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Du willst nicht direkt Bitcoins kaufen, aber doch am Krypto-Hype teilnehmen? Wir zeigen, wann Blockchain-ETFs sinnvoll sein können.

Inhalt

Was sind Blockchain-ETFs?

Sind Blockchain-ETFs sinnvoll?

Blockchain-Fonds oder Einzelaktien?

Die besten Blockchain-ETFs im Vergleich

Blockchain-ETF: Das Wichtigste in Kürze

Mit Blockchain-ETFs investierst du in Firmen, die Dienstleistungen und Beratung rund um Kryptowährungen anbieten.

Aktuell gibt es nur einen Blockchain-ETF, der seit drei Jahren auf dem Markt ist und damit genug Daten liefert, um Risiko und Rendite abzuschätzen.

Im letzten Jahr hat der Invesco CoinShares Global Blockchain ETF rund 11 % Verlust gemacht. Entsprechend hoch ist das Risiko.

Die Blockchain-Technologie wird vermutlich bleiben. Welche Firmen aber davon profitieren, ist ungewiss.

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Was sind Blockchain-ETFs?

Blockchain-ETFs investieren in Firmen, die Dienstleistungen, Anwendungen oder Beratung rund um die Blockchain anbieten. Das kann eine Bank sein, über die man Kryptowährungen kaufen kann, oder ein Start-up, das Bitcoins schürft.

Aber was ist die Blockchain genau?

Der Handel von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum findet über eine Blockchain statt. Dabei handelt sich um ein offenes, dezentral geführtes „Logbuch“ für Transaktionen. Das Prinzip ist eine kontinuierlich erweiterbare Kette von Datensätzen, den „Blöcken“. Jeder Block erhält einen kryptografischen Hash zur Identitätsprüfung, einen Zeitstempel und die jeweiligen Transaktionsdaten.

Vorteile der Blockchain:

  • Alle Transaktionen, die darüber abgewickelt werden, sind sicher, dauerhaft und effizient aufgezeichnet.
  • Die Blockchain ist sehr schwer zu hacken, da sie dezentral geführt wird, also auf vielen Computern parallel.
  • Ein Totalausfall ist kaum möglich, weil die Blockchain dezentral organisiert ist und jeder Node über den Komplett-Datensatz verfügt.
  • Blockchain-Transaktionen können im Nachhinein nicht mehr verändert werden, sind also fälschungssicher.
  • Es können Vertragsparteien miteinander in Kontakt treten, die sich gegenseitig nicht kennen und einander daher nicht unbedingt vertrauen. Und das über Landesgrenzen hinweg.

Blockchain-ETFs sind etwas anderes als ETFs auf Kryptowährungen, die es in Deutschland auch gibt. Krypto-ETFs investieren in Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum oder auch in einen Krypto-Basket. Dagegen konzentrieren sich Blockchain-ETFs auf die dahinterstehende Technologie, die Blockchain.

Exkurs: Anwendungsmöglichkeiten und Smart Contracts

Aus diesen Vorteilen ergeben sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, für die sich der Einsatz von Blockchain-Technologie anbietet. Überall dort, wo ein nachvollziehbarer und fälschungssicherer Nachweis vorteilhaft ist, kann die Blockchain interessant sein.

Hier ein paar Beispiele:

  • Finanz-Transaktionen (z.B. die Ausgabe und der Weiterverkauf von Wertpapieren)
  • Grundbuch-Eintragungen (in Georgien und Schweden arbeitet das Grundbuchamt bereits jeweils mit einer privaten Blockchain)
  • direkte Vergütung von Autoren, die ihre Inhalte im Internet veröffentlichen
  • Vergütung von Fotografen, die ihre Fotos weltweit im Internet vertreiben
  • Nachweis, dass besonders teure Handtaschen oder sonstige Accessoires echt sind, also tatsächlich vom Original-Hersteller stammen
  • Nachweis, dass Flugzeug-Ersatzteile tatsächlich von einem zertifizierten Hersteller stammen
  • Nachweis über die Echtheit von Diamanten oder anderen Edelsteinen
  • Nachweis, dass als „ökologisch“ deklarierte Produkte tatsächlich aus ökologischem Anbau stammen, da das Produkt von der Entstehung bis zum Supermarkt nachverfolgt werden kann
  • Nachweis über die Echtheit von Medikamenten, von Schul- oder Universitätsabschlüssen etc.
  • digitale Wahlen: Jeder Wähler kann seine abgegebene Stimme nachverfolgen und prüfen, ob sie korrekt berücksichtigt wurde.

Smart Contracts

Die Weiterführung der Blockchain sind sogenannte Smart Contracts. Dabei handelt es sich um vertragliche Regelungen in Form von Programmiercodes. Sie folgen einer konditionalen Logik, einem „Wenn-dann-Muster“. Konkret bedeutet das: Werden bestimmte Voraussetzungen erfüllt, tritt automatisch eine vorbestimmte Vertragsklausel in Kraft (z.B. eine Zahlung, eine Eintragung o.ä.). Der Vorteil von Smart Contracts ist, dass sich damit bürokratische Strukturen erübrigen und auf diese Weise Kosten reduzieren lassen.

Beispiele für Smart Contract-Anwendungen gefällig?

  • Hauseigentümer verkaufen überschüssige Energie von Solaranlagen an Nachbarn.
  • Reederei Maersk und IBM wickeln Cargo-Tracking auf Blockchain-Basis ab.

Der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin träumt von Computerprogrammen, die ihre Geschäfte auf Basis von Smart Contracts abwickeln „wie selbstfahrende Taxis, die auf sich selbst registriert sind und ihre Wartung durch ihre Einnahmen finanzieren“.

Sind Blockchain-ETFs sinnvoll?

Experten-Prognose

Weil es für die Blockchain so viele Anwendungsmöglichkeiten gibt, sind sich Experten einig: Auch wenn der eine oder andere Krypto-Token untergehen wird, die Blockchain-Technologie wird vermutlich bleiben!

Aber wie sich die Technologie genau weiterentwickeln wird, ist schwer vorherzusagen. So erklärt Michael Herzum, Leiter Macro & Strategy bei Union Investment, der Zeitschrift Capital: „Die hinter Kryptoassets stehende Blockchain-Technologie hat unserer Meinung nach das Potenzial, die Finanzindustrie zu verändern. Ob das tatsächlich geschieht und wenn ja wie genau, kann heute niemand mit Sicherheit sagen.“

Für wen eignen sich Blockchain-ETFs?

Ein Blockchain-Fonds ist geeignet für alle, die daran glauben, dass Technologie und Digitalisierung profitable Zukunftstrends sind und dass insbesondere die Blockchain an Bedeutung zunehmen wird. Außerdem handelt es sich bei Blockchain-Investments um Aktien-Engagements. Daher solltest du als Investorin auch bei starken Kursbewegungen nicht verzweifeln und einen langen Atem mitbringen.

Sparplan oder Einmalanlage: Wie sollte man in Blockchain-Fonds investieren?

Bei der Blockchain handelt es sich um eine ziemlich neue Technologie, die oft auch von jungen Unternehmen angeboten oder genutzt wird. Wie das so ist bei jungen Branchen: Hier ist mit starken Kursbewegungen zu rechnen. Daher solltest du nur den Teil deines Vermögens investieren, bei dem dir starke Kursänderungen nicht wehtun. Außerdem sollte dein Zeithorizont langfristig sein, damit du eine Kurs-Delle in Ruhe aussitzen kannst.

Übrigens: Die starken Kursbewegungen sprechen für einen Sparplan auf Blockchain-ETFs!

Blockchain-Fonds oder Einzelaktien?

Du willst dich trotz aller Unsicherheit mit einem kleineren Betrag an Blockchain-Unternehmen beteiligen? Eine Möglichkeit ist, in Firmen zu investieren, die mit der Blockchain zu tun haben. Das können Unternehmen sein, die Dienstleistungen, Anwendungen oder Beratung rund um die Blockchain anbieten.

Die Schwierigkeit bei einer Direkt-Investition ist: Um damit tatsächlich Gewinne zu machen, musst du wissen, welche Firma welche Blockchain-Dienste anbietet und darüber hinaus einschätzen können, welche davon Zukunftspotenzial hat und welche nicht.

Anekdote: Was passieren kann, wenn du in Blockchain-Einzelaktien investierst

Hier eine kleine Anekdote am Rande, die zeigt, zu welchen irrsinnigen Reaktionen ein Hype an der Börse führen kann: Ohne vernünftigen Grund hatte eine kleine Getränkefirma in den USA im Dezember 2017 ihren Namen von „Long Island Iced Tea Corp“ in „Long Blockchain Corp“ geändert. In den Folgetagen stieg der Aktienkurs um sagenhafte 432 %. Als der Chef der Firma gefragt wurde, was es mit der Umbenennung auf sich hatte, erklärte er, dass sein Unternehmen zwar weiterhin Eistee produzieren werde, aber „irgendwie“ auch die Gelegenheit nutzen wolle, an Cyberwährungen und deren Technologien zu partizipieren. Die Begebenheit zeigt: Allein die Namensänderung sorgte dafür, dass Anleger schier ausrasteten. Ein echter Hype eben, aber leider nicht von Dauer! Übrigens wurde die Saftladen-Aktie von der US-Börsenaufsicht vom Handel ausgesetzt und die involvierten Personen wegen Insiderhandels angeklagt.

Du siehst: Es ist nicht damit getan, auf einer Finanz-Website das Wort „Blockchain“ einzugeben und blind in die darunter aufgeführten Titel zu investieren.

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Wenn du dich selbst nicht sehr gut auskennst, kannst du über einen Fonds in Blockchain-Titel investieren. Dann kümmert sich das Fondsmanagement darum, die einzelnen Unternehmen auf ihre Seriosität hin zu analysieren und ein entsprechendes Portfolio zusammenzustellen.

 

Die besten Blockchain-ETFs im Vergleich

Noch haben nicht viele Fondsgesellschaften Blockchain-Fonds aufgelegt. Unser Daten-Anbieter Morningstar führt lediglich einen Blockchain-Aktien-ETF auf, den Invesco CoinShares Global Blockchain ETF, weil nur er eine einigermaßen gute Datenhistorie hat.

Welche Blockchain-ETFs gibt es noch?

Der ETC Group Digital Assets & Blockchain Equity UCITS ETF wurde erst im November 2021 aufgelegt und der Global X Blockchain UCITS ETF im Januar 2022. Auch iShares hat im Januar 2022 die Auflage eines Blockchain-ETFs angekündigt, aber zunächst nur für den US-Markt. Damit sind die Blockchain-ETFs zu jung für einen validen Vergleich und eine schlussendliche Bewertung. Welcher Blockchain-ETF der beste ist, wird sich erst in Zukunft zeigen, wenn mehr Daten und Erfahrungen vorliegen.

Die Details zum Invesco-Fonds, den es seit März 2019 gibt, findest du hier:

Generated by wpDataTables

Zusammensetzung des CoinShares Global Blockchain ETF: Die 10 größten Positionen

Quelle: Onvista, Daten per 31.1.2022

Mit diesem globalen Blockchain-ETF investierst du also nicht direkt in Bitcoin und Co., sondern in Unternehmen, die damit zu tun haben. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company etwa ist einer der weltweit größten Halbleiterhersteller. SBI ist ein Finanzdienstleister.

Neben diesem ETF gibt es auch einige wenige aktiv gemanagte Blockchain-Fonds. Der bekannteste dürfte der BNY Mellon Blockchain Innovation Fund sein (ISIN IE00BHPRMV90).

Vergleich zweier Blockchain-Fonds

Quelle: Comdirect.de, Abruf am 8.4.2022

Gelbe Fläche: Invesco CoinShares Global Blockchain UCITS ETF (ein ETF)

Blaue Linie: BNY Mellon Blockchain Innovation Fund (ein aktiv gemanagter Fonds)

Du siehst: Die Erfahrungen mit Blockchain-Fonds sind noch nicht sehr aussagekräftig, da die Fonds noch nicht lange existieren. Vom 7. April 2021 bis Dezember 2021 lag der aktiv gemanagte BNY Mellon Blockchain Innovation Fund vorne. Seit Jahresanfang 2022 schneidet der ETF von Invesco besser ab.

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Aber insgesamt landen beide Fonds über die letzten 12 Monate in den roten Zahlen. Es ist also weder gesagt, dass du mit Blockchain-Investments immer Geld verdienst. Es ist auch nicht so, dass ETFs prinzipiell besser sind als ähnlich ausgerichtete aktive Fonds, auch wenn sie günstiger sind.

herMoney Tipp

Wer mit ETFs in Zukunftsthemen investieren will, hat die Qual der Wahl. Mit einem NASDAQ-ETF setzt du vor allem auf amerikanische Tech-Firmen, Clean-Energy-ETFs wiederum bündeln Firmen im Bereich erneuerbare Energie. E-Mobilität kannst du mit Lithium-ETFs oder Wasserstoff-ETFs abdecken. So kannst du Schwerpunkte ganz nach deinen Wünschen setzen!

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalten Sie einen kühlen Kopf und sitzen Sie die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.