse 4 entscheiden. Oder aber der eine Ehepartner wählt Steuerklasse 3 und die andere Steuerklasse 5. Ist dein Ehepartner oder deine Ehepartnerin verstorben, wirst du noch bis zum Ende des Folgejahres in Steuerklasse 3 eingestuft, bevor du wieder Steuerklasse 1 hast. Du gehst als Rentnerin einem Nebenjob nach, der mehr als 450 Euro brutto einbringt? Dann wähle Steuerklasse 6. Hier erklären wir, wie du deine Steuerklasse änderst.

Was passiert mit meiner Betriebsrente bei vorzeitigem Renteneintritt?

Du hast keine Lust zu arbeiten, bis du umfällst, und fragst dich, ab wann die Betriebsrente ausgezahlt wird? Ein vorzeitiger Renteneintritt sei dir gegönnt, jedoch solltest du mit Kürzungen deiner Betriebsrente rechnen – wie auch deiner staatlichen Rente. Die betriebliche Altersvorsorge wird erst am Ende der vertraglichen Laufzeit ausgezahlt. Häufig ist es so, dass du mit einer vollständigen Betriebsrentenzahlung erst mit 65 oder 67 Lebensjahren rechnen darfst.

Um wie viel deine Betriebsrente geschmälert wird, lässt sich pauschal nicht sagen. Du solltest diesbezüglich auf die Personalabteilung deines Arbeitgebers oder deinen Versicherer zugehen. Gehe aber von einer zeitanteiligen Kürzung für jeden Monat aus, den du früher dem Rentnerinnendasein frönst.

Was Witwen über die Betriebsrente wissen sollten

Wenn der Empfänger einer Betriebsrente stirbt, hat die Ehepartnerin, Lebenspartnerin oder die Lebensgefährtin in den meisten Fällen Anspruch auf einen Teil dieser Betriebsrente. Eine Einmalzahlung der Betriebsrente an die Witwe ist nicht üblich. Sie bekommt die Betriebsrente monatlich ausgezahlt.

Für die „kleine Betriebsrente Witwenrente“ müsst ihr mindestens ein Jahr lang verheiratet gewesen sein. Dann bekommt die Hinterbliebene zwei Jahre lang 25 Prozent der eigentlichen betrieblichen Rente.

Auf die „große Betriebsrente Witwenrente“ hat diejenige Anspruch, die je nach Versicherer außerdem mindestens 45 beziehungsweise 47 Jahre alt ist oder eine nachweisliche Erwerbsminderung hat. In solchen Fällen werden der überlebenden Person 55 Prozent der eigentlichen betrieblichen Rente ausgezahlt – ein Leben lang.

Dasselbe gilt natürlich auch für Witwer.

Achtung! Die Witwenrente wird dir nur gezahlt, so lange du ledig bleibst. Wenn du noch einmal heiratest, kannst du aber eine Abfindung auf die Witwenrente in Höhe von zwei Jahresrenten beantragen. Mehr über die Witwenrente erfährst du hier.

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Betriebsrente versteuern: herMoney-Tipp

Wer im Alter neben der Rente, Pension und/oder Betriebsrente keine weiteren Einkünfte hat und in Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen lebt, kann eine vereinfachte Steuererklärung abgeben. Diese „Erklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften“ besteht nur aus zwei Seiten – und erspart frau damit viel Zeit.

Zum Weiterlesen: Wer die neue Grundente bekommt, erfährst du hier.

Disclaimer: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann herMoney keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Der Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.