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Aktien-Selektion ist eine Kunst. Wir zeigen, welche Faktoren Börsianer betrachten, um „gute“ Aktien auszuwählen.

Inhalt:

Aktien richtig bewerten: Eine kurze Übersicht

Wählen Sie eine zukunftsträchtige Branche und erfolgsversprechende Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell.

Prüfen Sie, ob die Dividenrendite hoch ist und das KGV unter 12 liegt. Schwankt die Aktie möglichst wenig? Liegt sie im Trend und steigt?

Beobachten Sie Ihre Favoriten eine Weile, um ihre Entwicklung unter die Lupe zu nehmen. Bevor Sie zuschlagen, checken Sie die Kennzahlen erneut.

Kaufen Sie niemals Aktien, ohne sich die Daten angesehen zu haben – auch wenn Sie einen „heißen“ Tipp bekommen!

Leider gibt es keinen allgemeingültigen Faktoren, die auf bald steigende Aktienkurse hinweisen. Sonst wäre es ja leicht: Man würde einfach diese Faktoren anwenden und hätte ein Aktienportfolio mit Anstiegsgarantie!

An der Börse trifft jeder Entscheidungen unter Unsicherheit. Aber immerhin, es gibt einige Daten und Faktoren, die Hinweise auf künftig steigende Kurse sein können. Aber eben nur können und nicht müssen, denn an der Börse kann es immer auch anders kommen als erwartet – wie im richtigen Leben!

2 Methoden zur Aktienbewertung: So unterscheiden sich Fundamental- und Chartanalyse

Portfoliomanagerinnen und Investorinnen wenden verschiedene Methoden an, um Aktien zu bewerten. Dabei gibt es zwei generelle Vorgehensweisen:

Fundamentalanalyse von Aktienkennzahlen
Manche betrachten fundamentale Kennzahlen, die aus der Bilanz hervorgehen. Sie denken, dass es sich über kurz oder lang in den Bilanzen niederschlagen wird, wenn ein Unternehmen erfolgreich im Markt agiert. Dann wird es mehr Umsätze generieren, mehr Gewinne ausweisen und kann auch höhere Dividenden zahlen. Sie betrachten also Kennzahlen, die auf Umsätzen, Gewinnen und Dividenden basieren und wählen so ihre Favoriten aus.

Fundamental-Analysten gehen der Frage nach: Ist das Unternehmen günstig bewertet? Sie nehmen also Aktienbewertungen vor und suchen nach dem sogenannten „inneren Wert“ der Aktie. Mehr dazu weiter unten im Abschnitt über Aktienkennzahlen.

Aktienbewertung lässt sich lernen. Mit etwas Übung haben Sie schnell im Gefühl, welche Aktien-Kennzahl „gut“ ist und ab welchem Wert Sie eher vorsichtig sein sollten. Feste Grenzen wie „ab diesem Wert ist eine Aktie zu teuer“ gibt es bei der Aktienanalyse nicht. Es ist vielmehr das Zusammenspiel mehrerer Kennzahlen.

Aktienkennzahlen finden Sie zum Beispiel bei Brokern wie:

  • Consorsbank
  • Smartbroker
  • Onvista
  • Comdirect
  • Augsburger Aktienbank
  • Flatex
  • ING
  • S-Broker

Suchen Sie dort nach den Kennzahlen, die Sie interessieren, und vergleichen Sie die Daten mit denen ähnlich ausgerichteter Unternehmen. So können Sie bewerten, was die „besten“ Aktien für Sie sind.

Chartanalyse (technische Analyse)

Andere Börsianer betrachten Kurs-Charts, also Grafiken. Sie argumentieren, dass die Gesamtheit der Börsenteilnehmer Angebot und Nachfrage beeinflusst, was letztlich die Kurse bestimmt.

In den Kursen spiegeln sich die gesammelten Informationen wider, die der Markt zur Verfügung hat. Entsprechend kann man ihrer Meinung nach aus den Mustern der Kursentwicklung die Stimmung der Börsenteilnehmer hinsichtlich einer Firma ablesen. Das würde die künftigen Kurse beeinflussen. Unternehmen, deren Kurse stark schwanken („volatile Titel“) sorgen bei Investoren für ein stärkeres Wechselbad der Gefühle als Unternehmen, die wie eine Dampflock über viele Jahre leicht aber beständig nach oben steigen. Die Volatilität wäre beispielsweise ein „technischer Faktor“.

Auch die Kurs-Grafiken oder „Charts“ zu Aktien, Fonds und ETFs finden Sie bei den oben genannten Online- oder Discount-Brokern. Bei den meisten dieser Portale können Sie die Betrachtungszeiträume verschieben. Sehen Sie sich ruhig einen kürzeren Zeitraum (ca. 1 Monat), einen mittleren (ca. 3 Jahre) und einen längeren Zeitraum (5 oder sogar 10 Jahre) an!

Das Bild sieht jeweils sehr unterschiedlich aus. So sehen Sie, was in der längeren Vergangenheit los war und wie sich der Kurs in den vergangenen Tagen entwickelt hat. Wenn es auffällige Ausschläge nach oben oder unten gibt, können Sie nach dem Grund dafür suchen. So sammeln Sie noch mehr Informationen über Ihr Unternehmen.


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Welche Kennzahlen sind beim Aktienkauf am wichtigsten?

Natürlich werden Sie das Unternehmen, deren Aktie Sie in die engere Auswahl nehmen, genau betrachten und bewerten. In welcher Branche ist es tätig? Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet es an? Wie lautet das Geschäftsmodell? Nur wenn Sie all das für aussichtsreich erachten, werden Sie tiefer in die Bewertung einsteigen.

Welche Faktoren oder Kennzahlen Sie dann beim Aktienkauf genau unter die Lupe nehmen, ist von Anlegerin zu Anlegerin unterschiedlich. Damit Sie nicht verzweifeln angesichts der enormen Datenflut: Sie werden nicht alle Daten ansehen können, denn dazu benötigt man professionelle Datenbanken, die teuer sind. Noch nicht einmal sie enthalten „alles“.

Wir wollen ja auch mit der Analyse fertig werden, daher wird man sich auf die wichtigsten Kennziffern beschränken müssen. Und letztlich treffen Sie bei Aktien-Investitionen immer Entscheidungen unter Unsicherheit, egal welche Faktoren Sie betrachten.

Unter Börsianern haben sich die folgenden wichtigen Indikatoren für Aktien herausgebildet.

Dividendenrendite (fundamentale Kennzahl)

Sie misst, wie hoch die Dividende relativ zum Kurs ist. Je höher die Dividendenrendite, desto attraktiver das Unternehmen. Die höchsten Dividendenrenditen haben im DAX-Index, der die 30 größten deutschen börsengehandelten Unternehmen repräsentiert, die BASF-Aktie mit aktuell 6,8 % und Eon mit 4,8% (Juli 2020).

Achtung: Die Dividendenrendite kann von der diesjährigen Dividende oder von der für die Folgejahre erwarteten Dividende berechnet werden! Schauen Sie sich beides an!

Kurs-Gewinn-Verhältnis, KGV (Price-Earnings-Ratio, PER) 

Das KGV zeigt, wie das Verhältnis zwischen dem Gewinn, den das Unternehmen erzielt, im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs ist. Je niedriger die KGV-Bewertung ist, desto attraktiver die Aktie. Das KGV gibt nämlich an, das Wievielfache des Jahresgewinns einer Aktie Sie aktuell an der Börse zahlen müssen.

Was ist ein gutes KGV bei einer Aktie?

Ein günstiges KGV liegt etwa unter 12, ein hohes liegt vielleicht bei 25. Eine Aktie, die gerade „in“ ist, kann aber auch ein deutlich höheres KGV aufweisen. Hier wäre zu überlegen, ob das Unternehmen ein gutes Wachstum verspricht. Bei steigenden Gewinnen wächst nämlich die Bewertung über die Zeit wieder in die übliche KGV-Bandbreite hinein (wenn der Kurs so bleibt und die Gewinne ansteigen). Bei einem Unternehmen, das ein hohes KGV, aber keine Gewinnaussichten (mehr) hat, gilt es vorsichtig zu sein. Es ist womöglich schon zu hoch bewertet.


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250-Tages-Vola (technische Kennzahl)

Die Schwankungen einer Aktie ist die „Volatilität“. Die 250-Tages-Vola gibt an, wie stark eine Aktie in den vergangenen 250 Tagen geschwankt hat. Aktien mit niedriger Volatilität sind für die meisten von uns besser als solche mit hoher. Daher ist eine Aktie mit niedriger Volatilitätskennziffer besser als eine mit einer hohen.

Wenn Ihnen die mathematische Zahl „Volatilität“ nicht viel sagt, betrachten Sie einfach den graphischen Kursverlauf und vergleichen Sie per Augenmaß, ob er stärker schwankt als der Kursverlauf anderer Aktien aus der gleichen Branche.

Wer allerdings traden will, hat mehr Chancen bei volatilen Aktien, denn hier kann man bei geschicktem Ein- und Ausstieg besonders niedrige Kauf- und besonders hohe Verkaufskurse erzielen. Allerdings müssen Sie auch genau die richtigen Zeitpunkte erwischen, und das ist ehrlich gesagt eher Kunst als Wissenschaft. Timing ist und bleibt extrem schwierig an der Börse. Dauerhaft liegt hier keiner richtig.

Momentum 250 Tage (technische Kennzahl)

Das Momentum gibt an, wie eine Aktie aktuell im Trend liegt. „The trend is your friend“ lautet eine bekannte Börsenweisheit. Eine Aktie, die aktuell im Trend liegt, wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin positiv entwickeln. Denn nach und nach werden immer mehr Anlegerinnen auf diese Aktie aufmerksam, investieren ebenfalls und sorgen so für weiter steigende Kurse.

Genau umgekehrt verhält es sich mit Aktien, die aktuell in Verruf sind: Die meisten Aktionäre möchten sich dann über kurz oder lang von ihnen trennen. Wenn viele Anlegerinnen erst einmal eine längere Reihe fallender Kurse sehen, werden sie ebenfalls unsicher und verkaufen auch. Das führt zu weiter sinkenden Kursen.

Wenn Sie den Kursverlauf betrachten, achten Sie also darauf, ob er in letzter Zeit nach oben zeigt. Lesen Sie dann nach, warum die Aktie so begehrt ist. Das gibt Ihnen ein noch besseres Bild. Machen Sie dann den Trend zu ihrem Freund, sprich: Setzen Sie auf einen Trend, den Sie möglichst schon zu Beginn ausmachen!

Wie bewerte ich Aktien richtig? Weitere wichtige Kennzahlen

Sie kennen nun die vier wichtigsten Indikatoren. Aber viele Aktien-Investorinnen betrachten andere oder weitere Kennzahlen.

Übersicht:

  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
  • Eigenkapitalquote (EKQ)
  • Gewinn je Aktie (earnings per share, EPS-Kennzahl)
  • Verschuldungsgrad
  • Eigenkapitalrendite
  • Cash-Flow je Aktie
  • Kurs-Cash-Flow (KCF)
  • Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)
  • Value at Risk (VaR)
  • Börsenkapitalisierung und Streubesitz (englisch: free float)

Welche Kennzahlen Sie am Ende beachten möchten, legen Sie selbst fest. Aber mit den ersten vier genannten Kennzahlen, die wir hier näher erklärt haben, haben Sie die wichtigsten Faktoren im Blick. Sie gelten bei vielen als die wichtigsten Kennzahlen zur Aktienbewertung für Anfänger.

Vermeiden Sie diese typischen Anfängerfehler!

Der häufigste Anfängerfehler ist, dass man sich in eine Aktie, in deren Analyse man besonders viel Arbeit gesteckt hat, sozusagen „verliebt“. Nach dem Motto: Nun habe ich mir so viel Mühe gemacht, nun muss ich die Aktie auch kaufen!

Besser ist es in einer solchen Situation, die Aktie zu beobachten und erst dann zuzuschlagen, wenn der Kurs gefallen ist. Aber Obacht: Bevor Sie wirklich kaufen, müssen Sie sich die Kennzahlen noch einmal ansehen und beurteilen, ob das Unternehmen immer noch erfolgsversprechend ist und die Aktie unter den neuen Bedingungen günstig bewertet wird. Wenn Sie beides mit „ja“ beantworten, kaufen Sie!

Damit Sie den Überblick nicht verlieren, legen Sie sich eine „Watchlist“ mit denjenigen Aktien an, die Sie beobachten wollen.

Aktien kaufen, ohne sie selbst zu bewerten

Ein weiterer Anfängerfehler ist, sich von der Meinung anderer anstecken zu lassen. Jemand erzählt Ihnen von einem „bombensicheren“ Tipp oder brüstet sich damit, dass er mit einer Aktie hervorragende Gewinne gemacht hat. Oder Sie hören, dass eine Aktie kurz davor steht, „abzuschmieren“. Selbst ist die Frau: Sie haben das Rüstzeug, um nachzusehen, wie die für Sie wichtigen Kennzahlen aussehen. Erst checken, dann handeln, lautet die Devise an der Börse!

Und eins noch: „Geheime Information“, die nur Ihr Gesprächspartner hat, darf es an der Börse nicht geben, denn das wäre Insider-Information. Die ist verboten. Wenn die Information Ihres Gesprächspartners wahr ist, können Sie sie leicht prüfen, indem Sie die passenden Suchbegriffe in eine Suchmaschine eingeben.


Einfach die Börsenstrategien anderer kopieren?
Copy Trading kann gefährlich sein!

 


herMoney-Tipp

Die wichtigsten Informationen sind, was das Unternehmen macht, ob das Geschäftsmodell zukunftsträchtig ist und ob Sie dem Unternehmen Erfolg zutrauen. Wenn Sie darüber hinaus noch die ersten vier Faktoren betrachten, die in diesem Artikel genannt sind, bekommen Sie schon ein ziemlich gutes Bild und können mit realistischem Aufwand erfolgreiche Aktien selektieren. Wenn Sie dann noch breit streuen und nicht alles auf eine Karte setzen, haben Sie gute Chancen.

Zum Weiterlesen: Wie Sie ein breit gestreutes Weltportfolio aufbauen und Risiken für Geldverlust minimieren.

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