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Wasserstoff-Werte sind in aller Munde. Lohnt sich das Investment? Welche ETFs, Fonds und Einzelaktien kommen infrage?

„Wasserstoff-Technologie“ – das hört sich nach einem vielversprechenden Trend-Thema an. Oft kann man mit Trend-Themen gutes Geld verdienen, wenn man zur richtigen Zeit auf die richtigen Unternehmen setzt.

Inhalt:

Das Wichtigste in Kürze:

Brennstoffzellen mit Wasserstoff sind aufwendig in der Herstellung, produzieren aber keine giftigen Abgase. Sie könnten also dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu verringern.

Ob sich Wasserstoff durchsetzen oder eine andere Technologie die Nase vorn haben wird, ist offen. Die Entwicklung – und der Investment-Trend – sind noch ganz am Anfang.

Bislang gibt es noch keinen separaten Wasserstoff-Fonds oder -ETF. Du kannst aber breiter aufgestellte Fonds kaufen, die Wasserstoff-Unternehmen enthalten.

Wasserstoff-Einzelaktien sind nur etwas für Anleger*innen, die sich mit dem Kauf von Einzelwerten auskennen und sich in die Details der Wasserstoff-Technologie einlesen möchten.

Wasserstoff: Die Technologie der Zukunft?

Doch zunächst einmal: Um was geht es hier genau? Mit Hilfe einer Brennstoffzelle wird Wasserstoff unter Zuführung von Sauerstoff aus der Luft zu Wasserdampf umgewandelt. Bei dieser chemischen Reaktion wird elektrische Energie freigesetzt, und die kann für alles Mögliche benutzt werden: Zum Antrieb eines Autos oder sonstigen Fahrzeugs oder zum Heizen beispielsweise. Wasserstoff-Technologie eignet sich aber auch, um Überschüsse aus regenerativen Energien zu speichern.

Als Abfallprodukt aus der chemischen Reaktion fällt lediglich Wasserdampf an – kein Ruß, kein Dreck, keine giftigen Abgase! Daher wird Wasserstoff-Technologie als umweltschonend, nachhaltig und zukunftsträchtig gefeiert. Darüber hinaus haben Wasserstoff-Autos einen besonders hohen Wirkungsgrad. Er ist etwa doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Außerdem ist die Reichweite länger als bei akkubetriebenen E-Autos. Daher könnte die Brennstoffzellen-Technologie eine wichtige Rolle bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes spielen.

Detlef Stolten, Leiter am Forschungszentrum für Wasserstoff-Autos in Jülich, erklärte die Vorteile dieser Technologie in einem Interview im Dezember 2019 so: „Im Vergleich zu Batterien liegen die Vorteile der Brennstoffzellenantriebe zum einen bei einer fünfmal höheren Energiedichte des Stromerzeugungssystems. Darüber hinaus lassen sie sich in drei Minuten betanken und damit mindestens zehnmal schneller als Batteriefahrzeuge. Diese Eigenschaften ermöglichen hohe Dauerantriebsleistungen, beispielsweise für Pkw mit signifikanten Fahranteilen im Langstreckenverkehr.“

Gibt es Nachteile und Risiken?

So weit, so grün! Aber es stellt sich auch die Frage, warum wir im Straßenbild nicht schon viel mehr Wasserstoffautos sehen. Es muss also auch Nachteile geben …

Zum Beispiel:

  • Wasserstoff herzustellen ist aufwendig und benötigt viel Energie. Würde man hier fossile Brennstoffe einsetzen, wäre die CO2-Bilanz sofort dahin, also kommt nur regenerativ erzeugte Energie in Frage: Solar, Wind, Wasserkraft, Biogas.
  • Ist der Wasserstoff erst einmal hergestellt, soll er am Ende dort zur Verfügung stehen, wo man ihn benötigt. Dafür muss ein komplett neues Tankstellennetz aufgebaut werden. Solange das nicht geschieht, haben wir das Henne-Ei-Problem: Die Leute kaufen keine Wasserstoff-Autos, weil es kaum Tankstellen dafür gibt, und das Tankstellennetz wird nicht ausgebaut, weil es kaum Brennstoffzellen-Autos gibt. Immerhin hat die Bundesregierung beschlossen, bis 2025 zusammen mit der Wirtschaft ein Netz von 400 Wasserstoff-Tankstellen aufzubauen.
  • Um den Wasserstoff platzsparend zu transportieren oder zu lagern, muss er mit hohem Druck und / oder bei niedrigen Temperaturen in Tanks gelagert werden. Der zusätzliche Energieaufwand für die Verdichtung auf zum Beispiel 700 bar beziehungsweise die Tiefkühlung auf unter -240 °C liegt bei rund 12 bis 50 %.
  • Beim Transport, an der Tankstelle, im Auto oder in der Maschine muss bei Wasserstoff-Technologie alles extrem gut abgedichtet sein, denn das Wasserstoffmolekül H2 ist winzig klein. Vielleicht erinnerst du dich an das Periodensystem aus dem Chemie-Unterricht? Wasserstoff, Symbol H, stand ganz links oben, denn es ist das erste Element des Periodensystems. Der Kern des Wasserstoffatoms besteht lediglich aus einem Proton und einem Elektron. Weil das Atom so klein ist, diffundiert es durch viele Stoffe hindurch, und entsprechend aufwendig ist die Abdichtung von Leitungen und Behältern.

Die Entwicklung läuft also, aber in der vollen Breite lässt sie sich noch nicht wirtschaftlich einsetzen. Es braucht noch weitere Ideen, Konzepte, Erfindungen und womöglich auch öffentliche Förderungen, um die Wasserstoff-Technik anzuschieben. Aber immerhin: Der politische Wille ist da, dieser Technologie auf die Sprünge zu helfen!

Die Vor- und Nachteile in der Übersicht:

Vorteile von Wasserstoff-Autos Nachteile von Wasserstoff-Autos
kein Ruß, kein Dreck, keine giftigen Abgase. Wasserdampf ist das einzige Abfallprodukt aus der chemischen Reaktion. Die Technik, um Wasserstoff herzustellen und zu lagern, ist aufwendig und energie-intensiv. Die benötigte Energie muss ebenfalls hergestellt werden – am besten aus regenerativen Energieträgern.
Der Wirkungsgrad ist besonders hoch – etwa doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Es muss ein neues Tankstellennetz aufgebaut werden.
Man benötigt keine schweren Akkus, sondern lediglich einen Wasserstoff-Tank. Das Wasserstoffmolekül ist sehr klein, was die Abdichtung von Leitungen erschwert.
Brennstoffzellen-Autos sind (noch) sehr teuer.

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Warum liegen Wasserstoff-Werte momentan im Trend?

Wasserstoff-Unternehmen sind zwar kein Geheimtipp mehr, aber wenn es einen Wasserstoff-Hype geben sollte, befinden wir uns noch am Anfang. Gleich zu Beginn eines Trends dabei zu sein, kann sich über die Jahre rechnen.

Im Rahmen der Dekarbonisierungsziele von Paris, die alle Unterzeichner-Staaten erfüllen müssen, ist auch mit vielfältigen Förderprogrammen zu rechnen. Das wiederum wird viele Firmen in die Lage versetzen, Geld mit der Herstellung, dem Transport oder der Verwendung von Wasserstoff zu verdienen. Diese Zukunftsmusik klingt interessant – sie dürfte den Hype begründen und eventuell auch fortsetzen.

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Sollte man unbedingt dabei sein?

Ob man bei einem neuen Trend unbedingt dabei sein muss, lässt sich an der Börse immer schwer sagen. Denn es geht immer um den Blick in die Zukunft, und die ist nun einmal ungewiss.

Die Unsicherheit bei der Brennstoffzellen-Technologie besteht darin, dass man nicht weiß:

  • wie lange es dauert, bis Wasserstoff-Technologie wirtschaftlich eingesetzt werden kann und Firmen damit im großen Stil Geld verdienen.
  • welches Unternehmen gutes Geld mit Wasserstoff-Technologie verdienen wird, wenn sie sich tatsächlich durchsetzt.
  • ob nicht eine andere Technologie, aus welchen Gründen auch immer, die Nase vorne haben und Verbreitung finden wird.

So ist das mit Technologie! Erinnerst du dich noch an die Diskussion „VHS oder Beta-System“? Obwohl viele Experten der Meinung waren, das Beta technisch das bessere System war, hat sich VHS durchgesetzt. Und mittlerweile? Spricht kein Mensch mehr über Video-Kassetten – auch nicht mehr über die Nachfolge-Technologie, die CD, denn mittlerweile streamen wir. Der Erfolg bestimmter Technologien lässt sich also schwer voraussehen und nicht immer ist das technisch Bessere auch das wirtschaftlich Erfolgreichere.


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Welche Wasserstoff-Aktienfonds und ETFs gibt es aktuell?

Noch ist der Hype so frisch, dass es in Deutschland bislang keinen auf Wasserstofftechnologie spezialisierten Fonds oder ETF gibt. Wann der erste Wasserstoff-ETF kommen wird, ist offen. Vermutlich wird es nicht lange dauern, denn die Vorstufe ist bereits da: Es gibt bereits einen Wasserstoff-Index, vom Index-Anbieter Solactive: Den „E-Mobilitäts Wasserstoff Index“ mit der ISIN-Nummer DE000SLA8F83.

Auf diesen Index hat Morgan Stanley bereits ein Zertifikat aufgelegt (ISIN: DE000MC2G7Q8).

Erfahrungsgemäß vergehen nur ein paar weitere Monate, bis die ersten ETFs auf solche neuen Trend-Indizes aufgelegt werden. Wenn du also vorhast, gezielt in einen ausgesprochenen Wasserstoff-Indexfonds zu investieren, halte die Augen offen, wann der erste aufgelegt wird! Lange wird es nicht dauern.

Achtung: Beim E-Mobilitätswasserstoff-Index handelt es sich um einen sehr eng ausgerichteten Index, der sich lediglich aus neun Firmen zusammensetzt. Du deckst damit also nicht die breiten Aktienmärkte ab.

Wer sofort loslegen möchte, kann sich etwas breiter aufstellen und in einen Technologie-, Neue Energien- oder einen Mobilitätsfonds investieren. Dort sind zwar auch andere Technologie-, Energie- oder Mobilitätstitel enthalten, aber das muss ja nicht schlecht sein. Schließlich ist es durchaus möglich, dass die Entwicklung einen anderen Lauf nimmt als gedacht. Wer weiß schon zuverlässig, ob über die nächsten 10 Jahre mehr Geld mit der Digitalisierung, der künstlichen Intelligenz, den neuen Energien, der Biotechnologie oder eben mit Wasserstoff-Technologie verdient wird?

Beispiele für Neue Energien- und Mobilitätsfonds

Name ISIN Ausrichtung ETF / Aktiver Fonds? Return 3 Jahre (pro Jahr) Return 2019 (in %) Return (Anfang 2020 bis Oktober 2020, in %) Schwankungen 3 Jahre (pro Jahr) Nachhaltig? Laufende Kosten (in % pro Jahr)
DNB Fund Renewable Energy retail LU0302296149 Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien Aktiv 11,1 32,99 11,98 28,31 durchschnittlich 1,61
iShares Global Clean Energy ETF IE00B1XNHC34 Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien ETF 29,6 46,40 51,09 22,47 hoch 0,65
Lyxor New Energy (DR) ETF FR0010524777 Aktien aus dem Bereich alternativer Energien ETF 18,91 47,48 21,39 14,1 k.A. 0,60
LBBW Global Warming DE000A0KEYM4 Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die der globalen Erderwärmung entgegenwirken Aktiv 12,57 32,01 11,85 14,97 hoch 1,75
RobecoSAM Smart Mobility Equities LU1834008945 Unternehmen, die die Zukunft der Mobilität und des Automobilverkehrs revolutionieren Aktiv k.A. 38,07 8,75 k.A. kA. 1,80
Xtrackers Future Mobility ETF IE00BGV5VR99 Unternehmen weltweit, die in Bereichen mit Bezug zur Mobilität der Zukunft aktiv sind. ETF k.A. k.A. -5,65 k.A. durchschnittlich 0,35

Quelle: Scope, Morningstar 02.11.2020

Was sind die besten Wasserstoff-Aktien?

Wenn du dir die Auswahl von Einzelaktien zutraust, kannst du natürlich auch direkt in Unternehmen investieren, die in der Wasserstoff-Technologie engagiert sind. Mit dem Kauf mehrerer Wasserstoff-Aktien kannst du dir quasi deinen eigenen Wasserstoff-ETF bauen.

In diesem Fall solltest du die technologischen Entwicklungen im Auge behalten und einen groben Überblick haben, wohin künftige Fördermittel gelenkt werden. So kannst du einschätzen, was deiner Meinung nach die besten Wasserstoff-Aktien sind.

Viele Technologie-Unternehmen setzen nicht ausschließlich auf Brennstoffzellen-Technologie, sondern behandeln sie nur als ein Segment ihrer geschäftlichen Ausrichtung. Auch sie streuen ihre Risiken. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Auto-Hersteller, wie Toyota, Hyundai, Honda, Daimler oder BMW, die Wasserstoff-Autos entwickeln.

Darüber hinaus gibt es die folgende Wasserstoff-Aktien:

Einzeltitel ISIN-Nummer
Air Liquide FR0000120073
Ballard Power Systems CA0585861085
Bloom Energy US0937121079
FuelCell Energy US35952H6018
Hexagon Composites ASA NO0003067902
ITM Power GB00B0130H42
Linde IE00BZ12WP82
NEL ASA NO0010081235
Plug Power US72919P2020
PowerCell Sweden SE0006425815
SFC Energy DE0007568578
Weichai Power CNE1000004L9

Quelle: onvista

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Falls du dich hier engagieren möchtest, informiere dich, welchen Bezug das Unternehmen zur Wasserstoff-Technologie hat und überlege, ob du das Geschäftsmodell für aussichtsreich hältst. Bei ausgesprochenen Technologie-Firmen schaut man übrigens nicht unbedingt nach den üblichen Finanzkennzahlen wie Dividenden-Rendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis und so weiter. Der Grund: Einige dieser Firmen sind relativ neu am Markt und teilweise schreiben sie noch keine großen Gewinne. Vielmehr setzt man hier oft nur auf das Wachstumspotenzial in der Zukunft, und das gilt es abzuschätzen.

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So minimierst du Risiken von Fonds und ETFs

herMoney-Tipp

Bei neuen Technologien dabei zu sein, insbesondere wenn sie „nachhaltig“ sind, ist hip. Wenn du keine sehr erfahrene Anlegerin bist und dich in den Details der technischen Anwendung nicht auskennst, solltest du deinen Fokus allerdings nicht allzu eng ausrichten. Daher bietet sich hier die Fonds-Anlage eher als die Einzelaktien-Anlage an. Selbst mit einem Fonds auf Wasserstoff-Brennstoffzellen bist du noch ziemlich eng auf eben diese Technologie fokussiert.

Wer breiter streuen, aber trotzdem nachhaltig investieren möchte, findet hier weitere interessante nachhaltige Fonds. Natürlich gibt es auch nachhaltige ETFs, die eine gute Rendite abwerfen können.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Hier erfährst du, wie du dein Depot eröffnest.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufe nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

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Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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