Investieren lernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für AnfängerInnen

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Anke Dembowski

Autorin

17. August 2023

Du möchtest endlich an die Börse, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Wir führen dich Schritt für Schritt zur ersten Investition.

Inhalt

  1. Schritt: Wie viel sparen, wie viel investieren?
  2. Schritt: Einzelne Aktien oder Fonds?
  3. Schritt: Breit streuender Fonds oder Nische?
  4. Schritt: ETF oder aktiver Fonds?
  5. Schritt: Einmalanlage oder Sparplan?
  6. Schritt: Immobilien oder Krypto als Investition?
    Extra-Tipp: Häufige Fehler vermeiden

Investieren für AnfängerInnen: Das Wichtigste in Kürze

Überlege dir zunächst, wie viel Geld auf ein Sparkonto soll und wie viel du an der Börse investieren kannst. Mindestens 3 Montagsgehälter sollten für Notfälle auf dem Tagesgeldkonto sein.

AnfängerInnen investieren gerne in weltweit anlegende ETFs, etwa auf den MSCI World, um das Risiko zu streuen und sich möglichst wenig kümmern zu müssen.

AnfängerInnen, die in einzelne Aktien investieren wollen, müssen sich mit den Aktienkennzahlen vertraut machen und sie zur Analyse vielversprechender Unternehmen nutzen.

Ein Vermögen aufbauen, wer will das nicht? Schließlich ist es ein gutes Gefühl, wenn da eine Wert-Reserve ist, die immer zur Verfügung steht. Sich ein solides Kapitalvermögen zu wünschen, ist ganz und gar nichts Verwerfliches, sondern eine vernünftige Vorsorge-Maßnahme. Es schützt dich davor, finanziell in einen Engpass zu geraten und womöglich deine Lieben anpumpen zu müssen. Aktuell weiß allerdings nur etwa jede fünfte Frau, wie sie ein Vermögen aufbauen kann. Das muss sich ändern! Wir zeigen dir, wie’s geht.

Wie viel Geld sollten AnfängerInnen sparen, wie viel investieren?

„Sparen“ ist das, was du vermutlich von deinen Eltern kennst. Gespart wird überwiegend auf dem Sparbuch, aber auch auf dem Tages- oder Festgeldkonto. Hier gibst du der Bank Geld, damit sie es am Kapitalmarkt investiert oder mit einer Marge weiterverleiht. Im Gegenzug erhältst du von der Bank nicht nur deine Spareinlage zurück, sondern dazu einen Zins.

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Der Vorteil des Sparens

Die meisten Banken in Deutschland gelten als sehr sicher. Falls die Bank doch zahlungsunfähig werden sollte, gibt es die Einlagensicherung, die bei mindestens 100.000 Euro pro Person und Bank liegt.

Der Nachteil des Sparens

Mehr als die Spareinlage und die versprochenen Zinsen gibt es auf keinen Fall. Der Zins, den du erhältst, ist niedrig. Und das, obwohl das Niedrigzins-Tal seit Sommer 2022 durchschritten ist. Vielleicht erhältst du 3 % Zinsen. Du findest, das ist doch eigentlich ganz okay? Dann wirf bitte auch einen Blick auf die Inflationsrate. Die lag im Juni 2023 in Deutschland bei 6,4 %. Beim Sparen können AnfängerInnen ihr Geld also nicht vermehren, sondern müssen aktuell einen Verlust von rund 3,4 % pro Jahr hinnehmen.

Wie viel sparen?

Vielleicht kennst du von deiner Oma den Spruch „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ Auch wenn der altmodisch klingen mag, ist etwas Wahres dran: Sparen sollte man für den Notgroschen. Als Größenordnung empfehlen viele ExpertInnen, etwa zwei bis drei Netto-Monatsgehälter parat zu haben. Auf dieses Geld solltest du jederzeit zugreifen können, wenn etwa deine Waschmaschine kaputtgeht oder das Auto in die Werkstatt muss.

Was ist „Investieren“?

Beim Investieren steckst du Geld in ein Unternehmen oder ein Projekt. Sinn und Zweck ist, mit dem jeweiligen Geschäftsmodell Erträge zu generieren. Arbeitskraft, Know-how, Maschinen und Strukturen werden eingesetzt, um im Rahmen eines gut durchdachten Geschäftsmodells Gewinne zu erzielen.

Da die Verbraucher-Wünsche, die Technologie, der Kapitalmarkt-Zins – sprich: die Welt insgesamt – ständigen Änderungen unterworfen sind, müssen auch die Geschäftsmodelle der Unternehmen ständig optimiert werden. Diese Aufgabe nimmt das Unternehmensmanagement wahr. Du als Investorin gibst lediglich dein Kapital und erhältst im Gegenzug einen Anteil am Unternehmen. Laufen die Gewinne des Unternehmens gut, profitierst du. Laufen sie schlecht, reduziert sich der Wert deines Investments.

Wie viel investieren?

Wie viel Geld du an der Börse investierst und wie viel du etwa auf einem Festgeldkonto sparst, ist Geschmackssache. Wer eine ausgewogene Mischung bevorzugt, könnte halbe-halbe machen. Weitere Möglichkeiten, dein Geld aufzuteilen, zeigt dieses Video von Finanztest:

Vielleicht fragst du dich jetzt: Wie investiere ich am besten Geld? Ganze Heerscharen an AnalystInnen, PortfoliomanagerInnen und InvestorInnen beschäftigen sich damit, gute Anlage-Ideen zu finden.

Sollten AnfängerInnen in einzelne Aktien oder lieber in Fonds investieren?

Möglich ist beides. Einzelne Wertpapiere auszuwählen, ist allerdings schwieriger und aufwendiger. Schauen wir uns an, wieso.

In einzelne Aktien investieren lernen

JedeR kann lernen, in Aktien zu investieren, und jede Expertin war zunächst eine Anfängerin. Letztlich lernt man an der Börse nie aus: Auch die erfahrensten Expertinnen haben immer wieder neue Erkenntnisse und Ideen, die sie bei der Aktienauswahl berücksichtigen können. Die einen sagen „investiere nur in Unternehmen, deren Geschäftsmodell du verstehst“. Andere wenden bestimmte Ansätze für die Aktienauswahl an.

  • Bei der Fundamentalanalyse werden beispielsweise ganze Branchen und dann gezielt auch einzelne Unternehmen auf Herz und Nieren untersucht. Man betrachtet die Unternehmensbilanzen und die Marktchancen der Firmen. Ziel dabei ist es, den inneren Wert eines Unternehmens herauszufinden. Liegt der Börsenkurs über dem inneren Wert, ist die Aktie überbewertet, also nicht attraktiv. Liegt der Kurs hingegen unter dem inneren Wert, gilt die Aktie als unterbewertet. Wenn das Unternehmen dann auch noch als qualitativ hochwertig eingestuft werden kann, gilt die Aktie als empfehlenswert.
  • Bei der technischen Analyse betrachtet man hingegen die Preisbewegungen der Vergangenheit und das gehandelte Volumen. Ziel der technischen Analyse ist es, anhand bestimmter Chart-Muster geeignete Ein- und Ausstiegssignale zu herauszufinden. Wird ein solches Signal erkannt, wird entsprechend gehandelt, also ge- oder verkauft.

Die fundamentale und die technische Analyse sind die beiden übergeordneten Methoden, von denen es weitere Abwandlungen gibt. In der Regel geht es darum, Aktienkennzahlen zu analysieren. Was die wichtigsten Aktienkennzahlen bedeuten, erfährst du hier.

Du siehst schon: Um Einzelaktien systematisch auszuwählen, musst du dich mit der Materie beschäftigen, dir entsprechende Informationen beschaffen und dich am besten auch in einer Community dazu austauschen. Wenn du dich gründlich einarbeitest, ist das Investieren in Aktien auch für AnfängerInnen geeignet.

Schließlich reicht es, wenn du in mehr als 50 % der Fälle richtig liegst, um insgesamt ein positives Ergebnis zu erzielen – eine 100-prozentige Trefferquote haben auch die besten ExpertInnen nicht. Mit der Zeit sammelst du dann Erfahrung und hast vermutlich auch Spaß am Investieren, denn du beschäftigst dich dabei mit der Wirklichkeit des Wirtschaftslebens – das ist einfach interessant und lebensnah!

Die Alternative für bequeme AnfängerInnen: Investieren in Fonds

Wer als Anfängerin zwar Geld investieren, aber nicht so tief in die Materie einsteigen will, kann vorgefertigte Produkte kaufen. Investmentfonds sind hier besonders geeignet, denn sie nehmen dir genau die Arbeit ab, die du nicht selbst erledigen möchtest: die Märkte im Blick haben, einzelne Unternehmen analysieren und laufend das Marktgeschehen beobachten, um gegebenenfalls Anpassungen am Portfolio vorzunehmen.

Tatsächlich sind Fonds für AnfängerInnen besonders sinnvoll, da sie sich damit langsam an das Börsengeschehen herantasten können.

Investieren AnfängerInnen besser in breit streuende Fonds oder in Nischen?

Am Anfang ist es gut, nicht allzu viele Entscheidungen selbst treffen zu müssen. Daher investieren AnfängerInnen gerne in einen möglichst breit ausgerichteten Aktienfonds. Und das auch nur mit Beträgen, bei denen sie fallende Kurse verschmerzen können.

Breit ausgerichtete Aktienfonds orientieren sich etwa am:

Breit ausgerichtete Fonds haben den Vorteil, dass ein Rückgang in einer Region oder einer Branche durch die positive Entwicklung in einer anderen Region oder Branche ausgeglichen werden kann. Eine breite Streuung der Risiken dämpft also die Schwankungen, die an der Börse auftreten. Völlig abschalten lassen sich Börsen-Schwankungen allerdings auch bei einer sehr breiten Streuung des Portfolios nicht. Mit kleinen Anlagebeträgen lassen sich solche Schwankungen aber gut aushalten.

Für Fortgeschrittene dürfen es zusätzlich ein paar Spezialitäten sein

Neben breit anlegenden Basisfonds gibt es auch solche, die sehr ausgeklügelte Strategien verfolgen oder spezielle Schwerpunkte setzen. So gibt es Fonds, die nur in bestimmte Branchen investieren, wie Pharma, Wasserstoff-Technologie und Künstliche Intelligenz.

Andere legen ihren Schwerpunkt auf bestimmte Regionen – das Spektrum reicht von Asien- über Südamerika bis hin zu China- und Osteuropa-Fonds. Um in solche Spezialitäten zu investieren, musst du eine eigene Meinung zu der jeweiligen Branche oder Region haben. Nur wenn sie dann auch tatsächlich besser läuft als der Rest der Investmentwelt, wirst du am Ende mehr verdienen als mit einem breit ausgerichteten Basisfonds.

Bei solchen Spezialitätenfonds ist aber nicht nur der richtige Einstiegszeitpunkt wichtig, sondern man muss auch rechtzeitig wieder aussteigen. Denn kaum ein Sondertrend läuft ewig. Bei Spezialitätenfonds musst du also laufend die Märkte im Blick behalten und bei Bedarf reagieren. Daher sind Spezialitätenfonds gute Vehikel für Fortgeschrittene und InvestorInnen, die laufend am Ball bleiben möchten.

Investieren lernen mit einem ETF oder aktivem Fonds?

ETFs werden seit einigen Jahren ziemlich gehypt. Deshalb ist ihr Volumen angestiegen und die Auswahl hat sich enorm verbreitert. Es handelt sich dabei um Fonds, die im Regelfall genauso anlegen wie ein bestimmter Index. Weil hier kein Fondsmanagement einzelne Titel auswählen und deren Gewichtung bestimmen muss (sie sind ja durch den Index vorgegeben), spricht man auch von „passivem“ Fondsmanagement.

ETFs bieten drei große Vorteile:

  • Sie sind sehr kostengünstig (es braucht schließlich keine teuren WertpapieranalystInnen).
  • Sie sind jederzeit über die Börse handelbar (du kennst also den Anteilspreis, zu dem du handelst, und kannst auch mit Limit-Orders wie etwa Stop-Buy-Limits und Stop-Loss-Limits arbeiten). Außerdem gibt es keine Mindestanlagesumme.
  • Sie sind extrem transparent, weil sie ihr Portfolio jederzeit offenlegen (für ETFs gelten besondere Transparenz-Pflichten).

Wenn du auf der Suche nach einem guten ETF bist, wähle zunächst einen Index aus, in den du gern investieren möchtest. Das kann der MSCI-World-Aktien-Index sein oder der Euro Stoxx 600 oder der Dax. Bei der Suche nach dem geeigneten Anlagefokus spielen folgende Überlegungen eine Rolle:

Für den Anfang eignen sich wie gesagt sehr breit streuende Fonds am besten. So brauchst du nur zu entscheiden, dass du in den Aktienmarkt investieren möchtest und wie viel. Du musst aber nicht überlegen, welche Branche, welche Region oder gar welche Einzelaktie aktuell am meisten Erfolg versprechen.

Wenn du einen geeigneten Index gefunden hast, wirst du im Regelfall mehrere ETFs entdecken, die diesen Index abbilden. Daher wirst du die Auswahl weiter eingrenzen wollen.

Was in diesem Fall vielleicht beruhigend ist: Letztlich haben alle MSCI-Welt-ETFs eine Performance, die sich sehr nahe am Verlauf des MSCI-World-Index orientiert. Der eine mag mal ein wenig darüber liegen, der andere ein wenig darunter, aber feststeht: Steigt der Index, steigen alle ETFs, die sich an ihm orientieren. Fällt der Index, fallen alle entsprechend ausgerichteten Fonds.

Im Vergleich zu aktiven Fonds sind die Performance-Unterschiede bei passiven Fonds relativ gering – solange sie sich am selben Index orientieren. Du kannst mit deiner ETF-Auswahl also nicht völlig daneben liegen.

Hier sind Kriterien, die bei der Auswahl helfen:

  • Kosten: Wie hoch sind die laufenden Kosten des Fonds? Je kostengünstiger, desto besser! Bei einem ETF sollten die Gebühren im Regelfall nicht mehr als 0,5 % pro Jahr betragen. Ein ETF auf den MSCI-World-Index ist meistens deutlich günstiger.
  • Fondsvolumen: Wie groß ist der Fonds? Je größer ein ETF ist, desto eher rechnet er sich für den Anbieter. Wenn ein Fonds lange Zeit sehr klein bleibt, wird der Anbieter ihn womöglich irgendwann einmal schließen oder mit einem anderen Fonds verschmelzen. Daher ist es besser, einen ETF auszuwählen, der nicht allzu klein ist. 250 Millionen Euro sind für einen ETF relativ klein, wenn er sich nicht gerade auf einen Nischen-Markt bezieht.
  • Fonds-Alter: Ein etablierter Fonds ist beständiger, das heißt, der Anbieter wird eher davon absehen, ihn zu schließen oder mit einem anderen Fonds zu verschmelzen. Ein ETF, der schon lange existiert, aber immer noch kein vernünftiges Volumen aufgebaut hat, ist problematisch.
  • Replikationsmethode: Wie bildet der Fonds den Index nach? Investiert er in die einzelnen Wertpapiere (sogenannte physische Replikation) oder bildet er den Index synthetisch nach (das geht beispielsweise über einen sogenannten Swap)? Hier gibt es kein klares „besser“ oder „schlechter“, sondern das ist Geschmackssache.

Vielleicht bist du Kundin bei einem Discount-Broker? Die meisten von ihnen veröffentlichen Listen mit aktuellen ETF-Empfehlungen. Hier kannst du weitere Anregungen finden. Die meisten Discount-Broker haben auch eine Liste an ETFs, die du mit einem Sparplan besparen kannst. Auch das ist eine gute Idee!

Es ist übrigens keineswegs so, dass nur AnfängerInnen in ETFs investieren. Auch Fortgeschrittene und regelrechte Börsenprofis schätzen ETFs aufgrund ihrer niedrigen Gebühren, ihrer Transparenz und der Flexibilität des Börsenhandels.

Investieren AnfängerInnen am besten per Einmalanlage oder Sparplan?

Sparpläne sind ein perfekter Einstieg. Hier vereinbarst du, dass du monatlich eine bestimmte Summe in den jeweiligen Fonds investierst. Das ist schon mit niedrigen Beträgen wie 25 oder 50 Euro pro Monat möglich (es darf auch gerne mehr sein). So erfährst du mit eigenem Geld, was Investieren bedeutet, und du erlebst hautnah, wie du das Auf und Ab an der Börse verträgst.

Die besten Sparpläne auf den MSCI World findest du hier.

Bleibst du gelassen, weil du weißt, dass Börsen irgendwann auch wieder steigen werden? Oder wirst du hochgradig nervös und kannst nicht mehr gut schlafen, weil du dir Sorgen machst? Beruhigend ist: Am Anfang ist noch nicht so viel Geld investiert, dass dir ein Börsen-Rückgang von 10, 20 oder mehr Prozent wirklich tiefe Löcher ins Portemonnaie reißen könnte.

Also nur Mut! Bei einem Sparplan bist du sozusagen nur mit dem großen Zeh im Börsen-Wasser. Aber mit eigenem Geld investiert zu sein ist für AnfängerInnen der beste Weg, um das Investieren zu lernen. Dabei erfährst du mehr als mit jedem Buch und jedem Börsenseminar. Zusätzliches theoretisches Wissen schadet allerdings nie.

Hast du gerade mehr Geld zur Verfügung, etwa 10.000 Euro, ist eine Einmalanlage häufig lukrativer, als das Geld scheibchenweise über mehrere Monate anzulegen. Mehr über Einmalanlagen liest du hier.

Sind Immobilien eine sinnvolle Investition für AnfängerInnen?
Immobilien stellen auch ein Investment und keine Sparanlage dar. Schließlich will man mit einer vermieteten Immobilie laufende Mieteinnahmen erzielen.

Aktuell ist der Immobilienmarkt nicht leicht einzuschätzen: Die Hypotheken-Zinsen sind seit Herbst 2022 stark gestiegen, aber die Immobilienpreise sind nach wie vor hoch, auch wenn sie schon ein wenig von ihren Höchstständen abgerückt sind. Weil du nicht beliebig hohe Mieten verlangen kannst (schließlich gibt es aus gutem Grund Mieterschutz-Gesetze), findest du momentan vielleicht keine Immobilie, die dir 3 % Mietrendite pro Jahr bringt.

Anders als bei der Aktienanlage, die bis auf wenige Ausnahmen nur mit Eigenkapital betrieben werden sollte, ist Fremdkapital bei Immobilien-Investments üblich. Wenn du auf das Fremdkapital aber mittlerweile gut 4 % Zinsen zahlst (bei 10-jähriger Zinsfestschreibung), die Miete aber nur 3 % Mietrendite erzielt, musst du jeden Monat einiges aus der eigenen Schatulle zuschießen. Heute ist es daher schwieriger als vor 2 oder 3 Jahren, ohne Eigenkapital in Immobilien zu investieren. Darüber hinaus sind heute auch die Banken nicht mehr ganz so freigiebig mit der Vergabe von Immobilien-Darlehen und verlangen mehr Sicherheiten. Sie fordern heute mindestens 20 bis 30 Prozent Eigenkapital.

Hinzu kommt – wenn es sich um eine ältere Immobilie handelt – die Unsicherheit, was das Heizungsgesetz und möglicherweise folgende Nachhaltigkeitsanforderungen bringen werden. Selbst Profis tun sich schwer mit der Kalkulation, was eine energetische Sanierung einer älteren Immobilie kostet, denn die Eckpunkte stehen noch nicht alle fest. Das macht Investieren in Immobilien für AnfängerInnen aktuell ziemlich schwierig.

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Sind Kryptowährungen gute Investitionen für AnfängerInnen?

Du findest Kryptowerte faszinierend und fragst dich, ob du auch als AnfängerInnen investieren kannst? Wenn du Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum kaufst, ist das kein Investment, denn du beziehst daraus weder Zinsen noch Mieteinnahmen oder Dividenden. Vielmehr hoffst du, dass der Wert der Kryptowährung steigt und du davon profitierst. Das Hoffen auf eine Wertsteigerung ist aber Spekulation und keine Investition.

Es spricht nichts dagegen, dass du mit etwas Kleingeld spekulierst. Oft ist es aber so, dass Börsen-Neulinge die Bewegungen an den Aktienmärkten schon als ziemlich rasant und aufregend empfinden. Kryptowährungen haben in der Vergangenheit viel stärkere Achterbahnfahrten hingelegt als die Aktienmärkte.

Hier ein Beispiel: Noch im November 2021 war ein Bitcoin 55.900 Euro wert, aktuell (Juli 2023) liegt er bei knapp der Hälfte, bei 26.740 Euro. Du benötigst also ziemlich stabile Nerven, wenn du mit Kryptowährungen spekulieren willst. Es empfiehlt sich daher, dies nur mit Beträgen zu tun, bei denen größere Wertverluste nicht weh tun.

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Richtig investieren: Welche Fehler sollten AnfängerInnen vermeiden?

Als Anfängerin ist es gut, erst einmal langsam in das Börsengeschehen einzutauchen und möglichst viele Entscheidungen auf Profis auszulagern.

Versuch, die typischen Anfänger-Fehler zu vermeiden:

  • Alles auf eine Karte setzen: Es ist besser, breit zu streuen. So gleichen sich Sondereffekte auf lange Sicht besser aus.
  • Börsengurus blind vertrauen: Vielleicht liest oder hörst du irgendwo, dass dieses oder jenes der besonders heiße Tipp ist, den noch keiner kennt. Aber an der Börse sind alle bekannten Informationen in den Kursen enthalten. Und die unbekannten Informationen sind leider ungefangene Fische.
  • Bei einem Kursrückgang hektisch verkaufen: Du weißt ja, dass es an den Aktienmärkten auf und ab geht. Warum solltest du zu einem niedrigen Kurs verkaufen? Billig nachkaufen ist eigentlich die bessere Strategie. Angst und Panik sind an der Börse schlechte Ratgeber.
  • Auf den „besten“ Einstiegszeitpunkt warten: Börsen sind immer mit Unsicherheit behaftet. Den besten Einstiegszeitpunkt zu finden, ist extrem schwierig. Eigentlich ist es gar nicht möglich. Investiere daher vorsichtig mit Beträgen, die für dich übersichtlich sind.
  • Auf schnelle Gewinne hoffen: Vielleicht hast du auf einen guten Index, Fonds oder Einzeltitel gesetzt, aber er steigt in den nächsten 2 bis 3 Monaten nicht, obwohl du so sehr darauf hoffst. An der Börse muss man Gelassenheit und Zeit mitbringen, sonst kann man leicht in die Bredouille kommen. Bisher sind die Aktienbörsen über lange Zeiträume im Schnitt um 7 bis 8 Prozent gestiegen, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das ändern wird.

FAQ

Wie wird man Investorin?

Du brauchst zunächst ein Depot, etwa bei deiner Hausbank oder einem Online-Broker. Wo die Konditionen am günstigsten sind, kannst du mit dem herMoney ETF-Depotvergleich herausfinden. Nach der Depoteröffnung kannst du deinen ersten ETF oder aktiven Fonds kaufen. Und schon bist du Investorin!

Wie beginne ich mit dem Investieren?

Überlege dir zunächst, wie viel Geld dir zur Verfügung steht, das du in den nächsten zehn, besser 15 Jahren nicht benötigst. Dieses Geld kannst du theoretisch an der Börse anlegen, wobei du einen Teil davon auch als Sicherheitsbaustein auf einem Sparkonto parken kannst.

In was sollte man 2023 investieren?

Anlage-Empfehlungen sind schwierig, da niemand über eine Glaskugel verfügt. Aber: Wie bereits in den letzten Jahren sind nachhaltige Anlagen auch 2023 gefragt. Die Vermutung liegt nahe, dass entsprechende ETFs und aktive Fonds auch in Zukunft an Volumen gewinnen und die Kurse perspektivisch steigen werden.

Wann lohnt es sich, eine Finanzberatung in Anspruch zu nehmen?

Wenn du sehr unsicher bist oder ein größeres Vermögen verwaltest, kann es Sinn machen, sich professionelle Hilfe zu holen. HonorarberaterInnen arbeiten unabhängig von Banken und Versicherungen und haben einen Stundensatz von 100 bis 150 Euro. Sie helfen dir, dein Vermögen zu strukturieren und suchen beispielsweise Fonds für dich heraus.

Du möchtest auf dem Weg zu deinem ersten Investment von empathischen Expertinnen begleitet werden? Dann komm in unser herMoney Coaching:

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herMoney Tipp

Wir können nur sagen: Nur Mut, einfach anfangen und eigene Erfahrung sammeln! Sollte dir doch ein Fehler unterlaufen, betrachte den Fauxpas einfach als Lehrgeld. Wie heißt es so schön: Hinfallen, Krone richten, aufstehen und weitergehen!

Zum Weiterlesen: Du hast bereits einen ETF im Blick, den du kaufen möchtest, und fragst dich, wie du weitere ergänzen kannst? Hier erklären wir, wie du ein Weltportfolio aufbaust.

Keine Ahnung von der Börse? So geht’s:

  1. Schritt: Depot eröffnen
    Um Fonds zu kaufen, brauchst du ein Depot. Das kannst du dir bei deiner Hausbank oder – meist günstiger – bei Online-Brokern einrichten. Im herMoney Depotvergleich erfährst du, welches das richtige sein könnte.
  2. Schritt: Strategie überlegen
    Kauf nicht irgendwelche Fonds. Mach dir erst Gedanken, wie dein Depot strukturiert sein soll. Welchen Anteil sollen Aktien, ETFs und Rentenfonds ausmachen? Mehr über die sogenannte Asset Allocation erfährst du hier.
  3. Schritt: Fonds auswählen
    Wie erkennt der Laie eigentlich einen guten Fonds? Lies es hier nach.
  4. Schritt: Jährlicher Check
    Der Markt ändert sich und damit dein Depot. Manche Aktien und Anleihen steigen, andere fallen. Deshalb solltest du einmal pro Jahr prüfen, ob dein Depot noch deinem Risikoprofil entspricht. Mehr dazu findest du hier.

Extra-Tipp: Was tun, wenn die Börse crasht?
Ein Börsencrash ist keine Katastrophe. Behalte einen kühlen Kopf und sitze die Kursschwankungen einfach aus. Ganz Mutige kaufen jetzt sogar nach. Warum das sinnvoll sein kann.

Disclaimer: Aktien, Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen; damit sind Kursverluste möglich. Bei Wertpapieren, die nicht in Euro notieren, sind zudem Währungsverluste möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Die Auswahl der Wertpapiere und sonstigen Finanzinstrumente dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Kaufempfehlung dar.

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Anke Dembowski

Autorin

Anke Dembowski ist Finanzjournalistin und Autorin verschiedener Investmentfonds- und anderer Finanzbücher. Sie ist außerdem Mit-Geschäftsführerin des Netzwerks „Fondsfrauen".