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Kleine Unternehmen, sogenannte Small Caps, gelten als dynamisch und flexibel. Warum das so ist und wie du mit ETFs investieren kannst.

Inhalt

Was sind Small Caps?

Warum Small Caps so interessant sind

Risiken der Nebenwerte nicht unterschätzen!

Für welchen Anleger-Typ machen Small Caps Sinn?

Small Cap-ETFs, Fonds oder Einzelwerte?

Welche MSCI-Small-Cap-ETFs sind die besten?

herMoney-Tipp

Das Wichtigste über Nebenwerte auf einen Blick

Small Caps sind für Anfänger weniger geeignet. Du solltest in der Lage sein, Schwankungen gelassen hinzunehmen.

Statt einzelne Aktien kleiner Unternehmen zu kaufen, ist es besser, das Risiko auf mehrere zu verteilen. Dafür kannst du Small-Cap-ETFs oder -Fonds nutzen.

Achte darauf, nicht mehr als ein Viertel deines Depots in Small Caps zu investieren. Eine breite Aufstellung reduziert das Risiko.

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Was sind Small Caps?

Bei „Small-Cap-Aktien“ oder einfach nur „Small Caps“ geht es um kleinere Unternehmen mit einer geringen Börsenkapitalisierung. Das Gegenteil von Small Caps sind Großunternehmen, die im Börsenjargon auch „Large Caps“ oder „Blue Chips“ genannt werden. Dazu zählen zum Beispiel Welt-Konzerne wie Siemens, Daimler, General Electric oder Amazon.

Während die Large Caps weitläufig bekannt sind, haben die meisten Menschen von den zahlreichen Small Caps oft nur wenig bis nichts gehört. Man spricht hier auch von „Unternehmen der zweiten Reihe“ oder von „Aktien-Nebenwerten“.

Warum Small Caps so interessant sind

Aber was macht sie so interessant? Kleine Unternehmen sind flexibler und können sich schneller auf neue Begebenheiten einstellen. So braucht ein Großkonzern wie VW Jahrzehnte, um sich vom Verbrennungsmotor auf E-Mobilität umzustellen. Der vergleichsweise kleine Online-Versandhändler home24 dagegen hat seine Systeme blitzschnell angepasst, um der erhöhten Nachfrage für Möbel während der Corona-Krise nachkommen zu können.

Auch das Management eines kleineren Unternehmens ist agiler, weil es hier oft nur wenige Hierarchie-Ebenen und eine geringere Anzahl an Mitarbeitern gibt. Das hält nicht nur die Entscheidungswege schlank, sondern beschleunigt auch die Prozesse.

Positiv ist auch, dass der Effekt einer klugen unternehmerischen Entscheidung bei einem kleinen Unternehmen direkter wirkt. Eine gute Idee kann hier rasch den Unternehmensgewinn nach oben katapultieren. Aber eine gute Entscheidung etwa in der Küchengeräte-Sparte von Siemens hat lediglich einen Mini-Einfluss auf den Kurs der Siemens-Aktie. Eine gute Entscheidung kann bei einem Großkonzern unter den vielen Rädchen, die hier täglich gestellt werden, mehr oder minder untergehen.

Tatsächlich entwickelte sich der der Index “MSCI Europe Small Cap” im Vergleich zum MSCI Europe in den letzten Jahren deutlich besser:

Risiken der Nebenwerte nicht unterschätzen!

Auch wenn diese Argumente einleuchten, bergen die kleinen Unternehmen auch Risiken: Meistens ist die Kapitaldecke nicht so stark. Außerdem sind Möglichkeiten der Firmen, sich am Markt Geld zu beschaffen, eingeschränkter als bei einem Großunternehmen.

Wenn Daimler Geld benötigt und eine Anleihe ausgibt, um sich Geld zu borgen, werden Investoren aus der ganzen Welt anspringen. Sprich dem Konzern Geld zur Verfügung stellen. Wenn hingegen ein kleineres Unternehmen wie Hello Fresh Geld aufnehmen will, gibt es deutlich weniger Interessenten.

Auf Grund ihrer meist dicken Kapitaldecke gelten Large Caps auch als krisenresistenter. Oft können sie bei Bedarf einige flaue Jahre überstehen, ohne in Existenznöte zu geraten. Kleinere Unternehmen mit ihrer oft dünneren Kapitaldecke kommen da schon eher an ihre Grenzen. Sie müssen ihr Geschäftsmodell eher umstellen oder im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden.

Hinzu kommt, dass Großkonzerne in besonders schwierigen Situationen auch mit staatlichen Rettungsmaßnahmen rechnen können. Der Grund: Sie spielen als Arbeitgeber in einer bestimmten Region oder für die Zuliefer-Industrie eine große Rolle. Deshalb sind sie den Politikern wichtig. Das zeigen Beispiele wie die Commerzbank in der Finanzkrise oder TUI und Lufthansa während des Corona-Lockdowns. Solche staatlichen Rettungsaktionen werden zwar kontrovers diskutiert, aber sie finden statt.

Auf der anderen Seite sind Small Caps auf Grund ihrer Wendigkeit auch schneller wieder im Loop, wenn eine Wirtschaftskrise beendet ist. Ein Riesentanker hat eben einen längeren Bremsweg, aber auch eine längere Beschleunigungsstrecke als ein Schnellboot.

Für welchen Anleger-Typ machen Small Caps Sinn?

Bevor du dir überlegst, in Small Caps zu investieren, solltest zu abwägen, wie du mit dem Auf und Ab an der Börse zurechtkommst. Wer bei einem Kursrückgang von 10 oder 20 % schon schlecht schläft und zu Schweißausbrüchen neigt, ist mit Small Caps nicht gut beraten. Hier können die Ausschläge nach oben und nach unten größer sein als bei Blue Chips.

Für Börsen-Neulinge und für eher ängstliche Naturen ist es daher besser, in breite Indizes zu investieren, die eher die großen Werte beinhalten. Zum Beispiel in den MSCI World oder den Euro Stoxx 50.

Wer hingegen das Auf und Ab an der Börse gelassen hinnehmen kann, kann seinem Portfolio neben den oben genannten breiten Indizes auch Small Caps beimischen. Aber wie viele Small Caps sollten es sein? Wenn Small Caps an deinem Aktien- oder Aktienfonds-Portfolio etwa ein Viertel ausmachen, ist das eine angemessene Größenordnung. An der Börse macht es schließlich fast nie Sinn, alles auf ein Unternehmen, ein Thema (z. B. Small Caps) oder eine Region zu setzen. Eine breite Streuung ist auf jeden Fall ratsam, weil es immer anders kommen kann als erwartet.

Small Cap-ETFs, Fonds oder Einzelwerte?

Und wie sollte man in Small Caps investieren? Auf Einzelwerte zu setzen, ist etwas für erfahrene Anlegerinnen. Schließlich solltest du das Geschäftsmodell, die aktuelle Strategie des Managements und die Gewinnaussichten der Unternehmen einschätzen können, in die du investierst. Und das ist bei Nebenwerten nicht immer einfach, weil es dazu weniger öffentliche Informationen gibt. Du musst dir auch Zeit für die Analyse der Aktienkennzahlen nehmen.

Fonds sind hier praktischer. Nun müssen wir uns noch entscheiden, ob wir Small-Caps lieber über ein aktives Fondsmanagement oder über einen ETF abdecken wollen. Argumente gibt es für beides: Für einen ETF spricht, das sie geringe Kosten aufweisen und wir sie schnell und einfach über eine Börse kaufen können. Für ein aktives Fondsmanagement spricht, dass es durch geschickte Aktien-Selektion womöglich mehr herausholen kann. Allerdings schafft das nicht jedes Fondsmanagement – zumindest nicht über lange Zeiträume.

Welche MSCI-Small-Caps-ETFs sind die besten?

Vermutlich entscheiden sich viele für einen ETF. Sie müssen sich dann nur noch Gedanken machen, welchen Markt sie abdecken möchten. Nur Deutschland? Oder Europa? Oder die ganze Welt?

Hier sind einige wichtige Small-Cap-Indizes:

  • MSCI World Small Cap Index: Dieser Index enthält 4.283 kleinere Unternehmen aus 23 entwickelten Ländern. Das bei weitem größte Länder-Gewicht haben die USA mit 59,6 %, gefolgt von Japan mit 10,3 %.
  • MSCI Europe Small Cap Index: Dieser Index enthält 972 kleinere Unternehmen aus 15 europäischen Ländern. Das größte Länder-Gewicht mit 32 % hat Großbritannien, gefolgt von Schweden mit 13 %. Erst an dritter Stelle folgt Deutschland mit 9,7 %.
  • MSCI USA Small Cap Index: Dieser Index enthält 1.741 kleinere Unternehmen, die in den USA beheimatet sind.
  • SDAX: Dies ist ein deutscher Small Cap-Index, der von der Deutschen Börse AG eingeführt wurde. Er enthält 70 kleinere Unternehmen, die von der Größe her den mittelgroßen Firmen folgen, die im MDAX enthalten sind.

Je nachdem, für welchen Index du dich interessierst, kannst du dann einen passenden Small-Cap-ETF heraussuchen. Eine Liste mit europäischen Small-Cap-Fonds findest du hier:

NameISINRendite (3 Jahre)Rendite (5 Jahre)Vola (3 Jahre)Vola (5 Jahre)Fonds-Volumen in Mio. EuroJährliche KostenMorningstar-BewertungReplikation 
UBS ETF MSCI EMU Small Cap EUR A disLU06714932777,58 %10,89 %18,54 %16,24 %1100,33 %3physisch
Lyxor MSCI EMU Small Cap DR ETF DistLU15986891537,29 %10,86 %18,60 %16,38 %2450,40 %3physisch
iShares MSCI EMU Small Cap ETF EUR AccIE00B3VWMM187,43 %10,78 %18,75 %16,48 %8290,58 %3physisch
NameISINRendite (3 Jahre)Rendite (5 Jahre)Vola (3 Jahre)Vola (5 Jahre)Fonds-Volumen in Mio. EuroJährliche KostenMorningstar-BewertungReplikation 
Xtrackers MSCI Europe Small Cap ETF 1CLU03222539068,73 %10,00 %19,60 %17,32 %10620,30 %3physisch
SPDR® MSCI Europe Small Cap ETFIE00BKWQ0M758,73 %9,79 %19,41 %17,46 %2230,30 %3physisch
Lyxor MSCI Europe Small Cap TRN ETFLU03924963448,34 %9,66 %19,48 %17,22 %570,35 %3synthetisch
BNPP EMSCI EurpSmCp SRI S5% Cpd ETF CapLU12911015557,95 %9,66 %19,91 %17,94 %2230,25 %3physisch

Weltweiter Small-Cap-Fonds:

NameISINRendite (3 Jahre)Rendite (5 Jahre)Vola (3 Jahre)Vola (5 Jahre)Fonds-Volumen in Mio. EuroMorningstar-BewertungJährliche KostenReplikation 
SPDR® MSCI World Small Cap ETFIE00BCBJG56010,70 %12,05 %21,45 %17,45 %778.30830,45 %physisch

Quelle: Morningstar, 26.03.2021
Legende: Vola = Schwankungen, Bewertung: 5 = top, 1 = schlecht, Replikation: Nachbildung des Index

Einige der Firmen, die im deutschen Small Cap-Index SDAX vertreten sind, kennst du vielleicht. Hier ist eine Auswahl:

  1. 1&1 Drillisch
  2. Bilfinger
  3. BVB Borussia Dortmund
  4. Fielmann
  5. Hornbach
  6. Jenoptik
  7. Osram
  8. Patrizia
  9. RTL
  10. Sixt
  11. Talanx
  12. Zooplus

Mit einem ETF auf den SDAX kannst du in all diese 12 Titel und 58 weitere deutsche Nebenwerte investieren. Hier kannst du dir im Vergleich die Performance gängiger DAX-ETFs anschauen.

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herMoney-Tipp

Small-Cap-Unternehmen gelten als wendig und flexibel. Das verleiht ihnen ein interessantes Kurspotenzial. Allerdings reagieren viele von ihnen relativ rasch auf konjunkturelle Schwankungen, weshalb sie als riskanter gelten als Investitionen in Großunternehmen. Daher ist es sinnvoll, das Risiko über einen Fonds auf viele Small Caps zu verteilen.

Zum Weiterlesen: Du interessierst dich für ertragreiche Titel und nimmst dafür gerne Schwankungen in Kauf? Dann könnten auch KI-Fonds oder Wasserstoff-ETFs für dich interessant sein. Hier erfährst du außerdem, mit welchen Tricks du dein Depot absichern kannst.

Anhang: Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchen Sie ein Depot. Das können Sie bei Ihrer Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kaufen Sie nicht irgendwelche Fonds. Machen Sie sich erst Gedanken, wie Ihr Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfahren Sie hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lesen Sie es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit Ihr Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb sollten Sie einmal pro Jahr prüfen, ob Ihr Depot noch Ihrem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Sofern Sie ein international breit gestreutes ETF-Depot haben, behalten Sie einen kühlen Kopf und sitzen Sie die Kursschwankungen einfach aus. Ganz mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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