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Arbeiten während der Elternzeit: Vor- & Nachteile von Teilzeit

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Saskia Weck

29. Juni 2023

Teilzeitarbeit während der Elternzeit ist für manche der perfekte Spagat zwischen Kinderbetreuung und Karriere. So gelingt er!

Inhalt

Arbeiten während der Elternzeit: Das Wichtigste in Kürze

Während der Elternzeit darfst du 15 bis 32 Stunden pro Woche in Teilzeit arbeiten.

Vor allem kleine Unternehmen mit weniger als 15 Mitarbeitenden können den Antrag auf Teilzeit während der Elternzeit ablehnen.

Dann kannst du aber während der Elternzeit in einer anderen Firma tätig werden oder auf 520-Euro-Basis jobben.

Wer während der Elternzeit arbeiten möchte, wählt in der Regel Elterngeld Plus. Bei einem Hinzuverdienst von weniger als 50 % im Vergleich zu vor der Geburt drohen keine Kürzungen des Elterngeldes.

Dein Baby ist bald da? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt gibt es jede Menge zu organisieren. Eine wichtige Frage ist: Möchtest du während der Elternzeit arbeiten oder zu Hause bleiben? Wir erklären, wie eine Teilzeitarbeit während der Elternzeit aussehen kann und welche Vor- und Nachteile es gibt.

Während der Elternzeit beim gleichen Arbeitgeber arbeiten: Wann hast du Anspruch?

Grundsätzlich gilt: Alle Mütter und Väter haben einen Anspruch auf drei Jahre Elternzeit pro Kind. Du darfst sie bis zum 8. Geburtstag des Kindes nehmen. Während dieser Zeit haben Eltern ein Recht darauf, bis zu 32 Stunden pro Woche in Teilzeit zu arbeiten. „Gemäß der gesetzlichen Vorgaben, dürfen die Eltern während des Elterngeldbezuges bis zu 32 Wochenstundenerwerbstätig sein. Hierbei ist es unabhängig, ob Basiselterngeld oder Elterngeld Plus bezogen wird“, so Annett König vom Amt für Jugend und Familie der Stadt Leipzig. Kam das Kind vor dem 1. September 2021 zur Welt, dürfen Papa oder Mama nur 30 Stunden wöchentlich tätig sein.

Wichtig ist der monatliche Durchschnitt der Arbeitszeit. Du darfst also durchaus eine Woche lang Überstunden machen und zum Beispiel 35 Stunden arbeiten, wenn du im gleichen Monat in einer anderen Woche nur 25 beziehungsweise 29 Stunden beschäftigt bist. Hauptsache, der Durchschnitt deiner wöchentlichen Arbeitszeit übersteigt die 30 beziehungsweise 32 Stunden nicht.

Prinzipiell darfst du während deiner Elternzeit zwar auch weniger als 15 Stunden, also zum Beispiel nur einen Tag pro Woche, in Teilzeit arbeiten gehen, jedoch brauchst du dafür die Zustimmung deines Arbeitgebers. Diese kann, muss er dir aber nicht erteilen.

Kann dein Arbeitgeber deinen Wunsch auf Teilzeit während der Elternzeit ablehnen?

Ja, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

Dazu gehören folgende Gründe:

  • Du hast den schriftlichen Antrag auf Teilzeitbeschäftigung mit gewünschtem Beginn und Ende nicht fristgerecht gestellt.
  • Du arbeitest noch keine sechs Monate ohne Unterbrechung bei deinem Arbeitgeber.
  • Das Unternehmen hat weniger als 15 Angestellte (Auszubildende und andere Personen in Berufsbildungsmaßnahmen werden nicht mitgezählt).
  • Du möchtest während deiner Elternzeit kürzer als zwei Monate arbeiten.
  • Du möchtest weniger als 15 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Du möchtest länger als 32 Stunden wöchentlich arbeiten.
  • Es gibt dringende berufliche Gründe, die gegen eine Teilzeit sprechen.

Kannst du während der Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber arbeiten?

Du darfst während deiner Elternzeit einen 520-Euro-Job (vor dem 1. Oktober 2022: 450-Euro-Job) oder eine Teilzeitstelle bei einem anderen Unternehmen annehmen. Vor allem dann, wenn dir dein jetziger Arbeitgeber keine Teilzeitstelle anbieten kann. Ein Teilzeiterwerb auf selbstständiger Basis ist dann ebenfalls kein Problem, sofern du ihm nicht länger als 32 Wochenstunden nachgehst.

Du musst die Teilzeittätigkeit während der Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber bei deiner aktuellen Chefin beantragen. Das geht ganz einfach mit einem formlosen Schreiben, das auch eine Beschreibung deines Jobs bei dem anderen Unternehmen enthält. Deine Vorgesetzten dürfen deinen Antrag zwar prinzipiell binnen vier Wochen ablehnen, brauchen dafür aber einen triftigen Grund.

Beachte bei deinen Plänen, dass du dich an die Vorgaben deines Arbeitsvertrages hältst, du also zum Beispiel nicht bei einem Konkurrenten anfängst.

Teilzeit während der Elternzeit verringert dein Gehalt!

Arbeitest du während der Elternzeit in Teilzeit, fällt dein Gehalt natürlich geringer aus als bei einem Vollzeitjob. Du kannst jedoch versuchen, so zu verhandeln, dass dir nicht zu viel Gehalt entgeht, zum Beispiel, weil es sowieso mal wieder Zeit für eine Gehaltsverhandlung ist. Dann würde dein Gehalt pro Stunde steigen und die neue Teilzeitbeschäftigung reißt kein allzu großes Loch in deinen Geldbeutel.

Durch die Steuerprogression kann es unter Umständen sein, dass sich dein Stundenlohn netto sogar erhöht, wenn du von Vollzeit in Teilzeit wechselst. Kalkuliere deine Gehaltseinbußen vorab am besten mit dem Teilzeitrechner des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Zusätzlich bekommst du Elterngeld gezahlt. Es fällt jedoch geringer aus, je mehr du in deinem Job verdienst. Mehr zum Thema Elterngeld liest du in diesem Artikel.

Beispiel: Höhe von Teilzeit-Gehalt und Elterngeld während der Elternzeit

Wie hoch könnte denn der monatliche Kontostand sein, wenn du während deiner Elternzeit in Teilzeit arbeitest? Betrachten wir gemeinsam das Beispiel von Maria, die im August 2023 ihren Sohn bekommt. Sie ist in Steuerklasse 1, nicht in der Kirche und verdiente vor der Elternzeit 3.000 Euro brutto pro Monat. Sie hat sich für das Elterngeld Plus entschieden und geht vom 7. bis zum 12. Lebensmonat ihres Sohnes halbtags arbeiten. Ab dem 13. Monat arbeitet sie 30 Stunden, also 75 Prozent. Nach zwei Jahren endet ihre Elternzeit.

So viel Elterngeld Plus (plus Bonus) und Nettoeinkommen gehen monatlich auf Marias Konto ein:

Lebensmonate Plus/Bonus + Netto-Einkommen
3 – 6 621 Euro
7 – 12 1.307 Euro
13 – 24 2.158 Euro

Quelle: Familienportal, Stand 02.06.2023

Vorteile: Wann lohnt sich Teilzeit in der Elternzeit?

1. Vorteil: Du behältst deine Karriere im Blick

Gerade für uns Frauen ist es sehr wichtig, nicht zu lange aus dem Beruf auszusteigen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass wir wieder allein für Haushalt und Kind zuständig sind, unsere Karriere flöten geht und die Rente nicht reicht. Deshalb tut Frau gut daran, sich nach der Geburt des Babys nicht allzu lange dem Arbeitsplatz fernzuhalten.

Während der Elternzeit stundenweise zu arbeiten, kann dazu beitragen, den Spagat aus Mama-Dasein und unabhängiger Karrierefrau zumindest im Ansatz zu meistern. Wie du Babypause und Wiedereinstieg gut planst, erfährst du hier.

2. Vorteil: Du hast einen besonderen Kündigungsschutz

Ein weiterer Bonus: Auch dann, wenn du während deiner Elternzeit in Teilzeit bei deinem alten Arbeitgeber tätig bist, genießt du einen besonderen Kündigungsschutz. Dieser Kündigungsschutz gilt jedoch leider nicht für Teilzeitstellen, die du während der Elternzeit antrittst.

3. Vorteil: Teilzeit während der Elternzeit bringt Vorteile für die Rente

Kindererziehungszeiten werden von der Rentenversicherung honoriert, denn währenddessen sammelst du Rentenpunkte in Höhe des deutschen Durchschnittsverdienstes („Mütterrente“). Auch wenn du die ganze Zeit über zu Hause bei deinem Schatz bist. Arbeitest du während der Elternzeit jedoch in Teilzeit, erhöhst du deinen Rentenanspruch.

Teilzeit während der Elternzeit: Nachteile

Wenn du während der Elternzeit in Teilzeit arbeitest, büßt du in der Regel einen Teil des Elterngeldes ein. Deswegen solltest du vorher genau kalkulieren, welches Elternzeitmodell sich für dich lohnt. Der Elterngeldrechner mit Planer des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bietet eine erste Orientierung.

Beziehst du Basiselterngeld, ist die aktive Erwerbstätigkeit in der Elternzeit häufig unattraktiv. Denn ab dem ersten hinzuverdienten Euro kommt es zu Kürzungen des Elterngeldes. Profitabel wird der Zuverdienst erst, wenn er deutlich über dem monatlichen Höchstbetrag des Basiselterngeldes liegt. Dafür müsstest du mit deiner Teilzeitstelle auf über 1.800 Euro netto pro Monat kommen.

Anders sieht es unter Umständen aus, wenn du dich von vornherein für Elterngeld Plus entschieden hast. Dann ist dein Zuverdienst anrechnungsfrei, wenn du weniger als die Hälfte deines früheren Nettoeinkommens zum Elterngeld Plus hinzuverdienst.

Mehr zum Thema „Zuverdienst bei Elterngeld Plus liest du in diesem Artikel.

Besser Teilzeit in Elternzeit, „normale“ Teilzeit oder Brückenteilzeit?

Vielleicht fragst du dich jetzt, ob die Teilzeit in Elternzeit profitabler ist als die Brückenteilzeit oder aber die normale Teilzeitarbeit. Nach der Geburt eines Kindes das richtige Arbeitszeitmodell für sich zu finden, ist tatsächlich eine ganz schöne Herausforderung. Glücklicherweise gibt es flexible Modelle, die sich leichter an die sich wandelnden Gegebenheiten deines Lebens anpassen als andere. Ein Vergleich.

Teilzeit in Elternzeit: Vorteile

  • besonderer Kündigungsschutz
  • Flexibilität der Wochenarbeitszeit (15 bis 32 Stunden)
  • Angabe deiner Wunsch-Arbeitszeiten
  • Bei Schwangerschaft während der Elternzeit kannst du zu Beginn des Mutterschutzes für das zweite Kind die Elternzeit für das ältere Kind kündigen, wodurch du die Mutterschaftsleistungen in gleicher Höhe wie beim älteren Kind erhältst. Dazu Annett König vom Amt für Jugend und Familie der Stadt Leipzig: „Sollte eine erneute Schwangerschaft während der Elternzeit erfolgen, besteht (bei Fortbestehen des Arbeitsverhältnis) ein erneuter Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Bei vorzeitiger Beendigung der Elternzeit, kann die Kindesmutter neben dem Mutterschaftsgeld auch den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld erhalten. In der Regel besteht das Mutterschaftsgeld in gleicher Höhe. Jedoch muss hier der jeweilige Einzelfall betrachtet werden, um eine genaue Aussage zu treffen. Diese Regelung gilt für die Elternzeit, unabhängig ob ein Elterngeldbezug besteht.“
  • Sollte dir eine Abfindung angeboten werden, wird deren Höhe auf Grundlage einer Vollzeittätigkeit ermittelt.
  • Teilzeittätigkeit während der Elternzeit wird in der Regel genehmigt, sollten keine dringenden (!) betrieblichen Gründe dagegensprechen.

Teilzeit ohne Elternzeit

Vorteile:

  • mehr als 32 Wochenarbeitsstunden möglich
  • Du sparst dir gegebenenfalls Elternzeit für einen späteren Zeitpunkt auf, die du auch zu einem neuen Arbeitgeber mitnehmen könntest.

Nachteile:

  • kein nachträglicher Anspruch auf Vollzeit
  • kein besonderer Kündigungsschutz
  • Abfindung oder Mutterschaftsgeld werden anhand des Teilzeitgehalts berechnet

Befristete Teilzeitanstellung

Vorteile:

  • Recht auf Vollzeit zu einem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt

Nachteile:

  • Arbeitgeber muss einer zeitlichen Befristung deiner Teilzeit nicht zustimmen

Brückenteilzeit

Vorteile:

  • befristete Teilzeitstelle nach der Elternzeit für ein bis fünf Jahre
  • danach Recht auf alte Stundenanzahl

Nachteile:

  • Unternehmen muss dauerhaft mindestens 45 Angestellte beschäftigen, um zustimmen zu müssen

Mehr zum Thema Brückenteilzeit erfährst du in diesem Artikel.

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Antrag auf Teilzeit in der Elternzeit (Muster)

Du kannst die Teilzeit ganz einfach bei deinem Arbeitgeber beantragen. In deinem Schreiben gibst du folgende Punkte an:

  • Name, Kontaktdaten, eventuell deine Personalnummer
  • der von dir gewünschte Zeitpunkt für den Beginn deiner Teilzeittätigkeit
  • die Anzahl der Stunden, die du wöchentlich arbeiten möchtest, plus deren Verteilung über die Woche

Gerne kannst du ein Musterschreiben für einen Antrag der Teilzeit während der Elternzeit hier herunterladen.

Den Antrag auf eine Teilzeitstelle musst du nur einreichen, wenn du vorher in Vollzeit tätig warst. Wenn du schon vor deinem Mutterschutz höchstens 32 Stunden pro Woche in deinem Job gearbeitet hast und du vorhast, auch während der Elternzeit in diesem Umfang zu arbeiten, muss der Arbeitgeber dem zustimmen. Du solltest deine Absichten dann gemeinsam mit dem Antrag auf Elternzeit erklären.

Für den Antrag auf eine Teilzeittätigkeit gelten dieselben Fristen wie für den Antrag auf Elternzeit selbst. Möchtest du vor dem dritten Geburtstag deines kleinen Schatzes in Teilzeit arbeiten gehen, solltest du diesen Wunsch mindestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn der Teilzeit beantragen. Ist dein Kind älter als 3 und jünger als 8, gilt eine Frist von 13 Wochen.

FAQ

Ist es möglich, den Resturlaub aus dem Vollzeitjob während der Elternzeit und Teilzeit zu nehmen?

Wenn du während deiner Elternzeit in Teilzeit arbeiten gehst, steht dir nicht nur anteilig Urlaub zu, du kannst auch die restlichen Urlaubstage aus deinem Vollzeitjob nutzen. Aber Achtung: Er verfällt natürlich auch zu den üblichen Regelungen, wenn du arbeiten gehst. Bleibst du während der Elternzeit hingegen zu Hause, verfällt der Resturlaub deiner Vollzeitstelle nicht.

Teilzeit für Väter während der Elternzeit: Welche Möglichkeiten gibt es?

Sämtliche Regelungen gelten sowohl für Mütter als auch für Väter. Schließlich sind die Kinder zu fünfzig Prozent auch ihre. Darum ist die Teilzeitanstellung während der Elternzeit auch für Papas eine super Chance, Familie und Karriere gewinnbringend unter einen Hut zu kriegen.

Möchte der Vater während seiner Elternzeit mindestens 2 Monate in Teilzeit arbeiten, muss er seinem Arbeitgeber seinen Wunsch fristgerecht, also 13 beziehungsweise sieben Woche vor Beginn, mitteilen. Falls ihr das Basiselterngeld bezieht, solltet ihr beachten, dass es höchstens 14 Monate gezahlt wird: zwölf Monate plus zwei Partnermonate. Beispiele für die sinnvolle Aufteilung der Partnermonate findest du in diesem Artikel.

Wieder schwanger in der Elternzeit: Was ist mit der Teilzeit und dem Mutterschaftsgeld?

Wirst du wieder schwanger, während du in Elternzeit bist und Teilzeit arbeitest, solltest du deine Elternzeit zu Beginn des neuen Mutterschutzes kündigen. Beginnt dein Mutterschutz beispielsweise am 1.7., kündigst du deine Elternzeit zum 30.6. Dann wird die Höhe der Mutterschaftsleistungen beziehungsweise des Mutterschaftsgeldes anhand der Vollzeitbeschäftigung berechnet. Vorausgesetzt natürlich, du hast vor dem älteren Geschwisterkind in Vollzeit gearbeitet.

Hast du dich mit deiner Arbeitgeberin hingegen auf eine unbegrenzte Teilzeitvereinbarung geeinigt, bemisst sich die Höhe des Mutterschafts- und Elterngeldes anhand deines Teilzeitstellengehaltes. All jene, die sich für das Modell „Teilzeit in Elternzeit” entschieden haben, sind also klar im Vorteil.

Ist es möglich, die Arbeitszeit spontan zu erhöhen oder zu reduzieren?

Du hast dich bei der Beantragung deiner Teilzeittätigkeit zeitlich verschätzt? Kein Problem. Du darfst deine Arbeitszeit während deiner Elternzeit bis zu zweimal anpassen. Du kannst sie also auf bis zu 15 Stunden reduzieren oder auf bis zu 32 Stunden erhöhen.

Bekommt man nach der Elternzeit mit Teilzeit einen neuen Arbeitsvertrag?

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte ArbeitnehmerInnen in Deutschland haben ziemlich viele Rechte. Eines davon ist, nach dem Ende der Elternzeit in das vorige Arbeitsverhältnis zurückkehren zu dürfen. Auch steht es ihnen zu, im selben Wochenstundenumfang wie zuvor zu arbeiten. Ein neuer Arbeitsvertrag ist nach der Teilzeitarbeit während der Elternzeit also nicht notwendig.

Aber Achtung, auch dein Arbeitgeber hat gewisse Rechte! So kann er dir nach deiner Rückkehr aus der Elternzeit zum Beispiel einen anderen, aber gleichwertig Arbeitsplatz anbieten. Er muss den Bestimmungen deines Arbeitsvertrages entsprechen, darf also keine (finanzielle) Verschlechterung darstellen. Dieses sogenannte Direktionsrecht kann dein Chef oder deine Chefin nutzen, wenn dein Arbeitsplatz zum Beispiel nicht mehr existiert oder firmenintern umstrukturiert wurde.

Hast du nach der Elternzeit einen Anspruch auf Teilzeit?

Dass dein Arbeitgeber sich auf Sonderregelungen während deiner Elternzeit einließ, heißt nicht automatisch, dass er einer Teilzeitbeschäftigung auch nach dem Ende deiner Elternzeit zustimmen muss. Denn einen Anspruch auf eine Teilzeitstelle hast du nach der Elternzeit nicht automatisch. Nach der Elternzeit steigst du in der Regel wieder in deinen bisherigen Vertrag ein. Hast du vor deiner Elternzeit also in Vollzeit gearbeitet, ist es vorgesehen, dass du auch nach dem Ende der Elternzeit wieder Fulltime erscheinst.

Wenn du hingegen auch nach der Elternzeit gerne weiterhin in Teilzeit arbeiten möchtest, solltest du darüber mit deinem Arbeitgeber sprechen. Er muss deinem Wunsch zwar nicht zustimmen, kommt dir aber wahrscheinlich lieber ein Stückchen entgegen, um dich im Ernstfall nicht zu verlieren.

Arbeitest du seit über sechs Monaten in dem Unternehmen, hat es mehr als 15 Mitarbeitende (exklusive Auszubildende, PraktikantInnen, etc.) und sprechen keine betrieblichen Gründe dagegen, hast du in der Regel einen Anspruch auf die Reduzierung deiner Arbeitszeit. Unter diesen Voraussetzungen kannst du einen formlosen Antrag auf Teilzeit stellen. Gib ihn spätestens drei Monate vor Beginn der Teilzeit bei deinem Arbeitgeber ab.

Dein Arbeitgeber verweigert deinen Antrag und in deiner Firma ist nach der Elternzeit keine Teilzeit möglich? Aber eine Vollzeitstelle kommt für dich momentan nicht in Frage? Dann steht es dir natürlich frei, zu kündigen und ein Unternehmen zu finden, das dir eine passende Stelle anbietet.

herMoney Tipp

Natürlich wirken sich alle Teilzeit-Modelle fast immer negativ auf das Gehalt, den Urlaubsanspruch und die Höhe deiner späteren Rente aus. Je nach Betreuungssituation in eurem speziellen Fall kann dir eine temporäre Halbtagsbeschäftigung während der Elternzeit jedoch dabei helfen, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Sollte dein Partner im Gegenzug Vollzeit arbeiten, könntet ihr darüber sprechen, ob er deine Verdienstausfälle finanziell ausgleicht. Zum Beispiel indem er in eine private Rentenversicherung für dich einzahlt.

Disclaimer: Alle Angaben sind ohne Gewähr. Trotz sorgfältiger Recherche kann herMoney keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit übernehmen. Der Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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Saskia Weck

Saskia Weck hat Germanistik und Geschichte studiert, bevor sie zum Finanzjournalismus fand. Sie ist seit vielen Jahren als Redakteurin tätig und hat von 2021 bis 2023 für herMoney geschrieben. Saskia ist begeisterte Investorin und stürzt sich liebend gern auf alle Themen rund um „Geld und Familie“, "Karriere", "Steuern" und "Altersvorsorge".