Academy by herMoney

Die Rente ist für Frauen ein Riesenthema. herMoney zeigt dir Schritt für Schritt, wie du einfach deine Altersvorsorge angehst.

So bekommen Frauen mehr Rente: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Schritt: Informiere dich, wie die Rente in Deutschland funktioniert.

2. Schritt: Prüfe deine Rentenansprüche.

3. Schritt: Schließe deine Versorgungslücke mit privater Altersvorsorge.

Altersvorsorge für Frauen: Das Wichtigste in Kürze

1.225 Euro brutto gesetzliche Rente bekommen Frauen im Schnitt. Davon werden noch Steuern und Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen.

Die Rentenansprüche von Frauen sind so niedrig, weil viele Teilzeit arbeiten oder in mager bezahlten Berufen tätig sind.

Private Altersvorsorge ist für Frauen also besonders wichtig. Mit Riester oder Rürup, betrieblicher Altersvorsorge, vermögenswirksamen Leistungen oder ETF-Sparplänen können Frauen ihr Einkommen im Alter aufbessern.

Academy by herMoney

Ein Thema, in dem es um „Alter“ und „Sorge“ geht, ist nicht besonders sexy. Kein Wunder, dass die Altersvorsorge für Frauen immer noch etwas ist, um das sie gerne einen Bogen machen. Die Rente ist gerade für Frauen aber besonders wichtig. Denn noch bekommen Frauen in Deutschland deutlich weniger Altersrente als Männer. Unser großer herMoney-Guide hilft dir dabei, deine Rente anzugehen. Dafür machen wir dich mit den wichtigsten Fakten zu Rentenalter und Co. vertraut. Du erfährst, an welchen Stellschrauben Frauen drehen können, um mehr Rente zu bekommen.

1. Schritt: Informiere dich, wie die Rente in Deutschland funktioniert.

Ab wann können Frauen in Deutschland in Rente gehen?

Wäre das nicht schön? Eine Rente mit 60 Jahren für Frauen, und das auch noch ganz ohne finanzielle Sorgen und Abschläge. Leider ist das nur ein schöner Traum. Die Grenze für eine Altersrente ohne Abschläge steigt seit 2012 schrittweise von 65 auf 67 Jahre an.

Das Rentenalter für Männer und Frauen ist übrigens gleich hoch. Nur wenn du schon vor 1964 geboren wurdest oder bereits 45 Jahre Beitragsjahre bei der deutschen Rentenversicherung zusammenbekommst, kannst du schon früher ohne Abschläge in Rente gehen.

Du bist zum Beispiel Jahrgang 1960, 1962 oder 1963 oder fragst dich, welche Rente du als Frau erwarten kannst? Mit welchem Geburtsjahr du wann ohne Abschläge in Rente gehen kannst und an welche Bedingungen das geknüpft ist, erfährst du hier.

Können Frauen mit 60 Jahren in Rente gehen, wenn sie gewisse Abschlägen in Kauf nehmen? Anders als früher geht das nicht mehr. Inzwischen zahlt die Rentenkasse Männern und Frauen im Alter frühestens eine Rente mit 63 Jahren aus.

Du möchtest wissen, wann Frauen wirklich in Rente gehen? Im Durchschnitt sind Frauen bei Renteneintritt in Deutschland derzeit 64,2 Jahre alt, das faktische Renteneintrittsalter der Männer liegt bei 64,1 Jahren. Du musst allerdings wissen, dass du für jeden Monat, den du vor Erreichen der eigentlichen Altersgrenze Rente beziehst, ein Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen musst. Pro Jahr, das du früher in Rente gehst, sind das also 3,6 Prozent.

Zum Vergleich werfen wir ein Blick auf unser Nachbarland: Wann gehen eigentlich Frauen in Frankreich in Rente? Für alle ab 1955 in geborenen Frauen wie Männer gilt in Frankreich derzeit grundsätzlich ein Renteneintrittsalter von 62 Jahren. (Quelle: dpa factchecking)

Wie hoch ist die gesetzliche Rente für Frauen und für Männer?

1225 Euro brutto – so viel Altersrente bekommen Frauen in Deutschland derzeit im Bundesdurchschnitt. Zum Vergleich: Bei Männer beträgt der Wert 1632 Euro (Quelle: Rentenatlas 2021). Frauen bekommen also deutlich weniger Altersrente als Männer (Gender Pension Gap).

In den östlichen Bundesländern liegen die Werte von Männern und Frauen übrigens dichter beieinander als in den westlichen. Das liegt nach Auskunft der Rentenversicherung insbesondere dran, dass die Frauen im Osten Deutschlands weniger teilzeitbeschäftigt waren als im Westen. Dadurch sind die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern geringer.

Wovon hängt die Höhe meiner gesetzlichen Rente ab?

Sie hängt entscheidend davon ab, wie viel du in deinem Erwerbsleben verdienst und daher an Rentenansprüchen erwirbst. Die Höhe deiner Rente richtet sich also vor allem nach deinen durch Beiträge versicherten Arbeitsverdiensten. Sie werden dann in so genannte Entgeltpunkte umgerechnet und deinem Rentenkonto gutgeschrieben.

Genau einen Entgeltpunkt bekommst du gutgeschrieben, wenn du in einem Jahr genauso viel verdient hast wie der Durchschnitt aller Versicherten (2021 rund 41.540 Euro). Allerdings kannst du auch für bestimmte Zeiten Entgeltpunkte bekommen, für die du selbst keine Beiträge bezahlt hast oder Beiträge vom Staat, von der Agentur für Arbeit, von der Krankenkasse oder anderen Stellen bekommst, etwa für Freiwilligendienst oder Kindererziehung.

2021 entspricht ein Entgeltpunkt übrigens einer Altersrente von 34,19 Euro in den alten und 33,47 Euro in den neuen Bundesländern.
Klar ist: Wenn Frauen in Teilzeit arbeiten, verdienen sie weniger als in einem Vollzeitjob. Folglich können sie während ihres Berufslebens weniger Entgeltpunkte erwerben – und haben dann im Alter eine geringere Rente.

Bin ich als Hausfrau auch in der gesetzlichen Rentenversicherung?

Das hängt davon ab, ob du nur kurzfristig im Job pausierst oder dauerhaft Hausfrau bist. Hast du dauerhaft gar keinen sozialversicherungspflichtigen Job, kannst du dich auch als Hausfrau an die Rentenversicherung wenden. Du kannst nämlich in Betracht ziehen, wie eine Selbständige oder eine Freiberuflerin freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung einzuzahlen. Dann hast du auch als Hausfrau einen Rentenanspruch.

Wie steht es um die Rente bei einer Scheidung?

Lässt du dich scheiden, werden die Rentenansprüche aus der Zeit der Ehe oder Partnerschaft als gemeinschaftliche Lebensleistung angesehen. Sie gehören beiden Partnern zu gleichen Teilen und werden dann bei einer Ehescheidung im Wege des Versorgungsausgleichs geteilt. Über die Details entscheidet das Familiengericht.

Probleme gibt es allerdings noch immer bei Renten älterer Frauen, die früher in der DDR geschieden wurden. Denn der Versorgungsausgleich wurde in den neuen Bundesländern erst für Scheidungen ab 1992 eingeführt. Ein Härtefallfonds, der das Problem lösen und eine Erhöhung der Rente für in der DDR geschiedene Frauen bringen soll, lässt noch auf sich warten.

Habe ich einen Rentenanspruch als Ehefrau?

Hier musst du aufpassen, dass du nicht etwas durcheinanderbringst. Bitte verwechsele die Altersrente nicht mit der Rente für Hinterbliebene beim Tod des Ehe- oder Lebenspartners. Unter welchen Bedingungen du Ansprüche aus einer Witwenrente haben könntest, erfährst du hier.

Quick Check: Die wichtigsten Fakten

Deine gesetzliche Altersrente fällt umso höher aus, je:

1. mehr Jahre du sozialversicherungspflichtig arbeitest.

2. länger du Vollzeit anstatt in Teilzeit arbeitest.

3. desto höher dein Verdienst in dieser Zeit ist.

2. Schritt: Prüfe deine Rentenansprüche.

Wofür brauche ich die Renteninformation?

Nimm als Erstes deine Renteninformation zur Hand, die du von der Deutschen Rentenversicherung zugeschickt bekommst. Wenn du mindestens 27 Jahre alt bist und fünf Jahre Beitragszeiten erworben hast, erhältst du das zweiseitige Schreiben jedes Jahr. Darin sind deine aktuellen Rentenansprüche aufgeführt. Außerdem gibt es eine Hochrechnung, wie sich deine Rente künftig entwickeln könnte. Wie du deine Renteninformation richtig liest, erfährst du hier. Wenn du Kinder erzogen hast, erhöht das deine Ansprüche übrigens (Mütterrente).

Gemeinsam mit der ersten Renteninformation bekommst du auch deinen Versicherungsverlauf zugeschickt. Den solltest du gut überprüfen. Denn darin ist genau aufgeführt, welche Zeiten zum Beispiel aus Schulausbildung oder Kindererziehung bei der Rentenversicherung gespeichert sind. Fehlende Zeiten melde bitte unbedingt nach. Denn nicht alle Daten fließen automatisch ein, sondern nur auf Antrag. Du kannst bei der Rentenversicherung auch jederzeit formlos eine Kontenklärung beantragen.

Wie ermittle ich meine Versorgungslücke?

Bevor du in die Planung deiner Altersvorsorge einsteigst, solltest du unbedingt eine Bestandsaufnahme machen. Neben gesetzlichen Rentenansprüchen hast du vielleicht auch Ansprüche aus einer eine betriebliche Altersversorgung und privaten Lebens- oder Rentenversicherung erworben. Oder du hast einen Riester-Vertrag oder eine Rürup-Rente? Oder verfügst du zum Beispiel über eine Eigentumswohnung, die du vermietest? Oder du hast dir schon ein Fondsdepot aufgebaut, das du später im Alter für einen Auszahlplan nutzen möchtest?

Academy by herMoney

Bei der Ermittlung der Werte ist es ratsam, konservativ vorzugehen. Die Werte für die gesetzliche Rentenversicherung kannst du der Standmitteilung entnehmen. Auch über die anderen Ansprüche erhältst du regelmäßige Standmitteilungen zugeschickt. Wenn du dir einen Überblick verschaffst, kalkuliere bei Lebens- und Rentenversicherung bitte vorsichtshalber nur mit garantierten Werten und verlasse dich nicht auf etwaige Prognoseberechnungen.

Bitte berücksichtige auch, dass du im Alter womöglich Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung zahlen musst. Dagegen stellst du alle Ausgaben, die du im Alter haben wirst, zum Beispiel für Wohnen, Lebenshaltung, Reisen und Co. Experten raten dazu, pauschal zu kalkulieren, dass man im Alter mindestens 80 Prozent der Ausgaben haben wird, die während des Berufslebens anfallen. Auch die Inflation sollte man nicht außer Acht lassen. Klafft nun eine Lücke zwischen deinen zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben? Das ist die Versorgungslücke.

Quick Check: Die wichtigsten Fakten

1. Verschaff dir einen Überblick über deine gesetzlichen Rentenansprüche.

2. Schau auch, was du bereits an betrieblicher Altersvorsorge und freiem Vermögen aufbauen konntest.

3. Kalkuliere, wie viel Geld du vermutlich im Alter brauchen wirst.

4. Stell diese Werte einander gegenüber und ermittle die Versorgungslücke.

Academy by herMoney

3. Schritt: Schließe deine Versorgungslücke mit privater Altersvorsorge.

Du bist dir sicher, dass dir die gesetzliche Altersrente für einen auskömmlichen Ruhestand nicht reichen wird? Diese Sorge wird amtlich bestätigt: Selbst die Deutsche Rentenversicherung schreibt in ihrer Renteninformation 2021 Folgendes: „Da die Renten im Vergleich zu den Löhnen künftig geringer steigen werden und sich somit die spätere Lücke zwischen Rente und Erwerbseinkommen vergrößert, wird eine zusätzliche Absicherung für das Alter wichtiger.“

Doch bitte steck den Kopf jetzt nicht in den Sand. Denn wenn du ein paar Prinzipien beachtest, kannst du die richtigen Weichen stellen für ein gutes Auskommen im Alter. „Denn es ist höchste Zeit und nie zu spät, jetzt vorzusorgen“, rät etwa Prof. Dr. Rolf Tilmes vom Financial Planning Standards Board (FPSB). So gehst du Schritt für Schritt vor und optimierst deine Rente.

Wie gehe Frauen bei der zusätzlichen Altersvorsorge am besten vor?

Eine einheitliche Strategie, die für alle Frauen in allen Lebenslagen passt, gibt es leider nicht. Du kommst daher nicht daran vorbei, dir selbst einen maßgeschneiderten Fahrplan zu entwickeln, der zu deiner persönlichen Situation und deinen Bedürfnissen passt. Der richtige Weg hängt zum einen von deinem Lebensalter und damit von deiner Zeit bis zum Ruhestand ab. Zum anderen von deinen Lebensumständen wie zum Beispiel deiner Familiensituation, aber auch von deinen finanziellen Verhältnissen und deinen Wünschen.

Die entscheidende Frage: Welche Sparrate kannst du dir leisten?

Das ist der wichtigste Schritt überhaupt. Versuche herauszufinden, welche monatliche Sparrate du dir dauerhaft leisten kannst – und passe sie später immer wieder an deine Lebenslage an. Dann überlege, wie du mehr aus diesem Geld machen kannst. Mit unserem Zinseszinsrechner kannst du kalkulieren, wie viel Geld du in welchem Zeitraum erwirtschaften kannst.

Academy by herMoney

Welche Anlageformen eignen sich für Frauen am besten, die ihre Altersvorsorge optimieren möchten?

Klar ist: Wenn du bereit bist, ein kalkuliertes Risiko einzugehen, ist mehr drin. Verbraucherschützer raten dazu, mit ETF-Sparplänen und sicheres Tagesgeld als Risikopuffer Vermögensaufbau zu betreiben. Denn damit bleibt frau besonders flexibel. Und das ist für Frauen oft sehr wichtig, denn ihre Erwerbsbiografien sind wegen Familienpausen und Teilzeitarbeit immer noch unsteter als die von Männern.

Du hast noch keine betriebliche Altersvorsorge und dein Chef bietet dir eine Direktversicherung an? Deine Kollegin schwärmt von den vermögenswirksamen Leistungen in eurer Firma? Ziehe auch diese Finanzprodukte in Betracht und lass dich im Zweifelsfalle von einer Finanzberaterin genauer informieren.

Quick Check: Die wichtigsten Fakten

1. Entwickle deine eigene Versorgungsstrategie, die eine Standardlösung für alle gibt es nicht.

2. Ermittle die Sparrate, die du längerfristig durchhalten kannst.

3. Schau, welche Anlageformen für dich in Betracht kommen, zum Beispiel betriebliche Altersvorsorge, Riester-Rente oder vermögenswirksame Leistungen.

4. Betreibe freien Vermögensaufbau etwa mit ETF-Sparplänen.

Academy by herMoney

herMoney-Tipp für Frauen

Du hast nun erkannt, dass du dich wie die meisten Frauen dringend um deine Altersvorsorge kümmern musst? Dann warte nicht lange, sondern starte jetzt! Je früher du anfängst, Geld fürs Alter auf die Seite zu legen, desto mehr wirst du am Ende haben. Wir haben aufgeschlüsselt, wo Frauen mit 20, 30, 40 und 50 Jahren ansetzen können, um ihre Rente aufzubessern. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr!

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Sichere dir jetzt dein Whitepaper!
Lade dir jetzt unseren Rentenguide als PDF herunter