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Was wird wichtig im Oktober 2022? Gaspreisbremse, wichtige Fristen und Co.

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Floriana Hofmann

30. September 2022

Statt der Gas-Umlage soll nun eine Gaspreisbremse kommen. Außerdem enden im Oktober einige wichtige Fristen

Inhaltsverzeichnis

Gaspreisbremse statt Gas-Umlage
Mindestlohn steigt
Höhere Verdienstgrenzen fĂŒr Minijobs und Midijobs
Corona-Maßnahmen: wieder mehr Maske
Achtung beim Impfstatus
SteuererklÀrung bis Ende Oktober abgeben
Grundsteuer-Daten einreichen
Weitere Termine

Eigentlich hĂ€tte zum 1. Oktober die Gas-Umlage kommen sollen. Kurz vor knapp hat die Bundesregierung diese umstrittene Maßnahme dann aber gekippt. Stattdessen ist nun eine Gaspreisbremse geplant. Dadurch sollen VerbraucherInnen und Unternehmen von den steigenden Energiekosten in Deutschland entlastet werden.

DafĂŒr will die Bundesregierung ein Hilfspaket von bis zu 200 Milliarden Euro bereitstellen. Wie die Gaspreisbremse konkret aussehen soll, ist noch offen. Bis Mitte Oktober soll eine Kommission VorschlĂ€ge erarbeiten. „Naheliegend ist, dass man einen Grundbedarf subventioniert, die Spitze des Verbrauchs allerdings am Markt bezahlt werden muss. Also je mehr Gas man verbraucht, umso teurer wird es,“ sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) in der RTL-Sendung »Nachtjournal« nach Bekanntgabe der PlĂ€ne fĂŒr die Gaspreisbremse am 29. September. Es dĂŒrfte also noch etwas dauern, bis die Entlastungen wirklich spĂŒrbar sind. Im Oktober dĂŒrften die Preise noch hoch bleiben.

Die Bundesregierung hatte im Sommer die Gas-Umlage von 2,4 Cent je Kilowattstunde fĂŒr alle GasverbraucherInnen beschlossen.  Ziel der Gas-Umlage war, die Gas-Importeure zu stĂŒtzen, die Ersatz fĂŒr das ausbleibende Gas aus Russland kurzfristig zu deutlich höheren Preisen am Spotmarkt einkaufen mĂŒssen. Diese hohen Kosten können sie wegen bestehender VertrĂ€ge nicht an die KundInnen weitergeben. Mehrere GashĂ€ndler gerieten deshalb in Schieflage. Der grĂ¶ĂŸte, Uniper, wurde Ende September verstaatlicht, was die Kritik an der umstrittenen Gas-Umlage nur noch verschĂ€rfte.

Mindestlohn steigt

Einige ArbeitnehmerInnen haben von Oktober an mehr Geld in der Tasche. Der Mindestlohn steigt auf 12 Euro pro Stunde. Zuvor waren es 10,45 Euro.

Ausnahmen gibt es weiterhin. Beispielsweise fĂŒr Langzeitarbeitslose oder PraktikantInnen (verpflichtendes Praktikum oder freiwillig bis zu drei Monate zur Orientierung fĂŒr eine Berufsausbildung oder Aufnahme eines Studiums) gilt der Mindestlohn nicht. FĂŒr Auszubildende gibt es ebenfalls eine Sonderregelung, die MindestausbildungsvergĂŒtung. Diese steigt zum Januar 2023.

Höhere Verdienstgrenzen fĂŒr Minijobs und Midijobs

Mit der Erhöhung des Mindestlohns steigt auch die Verdienstgrenze fĂŒr Minijobs: Ab Oktober darfst du bis zu 520 Euro in einem Minijob verdienen. Bisher waren es 450 Euro.

Aber Achtung: Bei einem Minijob zahlst du nicht in die Renten- und Arbeitslosenversicherung ein, weshalb du keine AnsprĂŒche auf Rentenzahlungen im Alter erzielen kannst. Teilzeit ist oft besser als ein Minijob. Warum, erfĂ€hrst du hier.

Die Höchstgrenze fĂŒr einen sogenannten Midi-Job soll von monatlich 1.300 Euro auf 1.600 Euro angehoben werden.

Corona-Maßnahmen: Wieder mehr Maske

Die kĂ€lteren Temperaturen im Herbst sorgen nicht nur fĂŒr steigenden Heizbedarf, sondern auch wieder dafĂŒr, dass neue Corona-EinschrĂ€nkungen benötigt werden. Im Herbst steigen tendenziell saisonal bedingt die Infektionszahlen.

Mitte September stimmte der Bundesrat dem neuen Infektionsschutzgesetz, das bis 7. April 2023 gilt, zu. Vom 1. Oktober an gelten neue Corona-Regeln. Bundesweit muss in FernzĂŒgen und Arztpraxen nun wieder eine Maske getragen werden. Ebenso in KrankenhĂ€usern und Pflegeeinrichtungen, wo zusĂ€tzlich ein Test vorgelegt werden muss. Im Flugzeug gibt es hingegen keine Maskenpflicht mehr.

Die BundeslĂ€nder können Masken im Nahverkehr, in öffentlich zugĂ€nglichen InnenrĂ€umen oder in Restaurants, wo es Ausnahmen fĂŒr diejenigen geben soll, die einen Test nachweisen können, anordnen.  In den Schulen (ab dem fĂŒnften Schuljahr) und Kitas können die LĂ€nder wieder Tests und Masken vorschreiben. Schulschließungen und Lockdowns soll es nicht mehr geben.

Weitere Maßnahmen, wie die Maskenpflicht bei Veranstaltungen im Innenraum, kann ein Bundesland einfĂŒhren, wenn das jeweilige Landesparlament eine konkrete Gefahr fĂŒr die FunktionsfĂ€higkeit des Gesundheitssystems oder der sonstigen kritischen Infrastruktur feststellt.

Tipp: Die genauen Corona-Maßnahmen kann man auf der Website der Bundesregierung nachlesen.

Achtung beim Impfstatus

Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz wird ĂŒbrigens auch neu geregelt, wer als vollstĂ€ndig geimpft gilt: Diejenigen, die drei Impfungen erhalten haben, oder zwei Impfungen erhielten und sich bereits infizierten. Je nachdem, wann die Infektion erfolgte, gelten unterschiedliche Nachweisregeln:

    • vor der ersten Impfung: Nachweis fĂŒr Infektion mit einem Antikörpertest
    • vor der zweiten Impfung: Nachweis fĂŒr Infektion mit einem PCR-Test
    • nach der zweiten Impfung: Nachweis fĂŒr Infektion mit einem PCR-Test. Seit dem Test mĂŒssen 28 Tage vergangen sein.

Bis 30. September hatten zwei Impfungen oder eine Impfung und eine Infektion gereicht, um als vollstĂ€ndig geimpft zu gelten. Derzeit sind in der EU fĂŒnf Impfstoffe zugelassen: BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Johnson & Johnson und Novavax.

Eine zweite Booster-Impfung empfiehlt die StĂ€ndige Impfkomission (Stiko) fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Gruppen und Personal in Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Im September haben mRNA-Impfstoffe, die an die Corona-Mutation BA.1 und die derzeit dominierenden Subtypen BA.4 und BA.5 angepasst sind, die EU-weite Zulassung erhalten.

SteuererklÀrung bis Ende Oktober abgeben

Eine weitere wichtige Frist gibt es fĂŒr diejenigen, die verpflichtet sind, ihre SteuererklĂ€rung abzugeben. DafĂŒr hast du nĂ€mlich noch bis 31. Oktober Zeit. Normalerweise (seit Steuerjahr 2018) endet die Frist bereits am 31. Juli des Folgejahres. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Frist fĂŒr das Steuerjahr 2021 erneut verlĂ€ngert. Bekommst du Hilfe von einer Steuerberaterin oder dem Lohnsteuerhilfeverein, hast du noch bis 1. August 2023 Zeit.

Wer ist zur Abgabe verpflichtet?

    • Verheiratete Paare, die zusammenveranlagen und die Steuerklasse III und V oder das Faktorverfahren gewĂ€hlt haben. Mehr Infos zu den Steuerklassen findest du in diesem Artikel.
    • Diejenigen, die im entsprechenden Steuerjahr mehr als 410 Euro an NebeneinkĂŒnften, zum Beispiel aus Vermietung, oder Lohnersatzleistungen, zum Beispiel Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld, erhalten haben.
    • Personen, die EntschĂ€digungszahlungen wie Abfindungen erhalten haben.
    • ArbeitnehmerInnen, die bei mehreren Arbeitgebern angestellt waren (Steuerklasse VI).
    • Diejenigen, die steuerpflichtige EinkĂŒnfte, etwa aus einer selbststĂ€ndigen TĂ€tigkeit, noch nicht versteuert haben oder KapitalertrĂ€ge erzielt hatten, auf die noch keine Abgeltungssteuer abgefĂŒhrt wurde.
    • RentnerInnen, wenn der steuerpflichtige Teil der Rente ĂŒber dem Grundfreibetrag liegt. 2021 lag dieser Wert bei 9.744 Euro fĂŒr Alleinstehende, 2022 bei 10.347 Euro.

Es kann auch passieren, dass dich das Finanzamt dazu auffordert, eine SteuererklÀrung abzugeben. Dann solltest du dem auch nachgehen.

Grundsteuer-Daten einreichen

Eine Frist, die fĂŒr ImmobilienbesitzerInnen wichtig ist, ist die Abgabe der GrundsteuererklĂ€rung. Bis 31.10. mĂŒssen EigentĂŒmerInnen die Daten an das Finanzamt ĂŒbermitteln. Die FinanzĂ€mter mĂŒssen die Grundsteuer nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts neu berechnen.

Dazu werden nach Angaben des Bundesfinanzministeriums kĂŒnftig nur noch fĂŒnf statt 20 Parameter hinzugezogen: die GrundstĂŒcksflĂ€che, der Bodenrichtwert, die Immobilienart, das Alter des GebĂ€udes und die Wohn-/NutzflĂ€che.

In den meisten BundeslĂ€ndern haben die Behörden im Sommer an HausbesitzerInnen per Post eine Aufforderung verschickt. Diese sogenannte „ErklĂ€rung zur Feststellung des Grundsteuerwerts“ muss digital ĂŒber Elster abgegeben werden.

In den BundeslĂ€ndern, die das Bundesmodell (Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, ThĂŒringen) anwenden, kann die Grundsteuer fĂŒr unbebaute GrundstĂŒcke, Ein- und ZweifamilienhĂ€user und Eigentumswohnungen auch ĂŒber https://www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de/ ĂŒbermittelt werden.

Tipp: Verpasse diese Frist lieber nicht. Denn dann droht ein monatlicher VerspÀtungszuschlag von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer. Und verfolge die Nachrichten. Einem Medienbericht zufolge sieht es Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) weiterhin als Option, die Frist zu verlÀngern.

Weitere Termine

In eigener Sache: Am 17. Oktober startet die zweite Runde unseres Coachings, bei dem du die Grundlagen der Finanzplanung und Geldanlage lernen kannst. Einige PlÀtze sind noch frei. Hier kannst du dich anmelden!

EZB-Sitzung: Am 27. Oktober stellt die PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Zentralbank, Christine Lagarde, die Ergebnisse der jĂŒngsten Zinssitzung vor. Bereits Anfang September hatte sie den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent angehoben, um die hohe Inflation zu bekĂ€mpfen. Hier dĂŒrfte noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. “Wir werden tun, was wir tun mĂŒssen“, sagte sie Ende September. „Das heißt, die Zinsen in den nĂ€chsten Sitzungen erhöhen.” ExpertInnen rechnen nun damit, dass sie das Tempo beibehalten und den Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte auf zwei Prozent anheben wird. Was hinter den Zinsen steckt, erklĂ€ren wir dir in diesem Artikel. Was steigende Zinsen fĂŒr Festgeld-AnlegerInnen bedeuten, liest du hier.

Feiertage: Der Tag der Deutschen Einheit am 03.Oktober fĂ€llt dieses Jahr auf einen Montag und ist bundesweit frei. Der Reformationstag 31. Oktober ist ein gesetzlicher Feiertag in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und ThĂŒringen.

Herbstferien: Im Oktober sind bundesweit Schulferien – aber zu unterschiedlichen Zeiten:

    • Baden-WĂŒrttemberg: 31.10./02.11. – 04.11.
    • Bayern 31.10. – 04.11.
    • Berlin 24.10. – 05.11.
    • Brandenburg 24.10. – 05.11.
    • Bremen 17.10. – 29.10.
    • Hamburg 10.10. – 21.10.
    • Hessen 10. – 29.10.
    • Mecklenburg-Vorpommern 10.10. – 14.10.
    • Niedersachsen 17.10. – 28.10.
    • Nordrhein-Westfalen 04.10. – 15.10.
    • Rheinland-Pfalz 10. – 31.10.
    • Saarland 24.10. – 04.11.
    • Sachsen 17.10. – 29.10.
    • Sachsen-Anhalt 10. – 04.11.
    • Schleswig-Holstein 10.10. – 21.10.
    • ThĂŒringen 17.10. – 29.10.

herMoney Tipp

Auch wenn du nicht dazu verpflichtet bist, kann es sich oft auch lohnen, die SteuererklĂ€rung freiwillig abzugeben: Wenn deine Werbungskosten höher als 1.000 Euro waren, du Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hattest, oder du HandwerkerInnen oder andere Dienstleister in deinem Haushalt beschĂ€ftigt hast. Diese Kosten kannst du hĂ€ufig absetzen und so deine Steuerlast senken.

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Floriana Hofmann

Die Finanzjournalistin Floriana Hofmann war Content Lead bei herMoney. Sie schreibt seit mehreren Jahren fĂŒr Finanzmedien ĂŒber Aktien und Börsenthemen. So war sie etwa beim Finanzen Verlag als "Leitung Digital" fĂŒr die Online-Redaktion von "Börse online" und "Courage" verantwortlich.

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