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Wie der Depotwechsel funktioniert und wo es Prämien gibt

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Profilbild von Christiane Habrich-Böcker

Du ärgerst dich über hohe Depotgebühren? Dann wird es Zeit für einen Preisvergleich, der vielleicht mit einer Prämie belohnt wird.

 Inhalt

Depotwechsel mit Prämie: Das Wichtigste in Kürze

Manche Broker oder Banken locken Neukunden mit Prämien, etwa mit Gutscheinen, Bargeld oder vergünstigten Ordergebühren.

Die Prämie alleine sollte kein Grund für den Depotübertrag sein – schließlich sollte der Anbieter auf lange Sicht zu dir passen.

Wenn du sowieso wechseln möchtest und mehrere Anbieter infrage kommen, lohnt sich der Blick auf die Prämien allerdings.

Oft sind es die traditionellen Banken, die hohe Gebühren verlangen. Das ärgert dich? Dann könnte die Suche nach einer günstigeren Alternative lohnen. Denn der Wettbewerb hat neue Player auf den Plan gerufen. Reine Onlinebanken oder -broker locken die traditionelle Bankkundschaft mit niedrigen Kosten und nicht selten mit einer Prämie. Bevor du aber deine Fonds, Aktien- oder dein ETF-Portfolio überträgst, halt dich an den Grundsatz „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“.

Wie du das richtige Depot für dich findest

Zunächst solltest du im Vorfeld sorgfältig die Kosten vergleichen, aber auch überlegen, ob der Broker oder die Bank zu deinen Vorstellungen passt. Vielleicht möchtest du lieber ein Filialnetz, weil du deine Anlagen nicht nur online managen möchtest? Oder du magst ausschließlich mit heimischen Dienstleistern Geschäfte machen? Damit du nicht tagelang auf den Seiten der verschiedenen Anbieter recherchieren musst, haben wir für dich verschiedene Depots verglichen. Hier geht’s zum großen herMoney ETF-Depotvergleich.

Interessant ist an der Stelle auch, wo es Prämien für diejenigen gibt, die ihr Depot übertragen möchten. Die Prämie sollte aber nicht das ausschlaggebende Kriterium für einen Depotwechsel sein, schließlich sollst du langfristig zufrieden mit deiner Entscheidung sein.

Außerdem ist die Prämie teilweise mager und meist mit einer gewissen Haltedauer und oft auch Volumen verknüpft. Bist du eine aktive Börsianerin, sind für dich die Konditionen entscheidend, denn die Ordergebühren summieren sich (zum Beispiel bei Lynx oder flatex) . Hast du beim selben Institut noch ein Tagesgeldkonto, spielen auch die Zinsen dafür eine Rolle. Setzt du eher auf Sparpläne, schau, wo sie kostenlos verwaltet werden. Sind aktive Fonds dein Ding, ist der Ausgabeaufschlag ein wichtiges Kriterium.

Prämien für den Depotwechsel im Vergleich (2024)

Die Wechselkonditionen fallen von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aus und das Angebot ist meist zeitlich begrenzt. Wir haben einige Broker und Banken unter die Lupe genommen, die Prämien für den Depotübertrag anbieten.

Comdirect*

  • 3,90 Euro pro Trade für 3 Jahre plus Handelsgebühr
  • In dieser Zeit fallen keine Depotgebühren an.

Consorsbank*

  • Wertpapierdepot in den ersten 3 Jahren kostenlos
  • Ordergebühren: Grundentgelt 3,90 Euro (3 Jahre)
  • Taggleiche börsliche Wertpapierteilausführungen: kostenlos
  • Limit-Änderung: kostenlos
  • Orderänderung: kostenlos
  • Sparplanausführung bei Top-Preis-ETFs: kostenlos
  • Sparplanausführung bei Aktien, ETFs und Zertifikaten: 1,5 Prozent des Ordervolumens pro Transaktion und WKN
  • Sparplanausführung bei Fonds: alle Fonds mit mind. 25 Prozent Discount auf den Ausgabeaufschlag; auf ausgewählte Fonds bis zu 100 Prozent Discount auf den regulären Ausgabeaufschlag

finanzen.net zero*

  • Du erhältst eine Gratis-Aktie, wenn innerhalb von 45 Tagen mindestens 5 Trades erfolgen.
  • Die Aktien werden zufällig den berechtigten KundInnen eingebucht, dabei entfallen auf 1.000 KundInnen 5 BioNTech-Aktien, 10 Apple-Aktien und 985 Commerzbank-Aktien.

flatex*

  • Wer bis 30.04.2024 KundIn wird, kann Aktien, Anleihen, ETFs und Fonds für 3 Jahre mit einer reduzierten Orderprovision in Höhe von einem Euro erwerben (zzgl. 2 Euro Fremdkostenpauschale, marktüblicher Spreads und Zuwendungen).
  • Die Aktion gilt für ausgeführte Orders auf den Handelsplätzen Tradegate, Lang & Schwarz, Baader Bank, gettex, Quotrix und Société Générale.
  • Ausgeschlossen von der Aktion sind Orders an allen anderen börslichen, außerbörslichen sowie ausländischen Handelsplätzen.
  • Sparpläne sind dauerhaft für 0 Euro zu haben (zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten).
  • Premium-ETFs ab einem Anlagebetrag von 1.000 Euro sind ohne Orderprovision zu erwerben (zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten) über die Börsenplätze Tradegate, Lang & Schwarz, Quotrix, Baader Bank, gettex und Société Générale.
  • Bei Premium-Fonds entfallen ab einem Anlagebetrag von 1.500 Euro die Orderprovisionen (zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten) über die Börsenplätze Tradegate, Lang & Schwarz, Quotrix, Baader Bank und gettex.

Fondssupermarkt

  • Wer in Fonds investiert, erhält eine Barprämie von bis zu 4.000 Euro bei 800.000 Euro Volumen. Die Aktion endet am 31.03.2024.
  • Es geht auch eine Nummer kleiner: Ab 20.000 gibt es 100 Euro.

Lynx*

  • kostenlose Depotführung (ab Nettoliquiditätswert von 1.000 US-Dollar oder äquivalentem Betrag in anderer Währung)
  • Inaktivitätsgebühr 1 US-Dollar pro Monat (bei zu geringem Nettoliquiditätswert)
  • Ordergebühren Xetra: variable Gebühr pro Order = 0,14 Prozent, Mindestgebühr je Order = 5,80 Euro, Maximalgebühr je Order = 99,00 Euro
  • Ordergebühren gettex, Tradegate Exchange: variable Gebühr pro Order = 0,14 Prozent, Mindestgebühr je Order = 5,80 Euro
  • Ordergebühren Frankfurt: Grundpreis pro Order = 4,90 Euro, variable Gebühr pro Order = 0,14 Prozent, Handelsplatzentgelt ab 2,52 €, Hinweis: zuzüglich Gebühren Dritter (Börsengebühr, Handelsgebühr, regulatorische Gebühr)
  • Ordergebühren Stuttgart: Grundpreis pro Order = 4,90 Euro, variable Gebühr pro Order = 0,14 Prozent, Handelsplatzentgelt ab 2,09 Euro, Hinweis: zuzüglich Gebühren Dritter (Börsengebühr, regulatorische Gebühr)
  • Wertpapierhandel (US-amerikanische Börsenplätze): 0,01 USD pro Aktie, mind. 5,00 USD, max. 1,25 Prozent des Ordervolumens, Optionen: 3,50 USD, Futures: 2,50 USD

maxblue

  • Neukunden zwischen 18 und 29 Jahren erhalten einen 75-Euro-Gutschein für die PlayStation® Direct.
  • Die Prämie aller anderen KundInnen errechnet sich aus 0,5 Prozent des übertragenen Depotvolumens (maximal 500 Euro).

Postbank*

  • Bei Online-Eröffnung eines Postbank-Wertpapierdepots erhalten KundInnen einen Gutschein über 75 Euro für eine PlayStation. Das Angebot gilt bis zum Mai 2024.
  • Depot: 0,00 Euro Grundpreis
  • ETF-Sparplan: 0,00 Euro pro Ausführung
  • Fonds: online maximal 1,50 Prozent Ausgabeaufschlag

S Broker

  • Depotführung ab 0 Euro
  • 60 Trades ohne Orderprovision
  • 2,30 Prozent pro Jahr Zinsen auf das Tagesgeld (gilt für alle Depotformate bis auf Young Invest)
  • Young Invest (18 bis 25 Jahre): 1,99 Euro Orderprovision
  • Unentgeltliche Depotführung
  • 50-Euro-Allroundgutschein nach dem ersten Trade
  • Für jedes eröffnete Young-Invest-Depot wird ein Baum gepflanzt.
  • Wertpapierhandel ab 9,97 Euro und Depotführung ab 0 Euro
  • Bis zu 88 Prozent Rabatt für aktive Trader

Scalable*

  • Für Neukunden: 4 Prozent Zinsen pro Jahr (Baader Bank) bis 1 Million Euro Anlagebetrag für 4 Monate
  • Danach 2,6 Prozent variabler Zins (bis 100.000 Euro Anlagebetrag)
  • Zinsangebot nur mit PRIME+ (ähnlich wie bei Amazon Prime)

Targobank*

  • Bis zu 5.000 Euro Geldprämie bei Depotüberträgen von mindestens 7.000 Euro
  • Die Prämie beträgt 0,75 Prozent des Kurswertes der sich unter den übertragenen Wertpapieren befindenden Anteile an Investmentfonds. Die Prämie kann zurückgefordert werden, wenn die übertragenen Investmentfonds nicht mindestens ein Jahr lang im Depot der Targobank verbleiben.

Traders Place

  • 75 Euro Neukundenrabatt, wenn innerhalb von 60 Tagen mindestens 4 Wertpapiertransaktionen mit einem Volumen von mindestens 200 Euro pro Transaktion (Kauf oder Verkauf; ausgenommen sind Intraday-Geschäfte) stattfinden
  • Die 75 Euro werden dir innerhalb von 45 Tagen ab Erfüllung der Teilnahmebedingungen in dein Depot eingebucht.
  • Gebühren beim Handelsplatz gettex: Provision je Order bei Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen 0,00 Euro; Mindermengenzuschlag bei Orders unter 500 Euro Kurswert = 1,00 Euro
  • Sparpläne in ETFs und Fonds über Amundi, DWS, DJE, DWS Xtrackers, iShares =  0,00 Euro
  • Sparpläne in Aktien = 0,00 Euro
  • Sonstige Sparpläne in ETFs und Fonds = 0,50 Euro

1833direkt

  • Kostenlose Depotführung für Neueröffnungen
  • NeukundInnen erhalten 3,30 Prozent Zinsen auf einen Anlagebetrag von maximal 250.000 Euro (für 4 Monate auf dem dazugehörigen Tagesgeldkonto).
  • 2,90 Euro pro Aktientrade ab 1.000 Euro (für 12 Monate über die Börse gettex)
  • Sonderaktionen: Wertpapiersparpläne, Fonds, ETFs und Derivate ab 0 Euro oder zu günstigen Konditionen

Quelle: Anbieter, Stand: 27.02.24

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So funktioniert der Depotwechsel unabhängig von der Prämie

Wenn du einen Depotwechsel planst, solltest du zuvor einige Dinge in deine Überlegungen mit einbeziehen.

Der Zeitpunkt muss überlegt sein

Willst du dich in den nächsten Tagen von einigen Papieren trennen, ist von einem sofortigen Depotwechsel abzuraten. Die Dauer der Übertragung kann sich hinziehen. In dieser Zeit kommst du nicht an deine Vermögenswerte. Ist es dir also wichtig, einige Anlagen loszuwerden, müsstest du sie vor dem Wechsel verkaufen. Was zu beachten ist, wenn du ETFs verkaufen willst, erfährst du hier.

Die Geschwindigkeit der Übertragung zum neuen Finanzinstitut hängt zum einen davon ab, wie schnell deine aktuelle Depotstelle ist. Da sich die Banken nicht viel Zeit nehmen dürfen, beobachtet die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) den Vorgang.

Ein Zeitfaktor ist aber auch die Verwahrstelle deiner Wertpapiere. Oft ist das eine Tochtergesellschaft der Deutschen Börse namens Clearstream. Liegt die Verwahrstelle außerhalb Deutschlands, kann der Wechsel einige Tage länger dauern als bei Clearstream, die in der Regel zügig das neue Depot registriert.

Der neue Depotverwalter muss nicht alle Wertpapiere übernehmen

Es könnte sein, dass der neue Broker oder die neue Bank nicht alle deine Anlagen übernehmen möchte. Das solltest du also vorher klären. Wenn du trotz Auslese wechseln willst, musst du die Investitionen abstoßen, die nicht übertragbar sind. Denn sonst hättest du nichts gewonnen, da du dann zwei Depots führen müsstest.

Womöglich musst du Bruchstücke verkaufen

Legst du beispielsweise ETF-Sparpläne an, können sich je nach gehandeltem Wert Anteile hinter dem Komma bilden. Du kannst aber ausschließlich ganze Anteile übertragen. Wenn du also einen Sparplan hast, der mit 100,60 gehandelt wird, gehen nur die 100 ins neue Depot. Den Wert hinter dem Komma musst du veräußern.

Eventuell fallen Wechselkosten an

Deutsche Banken dürfen keine Gebühren für die Übertragung erheben, aber sie dürfen Drittkosten an dich weitergeben. Die Drittgebühren entstehen durch die Verwahrstelle. Das ist bei ausländischen Geldinstituten oder Finanzdienstleistern anders. Die sind nach wie vor in der Lage, dir Kosten zu berechnen.

Beachte die steuerliche Seite

Prüfe, ob dein Freistellungsauftrag auf den neuen Depotverwalter übertragen werden sollte. Ansonsten gilt, dass der gewählte Dienstleister Abgeltungsteuer ans Finanzamt abführt. Achte auch darauf, dass deine korrekten Einstandskurse (Aktienpreis plus Orderkosten) im neuen Depot stimmen. Bleibt alles beim Alten, fallen keine Steuern aufgrund des Wechsels an. Aber sind die Einstandspreise nicht sauber übertragen, dann wird eine pauschale Abgeltungssteuer abgeführt.

Checkliste für deinen Depotwechsel

  1. Suche ein Depot, das zu dir und deinen Anlagen passt.
  2. Verkaufe die Papiere, die du nicht übertragen kannst oder willst (sonst läuft das alte Depot neben dem neuen weiter).
  3. Verkaufe ebenfalls Bruchstücke.
  4. Fülle das Anmeldeformular aus (und gib persönliche Daten und deine Steuernummer an).
  5. Identifiziere dich mit deinem Personalausweis (meist reicht der elektronische Pass).
  6. Ziehe alle Dokumentationen deines alten Depots zu dir auf den Rechner.
  7. Prüfe, ob alle Wertpapiere auch mit ihrem Einstandspreis aufgeführt sind.
  8. Prüfe, ob du deinen Freistellungsauftrag auf den neuen Depotdienstleister übertragen solltest.
  9. Kündige dein altes Depot.

herMoney Tipp

Findest du kein Angebot für NeukundInnen beim Broker deiner Wahl, sprich mit dem Kundenservice. Vielleicht gibt es für noch zweifelnde potenzielle KundInnen ein Sonderprogramm.

Übrigens: Wenn du ein Depot für dein Kind eröffnen möchtest, schau mal in unserem Junior-Depot-Vergleich vorbei.

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Christiane Habrich-Böcker

Christiane Habrich-Böcker ist langjährige Wirtschafts- und Nachrichtenredakteurin. Sie publizierte unter anderem für den Finanzen Verlag und schrieb für Euro am Sonntag und Börse Online.